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Jüdische Volksstimme · 1902-09-15 · 16 (15.9.1902) · p. Seite 6

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
III (1902-1903)
Issue
16 (15.9.1902)
Date
1902-09-15
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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ז ,Seite 6 Jüdische Bolksftimmt. a&rctfaatbfn fingf fahrt ist und glänunb funftioniert. Xa« Xiftritttbmitff, in dem die meisten Vereine keine Vertretung Lüden können, bietet keinen genügenden Ersatz lür! diese nur vcn AatL;u Fall einzuber ulende Exekutive sämtlicher Korporak.onen \nt Beratung gemeinsame^ Angelegenheiten. Wad nun den Gegenstand selbst betrifft, von dem wir NN» vorerst notgedrungen ein wenig enklerrtt haben, so ist ja bekanntlich Cie lini&titng von jüdischen Bibliotheken und Lesehallen ein allgemeines Postulat unseres zionistischen Gegenwartsprogrammes und nTutde neuerdings auch aus dem II. österreichischen Aioniüentagr die Wichtigkeit diese« Punkte« betont TaffächÜch ertstieren 13 auch m zahlreichen Städten aller Länder solche indische Volksbiblwtheken und Leseballen, welche fick meist glanzendbewähren. v>n Wien ist der Boden hiemr der denkbar günstigste und ist einem solchen Institute daselbst . etn sicherer Er'olg vorberzulogen. Selbst für den Fall, daß sich tte<e Bidliotdek lediglich aus die zionistische Bevölkerung deschrankeit' wu.de. batte sie schon Existenzberechtigung und auch Errstenz^lbrgkeit. Uni wieviel *mehr, wenn sie jedem Inden zugänglich sein wird! In den großen öffentlichen Bibliotheken- Wiens. der Unjpetsttät«. und Hoshibliothek, sind die Werke der :udrckerr Literatur ustd Wiffenschost nur recht spärlich ver treten und wenn es koch der Kall ist. jö find sie immer noch recht schwer zu erlangen. Auch die!übische Gemeindebt^liothek. schwer zugänglich wie sie tft. vermag nur schwer dem unbestreitbar J'vrdand.nem Bedürfnis nach jüdischer Lektüre gerecht;u werden. Sollte da eine volkstümliche, allen zugängliche lukrsche!Bibliothek. verbunden mit einer Lesehalle» nicht׳ rern'tetet Wa» die Einzelheiten der Durchsubrung qnbelangt. i-!ollen diese selbstverständlich den kompetenten kreffen, d. t. tu diesem Falle einer g-menrfamen Exekutive sämtlicher daran mtere'ttchter zionistische, Korpo:qt1onen Wiens uberlassen bleiben. Liese wird über Große de» Anfangskapr׳als, über die Heldbeichanung. über Iiistallierung und Ümlantz der Ljbliotlkk .n 3 m^b:׳ zu beraten und zu entscheiden baden. Hier sollte ledralich >ie Anregung gegeben werden. Ob und wann wir es .׳.de: m!ä'.-ren zu eine: 11tdi»cken Belksdiblrotbek bringen, darrrc : 4t der Ernn.t: t:t:c dem Arbeitswillen der Wiener '^cn-steü abbaugen. ^ut. Franz Steiner.. , üJitlt. Ve.nsi'Lteo Das Elend der mdrichen Arbeiter :st a.:e rien Answenen des Vereines'kür unentgeltlichen Arbeit», ::.:ckwersl rl.. Dadorsnaße -'׳l^ ziemlich eeutlich zu erleben.?0 lt״>n trrr B.. daß am ld. August in Vormerkung standen :3 ז .i׳- banskneLte. 37 Htl'sarbeüer. 32 Schlosser, ä'» Schneider, --׳ Xriilrr. '2'■'■ Buchhalter und Korrespondenten.!42 Kommis ■ ׳. koniStcniüen. 4»! koinptoirtstlnnen» 21 Verkäuferinnen und t.'' Prak-.kanten. Ätkßerdem nuten wir eine ziemlich große t .::1;abl r^ttHutmachern, Buchdruckern, Metallarbeiter, Monteure., - .1 1::: iBeidtefer Gelegenheit muß betont werden, daß der Verein' -:-.-!iS hei dem großen ludüchen Publikum uberhauot nicht, ::ach ׳einem Namen nrLt als indischer bekannt ist.., auch k-.״::r qrffße Svrg'akt au^ die Unterbringung der angemeldeten Beneidet rerw.-ntet. — Tie^biesige kuitusgemetnbe besitzt eine o:tjef. lie teden Dienstag und Donnerstag von ' A— 7 Uhr abends. Freitag von 11 — I Uhr und Sonntag von 1"—12 Uhr ..״?;׳:!e: ist. An Studierende, sowie Per'vnen. ״die dem Kultus» - :-.-:stänke: nicht nadcr begannt sir d". werden Bücher nur dann ve:!!eben, wenn etn dem kultusvotstande bekannte.׳ Bürge d:e ׳?altung übernimm:. Außerdem muß tebrr. der ein'Buch ,׳׳׳tl,'h1:en will, etn Gesuch etnreichen und erkält dann — <^e׳::L bewillig: wird einen iogeüannten Erlaubnis- 1e-: Bucker. ^dre schwer zu bekommen sind״ und .^ett- ׳:: :׳: ::berdauvt q c-ste.r Werke werben nicht verlieben.!.Das :?7 .׳׳׳-nn Bibl.athe^a: steht e- ׳.e»^ Bücher, wie FlaviuS ...-׳׳abu»! nicht zu verleihen, we t nt bei Btdlierek nur rin .-:-,:׳klar :׳?:banden in 1 Buche:, die nach vier Wochen nicht Igestsll: werten, muß der Bibltethekdiener abdolen. Hiefur i '.Ll: de. ^Eisil tne: eine t<Mm: von l-". Heller. KultnSvorstände :d P.ct-k lensklndev bebalten Bücher 0*t ein ganze-. Jahr .-:!d 1:cdy langer, ebne daß von der cberwabnren Maßregel ׳-eb'.aitckl gemacht wird.» Vom l. August bis >5. September - ,die^ Bidlrotbek zBcklc׳׳'l.'n. Sie frimte auch die übrigen .׳b1:- ^:dchb Monate geschlo׳׳'en bleiben. ' ** Ullea. Xer internationale Studentenko'ngreß. der am . t. k. in Budapest beginnen ׳ollte. wurde ploylich abge ׳agt. Eet ist autbrntlich festgestellt, daß nur die Furcht der;?litilchlrberalen kreise'Ungarnvor der Kritik und Erörterung, der magqari'Len Nattonaluätenpolitik diese Maßregel veran. '.:ß!e. Die ..Xärmlni L1-t\״ in Prag reproduzieren Briefs :ovakisLer Studenten, in denen das Verlangen der unga-itchen?-lovaken-nach Ausscheidung aas der magnartichen Sektion und gegen die ablehnende Haliuitg de- Präsidiumaaqemeldete Protest ab den Kongreß besprochen wnd. Uns imerestterte dir Stellung der ztonisttschen Studenten, welche im letzten Moment von Wien aus Anstrengungen machten, die Aufmerksamkeit der. ״.udentischen Kreise aus den Kongreß zu lenken. Leiber mit. .:eringem ^:eolq. Wir geben nin teu. allqemeinett Eindruck wirke:, i^evii wir ^.׳׳eli erklären: Die zionistische Studentenschaft Österreichs ist durch die Verschiebung de« Kongresse« au-! den in^ einer früheren Notiz angeführten Gründen vor einer Blamage bewahrt worden E« ist letzt genügend Zeit, und Gelegendi« geboten, auden gemachten Fehlem zu lernen und für den nächsten Kongreß energisch entsprechende Vorbereitungen zu treffen. Ter Arbeitsausschuß, der in Wienzu Beginn de« WimersemesterS umer diesem oder jsnem Namen zustande׳ kommm wird, kann diese Arbeit sofort m Angriff nehmen. Wir kennen keinen stichhältigm und vemünktigen Grund, der die Absonderung irgend einer Korporation rechtfertigen konnte. ׳ Kleinliche tzisersiichteleirn, persönliche Animssitäten und untrucht׳ barer Vereinstratsch muff:n mdlich gemeinsamer, zielbewuß'er nationaler Arbeit Play machen. Wenn nickt, dann sollen die Schuldigen den Niedergang ihrer Be bindungen und dte geistige , Verlotterung ihrer Mitglieder raUoS bejammern. Solchen im׳ potmten Organisationen braucht man keine Träne nachzuwemen. Aber* wer noch zionistisches Gewiffen und Sinn für ideale- Studentenarbeit bat. wird "den gemeinsamett Arbeitsausschuß begroffen und unterstützen muffen- Veru». C*r1*P«l׳ 'st noch in aller Erinnerung, wie der Tamopoler Staatsanwalt Bereznickn anläßlich tiner . SchwUigerichtSverhandlung die Juden und die jüd. Neligion in unerhörtester Weise angegriffen hat. Dieser saubere Herr ist nicht nur nickt, wte. in einem Rechtsstaat selbstverständlich, seine- Amteenthoben worden, sondem «mirbe tncht einmal von larnopol versetzt. Kein ^Zunder, daß daher -auch andere Beamte in teilte׳ Fnßftapten treten. Zur Illustrieruna diene solgender Fall: Am '23. Juli d- I., erschien tn der Steuerabteilung der Xarnopvler Bezirksdauptmanntckast der htefige Gutsbesitzer Xr. Hermann Stein, um im Bollmackt-namen seine- Vaters einige vott der Steueradteilung eingesorderte Totunieme vorzuleqen. Als Kinanzrat Sab-uda die Annadmx eines XeileS der Dokumente verweigerte, ersuchte Dr. Stein in dotffchem Tone um die protokollarische Festst^lluttg der Tatsacke, baß er die betreffenden Dokumente vorlegeu wollte. Herr Finanjrat Saduda erwidertein gereiztem Tone: »So. Herr Doktor. Sie wollen ׳uns mit'Schreibereien unterhalten, gut!", -ortttet^ dann die Protokollierung und wendete sich neue-.dtngs an Dr. Stein m« folgenden Worten: »So sollen denn die Iuden bar-berrschen. solche gwei gemeine Juden wie Land-au und Stein, Bürger etker jüdischen, koe.umpierten Stadt wollest da herrschen.- (Dr. Michael Landau ist ein onge- ׳ebener Advokat in Darnopol und nat vor kurzem gegen den Willen der Schlacht« als Reichsratskandidat aus.) Al» hieraus Dr. Stein fick gegen den Don. den der H.׳r: Fiuanzrat ge^en ihn ankchlug, verwahrte und daraus verwies, daß die Staatsbeamten auch aus Sjxuergeldern der Juden bezahlt werden, schrie Herr Saduda: »Wa«? Ich'w.'rde von jüdischem Gelbe bezahl:? Das ist licht wahr, das ist eilte ^üge — i'ch bm katolism. habe mit ,v.lcen nicht» 'gemein und will mit den Juden nicht- «emern haben. Wer - find sie denn, daß Sie sich mir oegenuber solche Bemerkungen erlauben? Tin Iub', Sohn eine» ^!ten!üdiiLe» Diebes.' Ich werbe noch einmal mit Ihnen zu'ammenkommen uud werde mit Ihnen abrecknen Xr. Hdrmann. Stein hat gegen den Finanzrat Saduda d׳e Ed4nbel<jdigut>gsklaqe angestrengt und beim Fmattzmiuister Dr. v. Bohm Bawe.k Beschwerde erhoben. Ob diese E.solg baden wird, ist allerdutgs zweiseldatt. Hat doch erst vor emigen Monäton der Finanzmitnster euren Erlaß ׳herausgegeben, in ivelchem die Steuerbeamtett au^geiorbert werden, in der» doilichsten und koulante׳>en Wei^e mrt den Parteien zu verkehren. Ja. wenn Gesetze und Erlässe der. »Wiener ^:ntralregieruug-. aus bi« gasizi^che Bureaukratie Eindruck machen würden, so wirrte Galizien schon längst zü Europa gehören. Man kann sich bensen. wie erst mrt emem Juden umgejprungeu wird, der nicht wie Dr. Stein GutSbesiver. und Advokat ist. Droy alledem verlangen die Polen, baß. die Inden polnische Patrioten sein sollen und sickitur die ..qaltziscke Autonomieer» ivarmea, wasich die gäliruchen 8׳'׳'lmilanten natürlich nicht zweimal sagen lasten, wie deren Beteiligung .an der Grunwalb ׳eier beweist, i ׳י סל e i־ e i n 1 ס t a d) v i d) f e n. BriilR. lVercru!ud. iugeudl. Arbeiter ״Ackwa-. Minwöch. den 21. d. M.. Uhr aband», rm Verein-lokale Zeile 4l erste Ge«eralve׳.׳'ammlung.- Tageso.dnung: I. Erstattung de» Rechenschattsbericktes II. Neuwablen Ul. Eventualia. Die Mitglieder iverdeir au'geioiderl. voUzäblrg zu erscheinen. Anfang- Oktober! beginnen die Un:׳-^r1ch׳skurt'e in Vkatchinenxeichnen, Buckdaitung. Stenographie, korre'vottdenz. kautm. Rechnen. Franzoff'ch, Englr'ch. Anm-Idungen werden täglich von r^—ü Uhr ädents leutgegengenomlnen AkNRV. Verein ztomstischer HandelSangestellter »Eiuuuah״. La» Vereinsloka! denudet sich Zttlt 41. Dienstag, den l -.b M , 8 Uhr abends, wichtige Avsschußsiyung. Vollzähliges Erscheinen e wünscht. ־v 16 Briefkasten. SlrMlction. X ״Lwu" P'Mr^chLndiesbezügliche Srkun^r gungen erngezogen, und erhalten nächsten Nummer Antwort. ... —-_ RM<r»«also«d». Einzelverch! Proßniy L S3-—. Sammluna beim XiSkugwtlßab mde »Zion- Proßnitz Ü 680־. M. Strauß, khodau K l —. Sammlung Barth. Bock. —/-'Am stug votz Zionisten. Steinmühle l-n«. M. Hammrc, V rn — 20, Robert Stern. Brünn - 40. I. R. Wien —Xß, für Dr. Ernst Kleingeld "skonzipieu:, -10. M. H. -0 ׳. R. N. —!0. 'נ 3Ud1Tc UHtfltgcmidu stellenoermittlung! 1 chrifte« kttrtff* SleUruorr Alt» |n wittlnnfl ft A 1> a« Ki»«»«d 1t*t. AltbtttWWtrgttff; jtr. 71 ן« richt««. ffene Stellen. Tüchtige ff Kommis der Herren- und Knaben- Konfektion wird si fort aut'genommeir. Offerte M. S. O. - kommib er Herren-. Modt-, Galanterie- und Spie!- waren-Branche. oelche längere Zeugnisie besitzen, meldet: bevorzugt. Offerte M. R. M. 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H. an die Adm. diese» Blatte» Reisend kr der Tuch- und Manusakturbranche, welch׳: zumeist mit der Ischen Kunden zu. tun hatte, .sucht 'ähnliche- Posten. Gst. An rüge G. I. B. Komm iS der Tuch- und Manusakturb: anche wnnlck׳ seinen Posten n ׳chseln. Gst. Anträge P. H. Z. Ein Mal chen, l9 Jahre alt, tüchtig in der Winscha'׳ auSgelentte Sä neiderin, wünscht all» Stütze einer Hausse.1 unterzukommen. Gefällige Anfrage an die Redaktion. Tüchtige: innger Goldarbeitensucht dauernden Posten. Gefällig: Anträge unt-r »Goldarbeiter". , THE JEWISH COLONIAL TRUST JÜDISCHE •COLONIALBANK) LIMITED. Sammlung 1■-■־ "■'i'- Iki>׳-!׳I»...-:. air nlVi.ntlicheii K<*11nt11is pebnu-ht. »lall >,»>- t'ünite ordentliche General- Ter - der Aktionäre des -lewisli. Colonial Trust (Jüdische Colonialbaiik) Limited Freitag, den 31. Oktober 1002, halb 10 Lhr vurntittaus in Wien, IX., Türkenstrasse 0, jm - aale des Bureaus des Zionisten K1<׳u׳r!?s>es mit piL-'-ndi-f Ta!׳esnrd11unir stattfinden soll. ’ 3>ץאב־כדזאבכ3-0151םכ-3»^?ב׳-: I I.;. St ׳ ■״ ־!-.. : I:. i ׳. *|.*> ll'ivku.nuiiiuii.l ■lej. Revisoran: ü. Wahl der Diri ktdri ii. uml HeehmiUf.-: “• : 11!;'1 י י - ' י!; - - ' t.^ I)u1vl1fütu-un^r üer {;«,wt'iliuliehel! I'ajres StatuteuircmaL1 liteihen di■ ■ Aktien-Cessi.msbücher und die Mitglieder-Register der (lesellschi ■I klU'iv- Hl. Ukt.ilM•!• l'.Hfc» ״ew-hlosseii. Brook House, Walbrook. LONDON. E. C.. <len 4. September ItätH revisoren und )rtlnung der (leseiUciinft und Kveutu-dia. ift vom 17. Oktober 1902־ bis in-’ 1 Im Aufträge des Direktoriums: f Jam< Hr Loe^yer Oeiw-ral-Sekretär.

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