Mannheim
Compact Memory

Jüdische Volksstimme · 1905-12-15 · 24 (15.12.1905) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
VI (1905)
Issue
24 (15.12.1905)
Date
1905-12-15
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
80% known words query
IRI
…/2621806-6375628-6375880--1167-4860591
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 24 lirii erst in Aktion nach dem Exodus der anderen. Porlicr aber arbcitctcn sie mit an einer Railliierung ״Ucr programmtreuen Elemente. In der gemeiniamcn Sitzung des deutschen und österreichischen Exekntivkomitees, am Abend des I. Kongreßtagcs. a1, ott unter anderen Herr Rechtsanwalt Gronemann leilnahm und wo auch die Anregung gegeben wurde su der von der deutschen Laiidmannschast eingebrachle Resolution gegen die Kleinkolonijation. mmde allseitig das Bedauern über diese Folge der llniii-bkniichen Politik ausgesprochen: man war sich dariiber einig, das; diese Politik in der von den Freiburgern cingcbrachtcii Resolution sanktioniert eriitiien. Tiese machte wie sic im ersten Teil prinzipielles und taktisches glcichwertcnd durchciiiandcrbrachte. m,;weiten Teil, de», ominösen Ausjchlußparagraphen. die Tenlung sehr leicht. cS sei nicht bloß aus Ausickließnug der vom Programm bereits abgesaUcneu. der Territorialistc» abgesehen, sondern auch ans die der lediglich in taktischem opponierenden Programmtreuen ״politische»" Zionisten, die man ebenso wie ״Zweck!nid Mittel" zns,»»me»wars. Man kam dann in de» Exekutivkomitees dahin überein, alles n> versuche», um zwischen die beiden Gruppci, der Minorität eine» Heil z» treiben, und das »nnatür licke Biiiidnis zu sprengen. Und wir waren uns klar dariiber das; dies mir möglich war. wen» den ״politiick>en" durch entsprechende Modisizicrung der Resolution jeder Anlaß, den Absichten des Kongresses inbezug ans ihr Bcrblcibcii in der Trganiialio» z» nußtrauen. genommen wurde. Zwei Tage daraus einigten sich auch die beide» Exekutivkomitees ans einen von den Lesterreicker» in Antrag gebrauten Weg zur Errcickmng (etziereu Zieles. Bon der damals ganz allgemeine» isliiiialiiiic ausgehend eine Änderung des Wortlautes dersReiolntio» wäre von der Majorität keinesialls in erreichen sollte die angcstrcbte Änderung des Zinnes durch eine Umstellung der einzelnen Sätze erreich! werden, in der Art. das; der II. Teil ׳,wiiche» den ersten und zweiten Sah des I. Teiles geschoben wurde. Taiuit war bezweckt, dicicm II. Teil, der die Ausschlnßbcstimmung enthielt, jede Be-;!ehung zu »ehmcn ans die >m zweiten Sah des .1. Teiles ausgesprochene Äblehuung der ans;erpalästinensischen Holoiiisativn auch als Mittel. Zo glaubten wir einer niijstranische» oder böswillige» Fnterpretafson der Resolution de» Boden enthebe» zu können. Ein zweiter Punkt betras das an die Majorität zu richtende Bcrlangcu. die Rei0l»1 oil Eovc» neben der UsshschkiiiS, eventuell auch iiach Aiinahme dieser, zur Abstimmung;uznlasse». An> dieser Basis wurde» mit der Majorität, ins beioudere mit Usshschkin Bcrhandlunge» gepslogeu und der ersigenanntc Äntrag auch schriitlich beim Brandii»» eingebracht. Uiiqschki» lehnte die gewünschte Änderung der Resolution mit der Begründnng ab. das; er allein lue;» nicht kompcteilt. weil er an die einmal deich'.osienc Formulierung ebenso gebniideii sei. »sie jeder andere, der in Frciburg gewesen: wohl aber war er. über die. gegen seine» Aiitrag erbebenen Bedenken aufgeklärt. bereit, als Antrag helle! zu erklären die Tendenz seines Antrages richte it>ä mir gegen Territorialisten. »nr gegen diejenigen, ״welche de» Zionismus von Palästina lostrciinen wollieii". Es war nicht viel. eS war nicht genug, was wir da erreicht, und diese Lösung besricdigle »ns nicht. Bevor cs jedoch zur Eiitschcidnng kam. in dem l-11i׳cheslen Augenblick, griff endlich das Aklions lemitee vermitlcliid ein. Und ihm. seiner Autorität, gelang dann viel mehr als wir z» erlange» je geden,. Tic vom Aktionskomitee eingebrachle Ber- »iinluiigsresolntion. brachte u»S auch eine Modi '!herniig der Freiburger Formulierung im Wortlaut Mid dariim auch eine bessere, eine präzisere und »»zweideutigere Lösung als sie mit der UmsteUung angriircbt worden. Aber der Grundgedanke ist der gleiche, wie ihn in der vorher geschilderten Aktion Zioiie-Zioniste» in! Bunde mit Führer» des ״Verbandes politischer Zionisten". die nun Klage» sühren über die gegen!!!re Parteizugehörigkeit vom Kongreß unter- »oiiiiiiencn Maßregeln, zu verwirkliche» gesucht hatten. Tein Ausschlußparagrapheu ward erstens schon seiner Stellung nach jede Bezugnahme auf die Ablehiuing einer auch nur als Mittel ins Auge zu iassenden außerpalästiuensischeu Kolonisation genoniiiieu. indem zwischen Teil I und II die Re- 'olntioik (innen geschoben würbe; und dann wurde iiui der Ersehuug der Worte ״Programi» des ,iioiiisicnkongrejscs" durch ״Basler Programm" e»!er »üßverständlichen Deutung, als könnte jemals iiir euie von einem Kongreh gefaßte Resvlution brograinmatijche Geltung verlangt, als könnte je Äiidiklbs Dokksklimme ei 3 iängehörigkeit von etwas anderem abhängig gemacht werden als von dem Bekenntnis des ״Va,Ier Programms", ein für allemal jede Grundläge ent-ogcn. Tie vom KongrcßprSsidentc» zu der Rc,oluli1״ gegebene., ofienbar bereits vorher im Aktion-:-! irriitec verabredete und daher als authentisch a»zu,eh< ade Inlerpretaiio» sprach letzteren Gedanken u»;we,d utig ans. Esne andere Frage als die »ach dem Be enmnis zum> Basler Programm dürfe nicht ge;tellt :nerden. verkündete Nordau. Un > lürecnbcrgS Erklärung, mit welcher dieser in so v riielnrier. adliger Weile seine IInterwcrfu1ig nmer d 11 Majoritätsbeschluß verkündete, war die '—inttun! der Nkiiuwität. der Lstasrikaner. deren gcisiigee Haupt er ja gewesen, über das von der Majorii rl ihr gegenüber über ihre Beschwerden geübte rnlgegeiikomiiicn: sic enthielt die Ancrkennnng. d >s; durch de» eben geiahten Kougrcßbeichluß!» der ,׳rage der Parteizugehörigkeit die im Kampse wieder durcheinander verwirrte» prinzipiellen uud saliische > Momciile von der Majorität auseinander gcschied-» worden. Und daß nun die Programmtreue Minorität zur Klage keine» Anlaß mehr hätte. (:s war die Bestätigung des Friedensschlusses von Lei andern Seite. Fi diesem Zinne Halle eine überwältigende Majori ät die bis lici in die :lleihen der Linken hincing ng. die Fricdeiisrciolulion. wie sie sie anstagte. nit. jubelnder Begeisterung ausgenommen. f c Hane sreudig Ngrdaus Fnlerprctatiou begrüßt und mit itürinsichcin Tank Grccnbcrgs Worte ikkla,liiert, lind alle beseelte der Wunsch, das; u» 1 wirklich Friede wäre, die Hoffnung und die En iarlling. das; wenigslens die aus dem Boden des Prigrammes stehende Lpposilio». als lohalc Lpposi io» zur Parteilrene zurückkehren. das; sic dem Bispiel desjenigen folge» wurde, der Hcrzls Vertrai ter in der Lslasrikasache gewesen, und der hier wi: keil, anderer Herzlichen Geist und Herzl sche Größe bewähilc. T ese Hofliiung ward leider nicht erfüllt. Periön-iches siegte über Sachliches. Tie Erbittcrung-wi r zu gros; geworden : die Fähigkeit und der gute Bille, das i» der A. E. Resolution bekundete Eiiigcg nkoiniiien. die s» derselben bewährte Berücksichtig» 1g der Beschwerden der Minorilät. anzuerkenne 1. überhaupt nur zu erkenne», waren nicht mehr v rhandcn. und so entwickelten sich rasch aus den 1» fischen ״politische»" Zionisten, die noch eben iännlick ihre Anhänglichkeit an das Programm bctcucr Hallen, prinzipielle Territorialisten. .T ieselbeu Leute, die eben ״och darüber geklagt hatte», das; die Majorität saklischc Tissercnzen für die Frige der Parteizugehörigkeit ausschlaggebend sein läse, beging nun selb!, de» gleichen Fehler. Und i ic bis dahin rciervierlc Lvpositio» der deutsch:» ״politijckM" Zionisten, ward von dem Auge» «liefe an. wo die Majorität die sriedlichcn Gesinnungen ihrer Führer saiiktioniert Hane, zu einer irbitlerteu Gegnerschaft. L-ariiiu ich das alles, »isbeiondcrc die Vorgeschick le der A. E. Resolutiou hier io ausführlich erzählt habe? Weil ich dadurch beweisen wollte, das; » n! der Majorität alles zu erlangen gewesen, was nicht eine Ausgabe ihrer prinzipiellen Haltung involvcrte: das aber wird wohl niemand, am wenig' ic» von einer in der Macht bcsindlichen Mehr! eil vertangcn: und das; auch wirklicherreicht worbe 1. was alieil denen ohne Rücksicht auf ihre souslie e Parteistelhing. das Schicksal, des eine Zeit lang ׳esährdle» Kongresses, vor allem andern am Herze! lag. das dringcndile und wichtigste geschient n. | 3Senn 1 nseien Bciiiiiluingeii. an denen unter ander:i auch- Herr Rechtsaiiwalr Groueinann sich beleih zte. nicht gelungen, was das A. E. erreichte, so sit der Grund hiesür darin zu inchen. das; wir nicht die qcuügeude Äuioriiäl bejahe״ keine ge schloss me Müsse hinter uns Hane» und auch nicht in, Nimeii der Minorität sprechen tonnten. Wir hatte! zu wenig zu bieten. .Hätten diejenigen, welch in! A. E. die — gegen Iasiinowskus Stimme — ei'ihcllige Annahme Z>cr konibiuierteu und modiftzierim Resolution Unhichkiii Eoivc» durchgcsctzt. mit i )rer 3lktion jrsiher begonnen, häilcii die einflußr ichcn Mitglieder des Kongresses die nicht in Frei(׳ arg gewesen, eine vermittelnde a.ätigkcit unter Hera izichüiig allci Minelgruppen. auch zionistischer, recht׳ eilig versucht, es wäre manches verhütet worden, manicr gute Zionist der Partei erhalten geblieben. So ׳bei stand »tau verstreut und vereinzelt vor der iti der Einbilüpng mehr als in der Wirklichkeit vorhandenen unbeweglichen Mauer, jeder sait hau- ' ' auf eigene Faust ohne Verständigung über genieiusaineii welche Konzessionen nicht zu erreichen, weil nicht wußte, wer hinter denen stand, wel e die Konzessionen verlangten und ob diese Konzqs ionen jemanden befriedigen würden. Tgß sic sich die Konzessionen abringcti! ließ, daß sie nicht gleich ipvntan erklärte. ״daS ii unser Beschlich, wir lassen aber die Hälslc nach", t chcint nur vetständlich. Begreiflich auch, daß >ie, Is iie in Frcidnrq unter sich waren, in extrem׳ und nicht gemäßigten-Formulierungen ihre Ford ungen präzisierten. Aber nach der Annahme des A. C. A ragcS war der Vorwurf über die Brutalität un Rücksichtslosigkei: der Mehrheit nicht mehr bc chrigt. TuS zu erreichen, was sic uns bot schien auch Tslegierten. die dann im ״Verband" s irendc Haltung cinnahmen. daher aller Anstrengung wert. Als sie cs aber erreicht hauen, ginge»1 ׳ , das Vorbild GreenbergS verschmähend, zur s, irfsren Lppoiiltion über. Daß die Territorialisten unter der Surkii« den Kongreh verließe», war nicht mcideni: die konnten in der Partei nicht und hatten sie eigentlich schon vor dem verlassen. Daß die l'iruppc Ehasan sortgii zwar hedauerljch. aber ebenfalls »olwcnlt . Exodut von Leuten wie- -Zaiiinowsl Ämiuowitzkx war nur aus der gereizten ans dir eingerisicncn Verwilderung und k I gegen illssischkin nicht ans der Sachlage i hruiig > perilcibc» iiigrch war Ter uud 1»»»g. Fall recht- :t lertige! da ich ¬סי! i> Erbittert aber hat. —ich kann es oft:״ und Hai uns ver;t»n1»t. persönlich eine außerordentliche Ho-!änncrn wie iäroneiiian». Tr. Kalisi lagen, ׳,^ckchiuiig -s und deltc einen daruiu Weg mit dem andere»: und 'waren zu Beginn vo» der Majorität irgendihre» rrcniideu cmpsinde — in jenem A1enblick die Gründung des ...Herzlbundes״. des V:r.«andc-:- der politische» Ziomsteu". Niemand wi:i einer Miudärheit das Recht bestreiten, sich als L,1׳ öiilioit zu organisieren: »iemänd wird behaupten vollen, daß darin illoholc Lppositlou läge. Aber inopportun war der Zeiipun!!. iiidem cigciilkich der Augenblick, in dem sich all, beireil von ddin bösen Alp der Eulzweiung. der 0 11t »ns׳ gelegen, der Freude darüber Hingaben, la ׳ über Treuueiides hinweg alles zionistssche sich zi - .eineinsanier-Arbeit die Hand reichen könnte, w ir der »»geePiietene dazu, eine bis-dahi» mclir passive Lppojition zu verschärscn. zumal der Nlv derheil wcuigstcus in einem Punkie. der ihr iclb 1 wichtig gewesen, ivcitgehendes Enlgegenkommc» erwiesen worden war. tssrbiiterr hat die Bezeichuiiiig ...Hirz bund״ uudeSbincrt hat schließlich die ossiziellc A!nähme der Firma ״politische Ziouiiten". Tas hat gerade uns westliche Petlästincnicr. die wir e> r gute poliiis-.be Zionisten sind, denen das A idenleu Hcrzls io teuer ist wie irgend jemandem, :md die mir hoch den Herren näher stehe» als ei u andere Gruppe mit ihnen gute Ngchbarichasl Halle״ vollieu. .Kränkung für uns gewesen nnd die Bsz« ״polisischc" Zionisten eine Beleidigung wegutzg. eine Anzwciteluiia ihres politiisls n raktevs. uud eine Beleidigung unseres Tic Bezcichuung ״politische" Zwnisicü we > Knüplpel. den man uns zwischen die Beine und ibcr den wir aus dem Kongreß und immer wieder stolpern. .Wir fühlten ms > :0 i! und ,ehindcrk. gerade an der uns alle samc״ Arbeit für den große» Grinidged u ׳;ion ^!on soll, allen Bcze smus. für de» wirklichen politischen Z Ter Vergleich mir der Bezeickniiiiismus" paßt nicht. ״Zione-'Zionismu - der o'sizielle Titel und Eharakicr unserer 'B- ׳ k len ein Pleonasmus, mit dem ansgcdrüekdaß ein Element des Programms wichtig in. ״Pvlmschcr Zionismus chnung der von Hcrzl ins Lebe» und!organisierten Beratung. Wären die Herren unsere Feinde, qich die Genialität, ihrer Taktik bewuuder. aber Freunden gegenüber zu stehen gla dciicu wir dem gleiche» Ziel zuiireben. denen wir jahrelang auch den -gleichen i v zu können glaubten, hat diese geschickte, qcsckßcktc Politik nicht als Gegnerschaft, i Fe1m>ieligkeit und darum verbitternd gen i Wenn sricdliche Älhichleu und H mögt» sie auch mckl genügend weitgehei! iriedseltgen Akt deiintwortet werden, dch. begreiflich, das; die friedliche Absicht leih lremic Gegenteil nmichlägt. Tara»-,- iss auch wenigstens pshchologisch zu vern wie!vielfach geklagt wird, von Seite de׳ ui״ ^erlanget in Gastms» üaffrrliäiiscrn di- ..Mikchc holksftimmr '. auch er sonliche ichiiniig Eba- .ISMUS, wie cm gtavorien. seitdem verletzt gemeinlen des nismns. Ziioiiear nie -isivegung. werden z. vor war die ckcruienen Hane a wir mit md Mir gehe» aber zu isdern als kt. dlungeii. eiuelii i>1 eS ms exdenn daß. lsehrhcit

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.