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Jüdische Volksstimme · 1903-09-15 · 16 (15.9.1903) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
IV (1903)
Issue
16 (15.9.1903)
Date
1903-09-15
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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<י1 .fr': Fudifche Polksktimme ic id,licBt ferner au« jene Proletarisierung man dann ״ach Bedarf durch da- Tazwifchenwirken Leite 3 a:men Landvolkes, das ,»affenhan in die Städte feinerer Faden >n ״,״״•r <ro •4 sie j« nwraltjch und mm mt<,eiu״öen' ital.e,Ä ft hi”״J■!?'f ״״״' irnimifien nnfbläft un& mit feinem Huiiqeraiiqebot Wir (mben ion>׳'t mi■ d -r' n i ich, Vorzug,mn rohnarbeit alle Gräuel de« KapstZlisL..-L die unserer^״ ״,*’; mit. A r geno״en,chastl,che Be,,.! des Grund daren Landes große'«an'-o - k,-״ BvdenS geivälirleistet für alle ,feit Freiheit .war womöglich nur ' Brüderlichkeit des Bauernstände Aeil verfügz! erwerden und deren Bvdenbc׳chas׳engespant, kurz, es wird aristokratische Hilfe. Um die beinerliehei spätere Uebemalime des nichts anderes geleistet. als vv» heit und Wasserverbällii.ii.- ve>» vorntierein eine qe 4' fÖÄt .oernnn, M. leitte m geniigender Zahl, womöglich ״diicher, wenn ..ch und politisch gl"ch hell,ame w,rt,chaftl,che nicht unbedenklich christlich:: muß der- .weite Akt .üheit^auch der I'-dt-lchen 4Beru,e. und dadurch1 der Borbereitunq zion,s,״'cher Tätigkeit sein Lie u hur ,.reche״ und druderhches Zuiammenhalten.: haben auf dem ״men bestimmten Gute den Winanderes -Ylteu, kann nach meiner Ueber.engnng jchastsplan auszuslellen. de» ertat zu entwerfen die .jw,״smnS gar nicht Wahlen. Wollten w,r das > Zeichnung der Gebäude, den Bedarf an Maschinen . uns erworbene Gebiet an reiche Kapitalisten an Laatgui. an Geraten, an Gespan» und vor um, so märe es er,tenS viel zu eng für die allem an Bauernfaniilien feü.uflellen ■ •en, die der Erlösung harren; denn das Groß-' .nüeigenlum verödet die Welt : er hat nicht den .\rtfien Teil der Fassungskraft für Mensche» die kleinbäuerliche Kolonisation mit ihrer reichen Liedeler einerseits für die Landes gut genoisenschai: lich zu erziehen, und nt» sie andererseits zu besäbig,»/ für ihren festen ..'vbn möglichst viel Genuß, guter zu, erwerbe», wir! man vom Anfang an^er Hauptqenofsenschast Un!Fgenossenschas!en anqliedern, vor,allem einen Konsum Berel». Man wird durch eine Großhandelrgenosse»i׳chasl alle die,eiligen Produkte des Ackerbaues »der der Industrie, die ,»i, Lande nicht bergestellt werden, an der beiten Quelle und gegen Barzahlung > kaufen und wird sie ohne anderen Preirausschlag!als die Transporikoslen an die Konsum-Vereine der einzelnenKolonien ablasien. Aus diese Weife enlgetey die Kolonisten der Besieuerung durch einen Uirämcr, der einen um so höheren Ausschlag auf die einzelnen Waren erheben muß. je kleiner der Ptrsonenkreis iiu,l>er Ihn mit ernähren soll; nach deutschem Verhältnis zu ״rteH*n; erhöht man durch solche Konsum-Vereine die Kaufkraft des Lohnes um 3ll)-h1s •’>״%, oder war dasselbe in. man erhöht den Reallvhn um ebenso viel über den Rvmjnallohn. In die Verwaltung dieses Konsum Vereins sollen! von vornherein bie_ Frauen und Männer der Kolonie in immer steigendem Maße zur Mitarbeit zugezogen werden, damit ihnen die schwierige Ahsgage kaufmännischer Kalkulation und die noch schwierigere der Leitung und Lenkung einer Zu gleicher Zeit niusien in Galizien, Rumänien und Rußland ans der dort, vorhandenen reichen Zahl jüdische Ackerbauer zur Uebersiedlung geworben und :i-chen Entwickelung, und wir würden zweitens, auj?en Weg gebrach! worden sein. Lie muffen anderes tun, als Stadtproletarier in noch sbe’ 'brem Erscheinen aus der Kolonie Wirtjchastsmerlicherc Ackerbauproletarier verwandeln. —! und Wolingebäude fertig vorfinden, und ihre An- : wollten wir das Land in Bauertzstellen zukunst muß aus den Zeitpunkt fallen, in dem der ״nwierwerc ver ׳-euuna uno ueniuna einer .,״ römischen Rech, austun. jo würden der Landwirt,cha,t beginnt,Generalversammlung allmählich alles Elend mit importieren, dag das Eiqeir-!"1 ׳n,ort an du Arbeit g׳l,en können. ^>cj?-Iäusia wir» beides unerläßlich iiir Sie Leitu,1a!recht dieses Raubflaates über die z!ulturwelt - ״erden zuuachn ,ormell. um jeder wirtschastlichen! ,Smsgenchicnichasi 'die ihnen später;nsallen soll :acht hat,, wir würden nicht nur auch hier die!^Uailrophe vorzubeu^n. feu besoldete Lohnarbe,ters^ , ^h - ״ anderer Unierqe- , '.mgskraft des Gebietes für Menschen ungeheuer!»» Leute, d.e unter dem Befehle des s^w- «'» N׳r ״üe L»,,aht anderer ttnterge hungern, sondern wir wjirden vor allem dass leuenden Fachmannes für bemmmte. Arbeu einen^ Ich jchlaqe nämlich au« einer Anzahl von guten A chligiie venchleudern, dre gewaltige Kreditbasis,- beitlmmte». ortsüblichen, zur gcrrstenz emer ,zalmhe -.* '־ - ־ ׳י• -- י :.ine genossenschaftliche Kolonisation schasst, denn, ""ll ausreichenden Lohn erlialien. Man wird ihnen r ihr wächst der im Quadrat der Bevölkerunqs-; nbft sofort sage», daß etwaige Ueberschüffe des Be- :׳gleit steigende Bodemvert der Gesamtheit 'zu' >״ebes. d H. der Reineniag nach Abzug der Löhne, kann, von ihr nußbar gemacht werden, um die! Materialkosten. sowie der Zinsen des investierten eniischen .,!apitalmeiigen zu werben, die für die ׳ endung des Werkes unentbehrlich sind, Kapitchngen, die . der westeuropäische Jude uns nie .lenkweise zur Verfügung stellen wird. Geben wir r das Land zu Privateigentum aus, so wachsen gigantischen Bodenwerte, die Schöpfung der ׳!׳mtheik, einzelnen Privatpersonen zu und werden > türlich nicht de» Zwecken der Gesamtheit, sondern raizlxecken nutzbar gemacht, und dann kommen ‘ : über den Anfang nimmer hinaus. Unser Anfang muß demnach sein:, genossen- Etliche Bauerndörfer; das wird uns vorgeschrieden .:ch die Geschichte, durch die Wirljchastswisfeiischasl ג durch unsere heilige Ueberlieferung. Aber wie . das geschehen'? Run, meine Freunde, wir sollen ein Retz von uernkolonien über da« Land spannen, das wir erben wollen. Wenn man ein Retz spannen will, ichlägt man erst an den Ltellen die Haken ein, ichen denen das Retz entstehen soll. Tann spännt :׳ zwischen diesen Haken starke Stricke, dann .׳fl man zwischen den Stricken stärkere Fähen . stellt derart ein grobe« Maschenmerk her, daß Kapitals und jDer Abschreibungen auf lebendes und Gründen vor. nicht dich gesamte Land dieser Großbetriebe in gemeinsamer Wirtschaft z» bestellen, sondern jedem einzelnen.Kolonisten, der es wünscht, so viel Garten- und Feldland, in eigene Regie' und Verantwortung zu übergeben, als er in den Stunden, ihm die Arbeitspflicht de« Großbetriebes . . . ... , . ... ,die ihm die Arbeitrpslirlit de« Großbetriebes laßt, totes ,!nvenlar und Gebäude. n.cht den Kapttal.i.en,;m״ bcn ^sten seiner', Familie und mit Hilfe des Großbetriebes bewirlschaften kann. Ich meine, daß r. Abe4 die Personen, die er hinstellt, stehen doch Tas sind keine Marionetten. Sie leben. Aus ganz anderem Holze geschnitzt ist Schalom l>. Seine Begabung hat von allen jüngeren Jar- Sichtern das eigenste ,Koilorit. ׳Freilich sehe ich ei ganz von feinen neueten Erzählungen ab, die '! in der Petersburger jüdisch-deutschen Tagesung ״Der Fraind" erschienen sind. Da« sind : soziale Mstieuschilderungen, pedantisch in der mmalerei, ohne Eigenheit; eng, ohne Ausblick in verschlungene Menühenwelt; ohne Einblick in verschlungene MenDhenfeele. Sie haben nicht« .!ndez und Bannendes. Eine garstige Kühle weht ' diesen Skizzen, die nicht mehr aus bohrendem ׳. ׳aiiensdrang, sondern aus dem Drängen der .׳akteure entstanden sind. Bei so unfertigen ׳nnern, — <Asch ist heule 23 Jahre alt!) — Der ganzen Wucht ökonomischer Röte auSgeseyt .:0׳, und Talenten von so eingeschnürtem Umfang ׳: die Gefahr drohend, daß das ursprüngliche Künst- ״״» von Göttis Gnaden zu routinierter!Schrei- -> verblaßt. Um Schalom Asch wäre es schade, »n er diefen Entwicklungsgang — aus' dem er .!־״ den ersten Schritt gemacht!!— schon so h nähme. Er hat die Jargonliteratur um eine >e Weise bereichert. Was bei Adr amo mit sch :!deutet, von seinen Nachfolgern aber kaum ge- -g> wurde, da« fingt und klingt in den ureigensten -chöpsiingen Aschs: ein versunkene« Lüftgenießen ׳ t Natur, Die goldigen Schönheiten des Weltalls »»> uns, in denen die Gottheit zu uns spricht. den Begründern der Kolonie, sondern ihnen selbst zusallrn wird. Ri an wird ihnen ferner sagen, daß man ihnen zur gesamtem Hand, d. h. der von ihnen zu bildenden Geno-!enichast da« Land samt Gebäuden und Inventur;»»1 Lelbstkostenpreiie überlassen wird, sobald die Kolonie dauerhaft aktiv geivorden ist, d. >1. solmld regelmäßig 'Ueberschüffe er zielt werde». ־ Diese Form des Ausaiigs vermeidet jede in der Sache selbst liegende Schwierigkeit: sie wälzt die Verantwortüng für die Wirtschaitsergebniffe der ersten schwerste» Jahre von den Lchulicrn der kapitallosen und an diese Form der Wirtschaftsführung noch nicht gewohnten- Bauern auf die Zchültern der Kapitchbegründer bezw. aus die zionistische Bewegung selber ab. Es wird auf diese Weise jede Möglichkeit. Alino-en zu fordern oder zu geben, vermieden, denn der Lohn deckt in guten und bö'en Iabren die Bedürsnisse der Liedeler. Er wird aber glcichzektig vom ersten Anfang an die Krasi der Seldstverantiporlung, das wirtschaftliche Selbflinteresse voll anin den Erzählungen Aschs. Tort nickt träumend ein Bann,. Ein' Haus, im Laub verborgen. Tie Gräser tuscheln einander Geheimnisse zu. Ein Vogel flattert au׳. Kinder spielen. Eine Frau steht vor dem Keller. Ein Singsang aus dem Belh-hamidraich. Tie Wolken wallen und drängen. Reugierig blickt der Mond hernieder, und die Sterne lachen. Hastige Bilder! Keine sorgsam ausgeführten Gemälde voll eindringender Beobachtung-und, umfafsender Gestaltung. Landichastslyrik! Breil hingeworsene Im- Pressionen, in denen die Stimmung des Wanderers und der Stimmungsgehalt der Landschaft einander umschnriegen und-verschmelzen. Es ist köstlich, mit ihm zu' gehen. Er träumt in sich hinein und in die Welt; und die armseligen Wege zwischen den Dörfern umgiänzt er mit seiner Kinderlusi. Wie. ein Knabe sieht er vor sich hin, die Bilder nicht verknüpfend. Er spielt mit einem Sonnenstralil und wie er ihm entgleitet, schon mit einer Blume, aus die sein ,Tüchtiger Blick fällt: und weiß nichts mehr vom Gewesenen. Bon Gestern. Von Ebedem. Tie taufrische Ruivität der Kindheit schaut mit keuschen Augen in die Welt der Wunder, in die 'Wunder der Welt. Jedes Bild ist neue« Erlebnis. Jeder Aufblick ein Ereignis: die ganze Welt ist ihm nur wie Lpielzeug! Und ihre'gigantischen Erscheinungen verengen sich ihm z,i Gleichnissen aus seinem kleinen kindlichen Umkreise. Brünnlein stießen, wnnderiame Töne klingen und seliger Duft wallt auf. .. 1״v ״״, , Und der liebe Gott hat sich seinen Rock^aus- IV'-egeln sich wie in einem stillen, ״einen Waldjee' gezogen und liegt nun weitausgestreckt aus dem Felde. durch diese Form der Lrganiiation das Heiinarrqesühl sich noch verliefen wird, und das; ,manche freie Stunde des Hausvaters selbst und feiner Frau und seiner Kinder dadurch nutzbringend zur Hebung des Wohlstandes der Familie Verwendung finden kann, namentlich dann, wenn das Haus Millen auf dem kleinen Prachinück!fleht, so daß dieses leicht und beauem gedüngt urrd bearbeitet werden kann, und weun der Großbetriefb seine Maschinen und Gespanne gegen Erstattung der Selbstkosten für die groben Ackerarbeiten cherlbidt Wir werden dann in diesem Falle um den Zentralbeirieb einen Kranz kleiner bäuerlichen Betriebe haben, die sowohl in ihrer Erzeugung wie in :dem Absätze der Produkte eine Anzahl Genossenschbsien bilden werden: sie werden mit dem Großdelrjiebe zunächst eine Bezugs-. genossenschasl bilden, die Saatgut. Stecklinge. Zuchttiere. lünstlichen'Tünger.!Geräte, ,Kohlen, Futtermittel u. s. w. u. s. w. dusch Vermittlung der Zentrale von der GroßhandeGgenossenscha׳! dezsthl und Und wenn die Kuh in Sie Stille hinein muht, dann . . dawent sie. Unl Iafchek, der Hinenbub, fängt im Tempel, am Ja imkippur an zu pfeifen. In der heiligsten Andacht', und die BTolken werden durchbohrt, daß die Gebete in den Himmel dringen. Und Moschele? In fein .1 indgemiil Hai die Sorge hineingeguckt: Gibt e« Sü iden? Er wischt ne von den Menjchen ab, wie Knatcui die Schrift von ihrer Schiefertafel, ״Alle wollten 'gemußt gut sein -Gorsich nischt qebeisert — dar, Rebbe. der Tale- — alle — asilu der Beiß-ha-redresch-Lchames " Und die Güte des Himmels wollt er herabholen und den Menschen geben, ״as alle füllen iem ZaSilim. ULd wenn der Himmel zu winzige ltzutskeil hätte. ..wollt ich das bissel, wos gesind sich in mein Herz.-ßugeleigi". E) ist das keine gechackne Rawiläi, ׳ondevuaus ureigenster Weseusanung gesprudelt. Freilich lieg! in dieser Sonderheit große «esalir: Die Größe, die in seiner Schlichtheit! der Reichtum, der in seiner Armseligkeit, die reizvolle Poesie, die in seinem kindlichen Stammeln liegt, weilden sie nicht versinken, wenn das, was heul iv kststlich irisch, so kindlichsicher in aller tastenden Primiiivheu aus dem Unterbewüßtsein quillt, durch zielibewußie und planmäßige Kiliistlerarbeit geleistet werten will?-. . Allein, wie eng auch immer sein Untergrund ist. es liejzen reiche, z»m L!den drängende Keime in ihm. Was zwei Iahrtau ende Wanderleben zerschüttet, drängt bei ihm : weder nach oben. Wir haben unsere Köpfe lange n Bücher -tPrgraben, da vergaßen wir, daß es ein Goüesbuch'gibl, reicher und schöner denn alles 3) enschenwert, in dem zu Verbreitet die ייJüdische Volksstimme ,!

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