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Jüdische Volksstimme · 1902-02-15 · 2 (15.2.1902) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
III (1902-1903)
Issue
2 (15.2.1902)
Date
1902-02-15
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr, 2 3*Wdx «»Ittlti»«- Seite' 3 Pernignenzausschusie vorbereitet waren und beinahe schöpft werden Ti, =״._ . .. . m,t ״w״ «*.,&. Ä L iCÄS - ""׳Rach d n Wahlen .,ab der Präsident durchaus!^ "°'°ach,e U>nalc i un& ftttgegenkommcnde Erklärungen über die . . oulturtmträge ab, unterstützte sie mit seinem ganzen!,., Die Lammlungei, der Spenden für den jüdi- Einslujse, und nachdeni vier Generalredner gesprochen IRalionalwnds erwlgen aus Grund eine« äußerst batten,, wurde unsere Resolution lnatürlich oh»e'?""^^ erdachienund zweckmäßigen Markeniysiems, dais wir milgestimmt hätten) angenommen, In! mit den Neiniien Werten eine» jeden Lande« die'cm Augenblicke kehrten wir in den Saal zurück, i ז ,.net, '>ur Huupwcniralc sür den jüdischen Ratio- Run sind zwei Möglichkeiten vorhanden! Ent-! ""'ivnds wurde der Jewiih Colonial Trust in London weder war es ursprünglich nicht beabsichiigl. über!"""""' die Cillluranlrägc abstimmen zu lassen, oder man j ..J1' -marken können sowohl direct von dem wollte uur zuvor die Wahlen vornehmen. War das 1 fl*?•“pl0!1ז^ 01 ״ in London und snücn Zahl ernlere der Fall, so waren wir zweiseUo» im Recht; -", , ln J™n Landern, wie auch von den Lande« darüber sind wohl keine Worte nvthig. War hincen,taIfn mzoacn werden gegen da« Letztere der Aall, so bedeutete dies in einer Sitzung, die eine Nachts,tzung und zwar die letzte eine« lavgen und uniagdar arbeitsreichen Eongreises war, licht» Andere» als-, Hur die Wahlen ,dedars es ei,es relativ .-sriichen" Eongrcsser, sür isulturanliägs genügt ein völlig ermüdeter, Tenn bezogen werden, . Zur Ruinierung größerer Beträge werden de-!ondere Marken ausgegeben werden. Außer dem Markensystem wurde noch ein gol dencs Buch angelegt, in welche» alle Familien öder Personen eingetragen iverden. welche einen Betrag von mindestens IO Pfund für den -Rationalsonds . senü wäre kein Grund vorhanden, «nicht zuvor die \ 41^,« Buch wird im Actionseomile aus '!,yieren zu erledigen. Und auch zu dieser Auisassung! und nach alletn, was ich gesagt habe, Eommcntare! ־Mf <0׳rwaIlung des Rationalsonds übernimmt Iiberilüssin.׳ Die Cülturanträge betrafen das geistige! * -fnpere Acl>onsev״>i1e, dem auch die Controle Schicksal der Bewegung, Die Wahlen bctraien üif ״ •V'auPualw ,unl) Per Sucher zustehl, B> iiäiigung her vom Permanenzausschussc, verein bauen Mincif, Tic Arbeiten sur den Rationalsonds wurden Fch chabc! nur noch Eines hinzuzüsiigen, Tr,, >ckw» in Basel ausgenommen, Tie Sbmänner der Mar R orda u hat sich einem Imerwiewer de» > Landsmannschaften übernahmen zur sosoriigen exin- . s!-do sionisj-- gegenüber dahin geäußert, in der! lettung du Sammlung die Markenbüchcr. Bon Fraetio» h'ei dos Golus, Der Zionismus habe dies größeren Spenden, die ins Basel geleistet wurden, Sin,gkeit äcschhsseN.Idie Fraclion bringe die Spaltung sind zu ״ennen: l-inein, bi! ein Eharakteristiko» de» Golu» sei. Das | 3■ S tWicnr zun! Andenken de» Professor baue ich Dl, Mar Rordau, der aus dem erstenjTr. .Hermann Schapira . 10 Pi, St esongresse siize uiivergleichilchc Psychologie de»' Tr, Tdeodor Hcrzl, Wien . , , >0 , einige» und einheitlichen Ghetto» gchcben hat, denü 2ac, Mose r. Friedensrichter in doch nicht;»getraut, In all den Jahren, die ich / Bradso«.1000 Francs ::ba das Wesän unserer Exils nächgcdacht habe, in 2ir Francis Monicsiorc, London 10 Ps.Sl nur Eines, inimer klarer geworden! Tic hervdr- D, Wvliisohn, Köln , , , , stt»0 Francs ׳:,chiNide Eigenihümlichkeit war die Einigkeit um Mr V/cht aus Reu Sud Wale» , 10 Pi, St,!eben Preis, die Einigkeit aus ztosien der .Jndivjl ן Gun G Cohen, Hamburg , , , 10 . , duglitäten, die Einigkeit. ' der alle jungen Triebe, - Außerdem liaben eine Anzahl von Gesinnung?- alle kühnen Schöpferkräfte zum Lpscr gebracht genossen und Vereinen dem Rativnalivnde große!:«!irden. Eine seelenscindlichc Einigkeit, Und sie war Spenden zugesühri. io der Ldessaer Verein durch noibwendig! Als Schutz gegen da» Eindringen des Dn Sapir und die deuische Landsmannichait durch Tr, Buden heim er ' Die Agiiolion sür den jüdischen Rationalsond wird Mit äußerster Rührigkeit betrieben. In privaten und ossenilichen Gesellschasten, >n Synagogen, Schulen und Vereinsveriammlungen wird für den Rational jond gesammelt uud die .Jüdische Vvlksiiimme" verönenllicht Spendenhürweiic, Jus Skr Vrüniikr tliltussemrinirr. Gelegentlich der.letzten Wahlen in den Brunner Cullusvorsland war'?, da ließ die -in dieier Ziorper. ichas! Iirrichende Partes als Antwort aus die gegen das bestehende Regime erhobenen Anklagen der Zionisten 1» Bloch» -Wochenschrin eine -Art Bertdeidi gungsaiiikel erscheinen. In mitleidig ipoticlndem Ton wurde von eitlen Schwärmern, jugendlichen Jdealiiten re gesprochen, die nur mit vhantairiichen, imklaren Phrasen kommen und »ich! imstande lind, positive Vorschläge — .aus die ,a Sie ,ctzlge, üniichlsvolle Gemeindercpräientanz mit Vergnügen eingehen würde" - vorzubringcn Tic Zionisten sind damals die Antwon nicht schuldig gedlieden und wenn hier. aus da» fragliche Epistel verwieie» isi, io gcichielii es nur, um zu erhärten, wie weit cs mit-der Wahrlicit»liebe und dem .Vergnügen", mit welchem unsere lieben Gemernderätke aus positive Vorschläge eingehen, her ist, Tic Zioni'tcn in Brünn sind nämlich ivicder einmal mit einem Vorschlag .Positioner" Raiur gekommen, dessen Berechtigung außer Frage üeht. In Brünn 'oll infolge von.zionistiichcr Seite erfolgter Anregung ein indischer Turnverein gegründet werden, um in der jüdischen Jugend, insbesondere in der arbeitenden, de» Sinn sür körperliche Ausbildung zu wecken, Tas vor bereitende Coinitc hat sich an den israeliliichen Culiusvorstand mit der Bitte ui» Unterstützung und Forderung gewendet und einen abichlägigcn Bescheid, dem nicht einmal eine Begründung bei- Laiidankaus verwendet werden kann, während die gefugt war, erhalten, Run sind sür die :"stundung andere Hälpe verzinst werdin muss. Weiterhin kann' de» Turnvereine» die zwei-, dreihundert ,»ron.n, die «niuis aber nicht) immer nur die Hälste der jeda in Betracht kamen/ weiter nicht von >v großem :oelligen jährlich gesammelt, n Rationalsonds-Gelder: Belang, und zu einer etwaigen moralischen Forde am Landankauf verwende werden, während die, rung reichen die Mittel unserer Gemcindcauloritaien. andere Hälfte und die gesawmten Zinsen insolangx )selbii wenn sie gewillt wären, thalsachlich nick,!,, »naniastbar bleiben müssen dis eine Colonisation«doch verdient die Sache, erwähnt zu werden, . >m großen möglich ist, -!! Wenn man unsere, körperlich so verkommene In keinem Falle, auch nicht in dem lcylbe- ,Jugend bclrachtct, diese verkrümmten, ichwachmus chnetcn, darf der jüdische Rationalsond» ganz cr-s keligen Getihogesialtcn der Mehrzahl der jüdiichen cindes, Untergrabenden, Aber nun, in dem Reuland der Geister, das wir uns gcichassen haben! Rur brauche» wir kern so theüer erkauftes Bollwerk inehr Run.sollen die Einzelnen wachsen, sich bethätigen, 'ich durchsetzen, $» ihrem Rechte kommen, ihre An- «ckauunqen verwirklichen. Ja,, auch wir wollen ein« Einigkiit, Rur eine Einigkeit, die sich als Harmonie auidaut au» freien, vollen Stimmen, : i Marlin B-u der! ' i Jüdischer Wionalfoad. Auf dem׳ sünsien ConcksesS zu Baiel wurde die Gründung einer .Jüdisch^, Rationalsonds" de- "chloisen, Ta» Project deq jtldiichen Rationalsonds!ourdc schon am I. Baseler Longrejje von dem droiesjor der Mathemalik ,an der Heidelberger Uni ,riiiät, Tr, Schapira a »geregl Professor Scha o:ra erblickte in dem I, litngresse auch den criten -׳'ersuch, da» jüdische Volk jü seinen alten ' Idealen und zu gemeinsamer natior hier Arbeit zurückzurusen, ":d sein ahnender Geist chauic schon damals die uoße, weltumsassende zionis!ischeBewegung von heute, S.ine Anree.ung fiel auf fruchtbarkn Boden, Tie ״enilichc Tiseufsion dem chtigle sich des Themas, - >s in allen Zeitungen di, curiert wurde. Auf dem Baseler E ngresse war! >aS Actionscpmilc bereits n der Lage, dem Congrisse einen Entwurf eines oro,ecte» de» jüdischen Rationalsonds vorzulegen, der dann auch zum Besck lufjc des Congreiies ei- -.'den wurde,. Demnach ist der jüdij he Raiionalsond ein un- ,' 'tastbare» Vermögen de» üdischen Volke«, das erst »: dem Zeitpunkte, wo eine vom Congressc besiimime Hobe erzielt worden ist >200,000 Pssnd), aus- ' -'ließlich nur zum Land!aufe in Palästina ' und :!Min verwendet werden darf, Tie Verwendung des Fonds ist in der Weise dacht, dass die Häiste de: genannten Summe sur ן Handclsarbeitcr, Studenten :״ז diese traurigen Produete!einer bornierten, seit Jahrhunderten hartnäckig ׳estgehaltenrn Scheu vor LeibeSüdungen, muss einem; da nicht da» Herz wehe thun? Muss man da nicht!!ede Bewegung, die Wandel ichasien soll, al« eine 1 wohlthätige und wcrtvollt Regung des ncuerwachten indischen Volkrdcwuirticinr betrachten? Um da» zu erkenne»! braucht nian nicht eininal besonders stark national veranlagt, braucht man nicht einmal Zioniil zu sein. Es genügt wenn man einfach ein verständiger Jude, also vor allem kern lsracliliicher Cultu«. Vorstand' in Brünn isi, Rur solche Edelnaturcu trtnen er, in dieser Situarion cin albernes ,'iopiichutleln. ein stumpfes.Rein" z'ustandczubringcn, \ Aber nicht einmal durch die ,Hervorhebung gemcindbräihlichcr Bornienheit ist diese brutale Weigerung zu erklären. Wer die Verhällniisc kennt, weiß, dass bürgerliche, Engherzigkeit hier gewaltig mitipielt. So vor den Kopi geschlagen ' sind die Brünner Cultusvorsiände denn doch ' nicht. da>« sie für den Wert körperlicher Au» bildung kein Verständnis hätten. Die» eigenen Söhne »nd Töchter schicken die lieben Herren recht sieißig in Fecht . Reit. Tanzuüd Turnschulen, aas sashionable Sportplätze re. Für die niedrige Brul glauben sic eben anderweiiig genügend gesorgt zu haben. In ihren Comptoirs dürfen jüdische Jing- Iinge nach Herzenslust das Rückgrat über Schreib pulte biegen, in ihren Magazinen Tuchballen und ' Fässer stemmen, als siudierende Hauslehrer des ׳'abends von einem degürengeborencn Ranaen-zum andern rennen. Auch das siählr die Muskeln und , in bedeuiend billiger und standesgemäßer Sdbr glauben am Ende die Herren) sic hätten siirs leiblkche Wohl der Bevölkerung bereits aysgeiorgt. indem sie sie poiannen's triumphierend in die Well — den Friedhoi crwcilerl und die Leichenhalle ttBch angcitrichcn und mir derzeguickeni den Svrüchlciu deMalt haben? Für die Todlcn zu iorgen zi! sa,׳ ichdn, aber um die Lebenden sollte man sich doch auch ein wenig kümmern. Aber de» wvegcn keine Feindichaii, *ä3ir erkennen das Gulc willig ^an. Heil den würdigen Männern, die ' zwar ichlechle tÄemcindevorsiände, aber um so desicic! Todtenqrädvr sind! Heil ihnen, denn ihre Weisden ׳ und Einsicht hat Großes zusiandegcbracht! Treißig tausend Leute und mehr dürfen sich in Brünn de- ' ruhig! auihängen, am Friedhoi in Platz Mein Liebchen, was willst du noch mehr? l! יי'. Vas Llrnd ö/f 3u&m in RnlslanD. Ter rmiiiche Schriilileller Sudvlin ichrcibr! '׳ Turch die Maigeietze—hat sich die materielle Lage der rniiiiche» Juden überaus krui'ch gestaltet, ' Säuimtliche aus dem ünhluckscligeu Änsicdlungsrayon cinlaineydenNerichie bekunden übereinstimmend, dass' die Juden 'chon lange »ich! mehr io viel erwerden kvnncn. um nur die allerdringlichsien Leben«, bedürinisie zu beiriediaen «Die Juden, in-.den 25, GouverncmenlS de, Ausiedlungrrayons darben, obgleich uniei idnen sich 130."00 Bauern, 112 000 Taglvkner. •U.01KJ Fabrikarbeiter und 420,000 Hand werter besinden, Tic Juden scheuen alju durchaus vor keiner pdnsiichen Ardeil zurück und stellen Nicht weniger als ' , Million unmineldar productiver Arbeiter, Aber all ihr Fleiß, gllc ihre Anstrengungen nutzen ihnen nicht; gegenüber den sie ruinierenden- Maigeietzeu, Lic-ihre Bewegnngsrreihci! einichränkcn, ihnen dzn Aufenthalt',n dyn größten Tbcile Ruirlands! verbieten, sie aus allen Törsernvertreiben und innen das Wohnen e>0 Kilometer rund um die Grenze erichweren. Schon IBd7 hat die bekannte Pahlenschc Eommiision oniciell sesislellea münen, da!» 00 Prorent aller Juden in größter Armut und von der Hand in den Mund leben. Seit dieier Zeit hat sich die- Situation noch wesentlich verichtiM meri. Eine zuveiläiiige, durch Umsiage von Haus zu Haus gesammelte pHvale Slaiiilik Hai ergeben, das» ->0. itellenweiie .iogar 7,ö Procen: aller ruiiiichcn Jud-,n ardcits ׳, und brotlos sind, dais sie ihre Häuier oeriallen!asten und idr bewegliches Eigen Idum ü lau: i!:!t verichleudern müssen Ihre Häuser verivandeln sich in Ruinen und sinken beständig im Werte: das bewegliche Inventar wird zu Schleuderpreiien lesgeichlagcn, und die Zahl ihrer Kinder, die' odne jeglichen Unierrichl aunvachicn musien, ni»,ml erichreckcndc T.mensionen an, Tic Zahl der Juden, die I *97 gezwungen waren, zu T itjern Unter Nutzung zur Anichasiung von Mazzoth aNzunchmen, betrug im reichen Tdesia 40.0tüi. in Wilna 22.000׳ Seelen und in Minsk >200 Familien. In Warichau können nur ,'< Procen! aUct Juden Gemeindesteuern zahlen, und über die Halite aller Sterbenden münen an' GlMeindekosten begrdiqi werden.

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