Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- V (1904)
- Issue
- 17 (1.9.1904)
- Date
- 1904-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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7ד־*- Icryrgang. Vr-ürrn, am 1. Septemver 1904. --Nr׳, r fi'un'«■: ,vuv Ccm’vrrjch Nn.'.arn lmlb,ädnq K :•־ _׳. . li; ״H[1״tnmo: XcuiHliltit^ innmäbn^ ־Warf!•:•־״. :KuüUiiiV '־ |;. AinnfviMrii, 4 iirke. .‘K»mrtnu7r.'31rt»u,11, \ü*: *־ ‘KcMItk-n 11ףח Brunn. ־'’,;!*mmnic־־ r.־.J.־. ■»: nm ז. un> ־י י. 'iTtvt'tu.u.1: Ctji' vu׳m»1. v־!• i'••’:״. I '■h>ir hobtn in AberU einen felötKrrn nerkören, m:b die vor Herzl den Zum Jahreswechsel loten, wie er oielleidu üir uns nicht bald wieder gedeihen. nnd dös׳ nmiömebr. d > Ihr ein inden, auch weile! entbieten unseren Abonnenten, freunden und Mitarbeitern die berzl. Glückwünsche —a -4 — w Die Redaktion und Administration « der ,Jüdischen volksstimme' « ilidlt Tränen, sondern Jatrn! erutrinen jviriv?och noch viel nötiger als einen seiliges Genie, wie es .Herzl Inchligen ,!eldlier! n braucht ein kämpsendes .öf r' tüchtige Loldaien. Tapiern Soldaten wird es in * mnls an einem Rührer fehlen; mit schlechten Lotb-iten wird aber auch der grösste FeldherrXchine «Mb■- krsechten sVibai wir die richtigen Soldaten?!>i im Gistehen wir uns, das; wir in der überwiegenbat Stehrjolil schlecht untere Pflicht ersüllen, daß wir träge״ sind, daß wir es lirben, uns aus andere zu verlassen, Nicht meinen solle» mir. Wir haben schon seit fatt zwei tausend Jahren ganze Ströme von Trägen -vergossen nnb tausende von Silageliedern geinngen. Ter Zionismus soll die Ara der Tränen schließen »nd eine Zeit der Taten einletten. Nicht singen wollen wir in allen Tonarien das Hob unseres Führers: coir hohen schon genug geweint, setzt laßt uns!das wollenavir unieren Enkeln überlaüen, wenn k»n er Erde ansstehen und unsere Tränen trocknen. sie sorglos jeder bei seine,» Weinstock »nd *eigen. ,ollen nicht darüber meinen, daß unser Führer ba»m int Lgnde unserer Sebninchl sitzen. Wir baden gen . de», sondern uns Irenen, daß tr uns vor acht ' geboren war. Wir solle» nicht darüber \ daß er nicht noch dreißig Jahre länger für . -,;׳lebt, sondern darüber glücklich sein, daß er ,ähre lang für', uns gelebt hat. perjl hat die größte Tal vollbracht, die die ■e Geschichte seit unserer Zerstreuung kennt, är .11..־ aber den Zionismus ebensowenig geschossen tot -!oluntbus Amerika, er hat ihn nur entdeckt in da; ,.,erzen unzähliger anbei,. Er hat unsere stille da. ,,a. kla. uns 1!1r zum Weinen und Lobsingen jetzt keine Zeit, wir sind er>t am'Beginne unserer Arbeit. Tiese Arb-.it ist groß, die Zeit aber kurz, und die Arbeiter sind träge. Also aus ihr Trägen, laßt das Weinen und geht an die Arbeit. Wir kokknen nicht alle Männer wie Herzl sein, wir können aber' alle arbeilen. Für jeden von uns gibt es in unserer Bewegung reichlich zu tun. .«einer von uns tu entbehrlich. Und euch »nzähligen Schekelzahlern ruie ich zu; werdet . . Zionisten, nicht iolche, d e sich mit großer Mühe rlö'chen nahe Sehniucht »ach Zion'zu einer einen Schekel abnehmen lasien, iondern mitarbeitende. d il; Flamme «»gefacht, die uns nun aus unsere» mitkämvsende Zionifte«. i: ivtcm!,t1. tveti«. >':•־ orten leuchten und den richtigen Weg sühren soll.. Taß wir so viel Tränen vergießen, daß wir tftitnnfittinliHfc in Lhnmacht fallen, zeigt, wie sehr uns der ^lupprltpvlllln. ti;;. *t ichmerzt. TaS zeigt aber auch, wie sehr wir B°!> T-. ,öei.-.m-m, ״, -sardudl«. >I-j..ent sind, uns auf andere zu verlassen, wie! sin!einer Broschüre ״Tie Entit.hung des wa,,a wir unserer eigenen .Straft Zutrauen. Taß' Christait»»,-- schreibt der vroieitantücho Psarrer de;. Tote uns jo riesengroß erscheint, hat seine» j Sialthois, ,daß das Christentum als eine Entwicklungs-!nru; d nicht zum geringen Teil auch darin, daß wir sorm der gesellschaitlichen Leben; und nicht als das un ,;b>t so zwerghaft klein vorkomnien. Werk eines individuellen Religionsstistas betrachtet Herzl war uns vieles, aber nicht alles. Er.werden muß, steht seif. 11 Stämpfern Zions als Held voraiigegaugen, er Wenn ein so kolossaler Bau, wie das Christender den Zionirmns nicht auf seinen Schultern ' tum, ohne einen individuellen Suite! sich entwickelt getragen. Ter Zionismus ist eine geschichtliche! hat, so muß der Zionismus als Bolksbewegnng, Ni Hut -i-i ->1e »niereni Ziele,, das zu gelangen. Be < mein wenigueiis ein »Pigkeit, und ihn tragen Hunderttaniende von j zu deren opferwilligen Anhängern Arbeiter, .«auf iemc« Geistes siir immer aurdri t Tas in unier Trost, und ,frage der Lrganisation und Tez Zentraib! Hörden, denen wir urs werden, beichästigt uns die Frage,--welche ,wir einichlagen werden, um zu wir nie aus den Angen lauen, achtenswerte, gntzionisti'che Gen, nett emvsehlen uns die Wiederaufnahme koloni'atori cher Arbeiten, auch ohne Charter, und diese Stimm » verdienen es,, a woge» zu werden. Wir wollen ja einen Teil ri iüicher, rnmänißher und öüerreichischer Juden in der Tü fei,־ somit tut Aus lande, zu m Ackerbau zurüc rühren, aus zusaminenhängendeii Gebiete, damit Teil unsercr Stammesgenosjen!in normal lebendes Bolk bilde. Uöloni'älionen entstehen aber, wie 1011;.׳' M. Hess in itinent ,Rom uni Jeruialem- .,anz richtig bemerkte, nicht bloß ans Begeisterung rür eine Idee, sondern ans den Bedürfnisien ,,des Lebens. Sie gehen von Ländern ans, in welchen der Lebenserwerb erschwert ist, tnd suchen für die Arbeit einen ergiebigeren Bob n, rür die Rechte einen größeren Schutz. Taß uns der Lebenserwab überall-io!chwer als möglich gemacht wird, i't e ne so allgemein de kannte Tatiache, daß es übe ilüsiig tit, l;aans aufmerksam zu gtachen. Taß d!; Boden Poi.:u>nas ein ergiebiger ist, folgt nichtn;!r daraus, daß die Strips unierer valäütnjschen « loniiten trotz aller Fehler glücklich überwunsen i! . iondern aueh aus den. Berichten aller stoninlai, d nen zu entnehme» ist. daß der verschlafene Snem sich zu strecken und, seine Augen zu öffnen ansär.gt Wie itt es aber mit der!chtssrage? und da ist es abermals ein Verdienst H er z l », daß >r uns lehrte diese von der politische! Seite aus zu de trachten, nnd er hatte. Recht. Pernerstorfei, ein Teutscher seiner Natiomrlität nech, ein Leftaracher jedoch, war die Itaatsangehöri!!feit betont, wurdc-, als ,lästiger Ausländeraus Frinksurl auSgewieien, - wo er über den Sozialismus iprechen ,wollte.!0 viel- Stempel war, -den dte. abqeielpir von der ntialiiation unserer unbedingt rügen ch^ii leute. Fabrikanten, Jiünüler und Schriftsteller ge- I e u i 1' 1' e L o n. Der Br!t Michael. ' >kem Hrbrüi'chett ubeneyl von Maier^o׳. -!Atzt bekannt. Viele Fahre wohnte er schon da und i hatte während dieser Zeit auch mancheni Patienten!das Lebe» gereuet. Er war daher auf seinen Berus ' nicht wenig eingebildet, wußte er doch, daß jeder! seiner bedurste. n»d daß viele Men'chen ihm großen Tie Greise meiner kleinen Vaterstadt eiinnen! Tgu! ichuldeten, weil sie durch ihn am Leben er noch der ckitten, alten Zeit, in der das Menschen-1 halten worden waren. iul , , _ äawöcht nschl sehr stark war und eines Arztes fast ga! lucht bedurfte. Wenn jemand erkrankte, so bedienii man sich der verschiedenslen und sonderbarsten Mn; l, die kundige und erfahrene Leute verordneten, Tiei! Mittel halfen auch gegen jede Ikrankheit, es i Aber denkst 1* V _» _ ri...! L. t.'_» di)!«» <14t SS» Cit, wenn er die Straße passierte und ein Ussischkin will dem Vernehmen sitz nach Berlin verlegen. Sollt Run aber war Michael bereits ein greiser M>u»>, reich an guten und bösen Ersa irungen vom Le von und Tahtnjcheiden vieletz Einwohner der Stadt- Jeder konnte bei ihm Erkundigungen übef einen fernen Verwadien, einziehen, der schon sängst hms Zeitliche gesegnet hatte. Aber ei te Begebenheit war ihm am liebsten, welche er auch jedermann mu'bejonderer Lust und mit dem 0 efühle imtenr Be- •Min!) sah, das mit ,chmer ganzen rirast.daherlief, friedigung zu erchhlen pflegte. Man er-kannte, das-, hielt er es an׳, kniss es in die Wange und redete! er dieses Ereignis als die .St one seines Banfes es lächelnd an: ״Ah. jetzt läufst du wie ein Wilder! 1 ansah. Er pflegt« nämlich fol,endes zu berichten; ' du noch, war vvr einem Jahr war> ״Tie Lache trug sich vor 30 ochr noch mehr Jrhren wo >e; ö-n», daß dem Äranken zu sterben bestimmt war! Wenn ich nicht zur Hand gewetai , dann nützten selbstverständlich keine Arzneien und,schon jetzt'? -Lag es, sag du kleiner Lump!" Als mal was könnte in diesem Falle selbst ein erprobter! das dtind ihn verwundert aniah und schwieg, da Arz: aisrichlen? pflegte Michael fortzusahren, als ob erju sich felbsi Allein als das unerschütterliche Gollvertrauen! spräche; ״Tort, dort außerhalb der Ltadt hättest w d u! Herzen der Menschen abzunehmen begann,!du gelegen, unter einem Hausen Erde. '»Hu sich auch das Bedürfnis nach einem Arztes Wenn eine M»tt,r ihm für!eine ärztliche an und zu dieser Zeit siedelte sich in meiner Vater- 'ta:r Da Arzt Michael an. ro Michael die ArtneikunU..studiert halte, »ach, seinen Woh» es ihm eim.illcit. wärst du!zu. TamalS lebte noch der alte reiche Graf. Ein mal — im Winter war es, in einer späten Abend stunde, ich saß zu Hause und wärmte mtch am sen. Meine Frau nähte oder ■ triefte. Tie Jtin&er schliefen bereits und auch ich j wollte schon man Lager aifsiuchen, um von dem niühsamen Tagewerke _1 auszuruhen Meine Frau ging even daran, mir das!Hilf-- die er ihrem .Sünde geleistet hatte. Tank ab 'Bett zurecht zu machen, als sch plötzlich em Br!! stattete nnd ihm die!chnieichelndei, Worte sagte; Br! Br! hörte. — Ein Wagen! fuhr daher und es Bvr»rn ist Goll im Himmel, dann aber sind Lie kam mir vor, als ob bejH־lbc| vor meinem ,Hause Ä ichael war sowohl in der Stadt als auch; ^ür ganzen Umgebung als ein hervorragender^ lieber Livree trat her!!! Ter alte Graf war nämlich Vvrbrvibvb die ״Jüdische Volksstimme‘ ötzlich erkrankt und ~P- ^44642