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Jüdische Volksstimme · 1902-12-15 · 22 (15.12.1902) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
III (1902-1903)
Issue
22 (15.12.1902)
Date
1902-12-15
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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gl Füdifche Volksstimmc Seite 5 .:;ipfii und die grauen Regenwolken, welche sich bend über nach schwarzen Nadelwäldern erheben. Besonder« lieb ist inir eine herbstliche Maitiv l'artif. Durch ine aus den, Bilde selbst unsichi- Baumkrone huschen neckiich Sonnenstrahlen r einen kraslst :opcndcn: .tiasianienbauni. wobei rdem noch blendende Licht,r aus dem rotgrauen de der Allee j,seien. Rotgclb sigzrl das ׳Laub ji den Herbst hi,ein und das sich all»,adlig v.r-!de Violett iiiobci man die grandiose Lusiver- >oc bewundcr 1 inusif verleih, dem Bilde die Adicii-sagcns der Natur' Man jühll. mt welcher'Liebe dieser Maler 1 seine Bäume liebt, •pif finb.,11)111 vertraute ׳״.!!eiden. mit dxncn er wie fitit Brensche» Zwie- : aus dem lirbn id^ empor sine freie,Söhne eine, t i n Landes. Bild sind es mächtige Baumricien. - allen Wettern zu iropcii vermögen, bald wieder? ,»die, schlanke ^Sprösslinge. Hier sehen wir blost י Stämme der Bäume * eine Allee bilden, dort ',dt gerade daS ins Firmamenl ragende Laad Landichast einen inti cn, poetische,! ׳Reiz. Mit en krästigcn -Irichcn ist das Gezweige ange- .:et; er bedarf keiner umständlichen, langweilige,1 iiiiiiinticrung. - Mt stiller Andacht betrachten wsr jene Berg- Oven, dir von eincm milden Rv׳'a- oder Violen uchlet in klare, »»ergründlichc Seen hinablanchen. ukelblau und Heliotrop berauschen den .!!ünffler. ,.rall iindct «an diese beiden Farbe». in allen 1 lanzen. Bald fi:1D cs die Bäume, bald die Berg׳. Id die Wässer. Sie miliien da sein,' das bedeutet imlich Naturgesip. Man Bihlt ininn iiv, wie Uiv - in diese Abtoi ungen hincindichtel, in Harmonien e׳elgr, wie er selbil von seinen S1i1n,»u»«sland - a'ten irunken das Mviiienianc vergisst. adstA»': d nur das Uneeränderliche, das Elv1g ble1bcr.de ' Natur beibchälsi Diese Ericheinutg läsi! sich ..leicht dadurch!rkläre», dag Uitf nicht unmitle! .-.r von der Natur am die Leinwand hialt. sondern ' n, der Schönhe» der Landfthasi gepäckh die Formen ad Farben der'cl!en im Fluge rezipiert und hieraus e.hnlich Zvie Bock in > dieftkben geläutert und von ׳׳!item Selbst duichtränki iciibannt., Eibe bcsvntirc Eigenart nimmt man gleich bei dir ersten Bclra hlung seiner Bffdcr-wahr: TaS Fehlen eines lcbindc» Weicns inmitten der Natur. Fns Ungeheure zehen sich Waldungen »ud 'Wiesen.-!'011 keinerlei. Kreylur bewohnt oder bcrübri, grosie, l iliebcnc Einsamkeiten. Es ist. als ob Urv ׳eine' Landschaften nicht durch Menschen und Mgii'ck-.-n e.rk profanieren wollte. Er zeigt sich uns als Mcni'chcnverächtci, als Einsamer inmitten ic ner enihüi selbst geschaffenen Welten Blesi aui einer inzigcn Sceidyllc flattern zivei müde Vogel in -eben, fernen Regionen, als ob sic sich nicht ge- ^!rauten, zur Erle nicderzusteigen. Und auch Lieft׳ ..alte» ohne Schilde» für die Gesämtwirkmig chegleiben können. Die nackte Natur in ftir 'ihn Er- Aus der an'crc» Seite Stegen scheu nur ahn als tüchtigen Prrlrälistcn, der in die ׳Seelen ftiv.,r Sbjektc Einblick gewonnen Hai uüd pseie mi: ein- .׳achcr Technik h rausarbciiet. Da ssiihe! sich ft'in keckes Damenbild iis mit rotem, imvreffio'.iffii'ch w׳.r- 'kendcm Hintcrgr ind. da; Porträt Paul Schlenibers. seiner zwei Mädchcnköpfc in Skizzcnsvrm. von de^iBi mir besonders >ie Dame mit dem roten, .eiragen nimpathisch ist. Leider fehlt dem »tunsilcr ein für den Figurenmaler höchst wi htigcs Moment, das Geiühl für' den plastischen AuSdtiick. Ter Mangel daran macht sich besonders in dem biblischen Gemälde ,Vertreibung aus dem ParabicS" unangenehm bemerkbar. Doch wird der Vorwurs, das, die Farbenkompofflion ungerechtfertigt oder unmöglich fei, durch die glänzendc Aussasjun, und Behandlung der an und für sich abgegriffen! n Stoffes wcllgemachl. Hier ist Eva nicht bloß die Gattin und Verführerin des einen Erdcnsohncr, s Indern die Vertreterin des gesamten Typus ,Weib" ,Mutter". Mit rührender Sorgfalt hütet sie ihren Säugling, der ihr Einziges in. ohne Reue, ohne Aückjehen und Verlangen nach dem verlorenen Eden. Ihr Gatte dagegen, der Mann, der ewig Sterbende, kann Len Verlust seines früheren Glückes nicht t erschmelzen. 1 Noch imner hastet sein Blick aui den Hügeln seiner ersten Heimat, von der Seligkeit seine; früheren Leben; durch ein grüngraucS Meer Hie durch eine uni berbrückbare Kluft getrennt. Zugleich aber zeigt der i luSdruck seines Gesichtes, die leuchten- Augen, Heffnuig aus grosse Talen, auf eine aller bevorzugten Gesellschaftskreise ist bie arische glückliche Zukunft. So ist das Problem glücklich sl/kost- Sn kleines Genrebild zeigt uns Ury. wie er sich, zu entwickeln beginnt. - Fn einer bämmrigcn ,eriube sitzt ein Mädchen und näht Und näht. Tie einfachen Einrichlungsgegennändc verstärken noch den Naiuralisnius. der' sich in jed.r Kleinigkeit ausdrückt. Tic »Farbe ist kühu angeictzt, verrät bie ganze Sch-.rkeik des zukünitigeu M>islers. .-Besonders bemerkensitkeri sind zwei Studien zu icinem grosien Gemälde .F-.-rmalem". Tie eine stellt einen Greis dar. d!r um die Errettung ׳einer armen Pa:!riladi. seines u::t!rbrücklen Vaterlandes betet, fail^ohne rinn! Hossnunzsblick in den malten Augcm Tic 'zweite Siudie leigt einen kräitigen ,׳üngling mit einem trotzig cnergiichen Zug u»z die Mundwinkel, in grauen, gurubl!» Tönen, während roftge Wölkchen aus einen.glücklichen Ausgang hoffen lassen. Vom Standv.inkte d s Porträts liesic sich gegen die Farbcniechnik und den Mangel an Plaffik vieles cinwenden, doch und diele Gemälde eil, Zeugnis von d!m'Geff:esl-.ben des Künstlers. der als echtes- Glied ׳einer Rare bald in licifte Reiignalion veriinkl, bald sich zu Ii'.änv.iichcr Tatkrait und hoiinungvcrhcisiend.nl Tun ausrafft-. Mit diesem Problem sind wir bei dein mächtigslen Gemälde Gesellschast bemüht, dem Volke den' Glauben bcizubringen und zu erhalten. Wenn ielbit der steisinnigc französische Staat jährlich 13 Millionen Franks für religiöse Zwecke verwendet, so in diese Summe verschwindend gegen die Millionen,' welche die englischen Misiionrgescllichaften verausgaben, um - bei ihren! eigenen Volke den Unglauben zu bekämv'eU: Er in ja allgcknein bekannt, dasi die englischen Missionäre. nicht warten, bis das Volk zu ihnen kommt, sondern dasi sic ihm iörmlich nachlauien, es dort aussuchen, wo es mit Sicherheit zu finden in, in den!öffentlichen Gärten und auf belebten Plätzen.' - lieber den Erfolg zu sprechen ist hier nebensächlich. WieX ganz anderswird die Knltursragc in Bezug auf! dar jüdische Volk behandelt 1 Hier herrscht. seit Mendelssohn in geistloser Nackpihmung und Nachäffung die 'einzige Teruse ,Äusklärung" in dem Sinne des Bruches mit allem Hergebracht?» ohne tkikickncht auf den moralischen Wert desselben. Ein Volk, das in tief eing wurzelten, t'Hottesglaubcn alle jene Eigenschgsien besitzt. welche bei anderen Völkern 'mit juncndlickstr Muüe angestrebt werden, ׳all umgemodc!/! werden-, um den Gleichmacherii ällsicr-" iich besser zu gefallen. Es kann ja nicht geleugnet werden, dasi auch dies.s Volksmerkmal seine Schattenseiten bat wie alles im Lftbeg, allein diese Kusturstuse ift in litt); augelangt 1 Es ff! der ,Feremias", durch׳ Reproduktion inb.reren Kunktzeilschrisren alkgemein I vielen anderen Beziehungen ix wertvoll, dasi cs ein bekannt. . - ,Verbrechen wäre, es jchablonenbaii zu 'zerstören. Minen aus einem grauen Stück Erde wäch-l^ohne etwas Besseres an d-.si.-n Stelle zu setzen. Es eremias gleichsam als > mag sa ui», dasi die von uns Zionisten .bekämpften ׳ Natur ׳elb't heraus. Älcichmacher AsiiMilanten genau»! 1— ein Interesse die kauernde Gesialt des ein organisches iftenoachs Wie er vor uns ans.׳׳.-.׳.-., ckt la liegt, bas blasse, magene H.ruvt aas d:e :ve.ke Hand genutzt, erweckt er Furcht, inianen und grenzenlose« Äitgesüdl. 'Aus '!inen. :11:1 bornig-en Brauen heichan!ren Augen ',׳ruht '.i!1!detge׳ch!age1 '.׳.-,׳:!N'e'lge des llngtück-.s. Mitleid mit iftueem elend.n V. lh Grolle» gegen die Härte d!s Geschicks. Und bin!.: diesem Unbeugsamen, diei-.m uugebeilglen Rieftn,!!hebt sich d-׳r mächtige Himmel. zu!r׳h»l l>g-:-.n.! angrünen Schattierungen, denn allmählich krcseeiedürend zum!iefil!» Ulitamar.iu und .tiobal׳ ein Bild crbabei:!! mit öl-.ichen Sternen ''׳rösie ni d Ewigkeit. de'äct. daran haben, wertvolle Volksmerkmü.c zu veitrlgen. um ihr Ziel, das V-er'chw!nLen des jüdi'chen Volkes, um io ichueller zu erreichen ' Wir Zionisten dürft» in die׳!׳!׳. Fehler nicht vei'allen, wenn wir ' nicht uni!r ganzes Werk vernichten wollen. Tcm,en1zc׳.!. der na׳ in die Verhälrniift׳ der arr'chen Volker hineingesundeu hay könn!n wir ,a für lange Zeit noch nicht io viel bieten, um >öv. an uns zu s.'ieln. . Hingegen haben wir IN b!r ,I'.escn -Religivsilä: unseres Volkes ein ׳ichcres Mittel, um -.s im Falke der V-erwirk.ichung unserer Bemühungen an uns zu keilen, da wir es in die Lage versetzen, ohne Gesährdung der Eristenz oder schwerer Beeinnächtiguchg der geiellschasilichcn Stellung ganz seinem Fdeplc zu leben. -Überdies ffi uns hiem'.i.bie «׳,rundlage gegeben, an der moraltichen Vervollkommnung unstres Volkes mit iichereM Eift'lae zu arbeiten und das iff die erste Hauotbedingung ׳nr das Gedeihen eines Gemeinwesens. - Fmbftch Wüchereinl'cruf. 0׳ on nnS rcn re:'är:e^ey;n nr urn einer, tiet aus der {retet teS Tr. oi f e ג זת n fcereidje:! worden. On 4S ausgegebenen uns oortrenliA re^rgie OllöC“ führt Xt. Boiksmaun L?orren auS. was und der (5^r7er gegeben dar. ^Arm n! unser Vidjt und Wärme, knne ge,«kl ÄnlästNch des >romvrcm׳s׳> Wiener ^!onrtten und der ׳,üdi ׳dienen wurde, bat sich in unserem uierblatle, WschÖ i! Hemberg, eme inteTefiante iJcletni' Programm" tnurttfelt. rlandv.r: k:en t. charakiern'll'cher. üa’.nntfnteo Äu^'ay vit.lts iicfic ,ut rT\־b über den Munüler und ו eine ׳'agen.?vch überlasse ich cs allen, d^s sich iür Ury mnrt'sitien, mvglichü bald mir ibm Bekarnlichas!;u ir.adun. ne wird gcwifi nur jruchrbrinqer.d ׳ein. U:'d wenn er n:chl aewürdiqr wird, ,'0 ivll der »yel1'..׳r .un^Borwuri nickr an dem' ,'onSern vielmehr dn Dem '^ubtitiim a-.eegen iein. Wien. ^skar ^iaienfeld. tliscuslion üvrr dir Zukiciilragt. ',׳: >n1׳‘e1 Z\:;b::F t« Feder Anüctn :-er dre 0ude7->rae!e 'vrmn aeaeben. HülTion uni» Aufklärung. T,e Frage, ob ckküz-eFude» ein V.'lk sind.cLer nicht, wird von un'cren Anhängern und den Gegnern s,U langer Zeit bebatzdclt, ohne dasi es zu einembillig «ud für alle. Rri'ullaie gekommen wäre. Bei r!:'!1cher Erwägung's״lernen etwa«.." E.n Bew!!S erscheint sie jedoch ganz müßig, denn wenn er ein! v-rtark-n, dasi wir lebe»" zudieätes Volk gilkl, iU'.lsi es doch t-.dem Einzelnen tchzif.« werden kann und fall, b'.s frei ,,eben, sich zii dies!»! od.r ׳!! einem anderen! besseres, qe'evi baden werd:r zu zähle», vorausgeietzi. dasi er nicht die Rechnung ohne den Wirt macht. Wir ireinnn»z.1!׳ Juden müssen es al׳o jedem überlaffen, bei irgend einem Volke selig zu werden öder!ich lächerlich zu machcn. Täsi ein iüdi'che- Voll.'welches sich in weientlichen >iennzeicheii von anderen uniericheidcl. beiiehi. lehr! uns ein Blick aus die Bevö!ker»ngsocrbäl:n>s>e derjenigen Gegenden, in welchen Juden in grosienr Anzahl beisammen leben, alio nichl allein in' i.׳icurova, sondern auch in den grosie» Stadien des-Weilen». Es 'würde zu wen sühren, alle de'onderen Merkmale des jüdischen Volles auszuzanl-.n und -zu de- , wei'enl eine Erscheinung verdien! j!üvch de'vnderd B-.s Beacknung. weil dieselbe gleichfalls ohne Gruv.L das Parieiungen unler uns selbst-hervorgerusen dm und "der d» das ,ff die Kullursraqc, d. h. die 'Mittel zur gei׳l!gen »b!r Labbaiai-Zw!: . . und moraltichen Veredelung des Volkes. 2«°«», »-» L-»d.- .m »l-er,«^. Nachm.-^au'-r. Ein »crnünitigcr Mensch ׳ragt «ch bei jeder über d,e Fargonliteraiur. t,!n Au'aabe, die ihm da; Leben stellt, wie dieielbe von l-n.die .zo-r-.-n mr. .«-«! 1 »n- Anderen vor ihm gelöst wurde, damit er nicht die- und Gut,mann. &!r und s.-ib.-n Ivt-hlt-r hpnfht wie viele vor ibm: darin dcnehl neue zionisli'ch! B«r-1n- ,ns t-doc:n ,Äch:a׳'ai" her :en Zett'cknil kurzen und kravpeu irctz ,'einer Mängel . wemq wenig eine' Spejütiücn •— >ä:e: für alle! alle das Oberer. nlu1\ ich! ans der Well gew»ran ׳eine Llkll-' SH. , das;wi'cken den ck'en L^olfsvanel q׳ äder un׳'er ״Landes Gr-gernifertlon. der W::4.׳r׳a»׳on begann li.er das drule Oadr de Trobybll«. M»! wieder regeres Vcden. £1t bereu nedende Jcpnbeeballe iü ror 4 i ocbe», orc^net worde::. nun hielten Bonräge: £r. We'en der ׳o;:a.en׳irra>;e ׳. ämftebunc: der Well: 4>ac aus den ernen gewaltigen- -, > . ״ ״ . - ־ . und semitischer Bolktzart. d. i. die Glaubens,rage. .'?2u׳c ime -SlauonaUvndrbuL'e Mit dem Aufgebote riesiger Geldmittel, einer mächtig '-־• * M. veramialtev w.r e:1.׳e organisierten .Körperschaft und unter Mitwirkung bLerieier. ulr-.lS W u 1; e l. über A l e r a n d r o w'» c!, .1. V u ft i g-Ä ü h :mann, über dte- :!‘vtaiv'ien Teil be׳'o<^ Mar 2<firc1er :nr ^egr.ne hier;wei eme ata der che« 2n;ndr׳.r.gen. — Am gro>7 angelegte׳ Makka^ 8. H.

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