Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- III (1902-1903)
- Issue
- 6 (1.4.1902)
- Date
- 1902-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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▼ ZXX. Jahrgang. Wrünn. 15. April' 1902. TTTv. 6 r^eittgspreiie: «. C '^rrfidi Ungarn ־*־* * ■ ,:ז va- Ausland (!ג:: LJrrig - K 2 5ü, gp. - 4־.ig "K '» -־. .?lummer Hi fl Jüdische Centralorgan der jüdischen ^lrbeiter und Handelsangestellten. NcVaclion und ntmtuiKraiuti .־ n.?1\זהזו1' . ׳ זז•? t4c:f«• nimm:חוג :.י!ז•־! .־•» *־ 1. 11117 r». tiiifj it7־ :: Ä.•?•;׳:־ ״«.viat!• ׳: •7 ׳ .׳. .iflft Gedenket des jüdischen Nationalfondes! Ä. pessach. w'i 1 Purim uni) Pessach nct!iii5i. Eien Hund von Montag!und Tienslaq und der Woche ob der Prinzen vo» on der :{eit vom 14. bis junt 22!Kilian j Sabbath. den ,Kriecher, der scheu über die Straße r der geietzestreuc Jude das Andenken an die! schleicht, ob de« ielbslgesälligen Patriarchen am Fest LolkeS aus Femdeshand in eitel usch hinter verriegelter Tdiir! »nd würzen ihn mit Moses und sei» Lolk, . . , - . ... . — ,Synagogen und preiien den. der :eßl ^te Feitfterladen. Herrisch zurückgelehnt. ein Meere vor sich herjagte und Wasser Eins dem Felsen zer freier, krzählt er die Geschichte der Erlösung? schlug, zum Heile Israels! He, die mit ihrem ganzen ,ne .Knechtlchast, seine, stimme wird laut und j sehnen aus der Gemeinichasl des Volkes hinaus uter uud ist übermüthigem Entzücken klingt s,s streben, kein Schicksal von heute - gleichgiltigeit "» er dazu sommt. die Plagen zu schildern. diee Auges betrachten, sie enwsinden in diesen Tagen' , ereins! über!die. Feinde Israels hereingebrochen! eine unbändige Freude darüber, dass dieses selbe ׳ .raren. Ta trist, ein ärgerliches Lersehen, dle christ-' Polk vor - tausend und tausend Jahren einer che Tienstmastd in« Zimmer Und roch wird diesGesahr glücklich entronnen? Tar brutale Jetzt ׳'?lütter und plass wird׳ die Tochter, der sohn! lässt ihre stumpsen Nerven ruhig/ und das alte, wird grün u^id gelb, und der stolz zurückge-1 alte Einst, ein säst verloschener Hauch, soll ihre neue Rücken des Hausherrn, er hebt sich, und ׳ Pulse beleben könne»? Lächerliche Lüge! Wieder! ,bl sich, seine ' יי..־ ~ ־ ~ ' .Ungeziefer" uüd f::!־#et. hinausg 1-uisliem, das stimme^ senkt sich und senkt ׳ nch. I selave nach übernandener Tagesplage im Winkel d ,Frösche" ^hat er frohlockend ver-s seines Stalles, sicher vor der Knute-des Herrn, meschmettert, /Sterben der Erstgeburt" chanisch Possen reis;! und gedankenlos jubelt, so!!g! sich nunnsiehr als lispelnder Zephyr von seinen ׳unen. Festesfreude, die die Jalousien hcrunterläsSt. lannermuth, 1er die Thürcn verriegelt, Selbstbezwischen vier Wänden wächst! Oh, ׳ jubeln sie, ,Freut Euch in diesen Tagen!", sagt nicht ihr Gemüth, das sagt die schritt, und sie sperren sich in ihrk Häuser Zkn. zünden Lichter an und 1 freuen sich! Worüber? Einerlei! Set s dies und das! . ״ ' Tie Glieder strecken!ich wohlig, der Mund lacht :11 Lolk, roid bist du so reich an Contrasten! Und der Geist schweigt. ° ' Tass sie erhebend sind, muss wohl wahr sein/׳' Pessach! Ei» Feit der Freiheit iil es, wenn enn oft und viel wird drüber geschrieben, Diese er- :Freie es seitr», starke Juden, die >dr Lolk lieben. R St. Zum!lvrittn ößcrr. Zioniärntag. -icu A'uCcl׳ a n a u. :.benden Eontrmie sind ja der literarische Haupt!rümpf, den alle erbaulichen jüdischen .)talenderge-' Richten^ aus dem jüdischen Leben gegriffenen und beliebten Romane der israelitischen Familienblätter I ansspielen. Ta wird der Jude geschildert, wie er! ich während der Woche krümmt und duckt, aber! .!: zitiert Worten ,größtmöglichen Förderung jedes Parteigenossen,!inwinzigen Aber, 1 je&er 5׳«®ן!oniamiatüm‘. Tis verslviseuc Jahr hat Seligmachende Gemeinheit, beglückende und \ keine bemerkenswerte Besserung gebracht, Tie öfter. ' chtijch - niederträchtige ^Genügsamkeit, die den! reichische Organisation steht ags dem Gebiete der turnden Feigling.de« ,«ihre» ob de« Helden von!Agualiofi und Preise noch lange nicht aus der Höhe der Situation. Es/kiOein magerer Troü, da׳'s nach den Berichten der verschiedenen Landeseonserenzen die anderen westlichen Landesorganisationen nicht besser daran sind! Ueberall ist die zionistische Presse ׳ das Schmerzenskind der Bewegung, überall neben ihrer prekären Lage der Mange. an agitatorischen Kräften und Mitteln das .grösste Hemmnis sur ein rascheres Forlschreiten "^nd Ausbrene» der zionistischen Idee, In Oesterreich entspricht weder dile materielle, noch die moralische UnlerslutziAig her ziöniniichen Presse seitens der Gesinnungsifenosien ihrer Opiersähigkeit und den Bedürfnissen der Be - rrvgung. Ter agitatorische Werl einer tüchtigen, ver׳ breiteten, einslu'sreichen und vielgeleiepen Parte!- ' presse und ihr! erzieherisches nationales 'Wirken in modl unbestritten. Es ich.i»! aver, dass, die Bedeuiung der äußeren Propaganda, der ertennven Persammlungs und intensiven Ltereinsagiialii n ig zionistischen ,)irzisen nicht genügend gewürdigt und gerne »nteriehäpt wird, Beau mag die ziom irische Arbeit Gegenwarls', Volks-, Eulturarb.׳,: ober wie. immer nennen, sie kommt ohne energiich. Agitation,-nicht recht vom Fleck und bteit: Flickwerk. Tie Agitation m in dem heutigen Stadium de« Zionismus ein Lebensbedürsnis der Bewegung Ohne AgitationV geben wir unserer Parieipresse »ich: dje nöihige Verbreitung., und ohne die Partdwre«e seshlt der Agitation lebe nachhaltigere WirkunqVss ist gewiss, dass die LlgitätUin die mangelnb wüten ׳ckiastliche Verlieiung und Begründung des Zionismus nicht ersetze» und nur aus den durch dir. innere uo ntüische Geistesarbeit geschassenen Grundlagen am edrolgreichkien ausbauen und wirken kann' rabbath stolz ist wie ein König, das Jahr über! Zeichnen die Agitation und Presse als die wichtigsten t und zagt, aber Purim und Pessach des! Machtmittel!,der praktischen Idee- und empfehlen T.-indes — Hanian's und der Aegypter — lacht und-besonders die letztere mit sehr untzringlichen i'.'ltel Und Israel liest es und freut sich des der ,grösitmöglichen Förderung jedes Parteig ist aus jeden Fall selbst ein gewaltiges slück jenei!s Culturarbelk. die zu den elementarsten Aiii.!,-/׳.׳n des Zwei Beschlüsse des Qimützer Parteitages de- Zionismus angehöci. der nationalen ElZ'.-hu! g u!: setze« Volkes. Ter Eulinransiain-s des Eongresies sagt in seiner Resolution: .Ter E.'ngre1; «׳" klärt die cul 1 »reile' Heb» 11 g, d tuei. Erziehitng des jüdi'.e en Volkes im » h t i o n a I e n sinne, s» r e > n e s d,׳ r wi.c: lid»ft en E!einenle des zg e-nini ichen Pro gra«1 mes nn d »:ack> 1 es allen Gei:n n » n!g s g e n o 1' s e n; u r P ׳ l-i ch 1. an ihr mir Jeuil'l'eLo n.,!Irr polnisch-jüdischr Kaufmann. Bon Noko -tz einer an i.! III. tFortletzung 1 .Zurück — in den Dienst!" Wie es Zankel m Muthe war? Er musste immer wieher,seine!rau anjehcn, die'Kleinen an die-Brust drücken, .:!! nicht vor Weh zum Schlimmsten zu gseisen. -.!e Heimat verlassen konnte er nicht. Seine ganze -׳rziehung und geschäftliche Ausbildung genügten! ur für Galizie». — und er war viel zu gewissenhaft, um andere Beschäftigung zu suchen, die er nicht gelernt halte. Als er wieder in Reb Jone'S Laden al» Ang-ilelltcr erschien, empfand und verstand er-die Bedeuiung de« oft gehörten Ausdruckes!,Spießruthen lausen", ‘ Ter Lbercvmmi«, die jüngeren Leute bis herab o> dem LadenjMgen, dann die Consumenten wussten nicht recht, wie ihm zu begegnen sei, und ihre «n» ge'chicktc Vorsicht »wchte ' ihn vollends unglücklich. Doch die Zeit ist ein wunderbarer Arzt — ׳n'.nr mehr gerühmt al« gelehrt; aber kann sie auch ovse Wunden nicht gründlich heilen, verharsche»!nackit ----- - - 1; «זז׳ omiu?eine traute HoMiung, ein trostreiches Zukunftsbild! Er haue ja einen Sohn! Ter Junge war erst acht, l Jahre alt — aber was thul's? Aus der Schulbank saß er schon, und die Jahre vergehen rascher, als, man denkt. Ta« wusste er. Jankel, am besten,' Wie viel hatte er sein Lebenlang leiden müssen!; Und dennoch, so in Kummer und Noih war er, bereits 3ö Jahre alt - geworden und hatte schon I graue Haare, Seinem Sohne soll . 'mit Gottes! Hilfe - die Zeit angenehmer vergehen und bald.. . i bald... kaum IS oder 20 Jahre noch ... und, er wird Toctor oder Ingenieur oder. ., was wusste Jankel, was sein Sohn noch aller werden wird und dabei nicht nur selber glücklich sein, sondern! auch der arme, gequälte Vater wird wieder Ehre - und Sorglosigkeit haben, wie in den so kurzen/ schönen Zähren nach der Hochzeit,.,. i Er lhal sein Möglichstes- Er sparte sich buch-' stäblich den Bissen Brot vom Mund ab, um dem Jungen den Besuch des Gymnasiums zu ermöglichen. Aber ach, er hatte nun einmal kein Glück mit seinem Wünschen und Hosien! Ter Knabe war brav -und gut — doch leider anscheinend snr's Sludinm nicht recht begabt. So kam cs, das« Jankel, der vor allem da« Wohl seines ,)iindes^im Auge behielt und'eingedenk der eigenen, qualvolle» ,)!,»der-, und Jugendjahre, riparen wollte, wenn Hvsinnng Srüier - den Junten rnr den .tiautmanns fltznd, bestimmte. ' Mit Zrliern und Zageft traf er diese En: icheidtüng. Äoch gab es keine Wahl- Ter .)!-nabe . hgttel es zwar nur. b,s zur III. tssymnasialelasse gebracht, die er' mit unbefriedigender Note verließ! deinnoch war er bereit« zu .gsvilisierl", um in der Berksiätte eines galizückien Handwerkers, in Gemuni'ckiast .mit den dortigen' Lehrjungen eristieren, zu können, sein Sols»'sollte dennocki Kauimann werden.^ dies Wort Kaufmann!,Wie viel Schmerzliches barg 1 Qmnr i.'in .^irn.1? 'lolltc nirfit. י 1י.ן»י>ד •*♦ü »e sie doch. Ihr unfehlbares Hausmittel: > dem Sohne nutzlose Leiden > "s-woh»heit wirkte a!uch aus Jankel beruhigend. auch blutenden Herzens und um eine liebgewordene 1 bleiben. Gleich von Anbeginn sollte er nach Wien gchen. Reb Jone ermöglichte ihm als Praktlkank" durch seinen Einfluss den sofortigen Eintritt in eines d,r größten Geschäfte der Residenz, Jankel war sebr unglücklich. Er blieb es Jahre hindurch. Und wädrenS er in Gedanken stets abwesend,, mechanisch die', verschiedencn Sunden bediente, die Launen des altgegewordenen Ehess ertrug, er. "der selber ׳rnbzeitig vor Kummer, Enttäuschungen und tausenderlei Sorgen zu altern begann, da begann man' ikm allmählig'im Geschäfte als überslüsiig, als altes. u>-, nütze«! ja störendes -Gerümpel zu betrachten. Tie Stunde, in der er das wayrgenommen, brach:.׳ ihm das Teinülyigeüdsie in seinen» Leben Aber dann kame»(r.׳ch Wiede! ׳':..:nd.ieqere Tage. Tas h:׳.s;!!: J-'-uk-!« -eben!ir.ö G,-.:-,ch st-