Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- VII (1906)
- Issue
- 3 (1.2.1906)
- Date
- 1906-02-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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oiiaifific ■?ofßsnimmf 50;iolSc1nofratfn von einer nnbcni - naive nie iriiur würden sagen: von einer neuen — 2011e. Einer der einflußreichsten ,Tunklionäre der Ä»ae meinen 1?י il'citcrfraufcnfoffa if! nämlich den unseren Veicrn loohll'cfoiintc, ob seiner Unverdaulichkeit allen Parteien und allen Menschen gleich beliebte Jude 1'i läse r. Diese,1 Genosse», 'der den Kassenöbniann »ach seinem Wille» bccinflnnt. von seinem P.a'ten zu entfernen, ist bns zu gegebene Ziel der Herren Tusär nnd Wanök. Und walirltch. wir begreisen die Herreil. Abgesellen von allen, Herr» tülaier aiiszeichnende» Tugenden bat er sich gerade in diesem Talle iel,r geldgierig benoninien: denn, wenn wir auch versiebe», das; ein Arbeiter, der leine Arbeitszeit dei, Interessen derKassa widmet, eine elieniuneration inr Perdieiisteutgang fordert Uiid erhält, bei Herr» i'itoier. dem wohlbestallten Bahnbeannen. kann euch von einem Verdienstentgange feine;Hebe sein. Doch weiter! Eingestandenermaßen kommt, weit» diese, ׳?,na,re glücklich beendet sein wird, deinn die Be. zirkskrankenkassa an die Reibe. Auch dort gib, eesndiiche Tunklionäre und jüdische Beamte, die de» lichechischen Sozialdemokraten ein Tarn im Auge sind. Und >o sebe» wir denn, dass dieselben Sozial demolriten, die die Gleichberechtigung der Rationen nnd Konsessionei, aus ihr Banner geschrieben baden und sich selbst als «nerreichte Bvrbilder der Tolera»; gegen Andersgläubige mid Anderssprechende hin stellen, daß dieselbe» Sozialdemokraten erst die bnrgerlichen Ehauvimsteu und jetzt die radikal׳.■!'׳» Aiiliiemiten noch um ein ziemliches überirenen. A!ch> mebr lange w,rd es dauern, sind die Juden von Deutschen und Tschechen cheich gevrügelt nnd ans ibren Reihen schimpflich hinausgejagl — werden erkennen, daß sie vergebens ihr Heil bei den Sozialdemokraten juchen. Au diesem Schulbeopiele »löge» sie lernen, daß sie von den Sozialdemokraten nichts;II hoffen baden, und daß sie dasselbe Los ereile» wird, welches heute gerechter, weise den Herren Glaser und t5;ech bedroht. Anker kewäkrter rtj. Aertkok» Lintner ha! sich mit TrSulei» Wallt, Gottlob verlobt. Unsere herzlichste Gratulation. Einr Irlrinr iZrrichtigung. 3.0 ,־,un., _ Wahr ist es, daß der Kultusbeamte m de» memeu ,Tüllen Raturalquartier hat und aus ein geivisies Rebeneiiikvmmen rechnen kann, aber!etzteres v! in mancher Gemeinde ein so unbedeutendes und hangt von tausenderlei Zufälligkeiten ab, daß es kaum der Rede iver» ist und als bedeutend nur gilt in de» Augen der Gemeinde. Dagegen muß ich der Behauptung, daß die Lebensmittel am Lande nicht teurer sind, ganz entschieden entgegentretenj. denn oft trifft das gerade Gegenteil zu. Jil Prag z. B. ist daS Tleisch billiger als i» mancher Landstadt. Allerdings mag man in Blowitz davon wchi viel spüren, denn da sind viele und große Viehmärkte auf welcher eine ganze Anzahl Lchsen und Kühe in den Handel kommen, aber großer Biehmärkte kann sich leider nicht jeder Crt rühmen. H. W. scheint kein besonders verläßlicher Statistiker zu sein, oder verfügt er über »nzuverlässiges Material, wenn er behauptet, daß die Kiiltusbeaniten während der ganze» Woche lediglich 1" stunden beschäftigt sind. Vielleicht sind die in Blowih jo glücklich, anderswo gehört eine,zwanzigständige wöchentliche Tätigkeit nicht gerade ,zu den Lelienheite», und wenn es der Herr Nörgler nicht weiß, dann ist eben sein Gesichtskreis ein sehr be schränktet. Aber selbst wenn dem wirklich so wäre, daß der Beamte 10 Stunden täglich in frischer ireier Luft zubringen dürfte, kann er von der "uit leben? Gewiß nicht! Und wenn H. W. einige Wochen von dieser Kost sein Dasein fristen und sich dann doch noch die Notwendigkeit einer Entseitungskur Herausstellen ,ollte, so verpflichte ich wich, unter den Kultusbeamten Böhmens eine Sammlung einzuleiten, um die Kosten dieser Kur >» bestreiten. — Übrigens müssen wir dem ge nannten Herrn dankbar sein, denn seine Logik hätte uns viel härter treffen können. Wieso? Nun, ganz cnisach! Der Kultusbeamte bezieht so und soviel Gchalt jährlich, während er einen großen Teil des Wahrer, mindestens ein drittel, direkt verschläft. Hätte H. W. nicht beantragen können, es sei die Gehaltssumme um ein drittel zu verringern? Wie kommt die Gemeinde dazu den Beamten zu honorieren auch jür die Zeit, 'während welcher er tchläst? Zu den vielen klassischen Aussprüchen deS H. W. gehört auch derjenige, daß sich mancher Kaufmann glücklich schätzen würde, wenn ihm 1200 Kronen L1*rt U'," '1,cK'"׳ mag ja vielleicht auch otrhe geben. weg-gen es mir nicht schwer an tame, Hunderte von Geschästslenien zu nennen, die mit Nichts oder »Ich, viel mehr begonnen und es teils zu nletchimn. Wils inmdesteiiS zum Wohlstände gebrach, Habei,j Und wenn H. W. UN Rechte Ware. oou gibt, >s denn eine gesetzliche Bestimmung, e-, dune der Ktiliusoeainic erst nach dem Kauf, manne?,am Lande kommen und nicht vor ihm ftohe״ i ier .rerr Kultusvorsteher hat auch zur rechten Zeit ׳einen Geist leuchten lassen, denn ,eine Austnhrusigen -md aktuell und wohl geeignet, die Answer!״,1 ׳keil der höchsten Kreise aus >l,n zu lenken. ,Alle Parteien des Abgeordnetenliauies, ohne Unterschied, haben sich in den letzten Litznngen mit größtem Euer und seltener Ein mütigkeit dafür eingesetzt, daß die Beamlenbezüge nichts unbedenieiid erhöh! werden, was eine Mehrbelastung des Lia tes um viele, viele Millionen lwdeuter. D i eje , esens u m me wird nun der Ltaat erivdren können, denn sobald der Kultusvorsteher in Blowitz beweisen kann, daß, wie er sagt, die Staatsbeamten mit einem Einkommen von l*) Kränen ״anständig und zufrieden mit ihren ,eamilien leben׳", wozu dann eine Gehaltserhöhung? Ta, das war wirklich ein erlösendes Wort, am Ende kann es noch Knopslochschinerzeit stillen! Er verdiente auch einen Orden, mindestens sollte er wenn man ihm schon kein Denkmal setzen wird, nach allen Regeln der Kunst bei Lebzeiten ״a u s g e h 0 111“ werden. Übrigens legt sich der gute Herr, wenn er üch ״Kultusvorsteher״ nennt, einen falschen Titel bei, weil es in Österreich für alle Kulten nur einen einzigen Kultusvorsteher: de» Kultusminister gibt, H. W. ist also bloß KultuSgemeiude- Borsteher und zwar in Blowitz. Was anderSwo vorgeht entzieht sich seiner Machtsphäre. Aber wissen soll er, daß zwischen ihm nnd dem Kultnsvorsteher ein kleiner Unterschied besteht, ein solcher etwa, wie zwischen Kanzler und Kanzlist. Warum gerade der Kultusgemeindevorsteher in Blowitz gesprochen? Ta, mein Gott! füllt man ein irdenes Gesäß bis zum Rande voll mit Goldmünzen lind bewegt es hin »iid her, da hört man keinen Laut: gibt man aber in dasselbe elende Nickel münze ■hinein, die klappert bei jeder noch so unbedeutenden Bewegung — wie wenn ja!-^ Zum Schlüsse nur noch die Bemerkung, daß wenn H. W. aus meine Aussührungen, für deren Berösientlichung ich der löbliche» Redaktion der ״Tüdischen Bolksslimme" meinen besten Tank ausspreche, entgegnen sollte, ich lein weiteres Wort verlieren und nur denken werde ich sei der Mond und man bringe mir ein Ständchen. «krplihrr Lrirf. Kurz vor Jahresschluß hielte» die Zionisten ihre Hanpiversammlung ab. Die im Lause des zweiten BereinSjahres geleistete Arbeit drückte sich ,ehr deutlich in den Zahlen der erstatteten Berichte aus. Es seien einige hier angesuhrt. Beiträge wurden 907 K gelöscht. Bei Versammlungen Borträgen N'urdeu 739 Ki und an Spenden bei verschiedenen Anlässen über 272 K eingenommen. Tür den Nativnalsoiid wurden gesammelt 918 K. Nationalsvndsmarke» wurden für 190 K abgesetzt und 44 Stück Aktien der Kolonialbank angekausl. Der Besitz a» letzteren beträgt überhaupt I44Sli!ck und seil dein Bestände des Vereines -2 Jahre! wurden insgesamt 10 Eintragungen ins. Goldene Buch dnrchgesülirt. Das für die russiche Selb,'!wehr direkt 241 K abgesührt und die. Zionisten sich in hervorragender Weise an der Sammlung für die Opfer in Rußland beteiligt haben, sei nur nebenbei erwähnt. ״ - ״ . Der Rechenschastsbericht des BorttandeS konnte aus diesen Tatsachen fußend, ein Bild ersprießlicher Jniien- und Außenarbeil entwerfen. Ist es doch dem Vereine gelungen, nicht nur einen neuen Verein in Kvmmoia» zu begründen, -der zu den-schönsten Hoffnungen berechtig,! sondern auch den Grundstein zur Bildung 4 weiterer Vereine zu legen. Daß trotz der maßlosen Anseindung, welche der Zionis mus hier eriährt, die Zahl der Bereinsmitglieder gestiegen!>>. darf nicht unerwähnt bleiben. Nach den großen und entscheidenden Kümpfen, die zwischen den Zionisten- und Antizionisten im letzten Winter ausqesochlen worden waren, m nach außenhrn verhültnißmäßige Ruhe einqetrelen, In den Massen haben sich die äusgepeitschleu Leiden,chatten beruhigt nnd nur einzeli» vermögen es nicht, die Dinge ihren Gang gehen \a lassen, sie wollen auch weiter- 1t ׳: jedes, was : lorhälinissen bringt oder n kür Zion,!!eirzeil vom z onifiischer r! m. Nock,! Berichte in das heißt ze id. Gegen ieii,inende l berhanvi! usnahme» lieliqionS aze in die 1i׳e zeichnet!!«sichen — ich Mädchen 1'itwni Teste Am Schulreinliche Jüdische sie. Juden- Eltern so Engelein und eines ich längerer v 1m Hans tsem T'sche ne, fein Originals, ühi I und zum l 1111 Hedenket des jüdischen Älationalkondes! hi», ehrgeizige!» Strebe» jedes Opßr bringend, dem jüdischen Leben und Weben den S tempel ihres Geistes -auigednicki sehen. Sie protestieren. Gegen alles unk de» Zionismus mit den bestehende» in I direkte» oder indirekten Kontakt bringe» könnte. Gegen die Tliorakpend: lind doch wurde diese Betvilligung s! Vorstande erteilt. Oiegen die Ansnalim׳ Tuden 1״ den fortschrittlichen Tu! initiier gegen fic Ausnahme zionistische bei Lokalblättern.׳ Gegen die zionistisch! jüdische Gesinnung der studierende» Tu dah selbstbewußte,!ich aus sich selbs nationale — gegen das Tudentum Wjirum? Vielleicht rücken einige Mome! au» dem jüdischen Leben nnierer — genossen — die Antwort aus diese richtige Sehweite. Ein sehr reicher! für das Nikoloseit 40 K' für die RtligionSaenossen 5 K. Jüdische Trauen bei der Nikolobescherung. Bei einem jii b׳Tt sie noch nie ei» Mensch gesehen? vereinsball. Takt geometrische qenti! Scheidung. H!e Arier — hier Semit 11 Mädchen gehen subskribieren. Am Ehrül linder itellen nach dem Urteile ihre herzige, io unbeschreiblich geschmackvoll vor. Oieschmacksache. Der jüdische anichen Haines. Kommt wieder n Zeit zu Besuch. Treude in alle Ecken, Herrn bis herab zum Haushund. Aus prringt als Liebeszeichen die hochqe umrahmte Lichtbildkopie des lebende! Dje Kinder "werden zur Parade vorges trgleich von Mama ausgesordert. ״Wen stellt den» dies Bild vor, liebst Hans?״ ״Nu, das ist doch der J»d. Wünscht jemand noch mehr? Ick ffibe mehr alp genng, davon. Ich konkludier nick t. Ich habe mir die Schlußsätze aus dem Rechen!chailsberichte des Vorstandes vom Zionsvereine Hera isichreiben lassen. Sie lauten: Wir Ziusjuden teli'n aus höh'rer Wacht. Nicht teilnahmslos, ni ht gedankenlos, nicht gleichgültig und kühl gehen!qir an der lodernde» Tlamme vorüber, die am Leib t»d Leben, ai» Hab und Gut »njeres Volkes zrh t^ M.ch drückt zu Boden schier die Kot An der du leidest, Volk der Jud!111 o qualvoll ist kein eig'nes Wel Als da aus tausend Wunden ick In iiummen Heimweh dich verzey Auch uns drückt die Not unseres nicht zu Boden. Wie mit Siurmgewalt pocht ,je an uirier Herz: weckt unser nationales Empfind n unü alles!vas menschlich, was jüdisch und rein in verborgenen Tiefen geschlummert: ruft und weckt rjnS zur Tat, zur hilsdereiren Tat. Und wir helfe»! Und wir werde, Helsen! Taget jenen, die sich bessre׳ Jrjden dünken, ״Gehet hin und tut desgleichen!" — Damit will ich heute schließen. Samuel. proknitsrr Lritf. Am 25. Jänner tagte in Proßnik eine jüdische Vvlksvm'ammlung. Durch . die In riäuen und Treibereien einer Gruppe von Kultusi'ühler», die. weil sie die Besitzenden sind! jeder v ilkslünilichen Regung feindlich gegenüberstehen,!ol tc| die Ver sammlung verhindert werden. Telbstr -dind gelang es dieser auf ihre tüeldmacht pochende > Gruppe zu verhindern, daß die Äultusvertreiung ojn die ge- ,'amte jüdische Bevölkerung herantrete,! »m ein wahres Bild über die Ansichlen de Gemeindemjtglieder zu erhalten. Die Venamn liing mußte demnach von privater Seite einberrsei werden, damit der von der KultuSgemeiude geladene Referent Herr Lucia» Brunner aus /Wien ' I ie leitenden Grundprinzipien des Wiener jüdischen? WahlrechtskotniteeS entwickle. \ In dieser Versammlung, die vor >cr Bevölkerung unserer Stadt außerordentlich!tjark besucht war. schloß sich an die klaren nnd t rc zisen Aus fiihrungen des Referenten, die in de: Resolution gipfelten: ״Die heute hier Versammelten!erlangen'die Einführung des allgemeinen gleichen und direkten Wahlrechtes nach dem Provonionalw!1 lversahren, u«d zwar nach Kopsnnd Bevölkerung:zahl. Sollten aber nationale Kurie! 11 eingesührl werden, so verlangen auch wir die Ein üßr g einer jüdischen Kurie," eine längere Disku sij>n, in der der Tührer der hiesigen Sozialdemelmten. Herr diich blute» reu seh. äqlkes. Doch