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Jüdische Volksstimme · 1904-09-01 · 17 (1.9.1904) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
V (1904)
Issue
17 (1.9.1904)
Date
1904-09-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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3ir. 17 bilanntin Gesinnung kein Haar gekrümmt haben; drittens, das; es von nun an dringend qrboien ist, den intellektuellen und moralischen Wert gewisser orlhodorer Psasscn und selbsternannter Cbtvurirftcr im Vorleben und Gegenwart' zu prnien »nd alle einschlägigen Taten zu sammeln, ,״n - mit solchen starken Waisen bewehrt — zu vcilinteii,. das; sic ihrer Gemeinde und «njcrcr Volk-- fad).׳ keinen wesentlichen Schaden mehr zusügen können, * Tr, I, Nona i, י U und schau. Dlt jufntche Krise und die ItidKcfte Kur watldemngrvetvegung. Wie zu erwarten war, hat Dtr '!riffl in Cslasicii die Notlage der st,,Len Ruhlande ^lieblich gesteigert. Von allen Seiten lausen jt1!;,;!t!i über Arbeitslosigkeit und Auswanderung ein, ,f Bcrditschew hat bei anders der Manui,!!;״.,; ivarenhandcl snrchtbar gelitten »nd eine M9; .,׳ von Angestellten sind brotlos geworden, 'in Wüna sind Hunderte jüdischer Bauarbeiter um .,lue B schäsiiqung gekommen, weil nicht gebaut nurd rin WohlsahrtS - ,itomite hat allerdings 511 Arb ׳,lern Bcjchästigung vcrschasit, doch das ist - cu! Liepsen im Meer der Not, T,e Banke» gen׳äl:,u sehr spärlichen Kredit und eine Anzahl groüerei Geschäsle hat in Holge dessen die Zahlungen -eing.ncllt. Tie Folgen für die jüdische Masse blu'b.n nicht aus, Ein l Bild von der Not wird i1!a» sith machen können, wen» inan Hort, das;;!',V‘ derionen. das ist säst ein Viertel der jüdischen ׳äinivohsicrzahl. zu Pcsach mm Unterstützung ansiickn Von Li da wird gemeldet, das; inehr als 3"" ,nhtiche Handwerker die Stadt in den lebte״ La,;eu berlasje» haben. Weitere Gruppe» bereiten i,rt);ilr! Auswandcrijbg vor, 'J kin jüdischer Kurtvanderungrdureau. Wieder, und dissinal mit aller Bestiinailheit. wird von Voibereiiungen zur Gründung dieses so dringenden Infinutgs gesprochen, In «Horodno fand vor <m>g<n Woche» eine Konseteiiz statt, die sich mit der Fr^zc bejchästigte. Der Delegierte aus Minsk beriet,Iil;, das; 1 — ltKü) eine Million Juden Aus;,an > verlassen hat, also jährlich 50.000, von deiiii: sich 33״ .״ als Handwerker deklarierte», Tie itonie!,׳ >z beschloß in allen größeren Städten des Ämieil, ngsrayons Bureaus zu errichten, welche "d׳.e ׳.•<־׳ epe über, Einwanderung in die einzelnen r,׳,;i: ׳. und dergljeichen sammeln und danach Ratiitila,;, rteilen isvillcn, Gelduiilerslüyung der Aus- Wanderer wlirtzis von vorneherein abgelebnt, Tic riaiiili 1 des Vereines erliegen jetzt beim Mini- ־'iuinm des Innern, Vit jüdischen Ackrerdau-Kslenien in kherkon sei׳;!,׳, bleuer ihr hundertjähriges Jubiläum,,!304die Kolonisation mit 11IS Familien deheute lebe» dort 3',,000 jüdische Ackerbaiier, )je ein Areal von 72.000 Desjatincn betau,, flur Palästina. Bittere Vorwürse erhebt der ,Korrespondent des ״Hazoseh" gegen die Null; onistcn und die zionistische Leitung, Man iuib, .; I gesprochen und nicht« getan, um für. die 1ir;! a >g in Palästina zu sorgen. Während der dura >n! nicht zionistische retchsdeutsche Eiravercin in I.rusalenl ein Lehrerseminar gründet, kümmern "•* ' י Zionisten wenig um das Schulwesen in Jüdische Bolksitimme .־,«;<« gönn,n Bankier, sie sind sämtlich französischer Herkunft uns imrden auch nur für Franzosen gehalten. Von ihrim ^udenluin hat man keine Ahnung, So äußerte sich eine ihm bekannte Tanie unserem Gewährsmann gegenüber über die Wunderlichkeit der Franzosen, die ihre Geschäfte am Samstag ^geschlossen 'hielten und an dieien, Tage keine srischgckochten Speisen äßen. Uder den Glauben dieser angeblichen Franzosen desragt, gab sie. zur Antwort, daß sic wie alle guten Lpamer in die Kirche gingen, Taniit sagte die gute Frau oiienbar n»hr ^ils >1e wußte, wie folgendes beweist; Einer diesfr ״Franzosen" erzählte unserem Freunde, der ipäier seine Bekanntschaft machte, ei» ziemlich be,leies Voiloinmnis, Beim Hcrannahen der hohen ,reiertagc im Vorjahre war. die kleine Kehilla in Verlegenheit um ein Minjan, denn einige mußten ilnvermutel verreisen. In ihrer Not stellte» sich die Gemeindeinitglieder nacheinander am postcreslantc «chaltcr auf, wo die durchreisenden-Fremden ihre Briese zu übernehmen pflege», Näherte sich nun jemand. >o verbeugte sich der Wachhabende und tagte; ,manana er rvichbaschonoh" ,morgen ist usw,,. Verwunderte sich der Angeiprochene dessen bloß, so entschuldigte man sich: Man hätte ihn für den Herrn ״Rofch-haschanoh" gehalten. Es sanden sich aber doch Leute, die verstanden und dar Minja» ergänzten, H» Portugal gibt es mehr Juden, wie die Errichtung einer cnnagoge in Lissabon, zeigt. Im ganzen wird aber die vyrenäifche Halbinsel von den Juden aus nehmen, daß sic für Fraucck best mmt waren. So beispielsweise kielt man aus einer: den Namen ״Fipora Esches Rabbi David" ,, jipora Frau des Tavid-, aus einem zweiten ,E ther Bas , . (Esther Tochter des . . j D!c Ärabsieinc wurden vorläufig im Hosraume des HofläblivihekSgeöändesj auibcwahrt, il-m Lrdrer irraelttilch«» wohlrärigkelrrverein. Tic Summe, die zur Unterstützung der beichästiguugslosen Weber ersordclich ist und vom Lodzer israclitischc» Wohltätigkeitg verein gegenwärtig allwöchentlich gebraucht wird, hat bereits die Höhe von 3000 Rubel'erreicht, und P,ar. deshalb, weil der Verein nicht allein an Unverl ciratclc unenrgeltliche Mittage aussolgt, sondern auch Geldunter- Nützungen im Betrage von 70 K ipckcn pro Woche gibt. Unentgeltliche Mittage w rdcn gegenwärtig annähernd 1000 verabfolgt, doch soll die Verabsolgung derselben unterbrochen werden, da lieber-' griffe von Seiten der Untcrnützun,sbcdürstigen vor kommen, die eine solche Maßnapne gcrcchlseriigl erscheinen lassen, Zahlreiche Unter lützungsbevurilige haben nämlich, trotzdem sic 0 -ldunterstützungai, empfingen, noch die unentgeltliche! Mittage in Enipiang genommen und dadurch deu Verein doppelt belastet, Ta keine besondere > ontrolle geinhrl wurde, weil amzcnonimcn wurde, )aß nur wirklich Bedürftige die Mildtätigkeit in!tnspruch nehmen würden, konnte dies seicht vorkonanni. Außerdem Seite 3 historischen, Instinkt frfft gemieden, trotz der kürzlich' befinden sich in der Fahl der i eschästigungsloien erfolgten Einladung des spanischen Konsuls in Bn- | über 100, die in.Lodz gar nicht ״ständig sind und karekt an. die auswandernden ruknänischcn Juden ,sich dennoch weigern nach ihren He maisorten zurück eine tiefe-Ironie der Geschichte!;zukehren, trotzdem der Verein bei eit in. ihnen die Die flsiafrlka - Expedition. Ter Londoner! Heimfahrt kostenlos zu ermöglichen. Ferner I» der ,ilorrciponhent des .Hazoieh" erfuhr von Mr, Greens i.raclitfschc Wohltäligkcitsvcrein licht allein ge bcra. daß einige südafrikanische Juden ans eigene! zwungen Len Beschäftigungslosen Unterstützungen Kosten das von England ,,״gebotene Gebiet bereist G» erteilen, sondern cs sind noch zahlreiche Klein haben, Tic Resultate der Erpeditivn sollen be- : Händler. Handwerk e u, s, w. vsorhandcn, die ,w friedigend fein. Tie zionistische Erpeditiou dürfte s folge des fchlcchten- Gcfchäftsgai ges ohne!,den ivegen der Witterung ersi im;»loveniber auibrechen Erwerb find und deshalb gleiä falls untiruutzt können, -!werden müssen. Die Zahl Lerjcn gen. Armen, die Die Duden aut der €rde. Ter Verein f00;'!״'.' den Komitc-Mitglfedern in itzen Behausung.־» jüdische Statistik hat eine dankenswerte Arbeit veranlaßt, die unter dem Titel Indische Statistik eine möglichst auellenmäßige und kritische Zusainiuenstellung der Verteilung der Israeliten über die verschiedene» Länder und Erdteile enthält. Tic zahlreichste» indischen Bewohner enthält hiernach Rußland, nämlich in abgcrund1;er Zahl! 5,032.000, dann folgt Cefierreich Ungarn mit 1,904.000,! hierauf komme» die Vereinigten Staaten 1,130.000, dann Deutschland mit 590 000, 1 ausgesucht ־ werden und Unterstützungen zugeiandt erhalten, weil man ' der Hilfe das Erniedrigende und Beschämende rauben will, beträgt ferner auch noch 30, I flnilfemimwus in der öfterrekMTehen Armee. In der kleinen galizischcn Stadt Peezeniegn in ikit einiger Zeit Militär fiationicit, Al abendlich kvinmen die Lsiiziere in einem Wirlshau > zusammen und , unterhalten sich über Tagcsfrager, So kam man Ruauf die Juden zu sprechen. Der Herr Maior wenn , iihaini hhenue 11111 Pnl.i'iiua. Nu» ist er soweit gekommen, daß die vrltio.'uxe» Dunkelmänner Jerusalems, gegen welche ״die k.eine Schar fortschrittlicher Juden, an ihrer -v;z, Ben Jehuda, kämpft, auS Jerusalem allmahl;,.1 hinausgedrängt werden und — in den Koloniest Zuflucht finden. Eine große Anzahl von iiolonien hat schon ihre Melamdim und ihren öded.r ^alten Stils״. Die Kolonien — unser ז״י״״ן Stolz! Das Jerusalemer Lehrerseminar wurdi in den Bann getan! Erfreulich wäre cs, 9 sich bcstSligen sollte, daß unser Gg, Tr, Weizmann als Professor der Physik׳ und »ach Jerusalem berufen wurde, Berner zwni'tishc Studenten haben Palästina besucht und wohltät gen Einfluß genommen. Der ,Hazoseh" wrderl!zur Wiederholung derartiger Besuche und zur Ansiedelung intelligenter Juden in Palästina uur. ,im den verderblichen Einfluß des ״schwarzen Kiibiiicts" zu paralysieren, — Erfreuliche Nachofyui [aber Landkäuse liegen aus mehreren Koloileder die Duden in Madrid erhält die .Welt״ von ciyem Freunde ihres Blattes, der vor zwei aahrei^! dort iveilte, folgende gelegentliche Mittcizuiige,;;! Es leben dort zur angegebenen Zeit acht oudent^mjlje» verschiedensten ׳ Lebenslagen, m Schuhmacher, einer ein millioncnreicher mänien »209.000!״. Afghanistan mit 134,000, dar Won und ichimpsle ub.r die Juden England mit 179.000, Marokko mit 150.0,«.'dies '"doch" i.wz,er aus Wien h wie die goniinen Niederlande mit 104.000, Frankreich mit 5.000>־,: ^c.öc'’ issnes Vorgcietzten Unn chrockiii go,,; n die Türkei m,t ,-<2 000. Paläs, na mit 73,000. Kau-^1״ den Ma,°r zu. itelltc nch ,h;n als Jude vor kasien mit 53,000. Algier «:: 57.000. «befunien I ״״.?. .'«Verte ihn zum L.uell, D,e - anwennde״ 50,000. Italien mit 40.000. Tunis mi, 45.000. ^O-z-orc waren über d,e,e ,Lreougke״ >n hoh,1״ Persien mit 35,000, L.btrieu mit 34,000. Süd-! Matze eritaunl; ne ,uckiten d,e Lachende,zulege»; airika u״t 30,000. Bulgarien mi. 23,00,.. Aegypten;»» .;ude beharrte aber an, ,einem -tandvni.kte ״nt 25,000, Indien 'mit 22,000. Arabieh mit durch d,e Vermittlung des i.berit würbe die 20 090, Kaniida mit lo.OOO, d.e Schweiz mit! «"!,-lcgcnh-^durch eine de,r,ed,genhe Ehrenerklärung 13.000, Belgien mit 12 000, Griechenland »,״, fcOenr des Mazorr dogclegt. 3400 »sw. Die Gesanilzahl der jüdischen Rasse bezisiert sich nach dieser Statistik aus 10.597.« »00 Kopfe; da indessen naturgemäß eine solche Statistik wohl nur zu einem llntcrwerte führt, so kann man die Gesamlzisier der auf der Erde lebenden Jfraeliten auf rund l l ־Millionen annchmen, Düdilcde flrbeitsnachwcire will der ״Verband der Vereine zur Förderung des Handwerkes und der Bodenkultur unter den Inden" durch Vermittlung der jüdischen Logen in allen größeren Städten, Deutschlands ins Leben rufen. Es soll jüdischeiHKizaben erleichtert werden, passende Lehrstellen, jüdischen Gesellen und Arbeitern geeignete Beschäsligung zu finden. Man will daraus hinwirkcn, daß der Zustand ein Ende nimiut, daß große jüdische Arbeitgeber keine Juden unter ihrem Personal dulden, ein Verhalten, das namentlich in kleineren Lrtschasten die Stellenvermittlung für Juden ungemein erschwert, Tie Arbeitsnachweise, von denen einige bereits bestehen und gute Erfolge auswciscn, sollen einer Zentralstelle unterstehen, uni auch nach außerhalb Stellungen zu vermitteln. Düdllche Srablleinkunde in der wiener kurz. Tic in der Hofburg bei Ausbesseiungrarbeitc» ausgefunöcnen siidischc» Grabsteine, über die ^wir bereits kurz berichteten, interessieren die hiesigen Gclchrtcnkrcisc in ungewöhnlichem Maße.^Es wurde scstgcstellt. daß rjner der Steine die Jahreszahl Die Duden in Drallen. Cbm »hl Italien eines der ersten, wenn nicht daserste 1 and Europas ist, in das die Juden eingewandcri sind, hat es doch nur eine sehr schwache jüdische flicvölkerung. Sie überschreitet kaum eins von Tau end der gesamten Einwohnerzahl, von etwa 34 Mi lioncn Ilalicurrn sind 3.5.017 Juden. Tie größte üdische isiemeindebesindct sich in Rom mit 7121 Mitgliedern Frnher waren die Juden ay verschiedenen׳ Crteu!Rom, Venedig und selbst iw Piemont,! Zedruckungen und Beschränkungen auSgesctzt, Als Pi! mont die liberale Politik, die zur Einigung des Lindes sühne, er öffnete, wurde den Juden volle Freiheit gewährt; heule genießen sic alle siaatsbü gcrlichcn Reckite ohne jede Einschränkung. Im italienischen Heer befinden sich 173 jüdische Cfsiziere, unter ihnen General Cttolenghi. Komnlvndeur de« I, Armeekorps »1 Turin und Kricgsministcr im Ka sinett Zanardelli Auch im diplomatischen Ticnst s nd einige Juden tätig. Von hervorragenden Politik, rn sind der jetzige Schatzminister Luzzalti. eine Aut!!rität aus ökonomischem Gebiet, und der Abgeordnete Sidncy Sannino, dem in erster Linie Italien feine Wirtschaftliche Gesundung verdankt, zu ncni en. Ter größte Philologe Italiens, Professor AS oli in Mailand, der den Zusammenhang der arische 1 und semitischen Sprachen mit der Zigeunersprache lachgelMsen Hai, ist Jude, desgleichen zahlreiche an! erc Universiiais׳ Professoren von Ruf, wie Lombro o in Turin und 5121 jüdischer Zeitrcchnung auswcist. Somit' ist!Achill- Loria, der den Einfluß d,r wirtschaftlichen dieser Stein 543 Jahre alt, doch wird angenommen, Verhältnisse aus die-Geschichlc in e nem umfassend,» daß die übrigen Grabsteine noch älter seien. Bei! System darstellte״ einigen der Grabsteine kann man deutlich wahr- ׳ _ Verlanget in (inst־ und K11 tfeehuusern die ״Jüdische Volksstiniine .

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