Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- IV (1903)
- Issue
- 11 (1.7.1903)
- Date
- 1903-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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17\י־\ Jahrgang. Wrünn, 1. Juli 1903. IJlr. 11 «v*ir 4.yfttrrfid)-Unflan1 baibkütrn^ K 20'2׳, ^air^ähriji K -^. - mfl.!Wc&afti(>K unk» ,Abminiitratiim: "iSnim!. 3&ןןנ>ן?זזע* Är. 4. Posrzmklldurlg׳. Deutichland;1an;iädri^ Mark W»n; Rußland gan;j6drig Nudel: Tie ״Jüdische Polksünnmccrichcim am f. und יזו. enu־*;;?cn Lchweij. Frankreich, Italien. Türkei. Numänicür. verdien. Bulgarien nnv. Irk<>. u . Bnchdändlcnssic Perzrelnna: iln!׳ qicmm. Le1v׳,!a. «i. 7. ver VI. Aonlsten-Hongrek. Var WltlonshOUltee Kai den VI. Zionisten- Kongreß fir den 2:1. -Ingnst d. 3• nnd die totgenden tage nach Basel einbeinten. Tagesordnung: I. Eröffnung des Kongresses, Dr. Th. Herzl. i. Bericht des Lcgitimalionsausschusses. :!. Wahl des Bureaus und der Ausschüsse^ 4, Rechenschaftsbericht des Aktions-Komitees: s> Allgemeiner Teil. Referent' Architekt O. M a r m o r c k. b) Kassabcricht. Referent Tr. O. Kokejch. Diskussion. ' Berichte der Landes-Komilccs. Auswanderung und Ansiedelung.! Rcjercnt M. Nordau. . 8. Ter Zionismus und die Wohltätigkcitsanstallen. Rescrentc» I. Zangwtll und N. So ko low. 9. Bericht über den Nationalfonds. Referent I. Kremenezky. 10. Bericht der Nationalsonds-Konnnission. Neserent Dr. Färb st ein. 11. Organisation und Agitation: Allgemeiner Teil. Referent Sir!Francis Montesiore.! Organisation. Tr. Bodcnhci!mer Agitation. Tr. Klee. 12. Bericht über die Jüdische Referent D. Wolsjohn.! 13. Bericht der ständigen Ausschüsse. 14. Wahlen des Aktions-Komitees,und der stän digcn. Ausschüsse. 15. Initiativanträge und Eventualia. scheu um die Partcisteuerperzcntc und Schekclabgabcn oder die Agitationsdcbaltc gegcnübci^ustellcn.. . Tort beherrschte die Idee die Diskussion — hier das Parteijpicl! Indem wir uns Vorbehalten, aus die Beschlüsse Del. Sitzmann anerkennt die, tatkräftige Arbeit des L.-K., hält aber die Taktik der Parteilcitung anläßlich der Kijchinewcr Aiiairr sür verfehlt. Es habe alle freiheitlich denkenden Zionisten aufs tiefste betrübt, daß in Oesterreich die zionistische und -den Parteitag überhaupt demnächst in aussühr- Leitung gewisse politische Momente in den Vorder ljcher Betrachtung zurückzukonimen, lassen wir den genauen Bericht folgen: I. Vcrhand lungstag. Namens des innerösterrcichischen Tistrikts-Ko mitces eröffnet Tr. Mar'Bernhard den Partei tag mit einer kurzen Ansprache, in welcher er auch grund gestellt habe, statt die volle Wahrheit über die Kijchincwcr Greuel herauszusagen. Das sei einer sreiheitlichen Partei unwürdig und deshalb verdiene die Parteileitung schärfsten Tadel. Del. Fischl Äaschitz-Wien: Tie galizischen Delegierten sind sehr unangenehm berührt von der Tatsache, daß über die Frage der politischen Berg- :der Blutzeugen von Kischinew gedenkt. Ter Rednerןtigung der Zivilisten auf dem Parteitage Hinwegs schloß mit einem dreisachcn Hcdad aus die glückliche!gangen werde. Man könne dem L-K. den Borwurf Zukunft des jüdischen Volkes und der zionistischen I nicht ersparen, daß es in dieser Angelegenheit allzu l Idee. Mit stürmischem Beifall wurden begrüßt Dr. I glcichgiltig vorgche. iCassel-Ratibor, Vertreter Lkr reichsdeutscheu Lands-' Tel. Brass-Biclitz hält unsere Organisation Mannschaft, Ingenieur ,B c nj am i n, der Vertreter sfür ein Eingreifen in politischen Fragen noch nicht der russischen Organisation. Friedmann als Ver-s für. genügend reis und stark. Kolojiialbcink. der III. öücrr. Zionikentas in Men. 128. und 21*! Zltiii l!1(l.'!.> Mit dem Wiener Parteitag' werden Vorbehaltlos nur jene zufrieden sein, ivelche astch mit dem derzeitigen Stande unscrcr Gesamtorgqnisation und unseren Einzelorganisationcn sich bescheiden begnügen und auch dort, wo eine Stagnation Unverkennbar iil, diese Erscheinung gerne beschönigen oder in Abrede stellen. Eines müsse» und dürfe» wir konila- 'gieren: Ter äußere Gcsamtcintruck des Parteitages ist weit günstiger als der Eindruck, deis die Bielitzcr Tagung!,lachen mußte. Aber viel Wert für die innere .1 Kräftigung unserer- Organisation hat auch er nicht. 'Eine nachhaltige Wirkung wird er nicht üben. Tas wäre nur möglich gewesen, wenn man furchtlos und energisch an die Äusdcckung der lieferen Ursachen eines zweiscllos vorhandenen Stillstandes gegangen wäre nnd nicht die unrichtige Taktik hesolgt hätte, - ernster' Kritik aus dem Wege zu gehen, um die Delegierten und Parteigenossen nicht zu ^entmutigen". Tie heute unserer Partei anhaftenden inneren Mängel und inneren Schwächen — wer wollte sie auch in Abrede stellen? — durch äußere Scheinerfolge unter steter Berufung auf cihc falsch verslandcnc Partcidirziplin verdecken zu! wollen, das schadet weit mehr innerhalb unserer Reihen, als es momentan dem Außenstehenden gegenüber nützen ckann. Wir haben cs ja bei der Fräkiionsdebattc / gesehen, welche dem Parteitage gcwiffermaßcn die Ssgnatur gegeben und ihn aus ein höshercs Niveau gehoben hat. Durchaus nicht, weil sür Und gegen das Fraktionsprinzip gesprochen wurde, sostdern aus dem einfachen Grunde, weil die Debatte!vom höheren Gesichtspunkte der zionistischen Gesackt und Endzielidce und nicht von der Warte des kleinlichen Partciwächtcrs geführt wurde. Man braucht dieser Diskussion nur das zeitraubende und zwecklose Feiltrcter der ägnptischen und Siegfried Steiner als Vertreter der ungarischen Landesorganisation, ferner die Mitglieder des engeren,. AK. Architekt Marmorek. Kremcnetzky, Dr. Kahn, Tr. Kokesch. Während der Sitzung erscheint, mit minutenlangen^ tosendem Beifall empfangen. Tr. Herzl. Ins Bureau werben gewählt: Dr. Salomon 'Krcnberger als Vorsitzender, Karl R e z e! Prag.! Tr. G o l d ma s se r Krakau, Tr. Bcrnhar d Wien jal« dessen Stellvertreter: Nathan Groß-Wien,! W c i ß g l a s-Sastawa.'^B r a f s-Biclitz, Beutler- Kolin als Schrisljührck. In den Lcgilimativnrausschuß werden gewählt: Julius B o n d y-Hodowitz, Tr. S yr op Krakau und Artur Freu d-Wicn. lieber Antrag des Vorsitzende» erfolg! die er> bioc-Annähme der Geschäjtsordnung. Ter von der Krakauer Organisation gestellte Antrag, daß das Referat über Agitation und Organisation mit Rücksicht aus die in Lemberg tagende Handelsangcstclltcnkvnsercnz, sich über den wirklichen Ltanh^ der Organiia - Tel. Waschiy sen. tadelt, daß bei Makkabäerseiern der Ernst einer nationalen Feier nicht beachtet werde, daß man mehr auf den Faiching und ' weniger aus Chanukka achte. Tel. Kri ege r-Biclitz vermißt im Jabresberichte eine Motivierung der Stagnation der Bewegung in Oesterreich. Er hält den.mit Rücksicht auf sogenannte-politüchc Erwägungen gefaßten Beschluß Versammlungen über Küchincw nicht abzudalten für unwürdig. Bei so furchtbaren' Anläsien sind solche politüchc Erwägungen nicht am Platze. Redner bezeichnet das Verhalten der Partei in dieier Angelcgcnheit als ״ahottojlidilckst' -Stürmischer Bei fall). Aus unteren Parteitagen sei rückiichtsloie Kritik seitens der Tclcgiertcn nicht nur berechtigt, sondern^ unbedingt notwendig. Es sei wertlos, wenn man" die .Organisationen kurze Zeit vor, bei und nachdem Parteitage zu cinkm Scheindasein galvanisiere welche wichtigc Beschlüsse über wiilichastliche An gelegenheilen fassen werde, erst am Montag in Ver- Handlung gezogen werde, sowie andere Abänderungs- Vorschläge zur Tagesordnung werden angenommen. Ten Rechenschaftsbericht des vsterr. L.-K. erstattet dessen Obmann Tr. Krenbergcr. welcher aus de» i» Na,inner 1 der.Mitteilungen ,Zion" abgedruckten' Tätigkeitsbericht hinweist und besonders die Schaffung eines Kultusgentcindeprogrammes, die Gründung ciuer ossizicllcn Monatsschrift ,Zion", die Einrichtung eines Schekeltagcs oder einer Schekel- Woche hcroorhcbt. tickn, über die tieferen Ursachen der Stagnation ackulos hinwegictze. Tel. Nathan Groß-Wien bespricht in län— gercr Rede die Frage einer innerpol1tisck)en Bctätigung der Zionisten und kommt zu dem Schlup:, daß von der prinzipiellen Festlegung einer solchen in Oesterreich mit Rücksicht aus die voliiischen und wirtschaftlichen Verhältnisse der öfierreichißnen Jude» abzufehen sei. Solange die Zionisten keine festen wirtschaftlichen Organisationen baden, winke der politischen Tätigkeit kein nennenswerter Erfolg. Tel. Tr. Ber n ha rd-Wien verteidigt di: In der Debatte berichtigt zunächst Tr. PH. s Parteileitung wegen ihres- Be,chlu,׳es-überKnckunew , Mcnczel-Czernowitz einige Daten de-SBukowinaer I Sammlungen. i.e M-.te.lung datz die W.ener!Berichtes. Es sei nicht richtig, daß der ,Zion" in &C" §״״ ״״ d.- Ueberla״,mg eines Czernowitz bloß 85 Mitglieder zähle. Aus dem G°"^u׳cS zur Abhaltung e.ner Trauerandach. Papiere habe, er l>00 Mitglieder, von denen 400 ״6 ״ייf ^״ז,״ <H״™׳gm haben t».rD mcht in der Lage sind, dm Verein materiell zu /'bhasten P ... Ruren begleite,. Man könne, stücken. Ter Verein verwende 1000 Kronen jährlich melnt *‘6״ ־״״“ &en tru''«c" lcl'u'" ^«"res für die Unterstützung der durchwandernden Jude^"" ^cnuni ganzen zutr,ede,, ,an. und könne für Parleisteucr und materielle Partei-- wcrsl UN <rchlußw»ne dcn-Por zwecke nicht viel leisten. Außerdem nehme das jü- "'s"'׳ i^aß die Bewegung in Lesterrkich stagniere. dischc Ferienheim die finanziellen Kräfte des Ver eines stark in Anspruch. Tel. W c i ß g l a ß verteidigt den voni Vorredner angegriffenen Bericht über Bukowina. Del. Kreppel-Krakau vermißt im Berichte genaue Aufklärungen über die vom L.-K. in Bicliy übernommene Aufgabe betreffend das Referat Leberer über die politische Stellungnahme.׳ I» zionistischeu Kreisen herrsche in dieser Frage.große Berwirrung. Gerade die Disknjffon über-vifscs speziell für Galizien wichtigc Thema wäre nokwkndig. In diesem Stadium der Debatte imrd der Antrag Tr. Bernhard auf Schluß der Debatte angenommen. zurück nnd verweist daraus, daß 131 lcbcnssähfg: , und stcißig arbeitende Vereine der Organüalion angehören. Aber dar La»dcs>KüM׳tce. welcher nach . besten Kräjlen sich bemühe, bedürfe der Unterstützung der Vereine und Partcigcnosicil. Ein voller Eriolg sei nur möglich, wenn die ernsten Bestrebungen der" Parteileuung auch von alle» organisierten Zionisten tatkräftige FördcriTng erfahren. «Beifall - Ucbcr Antrag des Tel. Direktor Weber -Wien wird dem L.-K. das Absolutorium erteilt and dir Tank sür seine mühevolle Arbeit ausgesprochen. Tic Revisoren Del. Anton Löw-Wien und Norbert R a pp ap ort -Wien beantragen auf Grund ׳ der Kassaum) Buchprüfung die Zurkenntnisnahme t