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Jüdische Volksstimme · 1905-08-01 · 15 (1.8.1905) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
VI (1905)
Issue
15 (1.8.1905)
Date
1905-08-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Sr. 15 en(<pn**1«־<,I״los Trinkgeld '0י*4 ״ Ham* drücken. Es j<! «irkli'11 ungl!nddi«l1. weicher l'nfug «l:1hei ge- (ri(־l11־״ wird. » >-- Wunder also. daß alle (Mätze lifn'it' ausvcrkaufl“ sind, wenn man sieh um einen ,U־rst־ll«‘»» hewerhen will? irli m׳iehte daher den jüdischen Bürgern unserer ans Herz legen, iiiren bequemen Vorstand zu hewt‘m'1). s‘r1‘ einmal die Kundmachungen an den *rhwarzen TheaterbreUem. %ie gegenwärtig auf allen Eken und Enden der Straßen aflichiert sind, anr1,--,-lu,1״-t1. damit er endlich Ordnung lerne und der» förmlichen Kolportagehandel ein Ende bereite. £■: d.u I nicht Vorkommen, daß Steuerzahler, die Tenipelritze wollen, dieselben nicht erhallen. während man l.׳-nten. die vermögend sind, ganz einfach die K;!rt׳n /.lls< l«< kt. Pfliehl um) Schuldigkeit des Vor- - ftt es. sofort die Ausschreibung der Tempelsitz״* vernehmen.! ]1111,111 irli Ihnen, geehrter Herr Redakteur. für di.• V.uiiVeiillii liung dieser Zeilen im voraus bestens d uik׳1 ׳/ ■׳ Ime i< 11 hochachtungsvoll |!mnn. 53. Juli l'.tO.Y J. Zum IV. österr. Partei tat». Sehr geehrte Redaktion! t'ngcrn berichtige ich Berichtigungen. Es ist li'n lici ein Ende meist nicht abzusehen. l'nd wenn es sich um Differenzen mit ein׳ m persönlich hoehgeschälzten Gesinnung#- g,״״--en wie Herrn Hugo Bergmann, l’rag. luui'l' lt. ist es mir besonders unlieb, die l)e- Jüdische Volksstimme. bisherigen Ziistand — unter diesen Bedingungen zu fremdnationalen Vereinen nicht mel«■ aufgenommen erscheint. j Das heilst also: während das Erfordernis der Anerkennung des Programms des Zionistenkongresses und der Schekelzahlung beibejhalten. wahrend das Erfordernis der Zugehörigkeit zu einem zionistischen Verein neu postuliert wurde, liell die \ orfconferenz das hislierige Erfordernis der Xichtmitgliedscliafl in fremdnationalen Vereinen fallen. I ml zwar einhellig und ohne ■Widerspruch. | Das stellt fest, mag auch nachträglich noch darüber gestritten werden, ob K # zgr Verhandlang stand oder niciit. Denn daß diejenigen Krage»; die z> Z bisher geregelt batte,!liegen• stand der Debatte gebildet haben, w 1 rit wollt niemand mehr bestreiten. Wenn ich n{1ch bemerke, daß irli selbst der mehrfach erwähnte Antragsteilei• gewesen bin. glaube ic|1 dem etwaigen nonerlielien Vorwürfe, sohleohi unterliebtet zu sein, vorgebengt zu haben. Ich gebe gerne kn. daß nicht ausdrücklich erklärt wurde, dilti Sj - als solcher (!egenstand der Verbandhing sei. Cnd ich!!alte es für sehr ieietit möglieh oder Wahrsclieinlicli. dal! Herr Hn^o Bergmann jwälujeiid der Debatte. etwa durch andere Punkte allgelenkt. übersehen hat. worum es sich eigentlich handelte. Dal! er sich über die Tragweite ijier gefällten Beschlüsse infolgedessen nicht klar war. und dal! er sonst dagegen gestimmt hätte. Desgleichen kann ja jedem hegegneü. Dann aber verdiene nicht ich den Vorhatte filier Tatsächliches fortsetzen zu müssen. I will! schlecht unterrichtet zu sein. Aber Herr Bergmann behauptet (״Jüd. all 2. Herr Hugo Bergmann schreibt ferner: Veik-sliminc“ vom 15. Juli 1!K»5): I. ich hätte! .Audi Herr Dr. E. Margnlies hat den Antrag, mich mit meine» .Mitteilungen über \ orgäuge'!laß die Mitgliedschaft in trcmdnalionalen Verin ih r \ orkonlerenz der böhmischen Delegierten; einen i Parteigenossen nur unter Betonung ihre!״■im 1\. österr. Parteitag schleelil unterrichtet jüdiscli-natioualen Staml|mnktes gestattet sei. mir ^egenfther wir ution ät er. ution teilte.! ilirer!strikte. an: Wenn Herr Bergmann bedauert jeden Versuch, eine vermittelnde anzunehmen, abgelelint hätten, so daß ja die vom Parteitag akzeptierte bereits diese vermittelnde Fassung Ich habe schon letzthin erzählt, daß Abfassung Mitglieder verschiedener aufffi des westgalizischen Distriktes ikti[־ beteiligt waren, solche Delegierte, die hipsidhtlirh!. Abs. 2. sich zur Minorität geselter. und daß diese Resolution den gemeinsamen loden darstellte, auf dem sich Vertreter wes ׳ntlicli differierender Anschauungen nach lange n Bemühen trafen. Daß wir bei unseren Herr üluu>- gen. eine vermittelnde Resolution zu lim en. zu einem in der Ko rin u li er u ng anderen R?snltat gelangten als Herr Hugo Bergmann, berechtigt doch noch nictit zu dem offenen V01wu־f. wir hätten‘jede vermittelnde Fassung; 11g ■lehnt: und berechtigt auch nicht zu de») v ■rsleckten Vorwurf, ich hätte den nur Selbstvers ä» fliehe: fordernden Antrag, daß die Mitglie tsc 1.1 ft in fremdnationalen Vereinen Parteigen» ssi n nur unter Wahrung ihres jüdisch-naliona en punjites gestattet sei, unannehmbar ge weil er mir zu national sei. ׳/■׳״■igt: . zitiert er eine Äußerung von mir. die -״ wie sie wieder erzählt wird, geeignet sein könnt■׳, die Vorwürfe gegen die Reinheit meines Zimii-mus berechtigt erscheinen zu lassen. Darum muß rieh erklärend und richtigsti llend nochmals ■das Wort erbitten'. ad I. Herr Bergmann schreibt: ,Herr Dr. Emil Margnlies ist schlecht unterrichtet, wenn ■ r sind, daß die Vorkonferenz der böhmischen Delegierten eine Fassung des Organisations- >t.1lutes beschloß, die auch ■teil vom böhmischen D.-K. vorgeschlagenen Salz: ״Der Parteigenosse ilaif Vereinen nicht angehören, die mit dem Zi11״i-ünus unvereinbare Tendenzen verfolgen־ ■■liininierte. und daß ich dem zugestimmt habe. Iliilitig ist, daß über die Fassung des S - überhaupt nicht verhandelt worden ist und nur 11׳'■ Thesen, »lebt die detaillierte Fassung des > üntes beraten wurden.־ Dem gegenüber stelle ich folgendes fest: Di׳■ böhmische Vorkonferenz, beschäftigte sich als .für uns unannehmbar־ hezeichnet.׳ ־ lieh kann mich nictit mehr erinnern, oh dieser erwähnte ׳Antrag beim Punkte1 .()rganisatioli־ oller .Politische Betätigung!■ gestern wunlje. Ich glaube hei letzterem. ׳Jedenfalls gehe ich. wenn ich mich selbstvertämllich nicht mehr an den Wortlaut der verschiedenen, meist während einer außerordentlich lebhaften und die Aufnierk-anikeit voll in Anspruch nehmenden Debatte, geführten kurzen Bespräche und 1 nter• handtungen erinnere, ohneweiters zu. daß ich die Äußerung wörtlich so getan haben mag. wie sie zitiert wurde. Trotzdem ist die Äußerung in dieser Wiedergabe mißverständlich und irreführend. Denn es wird hiebei verschwiegen, ans welchen Grnifden mir der Antrag unannehmbar schien, l’nd jedem Leser der Bergmann sehen Rerichtignng muß infolgedessen die Vermutung nahe liegen, ich sei ■gegen den Inhalt ■liesd# Antrages gewesen; ich hätte darin vielleicht schon eine zu weitgehende Forderung gesellen. Meine 11.il den beiden vorliegenden Statntenentw ürfen! (!runde »her mußten, mag ich sie huch picht gerade bei dieser Gelegenheit und bei diesem Gespräclle ausführlich wiederholt bähen, den Herten aus früheren Besprächen bekannt sein: .Habe ich doch diese Forderung meiner Schrift: .Zionismus und Deut sei schrittspartei־ so nachdrücklich lietoi t. Teil der Leser nichts anderes dar» hat. und daß sie nur übersehen übersehen will. Herr Hugo Rergmann aber \vi •d. hin ich sicher, objektiv genug sei״ gestehen, daß man für den gleichen{ t!׳ ׳danken Standrinde». P tar ■reits in e Fortdaß ein funde» 11. wer dessen nt) zuztian» als pieller er ״inen sei R •dingung ab» hatte» .1 imerhalb <1׳ - Dr. Krenberger und des böhmischen D.-K. Z ״ ist eistattete ein Delegierter ein detailliertes l!!׳ ral über den ersteren Entwurf, wobei־ er l’ar.igraph für Paragraph durchsprach. Hierauf; außerdem habe ich als Redner von der Tribüne wind׳■ aus der Versammlung die Anregung gt-j herab ausdrücklich erklärt, daß die-Zugehörigkeit c lieii, es möge der Referent z»»> Entwürfe 1 z» fremihiationalen Vereinen natürlich nur unter ׳1׳ - böhmischen D.-K. in seinem Referat nictit j Wahrung des jüdisch-nationalen Standpunktes ■!•״»falls in die Üetailbestimmungeu des Entzulässig sei und keine Verleugnung des jüdi- Wurfes eingehen, sondern mir.jiber die (!rund-]seligen X'utioualgefnhles involvieren dürfe, prinzipiell sprechen. L’nd zu der im Anschluß ן Mail sieht also: ich verlangte!);!״selbe wie daran abgeführten Debatte wurden von dem- " ....,< ■<- -..--׳ ׳ ׳,'■heil Antragsteller, die Fragen, über welche 1 ׳ verhandeln war, formuliert und diese Fortmilierung auch von der Versammlung als Grundlace der Debatte akzeptiert. Solche Fragen waren 11. a.: Zugehörigkeit ■ r österr. Partei, Zentralisation oder Antonouii״. Parteisteuer, Viuanzgebarung etc. Zuerst w urde verhandelt' über die Erfordernisse der /.u.'ehörigkeit zur L.-O.. also über die Fiage: - U er gehört der österr. L.-O. an? Welchen Di'diugiiugeii muß ein Jude genügen, um Mitgliid unserer österr. L.-O. sein zu können? Welche Bedingungen sind in den Statuten für diese Zugehörigkeit zu normieren?־ Es handelle sich hiebei demnach uni jene 1■iiindsätze, die ilue Regelung bisher haupt- -achlich im § ä des alten Statuts gefunden hatten. Die sehr langwierige Debatte über diesen ״rrten Punkt endigte mit der einhelligen Annähme einer von demselben Delegierten vorgesehlagenen Fassung, in welcher die Erfordernisse für die Zugehörigkeit zur L.-O. aufgezählt wurden, und in welcher — im Gegensatz zum Herr Bergmann. Trotzdem leimte ich den Antrag all. [Würde ihn mich Heute wieder ablehnen; aller nictit aus )»inzipiellen. solidem aus formalen und taktischen Gründen. Seiher Aufnahme i,1s Stalpt mußte ich opponieren, weil ich die voll der großen .\lajorität des Parteitags gebilligte Ansicht vertrat, daß ins Statut nur Bestimmungen organisatorischen | l'.harakters gehören. Seine Aufnahme in die! Resolution mußte ich ahlelmen. weil ich uinjl mit mir alle, die an ihrejr Abfassung beteiligt waren, die Anschauung {teilten, daß die Resolution jüdisch-nationalen Ansprüchen besser [entspreche und genüg״,/Pt» dieser Autiiig. wir glaubten und glauben, »laß die von uns mit vieler Mühe aus so divergierenden auch » inen anderen Ausdruck linden 1 a er ihn Vorschlag, ohne darum in prinzi ן Hinsicht damit Tadel zu verdienen. > Ich will mm auch noch begriin<|en mir־ unsere Resolution nictit nur b׳׳s er. sondern warum mir seine Fassung unannehr 1ha r schien. Herr Bergmann wollte ansgesproe hei Indien. Mitgliedschaft in fremdnationalen gestattet, nur müsse die und die erfüllt werden. In unsere Resolution : wir als letzten Absatz ausgenommen dieses prinzipiellen Rahmens nähere Din ktiven zu schaffen, ist Sache der Distriktsorga nis ltionen.־ ‘ Dieser Satz ist der Ausdruck »ine: speziellen Wunsch»'# der Mitglieder versc 1ie< euer Distrikte: und insbesondere Dr. Was ■hi! z-Krakan' erklärt■׳ mir gegenülier sowie als G -nt rahvdner pro in der Versammlung, er um s ■ine gabzischen Freunde setzten darum W •rt auf diese Bestimmung, weil sie im westgwlizi,- 11 ■11׳ Distrikt für diesen den § i. Absatz 2. des 11t» n Statuts wieder in Geltung setzen wollten. E ai erkannte, daß K 2. Abs. i. nicht für alle öst Hreichischen Distrikte durchführbar sein mög׳ . Aller für Galizien, wo er diese Norm für notwendig und für durchführbar hielt, wollte ::r sie auch anfrecht erhalten wissen. i Abgesehen davon, daß es. wie ,ich schon letzthin erwähnte, nicht anging, die ulejrpretatioti der Resolution den Distrikten z 1 liiierla.'seu und sie gleich darauf w ieder ■Iure 1 ■Jen Parteitag festzulegen, wäre es nach Vniahme des Antrages Rergmann keinem Distrikt nnjir möglich gewesen. S -■ Alis. i. für den Di‘tritt in Kraft zu setzen. Denn, wenn der Parteitag 1 esaliließt. die Zugehörigkeit zu fremdnationalen Vlreiuen ist — wenn auch unter Bedingungen --gestattet, kann kein Distrikt mehr hesclßi׳ ße 1, die Zugeiiürigkeit zu fremdnationalen Vt reinen ist bedingungslos verboten. Das hat Herr Bergmann ütxjrs■ heil.' Sein Antrag ging gerade in der Von ihm ■ekämptten Richtung viel weiter als unsere tv - llutiou. Es ist dies immer eine Gefahr zu־־ spjezi'll gefaßter Anträge. Der Antrag schien»!» nnaninhmbar. weil er im Widerspruch stand mit de n letzten Absatz der Resolution ־.: weil er es iteh Distrikten unmöglich gemacht Hätte, zu d-rj Resolution radikalere Ausführimgslieslinunuiij enizu schaffen: und drittens weil er mir viel w׳־ ittjr zu geh?» schien, als ich je angestrebt. Wir Teplitzer wünschten di? Eliminierung Meinuitgen gewonnene Fonniilierjmg lür die des Verbotes der Zugehörigkeit :ujfremdnatio- AufgalJe. die sie als Richtschnur für unser po-1 —׳■: - ־' ־־־’־.י-'״'«,-׳ ' 1— mische{; Verhalten erfüllen soll, j brauchbarer sei, weil weiter gefaßt, weil allgemeiner und »geil präziser. Sie erschien 1111s brauchliarer auch als Ausdruck desjenigen Gedankens, den Herr Bergmann mit seinem Antrag vertrat. Darum war mir dieser unauuehm 1ar. nalen Vereinen aus dem Statut, wir wünschten die Aufhebung dieses Verbotes mit wünschten eine für das praktische Leber brauchbarere allgemeinere Formulierung, wie sje schließlich zustande kam. Was wir aber niciit wünsblijen. war die ausdrückliche Gestattung der Higjehörigkeit zu Verlanget in Gastnnd Kaffeehausern djie ״Jüdische Volksstimme“.

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