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Jüdische Volksstimme · 1904-01-15 · 2 (15.1.1904) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
V (1904)
Issue
2 (15.1.1904)
Date
1904-01-15
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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י- זיוי■ jüdisch» Bolksstimme 3üutי..לי! aus unsere Gegner, sonder» auS Rück>; jaus un« s e l b st, u n d aus d a s j ü d i j ch t. ji;: .. sollten wir die böhmischcSprache :icht als Nebensache und formelle is> on belrachtcn. Die Tjchcchisicrung 7 unljchen Juden ist eine notwendige Erschci- .■.׳■ wir nicht verhindern werden noch wollen, 37 :׳■ sie sich heule vollzieht, bedeutet sie das Xi Lreit.n aus dem (wenn auch engen! Bannj'r.udischer Vorstellungen in da« Kulturleben . lfc«, in dessen Sprache, Literatur und Leben ,r nicht« Eigenjüdijche« findet״ den» dar , , deutsch unserer Landjuden bedeutete immer r,. . Stückchen Ghetto, ein schwache« Band mit egon der Ostjuden,' Da« geht nun verloren .׳ote Juden sehen c« und juche» krampshast ״,- ein neuen jüdischen Lebensinhalt, Und diesen L »halt muß ihnen dc»-Zionismus geben, wenn 1 aus einen wertvollen Volksteil verzichten :!> gestaltet sich die Judenjrage hier in erster . . nicht als wirtschaftliche, sondern i. ul 1 ursrage unb. ünjtr Kamps mit uniern 0! - :1 zum Kullurkamps, Da» haben die bohmi- --;,omstcil noch nicht begriffen, das; die diplo in 11 Ersolge des politischen Zionismus und ׳;'׳■ wirklich so schön, als man sic darstcllt, den :, , jchen Jude» als solchen wenig geben können, : : wäre übrigens unbillig, diesen Bericht abiwn, ohne eines Planes zu gedenk׳», der 71 einen Schritt vorwärts bedeutet, Aus die mg unseres Gg, Steiner berät der jüdische - rein über die Einsührung von Elternabenden; .7!prechung jüdischer Schulfragen Wir zählen!:!zahl von Lehrer», die das Beste wollen. Es freuen, wenn der Plan gelingen wird, Hugo,Bergmann, 1;mfciiliQinpf uuir Inliftmilisinns in Ilntzlani». in ,L'tzke» Nachrichten' Nr, Illt, des ,Bundes' mit 1 ׳,״>» Dörse Liosno, zwanzig Milonu-ter von .;f, streikte» die bei dem jüdischen Unternehmer angcstellte» Steinhaücr, Sie verlangten die! ung de« Lohnes von 10 auf 13 Rubel für -:ubikmeter Stein, Als sie leine befriedigende -Oft vom Unternehmer erhielten, ginget! die > ::er zum Gendarmerieobersten Lamsin, um ihm ,!!lagen vorzubringen. Der Oberst ließ sofort Unternehmer Beg zu sich rufen und als dieser :■!״ kam, begann der Oberst zu brüllen und zu vie»: ״Glauben Sic ja nicht, daß hier jiischinew ich den Juden erlauben werde, die Christen ׳., .-־,oiliercn, wenn die Christen bis a»ss äußerste ■ den. ihren Zorn an den Juden kühlen, dann l :ldigt ihr uns der Untätigkeit, So müssen Sic n n. daß falls Sie nicht sogleich die Forderungen r Arbeiter besricdigen, telegraphiere ich sofort Petersburg und weise jede Beranlworlung für eventuell vorkommenden Progroi» (Judenkra- ■ von mir ab," All da« war in Anwesenheit : onstliche» Arbeiter gesagt," Und nun, wagen uns die ״Bundistcn" von uirität de« russischen Proletariats zu spreche»! 1: ner am jüdischen Boll! Ihr wagt den Zionis- 1 und die Zionisten zu besudeln, weil sie gegen ' Klassenkamps innerhalb des jüdischen Volkes :.■!>, solange c« nicht die nationale Freiheit er- : bat! In einer Stadt verlangen die christlichen!:er, man solle die jüdischen Prxletarier aus eabrik hinausipersen und sic durch christliche er hier letzen die' christlichen Arbeiter ihre Forgen mit Hilfe der Polizei und unter Andro 11 mit einem Progrom durch. Das heißt in e mache unserer jüdischen^Loz,allsten, der Knechte ,;roßrujsijchen Sozialismus — Solidarität des -larials in Rußland! Die Zionisten Litauens Polen» sollten die Kenntnis solcher Tatsachen, :a nicht vereinzelt dasteheii, unter den Juden eiten: dann wird der jüdische Arbeiter zur Ein- ' gelangen, daß er von einem Klasscnkampse in »i.,,,!and selbst nicht« zu erwarten hat, Tenn sein זיז Feind ist der russische Proletarier selbst. Die ' sbeteucrungen der Führer der russischen Sozia» l:: haben für uns keine Bedeutung; viele christ- . : Bourgeois machen uns auch Liebeserklärungen, i'1. wichtiger für un« sind die Gefühle, die die w>, -■ des russischen Volke« zu »ns hegt. Nicht H10>: die ruisichcn Bauern, sondern auch die rujsin Arbeiter sind Antisemiten, An den Kischinewer v:!!■! »Metzeleien haben richtige großrussische Arbeiter זיז! ,inommcn. Wer von Solidarität che« christlichen ind indischen Proletariat« in Rußland spricht, ist kr!::> edcr ein Naiver Narr oder ein bewußter Betrüger, Seite 5 Brirf ans Ung. ^radisch. ׳»>">?.^"?Pr veranstaltete hier die ״Achiwah" eine Makkabäerseier, Festredner sur. Schmitz schildcrlc 1» inarkigen Worten die Bedeutung des Chanukineilcs und zog eine Parallele zwischen Ber» gangenheit und Öiegenwart, Di- Tendcnzrcdc hielt .״1»״»ד» des L, .1!. Freud, welcher ein Bild * ^Huchen Geschichte bis aus die Jetztzeit entrollte und die^ Entwickelung des Zionsgcdankens darstellte, 2»'», -chlusse unterzog der Redner die mißlichen Verhältnisse in lkng. ,!,iradüch einer scharfen Kritik, ■ier Abend ncl leidlich hübsch aus, auch sür den kcalionalsonds wurde geiauimelt״ obzwar der Besuch äußerst schwach war. Die Gründe, welche den größeren Teil der hiesigen Judenschast der Malkabäerseicr sernzubleiben bewogen, sind merkwürdig genug. Hier lebt und wirkt bekanntlich Rabbiner Dr, Bur st nn. der in ber ersten Zeit siincr diesigen Wirksamkeit ein estriger Zionist war, Dr, Bursinn,! her in der litzle^ Zeit nur deutsche, säst niemals jüdischnaiionale Feste beiucht, wurde zur Makkabäerseicr der ״Achivah" nicht cingeladcn, Sr, Ehrwüröen war aber nicht faul und inszenierte eine Gegenagitaiio» gegen das Feil, wozu ihm die vom isr. Frauenwohltätigkeilsvelciue geplante Veranstaltung eines mit Paradcgojim garnierten Kränzchens eine ivillkoninienc Handhabe bot. Man erzählt sogar, Tr, Burstyn flJltte es nicht verschmäht, Gemeindeangcstelltc brieflich um Fernbleiben von der Makka- ■ bäerfeier zu ersuche». Auch viele Eltern bliebe» dem! Feste iern, weil sie. wie sie sagten, sonst sür den! Fortgang ihrer Kinder fürchten mütßen, welche zum :Rabbiner in die Schule g.hen. Wir haben ichon mehrnials in diesen Blättern die Vielicitigkeit dieses GoitesmaniieS geschildert, , Jetzt arbeitet er w׳dk׳r daran) seinen germani-! ן scheu Kasinosreundcn und der au-cVen arischen Ge»; ן iellichast ein gelungenes. Fest zu bieten. Die wohl-!!tätigen Zwecke der Veranstaltung wollen wir ja, i nicht bcslrciten, aber cs sräqt sich, ob der Fraueni verein nicht aus' würdigere Weise und ohne so große! gnd unnütze Jnanspruchnalime der materiellen Mittel 1 seiner Mitglieder, die leider nach der Pfeife tanzen,! ' zu seinen Zielen gelangen konnte. Es unterliegt ‘ , keinem Zweiiel, daß die nn Tschechen ergehende', tschechisch geschriebene Einladung, die von germani- | sierenden Juden ausgeht, als Provokation ausgel saßt werden muß, wie cs auch tastächlich geschehen , ist, Überhaupt muß der Anerkennung d,cs wohltätigen Wirkens des giiianntan Vereines starker Abbruch I geschehen, ivcnn man in Betracht zieht, daß unser! Rabbiner den vom Vereine ausgeipcistcu armen! Schülern beim geringsten Anlaß vor all ihren!Kollege» mit der Entziehung ihrer Unterstützung ',droht. Fast scheint es uns besser, daß sich arme ^Jungen ihre ״Kosilage" i» gewohnter Weise erbetteln, als daß ihnen von ihrer» Religionslchrcr ha« Messer an die ,Kehle gesetzt werde. Wir haben nicht die Absicht, an dieser Stelle ein Charakterbild 'unseres Rabbiners zu entwerfen. Nur soviel soll hier geiagt sei», daß der Geist ('?!!.; der ihn beseelt, leider »1 unserer Gemeinde der - herrschende ist, den» ionst wäre cs nicht möglich, daß inan sich seine Stückchen ruhig ' gesaUcn 1 ließe. Ein Voriall der jüngsten Tage ist berondcrs geeignet, unsere Gemcindeverlretung zu charaktcriesieren. Bekanntlich sind die Kultusgcmeindcn nach dem Gesetze verpslichiet, den Kmd׳rn der Gemeinde-! angehörigcii unentgeltlichen Religionsunterricht anj gedeihe» zu lassen. Nun war die Gemcindcisjrlrelung! so schlau, de» hcbräiichen Unterricht nicht als Religionsunterricht auszusassen und h.dt sür den sehr!dürftigen Unterricht aus dem Hebräischen ein nicht! unbeträchtliches Schulgeld pro Kops und Monat - ein. Dieses stellt sich abgesehen von seiner gesetz! lichen Unstatihasiigkeit als eine die minderbernillel-! tcn und meistens kinderreichen Gemeindenutglied-r drüekendc indirekte Kullussteuer dar. während sic die Reiche» von ihren Ltcuerpstichten teilweise entlasten soll. Eine von mehreren Mitgliedern cingcreichlc Eingäbe um Aushebung der Schulgeldes für den hebräischen Unterricht wurLe mit der Motivierung abgel lehnt, daß der hebräische Unterricht nur :als privater Unterricht zu gelten habe, ' Sollten die Petenten sich weigern, die Zahlung des Schulgeldes zu leisten, so wird ihnen angcratcn, ihrcKinder vom he brä 1 schon U nterrich te fern;uhalten. Zum Schlüsse der Erledigung wird unter Hinweis aus die Wichtigkeit des Unterrichtcs in der Religion und i m H e b r L i s ch c n vom Gemeindeausichuß 'die Hoffnung ausgesprochen, daß die Petenten im Intel esse ihrer ,Kinder dieselben auch weiterhin unter den gleichen Modalitäten am Un-!errichte lcilncymen lasten werden, Wenn nun die Gemeindevertretung wirklich von der Wichtigkeit dehcbräiichen Unterrichtes überzeugt ist, wie kann sic diesen als bloßen Privatunterricht hinstcllen und wie kann in der Ausichußfftzung die Äußerung fallen, daß dcr.hedräische Unterricht mit dcm Unicrrichic aus Französisch aus eine Stusc-zu stellen sei? Und wie isr c« mit dem Gesetze in Einklang zu bringen, daß der hebräiichc Unterricht .in der Volksichule als bloßer Privatunterricht dehanoeli wird, während zur Ausnahme in die Mittelschule die Kenntnis de« Hcbräiichen Vorbedingung ist? Den um ihr Recht verkürzten Familienvätern raten wir, ichon aus prinz!viellen Gründen von ihren Forderungen nicht abzulasien.'j Einmal wird man doch erkennen müssen, wo die wahren Freunde des Judentums zu suchen sind. Dann, ist die Zeit nicht mehr ferne, wo die Gaukclci und Indolenz auch aus Ung, Hradisch hinweggefegt wird, A, Freud. 3itdiscb« Proselyten in nordmährta. In dem Hannakrn-Dorse Tisiin leben seit länger als zwei Jahre judaisierende Bauern, die an den großen jüdiichen Feiertagen »ach dem Tempel des nahcgelegenen Kojelei» kommen, um dort ihre Andacht aus hebräisch lichechiich.n Machiorim zu verrichten. Ob dicie Gruppe ein Ableger ihrer nordmährsichen Gesinnungsbrüder ist, wurde mir bi« nun nicht klar. In Proßnitz Hai eine Anzahl meist junger Leute, Blichbinder, Schneider der kaiholüchen Kirche den Rücken gewendet ünd bilden, offiziell konsessionstor, eine freireligiöic Gemeinde, Sic verehren in Jeiur Len Erlöicr und suchen seiner Art nachzulebcu, indem sie sich des Trinken». Fleüchgeuusser, Rauchens und Svielcns enthalten. In ihrem eigenen Beiraum pslegcn sic einen Gottesdienst, der — wie sic sagen —- dem jüdischen gleicht, Z. Bücheründ Zcitfchriften-Rundfchau. O'-rt; Israel. Ein Lehrbuch der Geographie von Palästina von Juda Graiowrki, Da« kleine, »n Gegensatz z» den meisten hebräischen Büchern auch äußerlich gut ausgestaltcte und mit einer, hebräiichen Mappe versehene Buch ist seinerzeit den Lesern unser׳! h.dräiichen Jugendzcii'chr-ist ״Olam kutan" 'al« Präznie verteilt worden. Wir möchten das in schönem und leichtem Hebräisch geschriebene!punktierte; Büchlein des verdienten Palästinnenier Lehrers allen denenherzlichst empfehlen, ivelchc sich in schlichter Weise über die Keographie Palästinas seine Horo- und Hydrographie, sein Klima, seine rechtliche - Stellung informieren wollen, h, b.' Berichte über makkabäerfe^era. r ^anjahlfü. 6s ge'chlehl;um, driHk:s«iaHe. .daß in Bosnien erne MdlkibSkrserer verannuller wi-^-. .Diesesan> in Bosnien b׳sher eine einige uarionale Multabä.'rseier in Bai j2luka ftuk. der u» den lisch«'!׳n Tagen eine in Tu;ia solsl,;um- Uu!er׳ch:ede ^>om nukahkrän;chen in Sarajevo, dem der;io:nft^'che <5darakler fehl!« Die Äanjatukder »Vier sand unlrr febr B leitigung des P.rbukums s!an. Dle Begtüsrunqs und Fcslrede hiell Ädvoka! Tokior ivrank. der auö׳'ührr׳ch die Bedeutung von solchen ,retten, die Bedeu:ung drnarionalen (.^edakrkens hervo bob und ausforderle. uneru» weg! zur Na:׳on zu hatten un) d!e Binder nano ial ergehen Seine vom zio-llsuichem G.ntte enüllle N.de wurde degeitterl ausgenommen. Bctftraö. ^tollosialer Besuch. 600 Sephordim nnd Aschlenasim. Tendenzrede von 6bacham Älkanro. Gesangspioduklioch des Gcsangverelnes. Rede deS Dr. D. Älkalai über die O^öfte und Berbreirung der;1on:tti׳'chen >)dee. «Kroger moralischer Erfolg. . 4 Berlin. D!e Makkabäerfeier der ^Berliner. Zioni. ftischen Bereinigung"!m Zoologischen Darren, dl: voa wett über tausend Berionen besucht war. nahm eine» glänzenden Berlaus. P 0:0g verlaftt von Emil Eohn, gespr. von Errch Rosenkranz. Kettrede Dr. Älire) Klee; lünstlerische Borlräge von Krl. B-uy t'oewbn׳ , hal, Krl B tt!e S il'b er tt e i n. Krl. Anna-LZein׳ derg sowie besonders iü)rsch-deul׳'che un) h.'brän'ch- Wieder von BZalter i'ewfl und Zalod Led 0 wry. Später Tanz un) Klff.epause. Sammlung für den Ralionalsond. Tombola Majerowitsch) un) viele- •\ Tie Roriciuna, daß der Staat die «onen de» jndüche« 'teligiondumerrlchK»;u t.azen habe, geht anden uonüllicheu P.inziplen unmittelbar deivor. Seldilverständirb können wir m!Tefteirelä» mir dieieu Forderungen inislange nian au'treren. al» die .׳׳radal» und;abtterche ihre. Raddiner,u unseren ei׳'r,gne>l Gegnern gebo.en. Letztere waren, um ihr Borum de'ragr, fich^rlrch geneigt, den hrdral'Lea Umerrrcht neben dem llnlerrichte au» ^Retkgion" dewglsch semer Wichiigken an vvene Stelle;u rmlel,. VvrdrvLchvch d«n ״Jüdischen Volkskalender“.

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