Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- V (1904)
- Issue
- 2 (15.1.1904)
- Date
- 1904-01-15
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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7\י־\ Icrvrgang. "23110111־. cnn 15. Äänner 1904 .2 .־!דיל Uhvnm'iie: ,nir CiWiTfidi fwli’ oi1vuio«&un1\: Tcul'cMand ^nn.;1dt>1־u\ Mart »■; -» , . . -» ., •i... ■'.י ' .“ *• - ■ui•,um» U-11,!!:.!'.: ־_ -Ml ih'ry, <vro»lrf1fl), -iiufc:, Hurrkürncrr. 3abu-n. ^iii.uujoit imv.'i\if •-. י ^«.,'aftion nnk זזסזזי *!"**זןוה1האז: $rümtr 2(t1ü!t<. י 11•: ״^ufriidn־ *S^lt-M'mnuto*׳ cr^im am 1. und 17.. .־:׳. $erliz:1>>^^5ro «lcmm. ir rin uttonfäUditer Arier über Iudcntallffn denkt. Hilc faule« wurmstichige« Früchte am Baume alic» Bunde«, über deren .Abfallman doricn froh ist. suchen bei uns Aufnahme. Allein, wenn .י die Kirche de» Mantel der Liebe über gar uche Fehler breitet zind das Tausbecke» manche unld;»deckt, so vermag trotz alledem sei» Wasser « den Schmutz abzuspülen, mit welchem der rmiegcnde Teil Konvertiten z»r Taufe schreitet, .den Augen derselben erscheint das Taus .n ,in wahres Waschbecken für alles Gemeine י Niedrige, wovon alle unsauberen Elemente von ,den sich reinigen möchten. Tic Erfahrung lehrt r. dag sie dadurch keineswegs reinlicher werden, itr aber das Taüfwafser umsomehr deschniutzen. lind jo scheint es fast 'ratsam: llnter uns .:ern nebst den Bcisicherungsgcjellschasien gegen Unfallauch solche gegen diesen .Abfallu״d gcbniig, zunächst durch innere Überzeugung. ^Als er nun viele Pkariiäer ... sah zu seiner Taufe kommen, iprach er zu ihnen: Ihr Ltterngczücht. wer hat euch gewiesen, das! ihr dem zuknnsligcn Zorn entrinnen werdet?- «Evangel. Maihäi. Kap. 3, 7., Jeden wahrhaften?!r,er muß cs ichmcrzlich der,ihren, das! siin Glaube pan diciem krankhaften, gewissermatzkn^ .wassersüchtigen- Teil des alten Bekenntnisiez so schwer belastet wird. Noch mehr aber Lrürkl uns jslrier hiebei das iranrjgc Bewusst,ein, das! nn er Ehristentuui hiedurch alluiählig — versudet wird. Uui,t dun,NNr Michel mcrkl dies gar »ick»: da cs nämlich den Juden auf andere Weise nicht gelinge!!, will, io v.riuche» sic »ns aus Liese Art z» judaisieien. Sie begnügen sich nicht damit allein, uns einstmals den Sliiler unserer Glaubens gegeben zu hal»׳n, »ein, schon wimmelt es in unseren höchsten Kreis, ir sogar von Kohns und Levys, die selbst hohe Bischofsstühle einnehme» und nun sehlt uns nur noch etwa ei» Kardinal Redb Schmul Leb Feigel- Tatsächlich erachtet es jo jeder besser Denkend, in uniercn arüchen Kreisen unter seiner Würde mit solchen Menschen zu verkehren, die wohl .Ehrenerheucheln, aber.!.Ehreverloren, ,Würdener betteln, aber die ,Würdeverleugnet haben. Im Ernst, ist es nicht .endlich hoch, an der Zeit, daß man auch an Len berufenen Srältcn diesen Falschschwörern und Meineidigen!Beweis, siehe oben, die Aufnahme verweigert? Wie lange noch wird man da auf Ge> i» n u n gs l u m pere i. das ist und bleibt dicIudeniause — wir g ehe» nicht ab davon Prämien rteilen?. Ist cs nicht jedermanns Pilicht, Menschen, die nun' cinmal moralüch heimatlos sind, in jeder guten Gesellschaft aurzuweicheii, ihren Verkehr, weit, weil von sich wegzuweisen, wie den eines jeden Schädlichen für den Charakter, die Treue, die Pietät des Menschenherzens? Namens all dieser müssen wir er ihnen schon vifen und unumwunden erklären: Für die zwen,! hafte Ehre Eurer Mitgliedichast bedanken wir'uns .!licht aus jüdischen Kreisen zu griinden. Lolche üoet oder ein Lberkonsistorialrat Eisig Hirsch Flau-s Arier schönstens und gerne leisten wir Verzicht-aui ,. '-llsverltcherungkn m unserer Mttte gegen tote mendust. I dieselbe m,t dem Wunsch«: .Aus N,n,nzerw,ederi.׳t>en ״e wurden mitunter recht viel z» tun haben . aa.,s zähle» alle Eriolge'unserer Juden»,isjion,; V הי konnten ihren Mann reichlich ernähren ״ ■ deren jeder Einzelne schwere Tausende kvilel, gegen Zu unserem Bedauern muß nämlich konstatiert diese Massen»»,sio» der Juden unter uns, welche rdc», daß es unter all den .Kohn-veriiten keinen! sie im Handumdrehen durch ein paar Groschen >:gen, sage keinen einzigen gibt, der ans 1!JauTgd>iit)r erriiiiKn! iudiger Ueberzeugung unsere Fahne umfaßt, son-! Ader, Scherz bei Seite! Haben dic.Iude» nicht :n Titel oder Mittel, Rache, Reichtum oder Ruhm-1 vollkommen Recht, wen» sic solchen Subjekten, die l:1 bilden ihre Triebfeder oder cs heißt im gün-! mit dem Heiligsten, was Menschen besitzen, mit iste» Falle: ,Cherchez la komme-, Ten rechten! Charakter. Uederzciigung, Manncswürde, wie mit .:rgcr muß cS in tiefster Seele anwidcrn, daß^Würscl» spielen, jeden.Zutritt verweigern: wenn sic :ch Leute solchen Kalibers die Grundlagen aller, dieselben wie einen moralisch Gefährlichen auf jede »rat erschüttert werden. Woraus beruhen denn!Weise meiden? Ist doch schon die übliche Schwan- ׳elben vorwiegend? Auf der Heiligkeit des Schwurs.! k»»g dieicr Leute vor ihrem Verrat zwischen Kathot Schwur aber, den diese Menschen für ihre! lizismus und Evangelismus cm :deutlicher Beweis rzeugung von unserem Christglauben ablcgen, dafür, daß sie eine dreifache Lsmpcrei ausüben: eitel Hohn und Spott. Tenn zu glaube», daß gegen die katholische Kirche, dem protestantischen Besitzer des ältesten Gottcsbundes mit der Glaubet, und dar Heiligtum der Famitic. . nschheit, wohlgemcrkt, aus ungeheuchclter Üb.r- Wen» aus der Wahlstätte der Ehre irgend jeziing eine« anderen Seelenheils bedürstcn als bes mniid seine Genossen treulos im Suche läßt und, gen, das wäre mehr als Selbsttäuschung! . um sich! zu reiten, rasch die Feldzeichen de« anderen Ter Glaube ist ein Sakrament, welches man anlcgi, io cr'äürt dieser ,Uederläusermit Recht : l bloß durch ein paar Wasserlrvpsen, durch nicht »ür die Verachtung der eigenen Genossen, nein, >ge Sprüchlein des Katechismus oder durch zwei er wird, auch vom Gegner als ehrloser, seiger Wicht :eliebige Taufpaten erreicht, sonder» durch Hinb-trachlrt. — -- Vflilrrkungfn mm Wesen der jüdischen Punk.- T!e Verbannung jeglicher Philosophie aus der bildenden Kunst wurde zwar schon früh und von einsichtsvollen Männern-vorgenommen, war abzr nicht im imstande, alle jenseits dem.Realen liegenden Auswüchse schöpferischer Triebe zu vernichten. Tie Philosophie setzte sich trotzdem immer durch, wenn es galt, ,Ideenin eine sinnliche wahrnehmbare Form zu kleiden! sic begann mit einem milden Idealismus und artete aus der Hohe ihrer Ein- Wicklung in den widerwärtigsten Symbolismus aus. Für das nen-ausstredcnde südliche Volk liegen z die Symbole auf der Hand: und es ist bezeichnenb genug, daß ein bekannter südichcr Zeichner di.- selben nicht aus Ler^Gegenwart Holle, vielmehr die fast verschollenen rcligiöieu Symbole in eine neue?l issassung und neue Form i Slyt, umbildete. Cir Efrain, Maies Lilien diese Tat aus. U Verlegung und künsllcriicher Berechnung unlernadm, oder ob ו Jeuil'l'eton. Jerusalem. $0:1 Tr. Adolf Fritdemann. liegt hinter uns, die Stelle, ■ gelegenen Heim pflegt man die Armen, die an dem ein wenig Erde aus der Heiniar mit in dar i.r::.!furchtbären Leiden des Aussatzes dahiniiechen und nordzsche Grad genommen. So dünkt ihn der kalte > vor uns heben sich Mauern und Zinnen, altersgrau Boden wärmer, er ruht -weicher 1m Staube verkui!! und verwittert, auf denen langiam die türkischen kener. doch nicht vergessener Herrlichkeit. Vielleicht! Schitdwachen aus- und abjchrcit.n — die aliez siammt der Man» von Urias ab. dem es uni.r Biltir liegt hinter uns, die Llelle, wo einlt j Kochba den Römern letzten, verzweifelten Wider- | Tavibsburg. Wir sind in Jerusalem! _ Wer könnte die Empfindungen beschreiben, die ״! גTtüYSanä'jäm ^״ufסי»« (uns hier beschleichen! Wir treten'wirk.ich und wahr-! Fremden bedrücken. . Und für w:e Viele sind d.e Plateau des Gebirges Juda und die kahle, siei-j hastig den Boden, aus dem z-hllo,c General,onen, wen,gen Korner Land das einzigc -!uckch.n «de, den! alten Regime ganz sicher nicht mehr b.hag:e. oder von Joab Gleichviel — man läßi sich doce noch lieber vom eigenen Volksgenossen, als von an der alten Burgmauer dahinichleichen. durch die enge Gasse beim armenische» Kloster bis ans Tor. vor dem da« Grab König Davids liegt, und sehn- Einöde beginnt 'grünbewachsenen Flächen zu unserer Vorjahren wandelten ihrem »s sic י.ן" Rechts erscheint die Ebene Repbaun. das I Blute Dnngtkn und den )it IN unzähligen, schwer d der Riesen ferner Borzeit nnd träumend sehe!mutigen Liedern besangen, ^nachdem er ihnen ver׳ dahcrwandeln nackte riesiae Leiber, das Wotss-lloren war. David und >vatomo. Jeremias und , . . . .. .. über der Schulter.'in der erhobenen Rechten! Jesajas, hier haben ne gelebt und gewirkt; wr Juden süchtig h.nuder'pahen nach dem verschlossenen wursbereiten Steinblock Aber zum Träumen I haben sie gestrebt und geschasfr. m haben diese liglum. Lehit sle>scüg1<r1q ch.u die!.»rabeskirckn!1 wenig Zeit; der kleine, vielleicht l 2jährige j steinigen Bergkuppen, diese sruchtbarc» Ebene» gebetrachten und d,m Lroh1>e»Len Tonne! der I. ' mit dcpi toten Fez mir gegenüber schnallt! liebt, weil cs ihr, unser Land, n stolz den mächtigen'Säbel um. den er noch!Und dann ist der ganze׳ ״ ' .:m tu«. I hin.ר.חתרn!־ דז^יWnnti'T lin״ ».»». -»—- - -- , . stets macheii Judenland war. manüra, der ehernen, Riesengsocke. lauichen oder am trom der Völker darüber Eingang zum weiten, stillen Tempeiptatze stehen. - zu schwinhen vermag, und sieh, mich dann her-j dingegangen. Römer nnd, Perser^ T-r.aren und den 'sie nicht betreten Lürsen. und »ach kurzer Rast ׳K?n?it°aus-'^n^°rr^chtl.ch sieht 'er' au,^den j n,^Lä°b"°"h^ gebr-ndschak,7ver.°üs.-h Sie d,e großen, frühzeitig »ed-ug«-.. Gestatten ״n langen. I 1 ״ °״״sufflä b« wrnidltft öü Säumt gefällt uni) Marb,q״ Kastan, ü.e braune Pelzmütze auf dem ü,, m,iTr׳ Bank"?-»/!'!' und"änAch' sein arm-!di?Palmen verbrannt. Und diese arme, geschändete Haupte, m.t Len jch-r,ge,chm«enem te.üoollen Zuzen, ■ L - r. , un0 VUA1"M I " _ 1 ..j־. hnrfl neraest'en worden. In L0den Eindruck von Kindern, die ״ach tanger Trcnnunä :0 Bundrlchen feslhalt — bas biidjen Ärmut,ן$ Gbm'elcn haben die scrncn Verbannten! ins Elternhaus;»•-ückkehren und dort alles io merk- - er aus Grodno oder Berdytjchew herubergc- «. » 9 *״ b»bt״ si-!w-rd.g °c?ändert finden. Ti-Ottern sind gestorben in der ba,,gen Nacht langer Jahrhunderte gebetet, - ftcmde Leute treiben prosanc Beschäftigungen in und wer sich nicht in die heimatlichen Berge zum den alten vertrauten Famitienraunicn, und war die U,,V * * ' _ , . . / . . י . .. V_L-i X.X *Ml«!»•)(mm er aus taut hat. üinf« drunten erscheinen die Häuschen der o.uvchen Templcrkolonic und das langgestreckte -Ai'iüefiorehaus. In jenem freundlich im Grünen setzten langen Schlaf betten konnte, der hat doch Erinnerung in srcundlichcr Romantik mit Müllem. Verbreitet die ״Jüdische Volksstimme“. ^44642