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Jüdische Volksstimme · 1902-12-01 · 21 (1.12.1902) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
III (1902-1903)
Issue
21 (1.12.1902)
Date
1902-12-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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ßezuqsifrme. —1■ Tür Österreich Ungarn lntli :tl1ri!1 ., A' :״׳:׳׳ :;n’ir.!;Iir’hi ־. A' k — in!. küiniliciitimin. fiir das Ausland uni; ltilirifl . A' •J'.'iO pi.ialirin A' l-'-ii:->J!1m1111cr lli )1. r• HI- Iclbrgcrng. lirünn, 1. pc^cmber 1902. Redaktion . Administration vrüiui Schiiugasse Nr«. S ic ״And. ¥olt*üi(11mt'' p. tridieim ani 1. jiuit 1.1. eine? jetten!'.'i'omHc«. 'Ärtrtimig Cr» .y Innut, ”cimig. 4—-. . HIv. 21 drünncr ^llltusgcmcindewal,lcn.. 3\־r Jtuttuirgcineinbrrat, beziehungsweise sein •:;gigeä Werkzeug. dcr Wahlausschuß, versandte - r-Tagc folgenden — sagen wir, Wahlausrus a» Briznticr Wähler: - , ' P r - Die für de»!1■ f>. i'i» einterufine Vertntnmlttug ':r Wähler unserer KultuSgeineinöe wurde durch wenig! u r b u le nt e P« rso n en nach Wu-.d,voller El» :;:tuug derselben obsichllich zelprengi durch Personen, die Be rr> uns! gr ü nde n-^u n z u z S n gl t!ät, 'die?nieneise» unserer Glaubensgemeinde luüer Achi lassen, und nur Verwirrung siiiten, die llnarlen. her radilrlften palirischen Parteien Spgtertg ,sachänend.! Wtetvohl diese Friedensstörer selbst von;eit» Wählern enlschiedenft zuittckgew esen wurden, ani deren vermeintliche Parteizugehörigk il sie stochten, n-Uröen sie doch nach den lnSher!gen Ersahrtlngen in!de neu einzuberufende Veriantmlunä sich einbrängen und durch ihr beliebtes terroristisch» Porzehen jede sachliche Beralung unmöglich machen, ftt sie die Dislreditterung unserer, Glaubensgenossen! chast durch von ihnen provozierte ösf-ntlich« Stand» e nicht scheuen, vielmehr zu ersehnen scheinen. So gern? »un der KultuSvorstanst aHtl(*&nMcrtl die Gekgenheit geboten hätte, fingehtndtt,.zhre^׳u,uche und Beschwerden' varzubringen, tu uh' dochünl gegebenen Verhältnissen von der Ädhalturtg einer zwetten, allgemein,zugänglichen Wähfirversautnslung abgesehen werden.! , IS« hat sich deshalb der vor zwei Jahren eingeiepie Wahlausschuß neu konst>tu,-11,, sich durch BerriauenSmänner au« verschiedenen Verusskreisen verstärkt und unter den Mandatswerbern jene Personen nainhart gemacht, die sich durch ihre Stellung, ihr« Fähigleiten, ihr warmes Empfiitjbcn un» Eintreten für d»S, was unserer GlaubenSgemetnschail not tut, allgemeinen Ansehen« und Vertrauen» erfreuen, di« zum gröüercn teile schon eisprießlich in unserer Genteindevertretung gewirrt haben. Wir empfehlen Ihnen wärmsten« für die am 30. d. M, stattfindende ErgänzungSwahl die aus dem uiiistrhendeu Stimmzettel dezeichneten Herren iur Wahl und bitten Sie dringendst, Ihr Wahlrecht aiiszuubeii-, damit durch'h״,ne einmütige, durch die Zahl der abgegebenen Sttn,tmoonierende Kundgebung der Wähler'tbast den-, F rie d en S st ö r er u ihre I j olie rlhe it, zum B!w ust Isei u gebracht' und thiem destruktiven L-trebe׳.! ein,Ziel gesetzt wei'de Brün», tut Rovemder 1905. siiii den Liartgudikdup: - Tr. Friedrich Pirat. . Lat, Perlheiicr, , Liär.i'f libie: . ־ Cbmann. .t'eov,' Buuer, Isidor Bauer, Mor, Batch. Alois Brecher, Tr. I. Ebrenneiv, Jenes Feiwel, Tr. Mor Feldiitann, Si.rdlrttt, M lbael 'Glai'ri, Ad, Herda», . Mor! Huber, Joses Jeu: net. Kobn, Sigm K»- nigsgarte», Zllr'or. .r. ..u:a!,chj^avid Mandl, laii. Rat, Tr, M׳r, Pollal, H.-uir. Pallas, W, Schlesinger, .^gno; Schul;, Ludwig Slraster, Heinrich Subat, Ignaz Tandlejr. Mar!»uü-.g. Alois Ticho, Ludwig i ׳.Troller, Alois Wetiiderger. AI. Witrossip, . , Nennundzwanzig ansgeiuchlc Ehrenmännner! können trotz emsiger Beratung nicht die gehörige!Ponton Mut und'Anständigkeit ausbringcn, um ihre Anklagen gegen uns offen vorzubringen,! sondern schmuggeln sie durch die Pott den Wählern! ins Haus, Ahr-edler Männermut, ihre heilige Entj rüitung tobt sich in Briefen.aus! Wir können dieser I mehr vorsichtigen als mittigen Gesellschaft ,in der Weise entgegnen, daß wir tdren Auirui veröfscnt- '!en, ölonzilianter kann nutn schon.nicht tnehr'vorgeklc1Hrd--der Uttbciangcne wird sich ungeiShr voritcllcn können, wie groß unsere Scheu vor derartigen Anwüricn »st. .Wir wollen uns >nit Dß/ einzelnen unteizeichneten Perionen weiter nicht beschäftigen. Dadurch, daß ihre llAinten unter dem zitierten Wisch, dcr speziell durch dte Art seiner Vervisentlzchung sich als der Ausdruck grenzenloser Feigheit erweist, prangen, ist ihr Charakter 'und ihre Tenkweise genügend und in passendster Weise kennzeichnet. Was den Anhalt der Machwerkes anbclangt,' sei er hier in stürze berührt. Anfangs wird von turbulenten Personen gesprochen, dic vün vermeintlichen Parteiangchörigcn desavouiert werden. Merkwürdig! Wir sind die turbulenten Personen, die die Vcrsammlung friedliebender Bürger stören, und rcgelmäßig nach solchen Versammlungen sind cs nicht wir, sondern die Herren Veranstalter, die sich vor Gericht wegen rüden Benehmens ^ü verantworten haben, wegen ׳Beschimpfung unserer- Parteigenossen verurteilt werden oder Abbitte leisten und Reugelder - , zahlen müsten. alle -Teläphons in Bewegung setzen, * um die ״turbulenten" Personen zur Zurücknahme ihrer Klagen zu bewegen. Ta« ist doch ein. etwas , komisches Gebühren ״i.iedsamcr" Bürger unreifen ״Radaumachern" gegenüber! Und was den Vortvurt bctriisß. daß Personen, die sich ehemals als Zionisten j geberdete», unser Vorgehen nicht billigen, sei' hteinit!folgendes konstatiert:. Es bereite!' uns' eine Genugtuung von Leuten n ln Straßer und Ao׳'ei ' Jeuilleton. Äas ist die Seele? ^Feiwel desavouiert ztz werden. Jede Partei hat!ihre Renegaten, auch-wir. Lrienn den Herren mit' l unteren Ablegern gedient ist, wir schenken sie ..ihnen herzlich gerne. Ten Straß e-rhaben sic, den Aoic.s Fei^vct mögen sie als schöne Zugabe empfangen Möge auch letzterem der übliche Lohn-für Gesinuungs Wechsel, ein st״!:usgcmeindemandat. nicht vtzretzthalten werden. Weiters wird der Anwurs wider uns erhöben, daß wir ״önentliche" Skandale herbcischnen.. Run gut! Wenn die Besprechung der Wirtschas; unstrbx stultusgcmcinderatc's einen.önentlichen -Skandal — besser wäre die Bezeichnung,veröffentlichten" Skandal ' — bedeutet, io gestehen wir ruhig rin, daß wir; j derlei herbctichneit. Wtld ittan hingegen eine .iigmpses- - weise, ,die stch an einer tückischen, geheim und bricilich! betriebenen Vcrnadcrustg des Gegners genug sein - läßt, als rücksichtsvoll und disnet dczcichncü, so freut cs uns nur. .für terroristisch und ttzdiskrei j zu gelten. Rur «stch zwei vielsägende ' llmitändc wollen wir hervorhrien: Ter Ausruf untsaßr,' eine Druckseite, ist sattgänzlich dcr Besprechung dcr Zionisten gcwidntct, beschäftigt sich aber ichr mit deren Vorgehen und versäumt er gänzlich, auch nur gegen eine der An klagen,'- die von unserer Seile widerdie- Täligkctt der dorqeschlagencn standidatcn erhoben werden, sachlich Stellung zu nehmen. ־ Ter genannte Auftus trug scrner den Charakter Bon I. L.!s^e-r e z, -!10. :--III H^'rünäten ittvtr'epvvv» P.n Vl-.i. - Ach gedenke meines BatcrS. Er war von kleiner Statur, hager und mager, -:n Gesicht (von einem langen, spitzen Barte um -hmt. Noch sehe ich ihn/ wie er das Zimmer mit einen Schritten du^chmißt, wie er jedesmal aus mich »kommt, mich vom Fußboden, aus welchem ich \ bielend umhertrollte, aufhebt, um mich zu küssen. , Eines Tages lag er im Bette, stöhnte und -uszte, nur die MntterZtand neben ihm. aufgelöst tu Tränen, mit den Filnsten an den.Kops schlagend. In der Nacht erwachte ich, von draußen drang '!-'- mir ein furchtbare« Jammern. Das Zimmer war Voll von Männern. Ich erschrak und schrie ans. ^'iner dieser Männer kam ans. «ich zu, beruhigte - mich, kleidete mich an, und führte mich in da« Hans eines Nachbars, .wo ich die Nacht durchschlief. Als '-ch in der Früh mach Hause znrückkehrtc, kam mir bas Zimmer so acrändert vor. Am Fnßboden lag evtroh umher, der Spiegel. war dcr Wand zugekehrt, der Hängelcuchter mit einem schwarzen Tuche - Verhüllt, und meine Muttersaß unheschuht aus einem kleinen Schemel.! Kaum erblickte sie mich, schrie sie .bitterlich. weinend ans: ״Die Waise, die Waise!" Ans dem FcnftcrbreUe brannte ein Sllämpchen und knapp daneben stand ein GlaS Wasser, über -welchem ein.kleiner Lcinwandstreiscn htcng. Man erzählte mir/ daß mein Bater tot sei, daß sich seine Seele täglich in diesem Wasser bade und sich mit dem Leinensleckchen abtrockne. Wenn ich den ״staddisch" ernstlich sagen werde — fügten sie hitzzu — werde sich dte Seele' leichter züm Himmel ansschwingen. . ״ Damals glaubte ich, die Seele ist ein Loge!, der ge'n Himmel stiegt. Vom- ״Behclscr" geführt, kehre ich vom Che der nach Hause zurück. Ein Schwärm von Bögeln fliegt an unS vorbei, zwstschernd und singend. ״Fliegende Seelen!" rief ich mil kindlicher Innigkeit. Dcr ״Behelscr" lachte und belehrte mich, daß das keine Seeles, sondern gewöhnliche Vögel seien. Zu Hause bat ich die- Mutter, mir da« Merkmal zu nennen, durch ivelchcs sich die Seele von dem Vogel unterscheide» Als ich 14 Jahre alt wurde, saß ich bereits in der höheren Klasse eines ״Gemara-Cheder" wo ich bei Sarach Raufer den Talmud und dessen Komentare studierte. Ich wqß noch heute nicht, ob mein ״Rebe" wirklich Raustr hieß, oder die« bloß ein iht» von seinen-Schülcra beigclegter Beiname war, denn erbarmungslos! zu schlagen vcrftand «sarach sehr. ״Waruni weinst du," pflegte er den vor Schwerzheulenden Knaben anzujchreten, ״ich schlage doch nur bsttnen K ö per, an dem die Würmer vielleicht *mti einen mage en Bissen haben werden.^Aa, stindep. der Körper ist ״Und fragen. .Die Auch Bedeutung jSSir Hegen, üd'tLnur die staube schmutziger Seele r" wagte taub! ich kleinlaut zu Seele ist etwas Geistige«," erklärte^ mir der Hebe, und so wurde mein Wortschatz um xin Wort i cichcr. ‘ ' ' ־ seiner Flau,' - der ״Rcdeztu" wnzdc die diese« Beinamens sehr ojt flat. Bochurim" brachten ihr eine Dsiebc em _sie sich durch den Bcrkaus von Bohnen, Erbsen und Honigkuchen erwarb: sehr oft befreite sie uds auch aus ihre«.Manne« Thrannenhand.! Besonder« mich, die Waise, bevorzugte sic.-Ack, erhielt immer eine Zugabe beim Erdjencinkause nnd.7 wenn sichdeS Raufer« Hqnd in meinen-Haaren'. verirrte, war sic es, die mir helfend bcisprang ״Mörder! warum schlL.gsidu eine Waise, über welcher die Seele ihres BatcrS wacht! Ich war davonüberzeugt, und als ich einer abend« blau geschlagea nach Hause gicng, da blickte ich zum Himmel hinaus und sühne Klage über Sarach, der mir. so weh getan hatte." Bald darais über erinnerte ich mich de« AussprucheS de« Rebe, daß die Schläge bloß meinem Körper gelten.. . * Gedenket des* jüdischen Nationalfond^s!

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