Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- IV (1903)
- Issue
- 12 (15.7.1903)
- Date
- 1903-07-15
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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■Jir 12 Jüdische Vollbftimmc Seite 5 ,H׳to1!vrcfje in Basel bcizuwohnen gedenken, werden ersucht, dies sofort dem Exekntiv-Kvmitee mitzüteilen Während des Kongresses sinket eine Kenjerenz der Vertreter der proletarischen Gruppen statt. Ten Parteigenossen wird es zur Pflicht gemacht, >j:r die Verbreitung der ,Jüdischen Votksslimme" Zorge zu tragen, das Blatt zu abonnieren, neue :llwniienlcn zu gewinnen und der Redaktion über öic Lage der Jude», sowie über stattgcsundene zio- »»»sche und jüdische Versammlungen jojort Berichte zukoinmen zu lasse». In sämtlichen Städten ist an die (Gründung jüdisch.jugeudlichcr?lrbkiterorganisalionen zu schreite». Ein Hauptaugenmerk ist aus die Gründung weiblicher Lrganisationcn zu lenken. Tie Vorarbeiten sür die Einberufung eines l>>!,au!tpartcitageS des jüdischen Proletariates Oesterreich; sind im vollen Gange. Anschliessend wird die Z.yuug des Verbandes der jüdischen Handclsangcst.!l:cn und Arbeiter Oesterreichs stallsinden. Das Erckutiv-Komitrc. lüditcbe fiandelsangestellte und Arbeiter!] Tie Lrganiialion zionist. Haiidelsangcstellter!.ed Arbeiter Oesterreichs ist heute) nach vierjähriger, ^,.:z>:>11ildl>chcr Vorarlcit, in die Lage versetzt Wochen,!1,:,׳ K o»diti on?l osen-Ve 1 ji chcrung zu;1• 1,׳: »de» und damit ein Projekt, das bereits anlaglich ihrer Gründung geplant wurde und dessen Turchsiihrung für die Berbandsmitglicder die ssgcnsreichsten Folgen mit sich bringt, zu realisieren. Der Verband ist durch diese Aktion, in Hinsicht auf die Loiung seiner Hauptausgabc: ,Wirtschaftliche Kräftigung des jüdischen Handels und?>» d u st r i e a r b c i t e r st a n d e s d'u r ch S c l b st - bilie" um ein' gewaltiges Stück nach vorwärts gekommen Jüdische Abiturienten! Ihr wisset, daß Ihr in den sogenannten libc ralcn Fachvercinen nie genügenden Halt finden werdet, daß es keinen solchen Verein gibt, der auch für Euere nationalen Interessen cingetreten wäre. Aber der Antisemitismus schreitet mzch immir vorwärtS ichd- Selbslhiksc tut not. Ta rufen wir Euch zur Hilfe und fordern Euch, auf, zu unserem Vereine beizutrcte», denselben nach Eueren Kräften zu unterstützen und so mitzuarbeitcn, damit seine ^jiclc erreicht werden können: Alle jüdischen Handelsakadcmiker in einen Bcr band zu vereinigen, dessen ^jweck cs ist, unter dem Nachwüchse der jüdischen Angestellten die zionistische Idee zu verbreiten und gleichzeitig die Fachiniercsien auss beste;u vertreten. Abiturienten! Wir erwarte», das; Ihr linieren Aus nicht ungehört lassen werdet, daß unsere Aussordcrung von Euch zahlreich befolgt wird. Ter Ausschuß ' des Vereines absolvierter jüdischer Handclsakademikcr ,Fratcrnilas', Prag. 3nv (icfäUiixcn Bi'arijtung! THc Ndministration ersucht l!vNichN rnr Permridunfl -er ItuNkpieligen ttadiiMhumi, -ic Hluinnrmcntebrträpc -urd! purtaunicUunftcn oder in ferirfinarhrn übermitteln tu wollen. «MMM diesen Kötperschaslen sich mit wirtschaftlichen Fragen ru beschäftigen. Ohne aus die Ziontften Rüchsicht;u nehme,:. werden cS die jetzigen Kahalmachthaber nicht wagen, . eNvaS zu unternehmen. Uchere Parole muß nach wie vor lauten: Kamps gegen die Assimilation, Kanchi auch gegen die betreffenden Personen, die die Gemeinde lm afiimilatorischen Sinne leiten. An d^chierauf stange sundenen Diskussion beteiligten, sich die Gg. Nassau, Leisel, Baumgarte« und Tintner. Gg. Nosiän ergänzte die Ausführungen deS Referenten in Bezug' ^Parteitag-. Was die Taktik der Zionisten in Brunn bekrissk. sei der Redner auf dem Standpunkte nicht itu: Wählerveriammlungen. einzubermen, sondern in jedem Falle vd mit oder ohne Aussicht auf Eno'.tz Kandidaten, u. zw. nur verläßliche Parreigenosien anizustellen. Um in Brünn und Mähren eine Agitation in wirksamer W^cise entfallen zu können, sei eS notwendig, das DistriklSkomitee nach Brünn zu verlegen. Dieses Antrag wurde einstimmig angenommen und wurde dertBckchluß gefaßt, diesen Standpunkt *am Prerauer Delegsertenrage der mähr. schles. Organisationen zu vertreten. Mit eincr Aufforderung -de- Borsitzenden, in Brünn cnergrsch au die Arbeit zu schreiten, wurde die Beckammlung geschlssicu Vieliv. Die Bielitzer zkonistitchen Abiturienten ve׳ anstalreu am -l». ^ttli nillll lK. eineu groß au gelegten Kommers. ES ergeh! an alle :üd. Abitur ieuren. insbesondere an die von Mähren.' Schlesien und West: galizien der dringende Ausruf, denselben durch ihre Teil nähme tatkräftig zu fördern, jüdische Abiturienten! W:r' fordern Euch am, für daS ^:tsiaudekommen dreier Per- •fe• austaUung all Eure Kräfte etnzusetzen. Für daS .rordereitende Komitee: Alexander ׳Zelter. Salomon Alltr^ BrÜNN. SamStag, den 4. d. M.,-sar.d in Werners h a nd. SilvinS Frischler, Jakob Mannheimer. Restaurant eine von den Brunner Organisationen ein-i Siegfrieb öwu. Zuschriften, Anfragen x sind sofort bei mene öffentliche Versammlung, mit der Tagesordnung: au Alexander Geller, Bieliy, Steggasie 1 V, zu richten Der 111. österreichische Z onistentag. statt, ״Namens der, Kacksbüd. Am 11. Funi vrranttaltete die akademischi sche Gruppe des EinzelvereineS ^Zion" im Bereruslolate des eiuen Disku'sionsabeu), zu dem sich Worten die Notwendigkeit der Besprechung der eiüzu-leine staitliche Anzahl zionistischer Kurgäste euiqckuud^: schlagenden Taktik im allgemeinen, iowie in Brünn hervor.! hatte. . Nachdem der Obmann des BercineS. Gg. ■c Hierauf erteilte der Borsitzende Gg. Max Hickl zu!^uerbach, die Erschienenen begrüßt halte, ergrrn Ga seinem Referat daS Wort. Den Ausführungen deS Re-' ^no T ein o wetz zu seinem Borirage ״Der Z-.sn-.^f sereirlen war zu entnehmen, daß der heurige Parteitag,! mus, eine ll'opie^ daS Wo 1. Mir einem Himv.i? ans genau sö wie der Birlitzer unter Len zahlreichen Punkten! die drsherigen positiven Leistungen deS Zwiiismus Lcw.es der Tagesordnung zu leiden hatte, die Parteitage. di!-Redner die ÄpMhrbarkcil der ziouiltlsch-n *h». Rcrckc: bis jetzr den Eharakter einer Demonstration trugen. Beifall lohnte Ipe objektiv gehaltenen Ausführungen Exekutive erönnete Gg. B. Tintner die Versammlung,. Es soll durch die genannte?,nuitiuion den!begrüßte die Erschienenen un) hob inseinen einleitenden Hotel Terminus B^dandsmitgliedern ermöglich! werden, die furchlbare Lei: der Stellenlosigkeit überdauern zu können, ohne Schädigungen materieller' und moralischer Natur erdulden zu müssen.! Die Konditionslosigkeit. die sür unseren Stand ein Nebel darstellt, das von Tag zu Tag- - zufolge der große,! Konkurrenz und der wechselnden Konjunktnr schrecklicher und häufiger austritt, wird von den Unternehmern in br.utalster Weise dazu benützt,'um die Bedingungen der Lohnsklaverei zu verschärfen und unerträglich zu machen. Durch materielle Cpfer, die mi* Rücksicht auf den zu erreichenden Zweck als minimale zu hezeichnen sind, kann sich jedes Perbandsmitglied dav >r fid>crn, zu Zeiten der Not als ein» aller Existenz mittel beraubtes, daher vollkommen hrlfloscs A u s b e u l u n g s o b j e k t d a z u sr e h e n. . Tie K anditionsl osen-Bersiche! ung. als Referent«». An der DiSkussioiz, beteiligten sich Lte >>cr:c7. Rubin stein (Pinsk). Schwarz Budavü׳, Auer dach und im. Nenda uer. Die Aufforderung Lcs «N׳. i>u׳. Sterue-r, zur Eintragung der Marky'er ^:7 müssen endlich in einfache Arbci:Spar!eitage mit -—o Punkten der Tagesordnung umgewandelt werden. Eine Bogelstraußpolitik zu spielen habe keinen Sinn. Die erste Bedingung, die zur Gesundung und Kräftigung unserer ^rgani'alionen notwendig sei. ist,' sich sel.bst dar-! Käästüew inS ^Goldene Buch" ein Lcherflein btwu über klar zu w-rdkv, nilk ,« mi, un'krer jungrn O rgL-! lragrn, -rgub ein günftlgks NkiuUai. Ml der Äk'inznuz nisation beschapen sei. Wir müssen ei»! ehrliche Krilik der ..Hankwsh' wurde die Venummlung ze,'chlv.se״. nichl nur zulasten, svndern direkl wünsche». lieber Parlei-! P;nls. 4-erei» adiolviener stidlicher,siandelSakadem:!:: laklil, Organisalion u»d «qilalia:;. die ja eigenllich die; .ivrattmitn«“ veranstallele am 4. d, M. im Gran-- wichtigsten Puiille unserer ^nsammcnlunslc bilde», wurd^ lrestanranl Heine eine» Abiolvemenabend z» -rdren d!r viel zu wenig beraten. Tie Stellung, die der Parleilag j.beurigeil jüdischen Abilnrienleii der Handelsakademie, cm Unlcrnebmcn zu Gunsten der Arbeitnehmer i den Parleibeamien gegknüber eingenommen -dal, war eine - Nachdem der d. dmann die besonders zrdlreich er'chienev :1 und ausschließlich von j o l ch e nagele lct, bietet i unserer Bewegung, die eine Boltsdewegmig ist, wenig! Gäsle, besonder« die Berlreler des D-.-K.. der Vereine: würdige. Der'Aieserenl stand aus dem Slandpmckle, '0lange wir in Oesterreich über eine Änzadl im Dienste der Parlei stehender Parieibeamlen »ich: versügen, eine gedeihliche Arbeit nichl möglich sei. Wir n-usten überall lrachlen, die Köiperschasle» wie KullnSgemeinden, Kraulen Gewähr daiür, baß die gebrachten Opset nur im Inleressc der unwit tc l b ar Betstiligten verwendet werden. \ Wir bitten alle Vüdischcn Fachgcnvjsen, die iolgcnden Aiissührungen' anjmcrfjam zu versotgcn und ichli-ßen mit der Anijordcrunq: . , Jüdische Hnndcismlstcslclllc »nd Arbeiter! Trrtkl iiitirrcin Verbände bei! Schlirßcl Glich cillsr Orgaui >»kio» n», die es Euch crinölttichi, das! Standesilllcrcstc »nd dns, bei »ns Inden 10 eng inmit der bnudene Siaiiimcsiiiterkstc wirksnmsl z» wehren. Das Erckutivkomitce der jüd. Handelsangestcllten u. Arbeiter Österreichs. ün die lüdilcben Abiturienten der handeltakademien und höheren fiandelsfcbulen! Seit einigen Jahren bat eine gewaltige Bewcg»ng das gesamte Judentum ergriffen,!sic hat in einer kurzen Spanne Zeit einen Siegeslauf vollbracht, ivie er in dzr- Weltgeschichte einzig dasteht. sticich und Arm, Hoch und Niedrig schaarcn jieb um doS leuchtende Bänncr des Zionismus. Auch wir, Kollegen, Angestellte des Handels und der Industrie dürfen nicht zurückbleibcn. Schon längst ist das Monopol des Handels an-:- den Händen der Juden gerungen worden, schon längst müssen wir, wenn wir Posten -juchen, in barte Konkurrenz mit unseren arischeb Bewerbern trclen, und zu wessen Gunsten sie anssallt, ist genüqend bekannt. Im wilden Anprall stürmen die Wogen gegen uns, Hunderte haben sic verschlungen, due jetzt arm und kärglich ihr Dasein fristen. Die Wogen des slbmuuiqsten Antisemitismus wollen uns verschlingen. Wer jthüvt uns, jüdische Angestellte'? Bar Kolbba, jüdischen irrauenverein, Handelsangeslelllc. serner der Hochschülerverbindunzen: HaSmonea-Berlm, Bar-Kochda - SlaniSlau und Lidanonia Wien 'begruüi balle, hiell er eine sehr deiiällig auigenommen^Aniprache - an die Ädilurienlen, aus - welche namens dieser Kollege vereine usw. zu gewinnen, um unseren Ägilaloren.^ie Egon a-nul'siz erwiderle. Hieraus rolgre die jreftrede durch ihre «rbeil sür unsere Bewegung in den ,»eilen des Herrn Handelsichnldir^or Ja!. Werlheimer, du Fällen ihre Existenz ans« Spiel seren, die Millel V, gl-ichiallS rauschenden Be,sali helvorries. Es folgten Pte verschassen, im Znleresse unserer Sache 'weilerarbeilen z!b 4Ällzstwünsche ^der Berlreler der er'chienenen Vereine. tönnrn. Zu begrüß?» sei der Beschluß deS Parteitages den Kampf um die Eroberung der Kultusgemernden ohne Kompromiße fortzusetzen. Hieraus kam der Referent auf die Brunner BerhSUnisie zu sprechen. Wenn ein Teil unserer Genosien mit der Taktik, die in Brünn betrieben worauf der ossizielle Teil geschlossen wurde. Autc::: inoffiziellen Teck siud besonders dervorzuheben: Klav:cr vortrag deS Kollegen Boudn. die wnklich großatngc'' Ausführung einehübschen Einakters, in welcher' -t'tch besonders die Damen Ehrlich. Hauer, Herr wurde, nichl zufrieden sei, so müsie der Referent sich in in a n n und Kollegen E i s e n u e i n. L. a r a u \ \ ו g anSzeichneten, ferner ein Mandoltnenauar:c:r. Bonräge deS Komiker- H. Weiß und Kollegen Robitschek: sämtliche die>e Bvriräge fanden, rei.ven Beifall, der Abend verlief animiei: und nachdem noch eine Tombola veranstaltet worden war, schloß die hub'che entschiedener Weise gegen die Meinung dicker Gesinnung-- genossen stellen. Es gehe nicht gut an, nur die Clwm* titfit der Anhänger m Betracht zu ziehen, man müsse unbedingt in erster Linie auf die D°.ualilät der Anhänger Rücksicht nehmen. Die Brünner Zionisten hatten cknen schmerenKampsauSzufechtcn.IlnierendeutschtümelndenAsii-l Utier erst spät in der Nacht. mtlanten mußte beigrbrachtwerden.daßdie Brünner Zionisten : eS unter keiner Bedingung zulasien werden.-unsere Ifgcud . ju geimanisierea und auf diese Art dem Judentum zu' Brünn. sMühriicher Xantorenocretn ׳ Um i*. 1 o entfremden. Nach langem, schweren Kampfe ist es untnell der Herein der mahck'Len Kantoren irn Siputtgckaate de׳, gelungen, die Oeffenllichkeit dar Gemeindesiyungea durch-! üraelüncken -ultu-gemetttde Brunn Kine dl--1äL7!qe, 1-t, zusepen. Die Brünner Zianisten baden sich durch ihre i d-'.-ch,e °70em״che Senerawer.amminnz atz. -- "״• - ' energische Tätigkeit eine Position geichaffeu^ eine LpporlunitätSpolilik nie zu erreichen gewesen wäre. Berd.ier.st der Brünner Zionisten ist es, daß ein Manu, wie .Julius Ritter von Gomperz* aus der KulluSge» meinte hinausexpediert wurde. In den mährischen Gemeinden gewinnen die Zionisten immer mehr und ntehr Anhat'.g. Der unermüdlichen Arbeit der Brünner Zioni: sten ist eS zuzuschreiden. daß sich gegen die Scheinlettung Gomperz im LandeSmasiasonde eine gewaltige ^pposilien! Bahn gebrochen habe. Man beginne bereits auch in , ׳ sammlung nahmen aiub ler r'ande»-^annateut'vetto: N.-^tedie durch r״ng-7at Tr. Sol. Svtyer und de: Sck:׳c׳a der H:u׳,:-1.׳r AoNuegemeinde Tr. ^pvendeim tc׳>. um ud.'l dtc T>..a>- kudrung der vrvl klierten Henfion-verüLerung der n׳adrv.ven KultuSdedtenücken zn derrLren. NaL d<!- BeqrUMkrg luito den Borstyenden H Ldf.kat tvr .״>elter-Brnrm und der H-.r׳ tesang de» letzten Heriammluug»v:׳otctoll:» dutch Hrtrit ׳^v ׳.- kantor Steiner zErotz Mckertt'ä»׳ d-rrLrer H- Xegtcran^.a: Tr. Sviyer über die Audßchren dez H mt»n»ve:stche׳.un>f. 1״t: der .^üdt'chen Hotkefttmme" wu.-te Maufang» Äp:tl kda- Hroi-kr de- Tr. Spitzer bei Bc'vrcarang der te-'.ct: rande-masiasond-Versammlung erörtert. Neue Tera:i- :1< ׳c er nicht mit und es scheint, daß e» mit der X׳at:si.״.u»g MW- Gedenket des Konditionslosenfondes!