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Jüdische Volksstimme · 1904-11-15 · 22 (15.11.1904) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
V (1904)
Issue
22 (15.11.1904)
Date
1904-11-15
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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JJ1 22 Aüich'che VolkSftimme dki Man» «lle (äinfäufe fiir Küche und Wirtjchasi Ten cingcwandericn ajchlenasischen Juden aus Dcuiichland, Rußland und Rumänien gegenüber schließ! sich der Sepharde ab. Da« hat wohl auch dar!» seinen Grund, daß eine Anzahl der russischen Euugranten al« Mädchcnhändlcr und Verhandelte nach Konstanlinopel kommen. 0eneral Stöhel «In Hude? Tie Schwester des Kommandanten von Port Artur vervsfei,ilich! in der ,Nowoje Wremja" einen Bries, wo sie die Nawrichi dementiert, ihre Familie sei südlicher Abstainmung. .Meine Eltern würden sich im Grabe ״mdrehen, wenn sie wüßten, daß man ihren Sohn für einen Juden hält " , Zar 6eichlchte der JHnmiiation erzähl» N. 'i'fo.1'10 ein schönes Histörchen. Magnus, der dekan. :e deutsche Jude, dem gegenüber Kaiser Friedrich den Antisemitismus als Schmach des Jahrdund-itS bezeichnet halte, jagte eines Tages zu ,-ul,» ihm bekannten jungen Talniudkcnncr, der in Bel in studierte: ״Könnten Sie nicht aus dem Talmud beweisen, daß die Mischehe erlaubt ist? Jet, ließe es mir gerne etwas kosten." si non <■ «•!יי•», e bene troTato . . . Var indische Knltasperscnai ln?rankreich * ״*?-״* ^»srehrelrnngen gegen die linden. Über Aiislchreitunqcn Russischer Reicrviften gegen die Juden berichtet ein Telegramm aus Bylhowa im Goiuvernement Mohilew: Am Mobilmachung«, tagsc demolierte» Reservisten alle jüdischen Magazine miß Buden, sowie einige Häuser. Am Abend wurden cinsge geplünderte Buden angezündet. Erst da« Eintrejscn eines Militärkommandos au« Rogatschcw ließ die Bevölkerung freier ausaimcn und tat der oMm1"11' Einhalt. -Der Schaden wird aus etwa 200.000 iltubcl geschätzt. Gleichzeitig nicldcn die ,I siiawetgrodskija Nowosti", daß in Alexandria (Giuoernliucnt Eherjon) die Notlage der durch die von den Re>ervinc» veranstalteten Judenexesie rrnaicrten südliche» Familien unbeschreiblich sei. Tausende von Perwncn seien buchstäblich ohne Brot uni 1 Lbdach. Unkmnnlernng zn antircinltllchcn kzzekken. •!» c das in Ärakau erscheinende palniiche Blatt »iö aprzöd"- berichtet, hat da« Komitee der sozialbei lokralischen Partei in Lodz einen Aufru! veröss ntlicht, in welchem die Arbeiter daraus ausmerksm 1 gemacht werden, daß die Lokalbehördcn bestrebt seil n, die Arbeiter und Rekruten zu antisemitischen Ex kessen zu verleiten. Die Arbeiter mögen sich hüten, -iili :17 Beamte, von denen der Großradbincr dessdiecn nichtswürdigen und verbrechitrischen llm!rieben .^criralkonsistoriums 14 000. der Großrabbincr des s Vorschub zu leisten. - \ Parlier Konsiiivriums 5000, 8 Großrabbincr.^ je.! Znr?rage der Nensrganirailon der ztonl 40•'•', 24 Räbdliier je >750 bis 2500 und 2:; stlschen kewegnng nimmt der .Fraind" Stellung, Vorbcter .je 000 bis 2000 Franken Gel,alt be und zwar gegen eine Dezentralisation. Besonder« Mbl» :der Lrganisationsvorschlag I. W. Marmorcks ver Indische Kindergarten in liakka. —eit | der Kongreß wählt nur die Präsidenten ein langer Zeil wurde von der jüdischen Bevölkerung zelher Koinnilsjionen, welche sich ihre Mitarbeiten ״r Jassa das Bedüisnis nach einci» modernen \jelbft keranzicde» —- erkläre di, Willkür in Per- Kindergarten stark empsunden. Mangel an den not-! uiänenz. Die Rolle de« ,großen Rates" sei völlig wendgen Erhallungsmittel», sowie Schwierigkeiten unjklar. Rach der Meinung de« Blatte« ist die all-: Art haben die Begründung des Kindergartens > j'stige Organisationssoin, mit gcringsügigcu Aende verzörert. Tank der eifrigen Bemühungen einiger ru ige» blizubchalten. Verfehlt wäre es auch, die Freunde der Kliidererzichung, ivurde die neue An-! C qa>1i׳alwn zum einzigen Programmpunkte de« , stall!1» Lktober 1901 mit zirka 40 Kindern er-! VI. Kongresses zu mache». Dazu ist die. Beriamm ossnc!. Nachdem sich der .Hilsrvkrein der deutschen! lung zu groß, um die Frage gründlich erledigen Inden" von der segensreichen Wirksamkeit des neu!zu können. Der Kongreß hat nur zu sanktionieren, beglundetcn Kindergartens überzeugt halte, beschloß!was sich als Rciultat der Diskussion in der Presie er demselben eine größere Subvention zu gewähren.! herausgeslellt hat. Dazu genügen zwei Arbcits- Dgmix war seine Existenz begründet und nunmehr, tage. Wohl aber soll unter nächster Kongreß ein konnte er auch eine bedeutende Erweitening erfahren. - klares Ardcitsprograinm für da« nächste Jahr Die Entwicklung, welche der Kindergarten genommen fixieren. Die Hauptsache in der Bewegung ist nicht l:a!. kann als crsreulich^iknd durchaus befriedigend die Form, sondern der Inhalt, die Arbeit selbst, dezichuei werden. Aus dem Bericht des Schul- Das gilt ' besonders jetzt; wenn die Masse in lolnniilceS an den .Hilsrvcrein. der deutschen unserer Lrganijaiion sestgehalten weiden soll, muß Jude»" geht hervor, daß die Anstalt gegenwärtig! man ihr Arbeit geben. , von 102 Zöglinge!»!-02 Mädchen, und '46 Knaben! klne nene Indische Kckerhankolome In Pa de-Scht wirft, der eigentliche Kindergarten mit 02 läktlna soll' entstehen, und zwar mit türkischer Zo., v-gen im Alter von li 5 Jahren, besteht aus!Hilfe. Eine Anzahl rumänischer Emigranten wandte zw.! Abteilungen, an welchen zwei Kindergärtnc-! sich an die Jca um Überlassung der im Vorjahre rin! e» und eine Gehilfin wirstn. An den Kinder angekausten Landslütke, erhielt aber keine Antwort garicu schließen sich zwei Elemrntarklassen an, in t Der Pascha von Damaskus, Abdu Rachmun, nahm welch.n 40 Kinder von eine», Lehrer und den. sich der Kolonisten an, und überließ ihnen nach Ki! dergärtnerinnen in den Elemcntarsächcrn unter-i cigoieP Wahl ein Landstück an der Mündung des rulü t werden. Vor einiger Zeit hat der Kinder- Jordans in den Genczarethsee. Der Pascha richtet gart11 .׳ ein neues Schulhaus bezogen, da« allen, die Kolonie mit Immobilien ein, bestreitet auch hngienischen Ansorderuligcn entspricht. Aber auch' für das erste Jahr die Kosten der Aussaat, wofür die,es Schulhau« erweist sich bereit« al« zu klein, ihm die Kolonisten 20«/, ihrer Ernte (einschließlich So mußten 20 Neuanmeldungen wegen Raum-! de« Zchcuis). zu zahlen haben. 20 Familien Haben innig,-lr abgewiescn sverden. Diese Tatsache beweist! bereits aus neun Jahre den Kontrakt geschlopen. wohl am besten, welchem Bedürfnis der Kinder-! Der Pascha von Damaskus ist Vals, er verleiht garicn sniiprlchE rtü dessen segensvoller Wirksamkeit j das Ansiedlungsrecht unh hat bisher Nicht erlaubt, Ashkenasim und Aephardim gleichmäßig teilnchmen.! jenseits de« Jordans Kolonien zu gründen, auch Tie Einrichtung^der Elewentarklasjcn und deren nicht der Jka, welche dort tausende DunamS de׳ stark.-r Besuch I^wcijen seiner, wie notwendig die-sitzt. Ter Pali sprach zu den Judeu Worte, me Errichtung einer neuen Schule in Jaffa ist. -wenn |,f aufrichtig gemeint waren, für die judiiche ver Nase nach! In der sogenannten Gesell- Kolonisation ein gute« Zeugnis waren Er ruhmt-l jchajl Budapests amüsiert man sich gegenwärtig über den Fleiß und die Ehrlichkeit der jüdischen Bauern, einen Vorsall, welcher sich kürzlich bei der Trauüng eines Millionärssohne« au« der Leopoldstadt zugetragen hat. Der ju»ge B. kam nämlich vor einigen Wochen aus die Idee, einer Sonntag« morgen« nicht nur die Wäsche, sondern auch seine Religion zu wechseln. Er wurde Katholik, nachdem er eine Religion verließ, welche ihm von der Nase, abzulesen war. Hieraus faßte er den Entschluß, zu heiraten. Die Dame, die sein Herz erwählte, lebte im vorigen Winter auch noch in ungeordneten Religionsverhältniffen. Die Trauung war aus einen Sonntag festgesetzt. Vor dem Palais der Brauteitern! stand bereit« eine lange Reihe nobler Equi- Pagen. Man bestieg die Wagen, und der arrangierende erste Kranzelherr gibt dem ersten Kutscher das. Kommando: ,-V templombä!" (Bedeutet sowohl Tempel al« auch Kirche). Ter Kutscher lüstete den Hut. schwang die Peitsche und suhr zum — Tempels in der Tabaksgasse. MalitiöS bemerkte ein aristokratßcher TrauungSzeuge, al« er hörte, wie der Kutscher zusammengeschimpst wurde: »Er ist halt der Nase nach gefahren! und stellte in Aussicht, im kommenden Jahre noch 20 Kolonien mit Juden zu besetzen. ver Ladakdaill. In Palästina. Im Gegensatz zum schlechten AuSsall der heurigen Ernte in Palästina hatten die jüdjichen Tadakbaucr gute Erträge und haben ihre Ernte preiswert in Alexandrien verkauft. In Rechoboth hat sich eine Genossenschajl von jüdischen Landarbeitern gebildet-, welche 50 Anteile zu 100 Frank« herausgegeben hat und nun zwischen Rechoboth und Wgj>i׳chanin eine nene Ansiedlung gründen wird. SEsoll zum Andenken an Theodor Herzl den Namen Tel owiw t.FrühlingShöhc") führen. - ׳ Ueder das iidirche?ranenktndln« brachte de! ,Hazosoh" inicresjante Daten.-Danach studieren i» der Schweiz, Frankreich und Belgien 2000 jüdische Studentinnen. Ter Grunds für die große Beteiliqung von Jüdinnen am Studium sieht da« hebräische Blatt teils in! RevolutionariSmuS der Juden, die jeden neuen Weg gerne betreten, teils ,nder ungescstigten ökonomischen Lage unsere« Volke« welche starke Vorurteile nicht auskomweu Seite 5läßt. Daß der jüdischen Fraueilbewegung eher Motive ökonomischer, als'ideeller!katur •zugrundeliegen, zeigt die große Zahl der weiblichen stuä. meä. In Bern studieren 2 Sch! oeizerinnen, aber 340 ruffische Jüdinnen Medizin. Die Hörerinnen der philosophischen Fakultät srudic!en Üheoue und Sozialwissenschaften. i VrrichtitzUllg. Mein Aussatz -,Diplomatismüs und Ziovismus". den ich in der Lemberger Zeikjchrijt ,Mvriah" veröffentlicht Hab» ist in Nr. 2^ däk ,Jüdischen Volkrstimme" in •einer vielfach ungebauen liebertragung erschienen, so daß ich nüch Hamit nicht völlig indcniisiziercn kann. Um den urs»rünglichen Sinn wenigstens teilweise wicdcrherzusteUen, will ich einige e teilen berichtigen. I I Der Titel lauter: ,DipsomotiSmuS und Zionismus", und nur von TiplSmaiirmuS, ft: d. der einseitigen Überschätzung der!Diplomatie, dem Bekenntnis zur alleinseligmachende» Diplomatie war IN dem ganzen Aussatze die Rede Nicht .eine jüdische Diplomatie/ ist ein Abjurl um (daß dies in solcher Allgemeinheit nicht meine Meinung ist, gehl aus meinen eigenen Worten herwr), sondern der jüdiscke Diplomatismüs. Diesem allein konnte ich de» Zionismus entgegensetzen.!. Schluß der ersten Spalte nicht ,Vertreter der wahren Idee", sondern: ,Send! oten des Geist,«". 3. Zweite spellte. Zeile IO: r icht ,Irreführung der Krajl", sondern: ',Erichlaffun, der Kräke". 4 Zweite Spalte, Zeile 20 21: ״Nicht ,jeder ihm in die Nähe gekommenen Phcniasterei u. i. w ", sondern: »jedem Phantasma, da--er berührte, den Schein der Wirklichkeit, ja. der N»Wendigkeit". .5. Zeile 30: nicht ,erspähten sie", sondern erkannten sie". 0. Zeile 47: nicht ,für de! kwürdiqe Taten", sondern.״, ,tür die Tat der Pener itionen". 7. Zeile 50-51: ,der Arbeit in unserem Volke, an unserem Lande" 8. Zeile 51-.52: nicht ,er ibtiger", sondern: leerer Ziffernprvpaganda". 9. Seite 3, I. Spalte. Zeit - 3-4: zur naiionalcn Erde. * 10. Zeile 19: nicht- ״unvernüns!ige•>-sondenn. .nationale". " 11. Zeile 31-32: nicht ,!!nen aber werde» wir uns nicht nnterordnen", sond rn: ,von jchnen werden wir es nicht erlra->en". >2. Zeile 38-39: ,auSzuipr-chen dass war ist (ein •Wort von Lasfallel. 13. Zeile 43: nicht ,Machti rdnung")» sonder!: Machlverleilung". 14. Zeile 52-53: iiichl ,',...zur Schaffung einer Macht e« bringen", sonder»: ,die Politik irgend einen machtlosen Gruppe kann und muß danach streben, au« dieier Gruppe eine Macht zu schaffen" 15. Zeile60: nicht .VolkSbewußtjein", sondern: Bewußlwerdung und Entwickelihig de« .Volkes". 16. Letzter Absatz: nicht ,»uf den Ruinen", sondern: .unter der Dcck-chicht unsere« Schweigen« sind unsere Gedanken gewachsen"! Diese paar berichtigenden Worte, die mir zur Ausllärung der Leser diese« BlchieS notwendig erschienen, möge mein unbekannter Übersetzer entschuldigen. Ich bin überzeugt, daß e« größtenteils meine nicht präzis genug gefaßte» Ausdrücke waren, die Anlaß• zu seinen Ungcnauigkciten gegeben haben Berlin, 5. November 1904.( Tr. Mhrtin Buber Korrespondenzen. Berlin. (HiUrv rem der DenLchen Juden.!' 1 der Liyung de» »eschüir»׳ubrenden Au»'«d»ße» de« Hilssvererne» der ü^ttchen Joden, die am Monlag »send n ntgeiuoden hrl, wurde über die BerM'ung einer mr»nalionalea Lon'ercn, zur Regelung der Lu-wanderunz au« den düULen-Ländern tcfiniliv Beschluß gefatzt Die -onsere^i; loll Anfang Te^mber flausiaden. Der Hüfsverein, der devlschen Juden wrrd an alle großen!«rischen Organisationen Einladungen zur Deil׳ nähme 'an der Konseren; verschicken Tie rkon'freu! soll tagen in Frankiurr a/Raia. <S4 rit ׳ hervoLuheben. daß an der Litzung de« ge'chSft«sühre«den Lu«»ch»ffe« de» Hrlfsvereive» der deurscheu Juden angesehene Äirqjreder anderer großer humäniläre: jüdischer Gesellschaiten reilg'nvmm'en haben. Roch״ mal» mag beton! werden, daß der n«ch tzrank:urr ,u berufenden Äoineren; nicht die Aufgabe gestellt m. die Auswanderung m«t Aeldmittrlu onreistüyen und b«m die Auswande! ana vorauoftchtlich in unübersehbarer Weise!ru steigern. E« soll in erster Reibe eine Organifalron geschoU.-n werden um solche Personen Osteurova«. die ihr Balerlau» verlasiea wollen, uneutgeUlich darüber au^uklären, unter I welchen Bedingungen eine Auswanderung übcrhauvr nur vemerlhafr erscheinen kann-, welche Steiseroulen die dckligsten st«, ״um sie dann - durch Ueberwachüng«-Som«ee» ksina« der Reisteome die Auswandern, den vor Ausdeutung und ^edervoneiü^g -n schytzen. V«rdrstt«t Lr« ^olkssfjmme“.

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