Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- V (1904)
- Issue
- 3 (1.2.1904)
- Date
- 1904-02-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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A't jüdische Volktzftimm« icitf 3 i :1Uht, lieber Frcnrdling, IciR Xir auch trjätilai, iilmöDc diejer Friede gebrochen wurde. Wie plötzlich ein Teil der Zchloßjugcnd cmpörle. einige von ihnen nicht mehr die geborstene» me:», der Välcr heiliges Erde, fort und fort .־» wollten. Wie sic nicht mehr, man denke, im!»regen ansharrci, wollten, im Stcinregen, der eg: der Ahnen ehrwürdige Schädel bearbenel. Wie ׳',ch nicht länger vom jetten Lchloßgeipenst die e.-.irzen. Stirnlöckchcn wollten zausen lassen »nd .!npiete», der Geruch des Blümchens ״Deutscher .:׳ckirsti" bereite ihnen Übligkeitcn Wie sie den;Igreiien die kindliche Achtung veriagte». »nd darüber in nervöse Zuckungen versiclen. Wie :! sie zur Slrase einer Wahnidee preisgab, so iic »1 eincmsort riesen: ״Wir sind )״den", .iidlich die frechen Verschwörer die Hochburg .ßen. bevor man sic »och bekehren oder bin׳ .!■an׳» konnte. — — —-- — — i ,'a. den, Himmel sei Tank, wir sind draußen, j ans diesem schimmligen, modrigen Würgi ׳. ־eil. aus der dumpfigen Ruine. Wir wissen es! ״ von Tag zu Tag mehr zu schätzen, »nd je > rlicher das Treibe» der ander» wird, desto! Mul)er iühlc» wir uns. Wen» ״Tcuticher Frei-,! nur von jüdische» Schultern getragen werden :־. dann taugt er keinen Psisserliiig, daii״ ioll > n n zugrunde gehen. Wir haben eine bessere Ver .:.düng für unsere .sträste. Un'cr Judentum ist; .:,11־ geworden, cs bedars der Hilse. und sie io» .1 zuteil werden. Ihr aber, da drinnen, die Ihr halb erschrocken, ...׳ ipvilijch »nier,Treiben versolgt, eines Tages rd Ench angst und bange werden. Eines Tages .d der letzte christliche Jubelgreis, trotz des kostu u Futters 11115 der warmen Hüllen, elend im;rrn cntichlascn sei». -Eines Tages werdet Ihr ::'eli.n müssen, daß mit dem ewigen Fsieken nichts :an ist. Eine» Tages wird wieder ein k-.ckes Anli :;!»:chcii kvmmcn. Nicht den stopf wird es sich ־.»rennen. Nein, ein Fußtritt, und die stolze ״Hochrg" in dem Erdboden gleich. — Tann werdet :r iehnsüchtig nach uns hcrübcrichielen, dannwird's .:s ׳ein mit Euerer schwarz-rot-goldenen Herrlichkeit. ־ ie Natur wird ihren Laus nmkchren, uyd die ־.::er werden zu den verlorenen Söhnen kommen. Toch. jüdischer Jüngling, der Tu so treu die Wacht m Nhein hältst und Bismarck verehrst, jüdisches iiägdlcin, dem ein Trutöncnslcgcl lieber in als ein nutzend Judenjungcn, weint Euch nicht die Äuglein :nb, fügt Euch ins Unabänderliche! Tas Schicksal ' : grauiam, und germanische bocken sind blond und : manische Rajen sind grad. Tas kann kein Herre:l anders machen, nicht einmal Wotan. Tröstet uch unde lernt cinschen: ״Judenlocken und Juden- :';11 sind nicht fo übel, nur darf man sie nicht :׳lecke,» wollen." ׳ R. Mt, politische Aiitliroplmjic. Eine' Unteriucdnng - :en Emftuv der Teizendemideone am die;.'ebre ron d?r!.׳Lin Ettlivicllnng der Bölker (von L.׳vl nna ttn °, Ans keinem Gebiete geistiger Forschung sehen 1־ de» Gegensatz der Weltanschauung lebendiger in;schcinung treten als aus dem der Gcschichtswisseikustt Soweit die überlieferte Gcjchichlswissenichast uht nur Tatsachen ursächlich ancinanderreiht, sondern!ich eine Theorie der Geschichte einjchließt, ist ne ,ientlich idealistisch, d. h. nach ihrer Ansicht >:d es geistige und sittliche Strafte, Ideen und Perulichkeiten, welche die Geschichte und ihren Nichungslaus bestimmen. Tiefe idealistische: Geschichtsssassnng hat bekanntlich in der Hegelichen Philo- - vhie ihren Höhepunkt erreicht, indem die Geschichte ls eine Auswicklung der ״reinen Idee" hingcstellt .:>rde. ES ist ein dogmatischer Irrtum, die Macht r Ideen in der Geschichte zu leugnen und die W ikiamkeil großer Personen in Zweifel zu ziehen. ׳',־. des sind die Ideen an die Gehirne von Menschen gebuudcl, und die genialen Personen gehen ans Maijen und Rassc n hervor. Gehirne unh Nassen und aber Gegenstände der naturwissenschaftlichen ivrjchung, die uns den Ursprung der Ideen und :';!»es biologisch vmtändlich macht. Gegenüber der idcaliftischcii Gcschichtslhcvrie macht sich seit Bico, Montesquieu. Herder eine m a-!e ri ali sti j che Auffassung bemerkbar, die namentlich in BncklcS ״Geschichte der Zivilisation in England" einen markanten Ausdruck gesunden hat. Sie schreibt wesentlich den geographischen Ursache», dem 'iliimi und der Bodenbejchafjenheit, die alleinige Nolle '» der geschichtliche» Entfaltung dcS Menschen zu. Eng verwandt mit der geographischen Geschichtsthcorie ist' die ökonomische Aussassung ־von iiarl :N ar^. die dahin lautet, daß die äußeren wirt- Ichastlichen.Verhältnisse den Werdegang der sozialen, ) Politischen > und geistigen Geschichte beherrschen, baß I a-1 ,"M^r־־M״n־.׳t;1!־ i;1 ö;r Ernährungsweise, in den ) ^'׳rkzeugcn und Auslauichvcrhältnissen entsprechende I Veränderung,־,, j» der sozialen Slrnklur der Volker j W®"1 ״ni) **•1י »™»vn Taten und Ideen der; Menschen in paralleler Vöeise umgestalten. Fragt , man aber nach den letzten Tricbkräitcn der ökono- . mischeii Veränderungen, so muß auch diese Thcorie auc oi^me ״ schl i chen Be diirsu isfc znrückgreiscn. ,freilich saßt ne diese Vedürinisse in echt matcrialisüichcN 'Weise als pbystich. aus, und schreibt den gcisligin Bcdüriniiien. nur eine sekundäre Nolle zu. Tic Wediirsuisie" sind aber ökonomisch nicht zu enträtseln. Es sind vielmelir eigenartige selbständige! v Hy i zo l ogiiche Vorgänge, die unabhängig von! der speziellen Beschaisenlieit der wirtichastlichcn Verj , hältnijse wirksam sind. :! Tic idealistische und materialistische Geschick!!«-!; aniiaiiiing müssen beide in gleicher Weise aus den )Menschen selbst als aus einen eigenartigen selbständigen Faktor der Geschichte zurück-! greiien, sie müssen physiologische und biologische ' Ursachen zu Hilse nclimen: kurz: sie müssen beide in eine anihrovologiiche Geichichis- und Gesellschasts j thcorie ansiiinnden. ' Toch W o l t 1» a n n ball die Antbropologic lischt bloßfür eine Hilsswiisenichast der Geschickte. Sie ist ihm vielmehr der eigentliche Mittelpunkt der! Geschichtskunde, denn die phiiiiologischc Geschichte der' : Menschen liegt allen ideellen und materiellen Veerken! derselben zugrunde. Seine Untersuchung über den Ein- [flufi der Teszendcnzthcorie ans die Lehre von der ) politischen Entwicklung und Gesetzgebung der Völker ist!gleichbedeutend mit der Begründung einer politischen!Theorie aus biologischen »nd anthropolo-־!gijchcn Erkenntnissen: denn die naturwisjenschasl- ' liche Eriorschung des Menschen und seiner Lebens-!! beziehungcn stellt seine natürlich angeborenen, ererbten; und erworbene» .strafte und Eigenschaften fett und'! bringt den Nachweis, baß die Entwicklungsgesetze: ' derselben die physiologische Grundlage aller politische»! Einrichtungen, Tätigkeiten »nd Vorstellungen bilden, weiche die Nassen des Menschengeschlechtes in ihrem! historischen Werdegang hervorgcbracht haben. : ' Tie biologi'che Geschichte der Menschenrasse«j j ist die wirkliche und grundlegende Geichichle der! Staaten. Statt ihrer machte man bisber säst allein! die Entwicklnng der pöliliichcn Einrichtungen und ־ Idee» in einseitigster,Weise zum Gegenstand histo ־ rischeij Unteriuchungey. während man darüber die, realen) Menschen ׳clbst, die - leibhaftigen Nassen,! Familien und Jndivibuen als organstchc Erzeuger! und Träger der politischen und geistige» Geschichte gänzlich vergaß. Tie vergleichende Ncchtsgeichichre hat cs andererieils mit Erfolg unteriidmmen, den natürlichen, Ursprung der Familie. der-Ltände und der Staatsformen, sowie der privaten und öisentlichen Rechts-' beziehungen aus den verichiedcäen Stufen der gesell-z schasilichcn .stnllur zu erforsche״. Es ergibt sich! daraus mit Notwendigkeit das wisstnschastliche Problem, die kriegerischen und geistigen Leistungen der Llaalen aus der physiologischen Eigenart und Ungleich) ü'it, der sie zusammcnsctzenden Nahen zu erklären.! T ic Menschenrassen s 1 n־b aber denselben, allgemeinen biologischen N a l u r g c s c tz c n! der Veränderung und Vererbung. :M j pass rüg und Auslese, Inzucht und Per-! misckung. Ve r vol l kom ui nu » g »nd Ent-! arlung unterworscn, wie alte anderen) Srg inisuien der Tier-und Pflanz enwe^lt.: Tie ohysiologische Ausrüstung mit Srganen, In-: stinkten »nd Begabungen und bas Gesetz ihrer fortschreit enden Veränderung beherrscht das politische Schicksal der Nassen, Familien und Indio,dzicn in aussck laggebcndcr Weise. Die Verbindung der anihkopolog־ schSn Naturgeschichte mit der polnischen Rechtsgcichiihle־ führt daher zu der -»msassendcn Ausgabe, näher zu ergründen, in welcher Weile die politischen Recht!einrichtungen und NechlsvorsteUnngcn aus) dem Miologischcn Prozeß der Nassen herausgewachsen) sind und in welchem Maße sie selbst auf die Blute und de» Verfall der Nationen fördernd oder bei»- \ , mend cingcwirkl habe». .• Eine in diesem Sinne »alnrivisienschajiliche bc- \ gründete Theorie der politischen Völkergeschichte muß > erstlic, cv ol uti oni sti s ch sein, d. h. d,e staali liehen Einrichtungen aus ihren ersten Anfängen und j in ih en historischen Tisserenzierungcn während der )wichtigste» Epochen verfolgen: sie muß strncr bio-: ,logisch sein, d. h. die Entwicklung der Staaten als '! sozial psychische Ledenserzcugnisse organischer Wesen!und ihres Verhältnisses zu einander und zur Lußeren Natu: erklären und schließlich anthropologisck. indem sie Nachweis!, in welcher Weiic und i» welchei» Grade die allgemeine Natur deck Menschen und ihre besondere Gestaltung in R a 1 s e und Genius die historische Entwicklungsgeschichte der Staat.:: beherrscht. Ter Gang der Untersuch»n>z muß al׳o z:vei wisscnjchasllicke Forderungen zugleich;riiillen:;iuevieits sowohl die d iol o gij ch a n l pro po l o;z ־, lchep wie die hiftorilch voliii'chen Ta! licken darstellen und andererseits den inneren urjackuich-N Zulaniweuliang zwischen beiden Tatlackenreiheii I» der aUgenieincn unh ipeziellen Geschichte der Volker »nd Staaten ausdecke». f Schon aus dieser gedrängte», der Eii1le־.!u!!g des Werkes entnommenen Tarikellung ersteht man. welch fruchtbarer Stück wissenschaillicher Arb.ii in dem Weltmannzchen־ Buche enthalten ist: Tie ersten vier-Abschnitte behandeln die Phystologic nnd-Patho logic der Naiienentwicklung. mit besonderer Berücksichtignng des Menschen, die folgenden fünf den gesetzmäßigen, Zusammenhang derselben inii der politischen Geschichte und Gesetzgebung der Slaaien. während im Schlußkäpitel die Tendenzen und Lehren der wichtigsten politischen Parteien vom Stand vunkle der historischen Anthropologie einer ptinzipiellen Prüfung unterzogen werden. Wir missen er »ns versagen in diesem engen Nahmen,'auf Woltmanns anthropologische Theorie» und s-Huvolbesen näher einzugehen, wollen jedoch noch seine Anschauungen iviedcrgcben, die sich aui die jüdische Nasiciisrage und den Zionismus beziehen. s Je mehr der. Intellekt sich entwickelt, »»,sonielir wild: das ursprünglich instinktive Naisegeriihl ez.» Nafienbewiißlsein, eine aus der Tradition, dem Lebr und Lernlrieb sich ergebende soziale Sine. Jnioige des ־zniellcktucllen Eharakters kann cs aber nur dann ein festes und dauerndes. Band bleiben, >vci::i es eine.־ physiologische »nd morphologische Grundlage behält, wenn er immer wieder einen angeborenen Instinkt auslöicn oder an das al;:־bartige Bildanknüpscn kann, das den Si»17e:־ der Slammergcnosscn sich täglich darbierel. Weil diese phystsche Grundlage und naineinlick die Ehegemeinichasl fehlt, würde man z. B. Jndividnen der Neger- und Ehinescitklaise vergeh.:ch deutsches Natio»albewußlie,n einreden und einvauken. Tie Juden haben sich nur teilweise dem nationalen Enipsindc» anderer Völker und meist nur aus Grund von Blutmischungen anpassen können. Tenn dem iiationaien Bewußtsein liegt immer das Nasiegeiuhj, zugiinide, diesem aber die physische Form der:'iaste selbst, so daß die Stärke und Schwäche L>־ri!Ib.־:t von der Reinheit oder Vermischung des Rassebl..:.s abkängt. Soziale Institutionen, wie geistige und!.chniiche Gebilde, können ooy, einer Rasse aus die andere übertragen ivcrdcn, entweder unverändert oder in einer oft seltsamen Vermischung mit sremdartioen Tendenzen, die einer anderen Rasse angehören. Tie Fähigkeit zu einer fruchtbaren Nachahmung und Ausnahmcrrcmder.siuUurclemcnte, seien es soziale Jnstituiionen, geistige Jddcn oder technische Werke, ist noiwendigcrwciie an die natürlichen Vorzüge und Begabungen einer Rasse gebunden, namentlich wenn sie imstande sein soll, die sremden Ideen innerlich zu verarbeite«־ und in kongenialer Wel׳. neu zu gestalten. Tie geistigc Entlehnung vermag dann die Entwicklung einer Rasse ohne inner.־ Schädigung zu bcichleirnigen und zu einer Mite zu treiben, zu der sie allein und aps eigener straft, vielleicht infolge der Ungunst äußeoer Umstände und der historischen Lage, nicht gelangt wäre. Besonders günstig wirkt die psychologische Ver Mischung, wenn die übertragenen Ideen, Werl; ::,:d Einrichtungen von nahevcnviindten Rasten derslammen. Schnell und selbsttätig im-tun;» die germanischen Stämme die .stnllur der Römer und Griechen auf, die der Juden dagegen nur in abg.־- Sndeter griechischer Form und heute noch mach;,! sich germanische Antipathien gegen den ׳'emitiick.-i Geist des Alten Testaments bemerkbar. Ten» Annjcmiürmu« Hai es seit jeher qegcd.i־. schon 11» Altertum, wie die Sireiischriii des Joupbrs Flavins gegen Apion beweist. Ter־ neuere A::::' semilismus ist ursprünglich im stamps gegen gewi״. Auswüchse und Mißbräuche des .stapnalismus, geg-.u Bbrie» und Bankunweien. enistanden. Man da:׳ aber nicht verkennen, daß ihm in letzter Liu ein nationaler Raiieninstinkt zugrund, liegt. Tie Anliiemnen bekämpfen nicht die Perwi!. iondcrn den lsz-jst »»d die sttilicheü Anschauun,::» des Judentums ats einer andersartigen Raste. Sie werfen den Juden vor, daß ste die gewährte, Gast jrcundichajt und bürgerliche Glcichben »!!: Verderb- Vor landet in (!ast- und Kaffeehäusern die ״Jüdische Volksslimine*.