Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- VII (1906)
- Issue
- 1 (1.1.1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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tiJisckt Vilkutiim. K,,ug»prrise: Jür ^׳',erreich Unqarn balbjüdrig . j . . »tränen 2M q0n;!ühvi»1.1 . Mrontn r»•--?tUi'H.'-nd. flanuäbriq Äark 1׳wz!1׳kriq.rh'ul'cl 2־-Vj?rtwci;. Frankreich. Italien. Türkei, diu "mänc. Lerdjen. Bulgarien u'w. . . *rauf* inNusive Pon^n'cndung. VII. 3(1l)t'f1n!tc|. :l~ ßrüini, |. jfimirr |4 -.;;«)0(י. «Trbrtl) -־)(>(*(». Hummer 1. Redaktion ». Adaimttratio•: Br•». Jldltrgatse «. I:c ..^up1üt>e BalkH'limme" am 1. und lö. «me•? jeden Mon^rco. CatbbäRlltrird)( Vrrirrl»»-: IMt# tika*. <‘np;:$. Bewvarkanatonio dir. KVlOllO. .^erau-rgcbc: und veramwoninder diedtik^eur Mar tjrckl. Bninn. - ׳ Truck von f. Zchischa» »jSoh■. Brunn. flbonnement0־nladun9.?Sir bringe» unleren -Lesern zur Kenntnis, tafi mit dieser Rnmmer der VII. T>al׳re,a1t,g itnfvrvs RKcrttvs beginnt. .V,1 ciibn:! mit bicier?lummer eine grof>c Anzahl?(bomicntem:!iMiuift, [litten wir um gcfl. eheste (iiueucnimx be: Abo» nemeut:. l'ileidncitiq richten wir dH unsere i»estiii1״»g: genoifen. ,freunde uub Leser ber ״Jüdischen Volke stimme״ da: Ersuchen, für bje weiteste -Verbreitung der 'Volksstimme einzutreten: bie Volksiinnnie nt ollen Gast. Kasteehäusern. Restaurants. Selchereien zu verlangeu. Jeder Abonnent beinübe «ich. un: 1—2 Abonnenten .(11 verjchahst-n. Mit Dank und Grus: r>ie Redaktion und stdminitlration. Chanukti Bon ^skar d»act>!. Ein echt nationaler Grundzug in baeganz beionbere Kennzeichen bee- Judentum:-. Wie kein anderer hat bae jüdische Volk die bebentj^me״ Taten ictner «»eichichte. die Maikneiiie seiner Ent׳ 11'irflnm,. als ,'•ciertaqc sestgehalte». als ewige Denk mäler ausgerichtet. Sie sind ee-. die ,narkautenen Zacken feines Lebens, nicht übersinulitlie dein Leben abgewandte Phantasien, sind ee. die dae jüdische Volk mit seinem Gone, mit sich selbst wieder 1>e! einigen. Ee wird nicht müde werben den :)lut bee Leben-:- erschallen zu lassen, ee wirb nicht aufhören an Pesiachabenden von der Morgenröte seiner Jrei den :11 erzählen. eS wird sortsahren alljährlich der glorreichen Tage seiner Geschichte, bee Ebannka :11 meiner Seele: »eine 1 Feuilleton, prebi^t von Habblner Dr. o>>e>le>pe-reZe-r . l!1r branerscler fite bie ruf[»aWn Silben im bemgel;11 IHarienbub. Sonntag bcn!;ö. 310pc1t1&er r.-0:>. . Gon wie viel sind meiner Dränger, wieviel nehen wider mich! Wieviel sprechen von . -L>:l׳e mehr sür ihn bei Gort. Selah! Tu aber Gott, du blechst mein Schild, erhebst ment Haupt und mein? Elfte! Mit meiner Stimme bnse ich und du >101» mich von deinem heiligen Berge. Svlah! Schon lag ich darnieder und ich ichlies: da weittest du mich, denn du avirst mich stützen. Darum sürchte ich nicht vor Scharen Volke-:, die rings sich lagern wider mich. Aus. o Herr, und-Hill, mein Gott, denn du ätlägst alle meine Jeinbe aus die Wange. die Zähne der Bösewichter;erschmettetst du. Bei Gott allein ist d e Htlse. über dein Volk deinen Segen. Selah! I. Andächtige Trauerver ammlung! Die traurigen Ereignisse, deren Erinnerung wir diese Stunde weihen, sind euch aus der verschiedenen Berichten und Schilderungen, die n die (stentlichkeit gedrungen. sowie aus den Hilserusen zur Genüge bekannt. ES kann daher dicht unsere Ausgabe sein -n dieser Stunde die Gräuel zu schildern, die geschehen: in den Wartest der Schrift von dem Brudermorde Kains ist alles gejagt: 1. Moses. Kap- 4 V. 8 fs. ״Und Kain stand aus über ^bel, seinen- Bruder hast du getan? Horch? Das Blut deines Bruders und erschlug >hn. Da sprach Äon zu Kain: ״Was gedenken, mahnenb. verpilichtend zu neuem wahren Leben in Gegenwart, in Zukunst. Gewisse Zeiten iind beionbers dazu angetan ein besseres Verstänbrn: für hinter 1111: liegende Tage;11 bewirken. Die traurige Gegenwart und die trotz allem nicht zu iinterbrüekenbe Hoffnung auf eine bessere Ziiknnst. fic Urnen uns die Leiben der vorluakkabäiicken Zeit und die Irende des enblichen Lieges tiefer! erfassen. inniger erleben. Jene Zeiten erinnern UN: an da: biiiterc Bild eine: herauf׳;ielienbeu Gewitter:, da dichter und immer drohender sich die schwärzesten Wolken;iifainnienballen. eine biiinpte Schwüle die Atmosphäre erfüllt, krachende Tonner 1111b weithin lenchteiide Blitze den nahen L türm verkünden. unten auf der Erbe eine Stimmnug. die verzweifelt und die .Kaiastiovhesaft herbeiwünicht. Wie. wenn aber mit einmal die Wolken sich zerteilen, de» und ftrahlenb die Sonne siegend durchdringt. die Erbe mit Licht und die Herzen der Menichen mit neuer Hoiiiinng erfüllend? Erhalten wir nicht einen älmliäieii Eindruck einen Blick ans die Vor geschickte der :Makkabäerzeit werfend. Dieielben düsteren Vorbebingiingen. die den nalien Sturm, ja den Untergang al: sicher ericheinen lassen, sch lies; lich aber gleich dem siegreichen Turchbringen der Sonne da: Erickeinen der Mallabäer. die im Moment der gröszten M'ot hie :liettnitg vollsühren und da: 'Volk mit netzet, Hoffnungen und frischem Lebensmut erfüllen. 1 E: gel« ein tragischer Zug durch die Geschichte »nieres Volle:: e: hat sich nü.m.l: de: Vollgenusie: de: Besitztum: erfreut. da: die Vorbedingung einer geiunben Entwickluiig ist. der Freiheit. 547 hat ihm Eurn: die Rückkehr in die Heimat gestattet. Nach seinem Tode hing e: von den Launen der ihm iiachfolgenben Herrscher ab. die abwechselnd ihm geneigt waren ober es bitter verfolgten. Im schreit zu mir von der Erbe. So sollst du denn verwünscht sei» von dem Lande. baS feinen Mund geösinet. auf;iinehnien da: Blut deine: Bruder: von deiner -Hand." Aber dicht nur wie. Kain ׳einen Bruder Abel erichlug. in einer Answalliing de: Neides und de: Hasses, nein, mit wohlbereckneter Schlauheit, mit Unterstütziiitg derjenigen. die >11 erster Linie zur Hutung der Drdnuug. zum Schutze de: Eigentum: ,mb de: Leben: berufen waren, vor den Augen der Behörden und mit ihrer Hilfe, ja mit ihrer Teilnähme wurde da: schändlichste ins Werk gesetzt, was der Anfang de: 20 Jahrhundert gesehen: und für alle Zeiten wird e: eine hjstoriiche Tatsache bleiben, dass im 20. Jahrhundert im europäischen Rujzland derartig unmenschliche, nein nicht Unmenschlicke, raubtierartige Zustände geherrscht, bas Mittelalter eine grausame Auserstehung gefeiert hat. da» wahr geworden ist bas Wort des Propheten Ieremia. Kap. 9 V. 20, 21. ,Emporgestiegen jft der Tob m unsere Jenner, eingedrungen in uuiera Paläste, bah er hinwegtilqe die Kinder von der Stratze. die jungen Männer von den freien Plätzen: und die Leichen der Menschen liegeit umher, wie die Scholle aus dem Acker, wie (»lieben hinter dem Schnitter und niemand sammelt sie. ״ Spätere Geschichtsschreiber werden mit Recht daraus verweisen, dass diese (»eeuel geschehen sind in ciheni Lande, bas die sogenanüte Indenjrage schon seit einem Menschenalter mit Blut und Eiien. mit Gewalt und Unterdrückung vergeblich zu löten veriiicht: in einem Lande, iii welchem selbständig zu denken — ein Verbrechen und dem selbständigen Gedanken Ausdruck zu geben — ewige Keekemiacht bedeutet; in einem Lande, in welchem Eintreten sür Recht und Wahrheit gleichbedeutend ist mit Gefährdung der Existenz, des Leben: und der Jamilie: in einem Lande in welchem die Masse sich gewöhnt hat. in Trägheit und in dumpfer Gedankenleere dahin zu leben und die Tinge gehen 3. Jahrhundert war da: Perjerreich und mit ihm Palästina von dem mazedonischen 3 iefeureich »er schlnngeu. Als diese: dann zernel k an das Land der Inden unter die milde Herrick aft Agnvtens. anscheinend jedoch nur. um zur Erir! gung der bald unter der inriicheu Herrschaft folgen eil Leiden lind Drangsale die nötigen Kräfte zu iaiimeln. E: ist begreiflich, dag unter den gegebenen historischen Verhällnisieu. da da: j,id»sche Land fortwährend ein Spielball der Völker oar und lange Zen hindurch auch im besten Ja»- ,Freiheit entbehrte, eine dumpfe Verzi 1 selbst die jüdischen Massen ergriff. der völligen >eist»»g an stch ein Nachlasfen der Volksenergie n»t den verheerenden Iolgen ein trat. Umfomehr konnten letzt die Uten Erzfeinde die Philister und Idumaer. ihr Hai pt erheben und dank der wachsenden Energielosigkeit de: Indentnins mit Mut sich brüsten und ihre alte Veriiichtunil:- arbeit wieder ausvelimen. Wie sehr wünschen wir, wie sehr vermisien wir hier scho!! eine kräftige Reaktion de: s» den Staub getieteiien Volke:' Wir sehen da: tstegenteil. Noch hatt, es tiidt genng gelitten, um zur Achtung feiner selb 1 wieder, an'ge stachelt zu luetjbeu. es sank mir im rer tiefe: herab und wurde iuqr.er abüunlieticr. 2 erzickn auf fich selbst und Angliedesaiiig an die Benänger war die Anlivort. , zu der e: in dieser Zeit! imstande war. Jene Partei hatte die Sberhandl die vor dem degenerieiten und daher kosmopol tifeli werdenden lstriechentum ihr eigen Selbstverrieree!. deren Kenntnis, griechischer Kultur ׳ich auf die blöde- Nachäfferei fremder Sitten und Unsitten und, die Verachtung alles wahrhait jüdischen beschränktes!^: bestand jene Partei au: den Reichen und 'VornehiUen jener eia die sich Herausnahmen die-(»eichick<i ds: -Volke: nach ihrem Sinne zu bestimmen und jede tigene Regung als Rückständigkeit encheinen zu lqffeii. War noch zu lassen wie sie gehen, wenn si hur den ein fachsten Bedürfnisfen des ('ebene genügen kann. Svätere <»eschicht:fchreiber neiden 1:1,1 Recht darauf verweisen, das; es unter ist Ieijcii Umstäudllz nicht schwer war. die hungrige, ׳eultegieria-:. ver. arrnre Masse auf die in gewiss 1! i Stadien und Bezirken ziisainmeiigevferehien I> bei zu hetz::!: werden daraus ufH'ei’ien. das; e 1 liickn zu ver wundern war. dvisz die'e Verlatziin z hin io sch.itier licke: Gelingen krönte. Spätere Geichichte-fckreiber 1 ׳er >e!t dieie Er eignisie al: eine vorübergehende Erscheinung in der״׳nrn1wicklung des groszen Rick-:- mit ,ment Worte über rückständige Kultur a;-tun. Tür uns aber, die Zeitgenoisen. die wir all die: in feiner ganzen Wucht mit rieben, für uns. die Juden in den andern Teile t der bewohnten Erde, erhebt sich die Trage: V Jvrtichritt der Zeit, wen» nach 1 20. Ialirhiindert möglich war. wa> 1,1» 13. geschah? Und wenn unsere -Vorfahren ui 11t: getan haben um eine Wiederholung solch fckr -cklicher Ereignisse sür die Zukunft zu verhüten, ist es nicht liniere Pflicht, mit allen Mitteln die uns die groszen Errungenschaften der Neuzeit da bieten, dafür zu sorgen! das; sich diese Schändung der Menschheit orm besteht der ,׳ie vor. wenn >1» nicht wiederhole, nicht an!»1: und Das; die Grundlage der Religion. zu besitzen sich jene rühmen, di: sonderbarenveue immer gegen dieselbe handeln erschüttert werde?! Tan die Sinai ״lau tirzoch-‘ und ״lai sollst nicht morden" und .Tn gegenüber den Juden nicht imm nicht an andern?! deren Vollendung nicht jeden Lag ׳lrundgebote vom bignauv, ״Du allst nicht stehlen״ r wieder für 1111gültig erklärt werden?! Das; ntcht ewige Geltung behalte das Psalmwort Ps. 3. K. wieviel sind meiner Dränger, w evie mich! Wieviel sprechen von mtmei Hilfe mehr sür ihn bei Gott! . 1. 2: ..Gott stehen wieder Seele: Keine Tvervreitet den ,,Jüdischen 'DoMsKalender'