Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- V (1904)
- Issue
- 14 (15.7.1904)
- Date
- 1904-07-15
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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j»r_ pu:nt1■׳ iitte 1' nir 5' 33:t!r. ju’Bjrttt: *sid.i. ■>1nd '■ il.ii. biitu. Jtn , wie- «flm ich!v> @ai: denliäi.״ der r> 8-ir . rede. ttß iin. iii' i‘r- "ז1|1 »I’■‘ >1. H1 ׳־:; 11 יד;■ r mnt OtCfl INI iuiljtDereinsjaal, zahlreiche zionistisch^ £c :, Mitglieder des Kultusvorstandes in!,»- Zulüentcn waren erschienen, um ihre Trauer ur! n Vesblichcnen zu bezeugen Auch die z l S und sein Sohn Hans waren zggcgen. . Me würdige Feier, würdig dieses ,, der von uns gegangen, von viele n ... at l!en geliebt, Namenloses Wed. e Ttatcr entströmte den gehaltenenReden: ,! jck ien es, als wollte die vieltausenblöviige iun, ausbrechen in lautes Schluchzen, in -!lagen. Alles fühlte den jähen Schmerz, er ittcn.'da cs seinen Führer, seinen Later h ans d« schmerzlichen Dönen der Trauer, ws mutvhllc Gelöbnis, «eitcrzusuhrcn den Kanps, den der Große! begonnen. Im ׳crzls sei die Arbeit soktgesührt: Nicht »nei wir dem Angedenken des Unvcrgcßreue bewahren. Feßr begann mit einem Traucrchoral, den pelchor unter Leitung des Lbcrkantorr 1 mja n n ergreifend vortrug Hierauf hielt rahbiner Dr, Feuchtwang die Trauerder!er ungefähr folgende« aussührte!!, Möchte schweigen, meinen Mund nicht .׳cnn Du, o Herr, Du hast cs getan. Diese ränflen sich mir aus die Lippen in dieser alb׳ so ernsten und tieftraurigen Stunde, köre die Stimme Jeremias, des jchmcr- ״en Propheten, der mahnend zu seinem Polle als!die drei Stämme Israels Rüben, Gab׳ ׳!nasse nicht hinüberziehcn wollten über den jidern iiicn rden: Iüdiicdr Volksstiiiniie der!>U■ -;.:s a 11:״ t: Ser in; iniere große Sache und laßt' 's ׳׳ -areioen das Wort: ״Wir'wollen b. , . j.;’•״' 'י ד i:' vor Iiracl, Das Andenken >- >--׳ erammen und >׳ r!.n!en wird für ewige Zeiten '" ",׳ י■'־,qnet sein und bleiben," -'!>::! >- -1 ,>! iprach Architekt Oskar übt i.rnkiu tiefen Schmerze Aus-, durch Herzls Adnicht kämpfen wollten mit ihren Br!., heilige Land; denn sie halten fette Tri ideplätze gefunden diesseits des Je ,in io sagten sie, ״laßt uns wohnen und s edcln NU :b ünd Rind". Aber die Stimme des Propn .in ahnen zu: (iure Brüder wollen i:1 den iehen und ihr wollt müßig hier kleben? 151׳;ahnend, erhob der Führer seine 21 mme; ft':: an Ihr gewappnet und gerüstet hinüb, rziehl im - Iarden und wenn das Land crodirl ist, n: n seid Ihr rein vor Gott und vor größeres,' kein herrlicheres Lob könn, n wir - -!erblichen schenken, als daß er reu ugd keinen größeren Ruhm für einhn in,:! a,!> ■יי >',11 Ad׳.;;,׳ A:->'»>:,׳ eilen >1 ׳:!.;>: Na:״> nur - k, a; den das :״dsa;- P r111!!■ 11. i׳ :, lnnner Geist sich "dagegen auf. ׳ datz d׳ ,;ußändc im Judentum toridapern mu׳;:en: dach -.7 zjeß es beim Gedanken nich: :..,,.״׳den, ,:!׳::voll schritt er an die >ru,!q M:! eigen:. H׳::d griff er zu., um da» .> ihrhünSer!:׳ alte Vorurteil zu zerstören, jenes Herder!liehen -ch״y;vall:s. den vorsichtiger Egoismus, l!;{)rim{lL. .״ ,,,,,ךn; 2ujjen(um auigebitten, um es oor!,:.׳: Regung eines eigenen s tu bewahr: n, E; mißachtete den billigen ׳,iiid Svo!: und giiii den geraden Weg UN. zioni'i! M a r druck, leben bäum: allein Äussiih, und b türmt Wille, Hohn 1׳ntroe1|t weiter. Wenn es arch viele in unserem Bolle das >var, steht durch seiner vor ju gioi, die ׳״;ne Große nicht kennen, das Volk, :sher kviianngslos und führerlos gegangen vendel lvii: ganze Liebe zu; fassungslos s da, daß .-״״ßr Mail:;, der ausgezeichnet war alle Gal׳,!; dahin gehen mußte, in der Blüte Jahre, in der vollen .׳traft seines Schaffens, ,!> Glanbensbruder, für einen jüdischen Rasions als von ihm zu jagen: Rein . Unsere Talmudweisen knüpsten an dieies ,׳!sott" das Merkwort: ״Finde Liebe, sind:׳!ind iverde gut verstanden, von 1'':1׳t und von uschen," £ »:r:eurer Theodor Herzl ließ seine Stimme , denn cs gab auch St-Mimesgcnosstn — , b! cs heute noch — die Gab, Rüben und h,ißen und die fette Triften fanden diess Iirden und die drei Ortsnamen verlangen de! Iarden, die ein alter Übersetzer merküb rjctzt mit: Kronen, Prachtgewänder und ries: er. Es gibt Söhne Gab. Rübe» und , l׳ic diesseits des Iärdein Kronen juchen,;.wänder, Adelstitel und dieses Sucheih das Ute Stunde, die Sterbestunide für das Juden- H, idenpriester! '!׳! »d Herzl erhob mahneyd seine Siiuinie: Brüter läßt Ihr kämpfen^ streiten, fallen? . r f reut euch?! Seid rein vor Gott und Herzl hat als Jude es erfüllt, h se!e sic kommen, Scharen gebrochener Judena. in großer Wallfahrt ziehen sie ans Len a d! s Ostens, die Aller verloren: Gut, Geld, uig, ihr ganzes Leben; ich sehe sic kommen. Normen und Verstoßenen, hosfnungserfiillt >nc1 Führer, der, wenn er auch ihnen nichts , dich eines verliehen: Ten Glauben an l b t, den wir zum Teil fast Alle schon ver- Vo; uns fließt der Iarden. Tic Ungetreuen die iscits — die Treuen ziehen jenseits,?:׳rz l fand Liebe und Gunst in den Augen Trinenströmc sind um ihn geflossen aus alt, n, treuen Augen, die Pulsjchlägc einer ׳und rttausenden zählende Volksmenge pochten hm am Tage, als man den Schatz in die legte, -?!ich allen, euch zumal ihr Jungen sei Herzls enkei heilig und gesegnet: i!r zog in den nicht im Namen der Religion, doch wer jo ׳ m Volk kämpft, kämpft für Gott. Tief ergriffen und erschüttert lasen wir die ' Worte dieses Großen in Israel: ״Laßt mich incm Vater schlafen, -bis mein Volk mich in :!eilig* Land gebracht". H-Und können wir ihn nicht gleich dorthin bringen, laßt euch von ho,en Schwünge miltragen ins heilige Land Lic 1!:inen ,!>׳: ״,neu Vaier, ße können sich nicht lröile i: aber sie haben Rech: so zu weinen, dcnß nicht .,'o bald wird seinesgleichen sür unser Volk wiedep aus.eben! L,r, seine engiten Mitarbeiter, die wir das unverbeßliche Glück Hallen neben ihm. neben diesem Könie, Kärrner ,':׳in zu biii'ev, wir Mitglieder de« sind »ikdergeschnieiter: :ind gebeugt. Wir deweine > in unserem teuren ,Herzl nicht nur den Führ-r des Volkes, iond:׳;׳,׳ .: ch den treuen Freund, den!,Uten Kameraden, »r.:: edlen, den einzigen Menschen, lflir weinen aber auck.!:;:1 alle, die — nicht um ihn r>e,nc», die nicht sr:i ׳::.r durch ihn, wie wir, denen er nicht Wegwei'er war ׳.׳.׳!! gährcndcm Zwiespalt zu innerer Ausgeglichen:.:״.:, zu innerer Harmonie. Wenn auch!eine h:׳:,״!iche Flamme erloschen in, ich hat er täniende Flaiumchcn in den Herzen id>r Jugend entzitiidel, die uns den Weg weiter;jilhreü wird, den er uns gewiesen. Hieiaui ivrach.» Schrislsieller Nuchcm l S o kjo l o w, Redakteur der ״Hazcphirah"-Warschau ' in hesbräiicher Svrache und iür die österreichische Ge- : iamlhrganiialion Ttrelior Tr. Sal. Krcnbcrgcr- Wiens Obmann des viteireichi'chen L.-K, Er schrieb ein Buch: aus dem Werk des Geiites ward ein Werk der Tat. Er selbst konnte das damals gar nicht ahnen, welch tausendjährigen Schmerz er beschworen und ungeheures Sehnen er wachgcrujen hat in den jungen Studenlenherzen. und in seiner ’; ׳'׳--,-uancrchorcS folgte eine -Lchlichth it wollte er zurück in seine Stube. Doch V: e:r:tcr der verschiedenen sie Hoden ihn auf ihren Schild und folgten ihn, hinaus, ihm als ihren Führer, hinaus ine Leben. , Daß wir nicht buhlen mehr um fremdtr Völker Gunst — wir danken es ihm. _. I Daß wir uns zuiammcngefundcn zum, Werk der Befreiung — wir danken es ihm. j Daß wir nicht feige mehr den Nacken bücken und uns als Juden zu wehren wissen 1— wir danken cs ihm. Daß wir au» Judcnjungen, junge Inden ge worden sind — wir danken es ihm. ] Aus Judcnjungen, junge Juden, das war sein letztes Wort, sein Rcisciegen an uns, die studentische Jugend. Und das soll auch ein heili, cs V.׳rmächtnis für uns sein. Nicht als einen Toten wollen wir Tich bcklagen,' sondern schwören in dieser Stunde und mit uns schwön's die ganze große jüdische Jugend in allen Landen, wir, ״Deine Studenten", wir chwören: In allem, was wir jetzt beginnen, in allem! wo wjr dann im Leben werden ringen, sollst T u als leuchtend Ideal, Tein Geilt uns führen überall So Höpen wir, daß uns der Tag gegeben^ den du als Endziel uns haß vorgestrcckt, sonvollei wir mir edlem, höchstem Streben, eher den Tod als in der Knechtschait leben. Als letzter Redner sprach namens der jüdischen Arbeiter und, Handclsangesiclltcn Nathan Groß- Wien. Ter Choral i?si ־ bildete den Z chluß der F-ier. R. sP Tic Wiener jüdische Kultusgcnieinde veran staltete am 14 Juli -im Leopoldsiädicr Tempel iTempelgaifel eine Tiauerscicr iür Theodor Herzl, bei der Rabdijüer Schm iS l Sie Trauerrede hielt Sic iraiimiüdiriilit in Rutzland. Tic russisch-jüdischen Blätter erhalten au^ allen Teilen des Ansicdlungsgebielcs Rachrichtei: über die niedcrichmelterndc. Wirkung der Trauerbotschaft. In den großen Städten füllten Hundert: und Tausende die Gassen und lasen die Erlr, ausgabcn der jüdischen Blätter. Die Nekrologe der Zeitungen,^ ipicgeln die furchtbare Verzweiflung über das Un-> glück wieder und dabei doch — glück icherweiie 1 Ferner Io׳-:׳ E ,׳ w .׳ n-London, in englischer — das ruhig Vertrauen auf die Feß igkei! der h-.: namens der Zionisten Deutschlands Tr.!von Herzl geschaffenen Organisation. In '..Hazo llircd .Klee Berlin, Er verglich den dahingcj!:׳&", dem Organ der Eharkowcr, schreibt der Frak ׳:«׳»Führer mit dem Propheten Elias, der bc-' tioniu Eljaichois: ״H erzls Periönlichkchr crichien st,mchliei. das Herz der Jungen zurnckzusühr:״׳ z» den uns wie ein Wunder, ein lebendiges Ideal, dar׳ Aller und das Herz der Alten zu den Jungen, wir erst werden erreichen können, wen,; wir ans Eiiai, bas iß der gute Genius des jüdi'cki.'N Volkes,, eigener freier Scholle leben. Wenn w r in der der lebendig wird, wenn er nonui. i Kongreßzeit aus Herzl blickten; trug itns uniehe In! Geiße Herzls, mit geßeigcrtem Pflicht-;Phantasie »1 die ferne Zukunft, bei seinem Angesük l wollen wir die Arbeit sorisühren und wenn; blicke süblten wir ein. wie tief wir; gesunken w>r!,11 erliegen drohen, auf den stillen Döblinger'find . In der ״Hazcsira" rühmt > Sokolow Friehhof hinauspilgern und uns denken: Was würde den Toten als den crncn jüdischen Politiker der. er Herzl, dazu sagen?! Solange bis wir seinen!Golus Wir hatte» schon Politiker in alle« Ziaaten. letzte;, Willen erfüllt — seinen Leichnam am Karmel!aber sie trieben spanische, poriogiesisckie,; englische, zu begraben — seine Gebeine voranstragen, wie die! italienische Politik.. Aller was man will, können Kind׳! Israels die Gebeine Jo,eis als sie in ihre ׳Juden. Aber keiner hat in großer politischer Art Heinai zogen.!seines Volkes Wünschformuliert. Hetrzl schui Dann sprachen Ingenieur Michael llssischkin- Icka ernioslaw in russischer spräche und Doktor Aler,»der Bi a r m o r e k -Paris. In Herz 1 sei dem Volke der Held erschienen, der seine Kelten iprei gi. uns habe er gelehrt, daß nicht Worte und Gab!» die Indenichmach lindern können, sondern nur der bewußte Wille starker Menschen. Herzls Leben war eine Hymne der Tat. Man nannte ihn einen Phantasten, weil er ein Sebfr war. Doch er war auch ein praktischer Baumcii:r, der ein sicheres Fundament gelegt, an dessen Bolwndiing ihn nur der Tot gehindert. Gr hat uns Hohes gebracht, unendlich viel geaebeh. Er bat Parias geadelt, weil er ihrem Leben die jüdische Politik, indem er die jüdische Organ,- sation schui. s ״Ter Fraind" betont, daß mit pem Hin scheiden Herzls das Volk den Mann verlor, de״ cs am meisten geliebt hat, weil er hen neuen, harnionischen Judeninpns darsiellte. Vor Herzl war unsere Bewegung ein zager Traum i-caliitischer Schwächlinge. Wir träumten von einhr besseren Zukunft, im Herzen aber trugen wir I die alten schweren Kelten innerer -Knechtschaft. I Ta kam Tr. Herzl ziO'uns als ganzer Mensch, mit offener Sprache, mit eigenem Willen, mit dctu ganzen durchdachten P!an einer eigenen Arbeit.; Und mit mächtiger Hand zerbrach er die Ketten! und schuf, die jüdische Tribüne, von der unser:Volk mit Lütte hat er einen Lichtstrahl geworicn. lauter Stimme seine Schmerzen seine Hoffnungen' : ״Lauf ,״rachen: Prediger Tr. S chcma r ן a! verkündete. Und die Welt horchte aur nnd ,ah einen neuen Inhalt gegeben, in die letzte armne c hat er einen Lichtstrahl c Hieraus sprachen: Prediger Lewin-Wilna Rechtsanwalt Tr. David «lkalay-; den neuen stolzen Iudentypus, den selbst der arg״:,'׳ Beiarad in spaniolischer Sprache. Schriftsteller Adolf!Feind hassen, aber nie verachten &״!״.-- - and-Lemberg in polnischer Sprache. Für die Nicht wir haben Herzl zum Führet gewählt, nomstisch- Studentenschaft sprach canck. pkil- Oskar sondern er machte uns crn zur ,engesügten Par!:-,. _ -- — >--- ----- —mb wir nun nach!einciu Verlmrc ,0 »,->« zionistische —. .... ^rankl-Wicn. Ten -!»d-nten war der teure - . . ,. . Verblickene Nicht nur ein Ideal, er gab ihnen der, welchen w,r zum Huhrcr kuren, gel!ort wird? L.bcllszweck und Lebensinhalt: er sühne sie zu ihrem! Ti- Antwort w.rd der nach,re Kongreß geben. u:s Volk zurück wird ein echt ,udnchcr Kongretz!ein, voll >״<״ V6r1»uA61 in Gast- und Kaffeehäusern die ״Jüdische Volksstimme‘ stärk, daß