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Jüdische Volksstimme · 1903-06-15 · 10 (15.6.1903) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
IV (1903)
Issue
10 (15.6.1903)
Date
1903-06-15
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 10 Aüdiiche Bolksstimme Seite 3 Arier verirrt, war mit seinem jüdischen Lbinann! giert war. ,Tenn wenn die Volkswut in keiner ^Nachdem noch ein .deutscher- Assimilapit und einer starken jüdischen Turnerabteilung er-! Weise zu besänftigen ist, dann öffnet m»n das Ventil! unter allgemeinem Hohngelächter begeistert sein ichienen, um zu zeigen, daß er den, — weniger gegen die Juden; Hetzen gegen diesen verachteten verjudeten — Brunner Turnvereft, in natie unter * Volksstamm genießen ja auch in zivilisierten Ländern Energie und Begeisterung trotz dem so starken jüdi-!viele Sympathien.- Gleichzeitig sollte speziell die scheu Einschlag nicht nachstehe. Sein Cbmani, der! jüdische Proletarierbewegung ' getroffen werden. Ingenieur E. Lustig, sprach bei der Fahnfnent- Schrieb doch der .Bessnrabetznach vollbrachter .. .. _ hüUung und Zeremonie des NageleinschiageNs die!Tat: ,Tas war die Antwort Nußlands aus die re-i denkwürdige Bersammlung nach Mitteriacht ohne stolzen deutschen '-Üi orte: ,Leuchte den Teistschen valutianäre gtrnii^nnnb» Ivr 1H hl 'S., ״ -X Wal f ... 1 - f «Tnnahninml An r..n rrnohilmnnrrn S!1 ri nl ■IM זז רו Leipniks voran als glänzender Stern in die!glückliche Zukunst des deutschen Volkes LesierrftchS Teutschtumals Palliativmittel gegen künftige Kijchinews angepriejen hatte, sollte nach angenommenem Tedaltenschluß Abg. E l l e n bv g e n das Schlußwort sprechen, doch mußte er dies wegen der ringsum anschwellenden Tumultes ansgeben und jo wurde die Nu. ist er ein Deutscher'? Versteht er seine Zache? An die Brünner Juden appelliert man nick)! vergebens, wenn es da« Teutschtum zu retten und in deutschen Phrasen zu schwelgen gilt. Am alleri!oenigsie» an Herrn L u st i g, der noch Jude und trotzdem Lbinann eines großen deutschen Turnvereines ist. Alio Brünn hat seine Schuldigkeit getan. Und Proßnitz. das deutsche Proßnitz? Es war würdig vertreten Ter Herr Handelrkammerrat S. Back war an der Spitze einer Abordnung erschienen. Wo wird der auch sehlen? Gesprochen und toastiert hat er nicht Schade! Ter Mann wirkt so erheiternd. Köstlich wie immer bei der Schilderung solcher deutscher Feste, ist der Brünner .Tagesbole". Weil dte Deutschen. resp. ihre jüdischen Festgäste vbn den Tschechen infolge des starken Gendarmerieausgebotes keine Prügel bekamen, erzählt das liberale! Blatt in seiner naiven Weise, die Festesteilnehmer!wären alle von dem Gedanken 'erfüllt gewesen. d?m der Adg. Tr. Groß in seiner Festrede Ausdruck gab: Teutjche Siege werden nur >»i! den Waisen des Geistes errungen! Grosartig! In Mähren werden seit Jahrzehnten ,deutsche Siege- »nt jüdischen Stimmen, mit den Wassen der Kultus- Vorstände erschachert. Wie eS.mit diesen Siegen und den nationalen Schutzvereinen, die in diesesKapitel gehören, aursieht, ivenn die Juden die Wurzerei und politische Komödie satt kriegen, da« sehen wir Juden sich zurückgezogen hatten. Der .Tagesbote drückt darob den ,Teutjchenvon Holleschau — wer lacht da nicht? — sein nationales Bedauern aus, weil sie die Lrtsgruppe nicht lebenssähig »halten haben. Die Erklärung der Lebensunfähsgkeit ist ein-, jach: Deutsche gibt es in Holleschau überhaupt nicht' volutionäre Propaganda der jüdischen Arbeiter!-!Annahme der geplanten revolutionären Nesolunon und wurde doch diesen überall ossiziell bedeutet: ^abgebrochen. ן .Wenn Ihr den I. Mai feiert, geht es gegen die! Tie Tagesblätter haßen natürlich das Juden- und wurde doch den jüdischen Soldaten von ן Eingreiien der Zionisten mehr minder wegretuichiert Michael. ihren Vorgesetzten besohlen, daheim vor dem Revo- oder doch entstellt luzzen zu warnen. Wenn auch reiche Juden sielen, - so waren sie eigentlich nicht gemeint. Tie jüd. Bour- ״::״ n-r.f h״rSn,|,- geoftie habe sieh den Proletariern des eigenen Volke; '־l“ lulll .UU1 21PIUUU7. gegenüber schmählich benommen, sie den zarüchen Tie Nummer der .Weltvom 12. Juni d. I. Henkersknechten denunziert und ausgeliesert. so daß veröffentlicht einen Brief Mar Nordaus in Sachen gerade durch Kiichinew die Klassengegensätze verseiner Stellungnahme zu den ungarischen Zionisten, schärst wurden, wie ein Manifest des .Bundesin Herr Tr Nordau erklärt die Tatsache, daß in der größter Schroffheit betont. Tie jüdischen Proletarier jüdischen Presse die Haltung der ungarischen Zionisten sollen in ihrem heldenhaften Ningen trotz der feigen'■ und seine Zustimmung dazu abfällig kritisiert wird, Tatenlosigkeit und Kriecherei der jüdischen Bourj lediglich aus einer Animosität gegen feine Perion. geoisie ausharren, die Internationale bewundere sie ן Tem gegenüber sei festgestellt. daß die Magyarisierung und stehe helfend hinter ihnen, bis der Sieg erdes Zionismus in Ungarn und die Haltung des rungen sei.! ungarisch-zionislischen Lrganes schon seit! langer Zeit Tr. Ellenbogen wurde trotz seiner versteckten!in der hebräischen Presse Gegenstand dir Äufmerk- und offenen Provokationen gegen die Zionisten und samkeit — allerdings mehr erheiternder Natu? - trotzdem jedem wahren Jaden das Herz bluten bildet. Ernster wurde die Frage, als Tr. Nordau mußte, wenn er sah. wie aus dem'Nationalunglück es für gut fand, die Schritte der I ungarischen' parteipolitisches Kapital geschlagen und gewaltsam! Zionisten zu rechtseitige», ja sogar selbstverständlich ein Klassengegensatz herausgequält wurde, nur hie * zu sinden. Ter Schriststeller Tr. Birnfeld ver und da durch Zwischenrufe unterbrochen.! öffentlichte nun IN der hebräischen Zeitschrift Ter zweite Referent Reichrratsadgeordneler .Hasmaneinen Artikel, worin die Haltung Ser Pernerstorser besprach die Nussisizierung Finn ■ ungarischen Zionisten gegeißelt und erklärt wird. landS. Tiefe sei ein politisches' und kulturelles Ver-1 der IV. Kongreß werde sich ׳mit der meikwürdigen brechen. .Tenn die Entnationalisierung einer wenn Erklärung Nordaus beiasjen müsien. In'Wien selbst auch noch so kleinen Völkleins bedeutet die Zerstörung wurde längere Zeit mit Unmut die Diskreditierung einer für die Menschheit wertvollen Varietät, einer des Zionismus durch die ungarüchen Zionisten be in Holleschau, wo die Ortsgruppe des .Deutschen eigenartigen Kultur. Dagegen sich auszulehnen — obachtet. Ich habe mich erst dann in der vorliegenden Schulvereines" jüngstens ausgelöst wurde, weil die selbst mit Waffengewalt ist heilige Pflicht!- Frage zu einem Artikel i.JüL. Volksstimmevom Tann zu Kisch,new rückkehrend sagte der wackere 1■ Juni veranlaßt geiehen, als Nordau auslra! und P er n ersto r fer, er müsse seinem Kollegen El le nsei ne bisher in derFragv der po lit i s ch en bogen leider widersprechen. Tie Zionisten und alle,Betätigung der Juden erschienenen Juden, auch wenn sie keine Proletarier seien, hätten! Art i ke l kühn desavouierend die ungari!chen ein Recht, das nationale Unglück von Kiichinewf Zionisten geradezu ermunterte, die Entnationaliiierung mitzusühlen und mitzubeklagen. Tahin verstehe er aller Nichtmagiiaren weiterhin politisch und die dortigen Juden, denen die Erzesse vor vier > die. heutige Erregung der Zionisten, nicht daß sie st ü tz e n. Jähre» die deutschen Mucken gründlich ausg-strieben die einzelnen Tenuntiationen der jüdischen Bour- Wenn Herr Nordau diejenige», welche mit haben, sind zur Raison gebracht worden. Es wird dem Leipniker Teutschtum in einigen Jahren nicht besstr ergehen. Und dann — viral seqnens! Weil mit solche» .Bollwerken" des Deutschtums auch Bollwerke jüdischer politischnationaler Assimilation in Trümmer fallen, wünschen wir eine rasche Lösung der mähr. Judensrage. Taß t»it ihr eine politische Beeinträchtigung der Teutjchen verbunden ist, kann unsere Sorge nicht sein. Beini heutigen 5 Verhältnisse kann ein Jude in Mähren erlogenen Teutschtum nur sefthalte». wens er in! entwicklung! geois biligkn oder gar die'Versammlung sprengen seiner Haltung im Jnteres'e der Partei wollten.! Gerade als nationalbewußter Deutscher. unzufrieden sind und dies össentlich jm Ausdruck sympathisiere er mit den Zionisten; auch Hierlands bringen, dadurch abzutun ,ucht. da» er lte als hätten sie recht, -aß sie, als Juden gedrückt, sich als .Leutchenbezeichnet, die an seinen Perion um Juden zur Wehr setzen. ״Wenn ich Jude wäre, jeden Preis nörgeln wollen, und jfnen gewissen würde ich mich dessen nicht schämen, einem Volke!persönlichen Ton anschlägt, den wir sonst bei ihm anzugehören. das 2000 Jahre durch ein Meer von in der Zurückweisung von Gegnern gewohnt sir.S. ist. kann Blut und. Tränen ging- Doch jeder wahrhaft so muß dagegen schon vom Standpunkt der tänd der! Nationale müsse auch Temokrat sein. .Vereinigen! Par t e idiszi p li n enlichieden Verwahrung e:,t an dem; mir uns zur Demonstration für Freiheit und Volks-! gelegt werden, da Nordau für alle seiitzschritte --e — 1׳״״״);;״..־« .verantwortlich ist. Wenn Herr Tr! Nordau aus politischen Dingen ein gedankenloser /Schwärmer oher eitler Streber ist. j Oonnliftru und Bioiiiflcu über ' Mchinkw. Das Zentralbureau der internationalen sozialdemokralie in Brüssel hatte die Parole ausgegeben: ,Entrüstung über Kischinew", und so müßten auch die organisierten Sozialdemokraten von Wien in den bitteren Apfel beißen und sich angesichts ihrer antisemitischen Gegner sür Juden entrüsten. Damit diese humane Entrüstung aber nicht gar zu .judenknechtischaussehe, fand irgend ein Pfiffikus Sen Ter Jubel der Zionisten über diele Herzens-1 seine früher erschienenen Artikels verweist, so ist dar Worte de« Deutschen Pernerstorser war von >unbegreifjich, well seine jetzige Stellungnahme gerade überguellender Dankbarkeit, die mosaischen Sozi hin-!zu seinen früheren Artikeln in direktem Gegengegen standen ganz verdutzt da, ja ein paar prpte-! saye steht. - ־ stierten gar, was bei den Zionisten Zurufe an j Im vorliegenden tfaUe bandelt es sich al>o Ellenbogen aurlöste: ,Meichumed! Warum keineswegs um die Person Nordaus, sondern um sprechen Sie und Adler nicht so?!"!die Haltung der ungarischen ,Zionisten- und um Räch dem Studenten Lozinsky. der die Unter-! die Lnunziation des Parteiführers Nordau. — Als drückung seine« ruthenischen Volkes durch den Zaris-! solcher wird sich Herr Nordau schon beguemen mus beklagte, polemisierte der Zionist Nathan Groß müssen, jenen Rechenschaft zu geben, in deren von Bei- und Mißsallskundgebungen beständig unterj Namen er als Führer spricht. Nach dem Gefühle brachen, vornehmlich geHen Ellenbogen. Ter Wink!disziplinierter Zionisten .Erübrigt lich" der russischen Regierung hat das russische Volk, ohne j dies entschieden nichi. Arthur Freud, Wien. Unterschied der Klasse, mordbereit gesunden gegen darj jüdische Volk, gleichfalls ohne Unterschied derSilasse. Tie ■ fitlfmrein der dcntlcbe» Jitdeit. Wie wir Ausweg, Kischinew mit dem, wenn auch nicht aktu-! r ev o l ut i on ä ren jüdischen Arbeiter, ein Bruch ellen. so doch gut christlich-arischen Finnland zu > teil der jüdischen Arbeiterschaft, die wieder nur 3%; garnieren. der Gesamtjndenschast Rußlands ausmachen, dürfen Und so tauchte in den Wiener Blättern eine! es nicht verantworten, diese dem zarischen Rache J! r 1 . eil _ 1 J - Z . fftt.' a 1 J! V.U O n■•»,'!_ 4 .«1 Aii.TiiiliaMVM •rrtX 2emn)S«mnf1>Al<>n /»IftJP! verschämte Notiz auf: Mittwoch, den 3. Juni, im Ronacheriaal, Versammlung über ,Finnland und Kischinew". Als erster Referent war Tr. Ellenbogen angekündigt, der konfessionslose Abgeordnete der ׳Leopoldstadt, der krasse Assimilant, der noch vor Wochenftist im Parlament bei Beratung des Soitntagsruhegesetzes die .wenn auch gerechten Forderungen der jüdischen Kausteute Galiziens" mit einem verächtlichen Achselzucken abgeschüttelt hatte. -Tie Zionisten, welche schon darum Unrat witterten, ivaren stark an Zahl erschienen; sie trafen aus andere Juden; Fabrikrarbeiter waren keine sichtbar. Tr. Ellenbogen legte zunächst mit unnötiger Ausführlichkeit dar. daß das Kischinewer Massakre keine gewöhnliche antisemitische Hetze, wie alle! Bürgerblätter lügen, sondern von dem durch die allgemeine Revolutionsstimmung bedrängten Zarismus arranschwere auszuliefern und die Sozialdemokraten außer Rußland dürfen es nicht verantworten, ihre russisch erfahren, haben die Sammlungen der Hilfsvereine» der deutschen Juden zugunsten unserer unglücklichen Glaubensgenossen in Kiichinew bisher die Summe von 423.000 Mark ergeben. Ter Erfolg ist ein jüdischen Genossen in Kamps und Tot zu Hetzen; außerordentlich erfreulicher, aber gegenüber dem Undurch Ermunterungen, hinter denen keine reale Hilfe! glück muß darauf hingewiescn werden, day sehr grotze stehe Scheuen ja die Sozialisten selbst in dem ge-,Anstrengungen gemacht werden müssen, um es den sahrloseren Lesterreich den Namen einer .Judenzahlreichen, völlig zerstörten wirtschaftlichen Eristenzen schutztruppe-! Die jüdische Hilfe schade übrigens! zu ermöglichen, wieder in-geordnete ,oztale Verhältden Genossen indirekt durch Weckung antisemitischer j ni״e zu gelangen. Für die Zwecke des Hilssvereines Instinkte viel mehr, als sie direkt nütze, lind wenn |1tnt> ־in diesen •iagen weitere 3110.000 Mark verschon die Konstitution erkämpft wäre, würde Krul fügbar geworden. Tie verstorbene Frau Baronin schevun so gewiß Volksvertreter in Rußland als!Cohn-Lppenheim hat ihrem Verwandten, «hlwardt in Deutschland. Lueger und Herzog in Herrn Tr. Paul Nathan, dem Geschäftsführer Lesterreich Wir Judest haben e« satt, unbedankie de« Hilssvereines im Ehrenamte, teftameniari'ch Kammerknechte die Regierungen, aber auch solche! 300.000 Mark vermacht. Mit der. Austage, die!; fremder Freiheitsbewegungen zu sein, wie z. B.!zugunsten des,Hilssvereines zu vernjenden. momentan der Sozialdemokratie Bloß die eigene! lld» ״ftelll»»" In DeiltSChUld. ier »Vor- Heimat, Zion, könne Judas Existenz und .Kultur retten, wärt»" vom Juni erzählt einen <$211, roic tote

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