Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- III (1902-1903)
- Issue
- 1 (1.2.1902)
- Date
- 1902-02-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seilt 4 F irdische BoUsftimme I Nr. ] Ter Hassabericht lautet: Einnahmen: 1. Jänner 1901 Saldo-Borlrag Einnahmen, Beiträge und Spenden Saldo K 30170 K 2014 ,">7 57,01 2371 >8 X X den Juden, und^stürzte den alten <W7r-»u4 feinen 1 batä eine Jaigonlilcralur existiert So verlangen Himmeln herab in das Herz aller Seienden, Karls sie immer wieder im Jargon nur ״ganz leichte' Morr leugnete eine ganze ideologische Well und Sachen zu schreiben, damit sieden ״breite» Massen' zerriij die Menschheit in zwei kämpfende Parteien,: zugänglich wären, deren Toben viel Schönheit zerstampfte, So wuthet Toss wir Juden fatt keine Analphabeten haben, der Elaiienkamps über erstillie» Individualitäten, ׳ ist mir gut bekannt, aber es ist doch T Hatsache. die 'ich wieder in Nationalitäten bewusst oder auch: dass unsere breiten Massen, die lesen und schreiben Ausgaben: upbewnirt zujammeniinden, Eine schematische Weltkönnen, nicht das Lesepublicum bilden, das sich bei uns > Für Miethe ugd Toyndcchalle. X 237128 äunasiung itemmte sich gegen, die Entwicklung der gerade so wie bei andern Völkern herausgebildcts 81m 1. Zännner 1901 bleibt Saldonationalen Eullurkräste, bis die Expansivkras! der, hat, und gerade dieses Publicum ntiisrle man bei, Vortrag!Mehr-Ausgabe) X 7,7,01 lepteren auch die letzte'Hülle, den. kosinopolitischcn der Abtastung des erwähnten Buches im Auge haben. Dem abtreteoden Ausschuss wurde dar Ab׳>>. .Jlluüontsmus.'zerriiS, Langsam, aber unwiderstehlich Wenn ,cutand etwas zu.G»»sien unserer Massen sluivrium crtheilt, 1 brich! sich die Erkenntnis Bahn, dass die Menschheit '■ ju sagen hat, sind er wir Iargonisten, d, h, i Tie hieraus vorgcnommcne Wahl ergab solnicht n!!? durch die materiellen, ökonomischen Vordiejenigen, die sür diese Massen literarisch arbeiten,!gendes Resultat: Lbmann Tx, Em, Löwen sici n, bedingungen. ׳andern auch durch die ,gestaltende Gleichwohl müssen wir es uns gesielten, dass &ic!c1 Cluuanti י Stellvertreter Tr, Sigmund Ezcch, Kran nationaler Energie ibre Werte einpkängi Tie > Matten nicht leien, ja dass wir nicht einmal ein, 3(^riftfii^rcr Tr, PH. Schrei c,'r, Cassirr Wilhelm o״e׳chich:e ,1׳ Nicht auloniaiisch, sondern ein Resslltat tägliches Jargonblatt am Eontincnt besitzen, das ,3 onber li n fl. Ausschuss: Pros, Moritz Brecher, der lebendigen Menscheii und diese schot'icn Ihre die grast in sich trägt, den Leserkreis unserer pil-i Tr, Sig. W 0ft, Alois Brecher, Mar Hjell, :.׳:״len ,,!laste aus dein Blute, aus vczni cretzbten liehen Brüder׳ zu vergrößern. Tä'S aber xin I a h r Fräulein Hedwig Schmicdl, Fräulein Wiicüa Raucher. Er'atzmänncr: Richard Fasst, Adels S cha 1 lingc r, Tito A be IcS, Sigmund ,,! ö n ig-, garlcn, 8», Deutsch, Revisoren: Joses Fciwel, Tito Popper, Schiedsgericht: Jos, I c 11 i nek, Tr, Mar Grünscld, Earl P er Ihcs l er. C, Slrach, und beruiene Mittel »t, zu iiouern. muss mir zuriiekitebt, Tie--Ur׳ache dieses bedauerlichen Um nandes in die-, chc -Redaetion gibt sich die größte, Mlibe, den KaletPer auch ' in Ru'Sland zu׳ ver- - drenen. -Ta kann selbstverständlich von einem Ver-, such ״das Elassenbrivusstieiu des jüdischen Arbeiters zu wellen' nicht die Rede ׳ein, ,Aus diciSUi!,׳runde Hai auch man Artikel ge; nraltifl gcliiten: die größere Halste mu'sie wcgsallen. Werden alle nn unserer Volkslitcratnr e'ücrleii daiür sorgen, da'S der ״,,!alenJer Denku::d Empnndungsvcrmoge», T4r judiiiche buch nicht das geeignete Van: z,i.gt ׳ich den!:!dt'che» Sohn, und Menschen dieser ixaurigen Thalsache an sich ob::. -i>:11׳ge und körperliche Tradition•sind ,edermann zusesteben, dre Phantasien invh.riitr A»sl!är»ng, die Ugber- ׳ Berechtigt in Hannescher» Vorwnn, dass men'chzp^-Craumre und Ho^nuneelu gebar, Uebsrall der heurige Volkskulcndcr, gegen die irnberii׳ stark :. ׳,! Alli-.m gewaltige« Werden und die werlvvlliien Schare emv'angi' die Mcn'chbeii von Individuen, deren xSeere enull: i't von den Resultate» ssrhr l׳::::d!r:eka::ger'Ent>v1lllung, von Voller», derenscnltu:׳cha׳׳en!r. Energie ans de»׳ sesielloie» unveriöüii lichen Fähigkeit.::, ibier nationalen EiNluii erwachst, T:e GiiOl'chasissorm der;{uf»n׳t, tte allen Jndividuen :>,:•:• Rech: a::i trete Eniuulliaog innerhalb de: d:::ll> die. ׳o,׳:a!en ,-!::׳aniiiieiil'änge geiielllen ivtenz,!: zngesiei׳:. wird vor allen! freie, einheitliche Men'chen lial'at woh.i:, Menschen, welche über! die Iled.rivindung, jer vriwitiven L.l',1 sbegniie hingus '.׳Mine::, ::׳eil >:e :tat »ich: im Kample Mit:der >!ge::.:: :>,'.::::7 er'chov'en.- Tie nanonale Haliloü^keit 'ex In.',!: ,,:׳s: >:. an ihren Jnitineteit herum operier,!:, bis di.'ülb.i: zwar ciiigedammi. chb.n z:l ,jeritorern harmoni'cher Eniwilllung eanki.r.t werben, T>e 'bub, :׳! dahin' und, damit die Krasb Tie Nrrvrn:.:: :,7 Hatte l׳t der Todes!, NN der umtv . Eu.iur. iii!׳,ichlluiiigt in krankbasier 2>^e1׳e .׳,:,- reb.nst-.mpo des Volles, Seine ,,!ras! js, gb ,:,eichwie die Fs,:11>!!1e. d:> man,iriiillen will', 0.-: den Seiten des liinderndeII :'׳egeiiänd.s empor. ..1,:.l:, aber iiich: ire: in der Ln:» brcunl. Wie all, Aiiiirenguiige,: liN'eres Veiles, >'v weist ׳aiiich der!ndiiche Sorialismus Sniiiptome von rrstorbeiseiu :::dfchem Leben an: Tlls Eindringen d>» jüdischen Fliiergri׳.:׳-,. Ni die ioeialc Propaganda bell das Jlamnrchen zun, Brande eniialli:, aber es und nur Pe:!:::::l:rd1e»>:e. welche das Jndeiiihuiii gelerslel , :'סי״־י .י!. ״ mir der MeN'chbeii die große Pe- :,iluug das sorialiiiiiche Judeniliuiii ichnldig , ,-,.׳liebe» Eine iudlichnaiioiiale Fort» des Soei ilismus wurde ileieb d.k deulichen, tranzosiichen unCt ,:׳.: ,» eine »!ppch-, eigeiiailiqc Sau der ioeiolen '•7.1' zu::: Ausdrull bringen. Es :>'1 ein׳cherrliepes •p:t׳:>>.:!: Ni: Soeialp'pchologe». die •einer entas SveeUlanon mchr unzugänglich''sind:' Tie Erso:׳ll::!»a der nir den niibehinderte'n and ieslelbeira:,•:: ludi'chen Ranonalcharakier norbmendiaen Bakatiguna innerbalb• der internationalen iociason Bewe.ütra, Vielleicht in die größte Idee des jungen Jiide!!!bums deruten. die Vorbedingungiii für ein ׳o-ialisii'ches Jueenibum z» schaiien, Tic eigennritge lüdi'che Eniwilliung des indischen 'Volk s kräng! zu aewäliigen ökonomischen Tendenzen, deren i'ocuil. Formen in ihren llmrisien schon lang'ai» trchil'ai iverdcn, W,i:i! wir gute׳ Llircn haben, io 'können w:r tormlich, boreu. wie ein gewaltsam, iiv• 'tie'rres 'Volk wieder in die tüitturiiicnlschhcit organisch!׳:»einwgch'i. ׳ . - •. ', . Ein Wort dem Artikel ״Fwei Volksbücher" von. Hannescher, ״Jüdische Volksitimme' Nr,. 2,'i und 21, , V.jh 2r 0 r ts• tn .1 ,11 יו נ'jtYI. rrs lit nich, üblich, Kritiker zu kriiiiiercn, und ich w,U cs umsoweniger tlmif," als ich selbil ein Mitarbeiter eines jener ״Vollsbuch'er' bin, Ta sich aber Han ne scher ״ber die Art, wie man ein tm Jargon abgeiaisres ״Volksbuch" redigieren jo.U, äusge-prochen Hai. will ich. als Jargo nt'i, ein Won. darüber reden. Indem Hanneichcr ,»eint,- dais sich ein solches Buch ״an die breiten jüdischen Volksinersse:«' zu wenden bai. begeht tr bensetben Fehler, wie viele andere, die über den Jargon und seine Literatur schreiben. - ' Alle diese Herren wissen incht oder wollen nicht wis'en. .dass der Jargon eine'Svrache ist, und A1׳L?ei1s»fclcHrveis. Wie mireincrunszugdhenden Slatistik'entnehmen, gab es bereits im Jahre 1884 in'Warschau3!>8Fabi,ken mit >7,2710 Arbeitern und einer,JahreSprodnetion im Werte von'.273׳ Millionen Rubel, Ferner zäbllc damals die Stadl Warschau 7,0.000 Handivcrk r, enier- > welche ziisammcn Werte in der Hohe von 4״ t Millionen Rudel erzeug! haben, 211s Fabriksardcit.r den ״ireien" Ländernabgeictzi wird, dann wird sich!! spielen die Inden von Warichau' nur eine,inäsuge dieses Volksbuch aillh anders enovilleln können 1 Rolle, da ne am Sabdath nicht arbeiten wollen '-und infolge dessen von Fadriksbesitzcrn sehr ungern dei'chäsliql werden. Eine 'Ausnahme bilden jedoch die 7 Warschauer Tabaksabriken. welche zusamme». etwa 17,00 Juden, Männer, Frauen und Kinder, beichäsligen. Tic Kinder verdienen in solchen Fabriken 47, Kopeken, die Frauen circa 3 Rubel und die Männer bei einer 12stündigen Arbeitsz-.i, 7, Rubel wöchenilich. Ferner ׳gicbt es in Warichau eine!Spitzensabrik, die unter lliOO Arbeitern und Arbeilerinnen 000 Itzden beschästigl. Tie Männer, verdienen 7 bis •8, die Frauen 3 Rubel die Woche, Endlich bestehen einige Blumen und •»,nehmen DemielUin Sf&ernfabrifen, in denen etwa 500 jüdische Mädll!.n 1 1 יc 2 bis 4 Rubel wöchenilich erwerben. Weil zahl reicher sind die jüdischen Handwerker in Warschau vertreten, da gegenwärlig circa 13000 jüdi'chc Familien mit über 70 000 Seelen sich nolhdüring durch ein Handwerk ernähren. Am zahlreich7.׳׳n sind in •Warichau die jüdische» Schuster, deren ,sabl 3iiöifd!c Irfrljallf und volksbibl'lotlirk in vrünn. lik oonderhalkc.» .Tviinerstag, den 10. Jänner tand INI Vereinsloegle, -Idlergasi'e 11. die zwei!,׳ orbciillichr Generalverianriiilung stank ׳In 2tbweie»heit des f bmannes begrüßte Tr, Sigmund E zech die Anuikscndcn und cünitaticnc die Be:chln׳siab1gk.>1 der Generalversammluiia Feil Reche, islltasisberichl rrnatleze ishz, 29, Sonderling, Wir ioigendis: '■ Gleich z», Beginn des Jahres 1001 schrill der 21us׳ll1»is an die Gruebiing einer Einrichiung, welche iür die Percinslhätigkeit von großen, und vorweg geiagi. segensreichen Wirkungen begleitet sein ivlllc: es i'i dies die »ach Wiener Musier eingerillueie ״Tohndecballe" T:r 21us׳'ll»iss beichlois. dieselbe drill Vereine anziigliebltn. und schon am 10, Jänner 1001 laiid die eine Veransiallung flott, welche sich iiuniiiebr Uiii Aiisichluir der He'ebsviiiiuermviiaie allwöchenllich wiederholi Tie Tlieeveribeilung lag in de» Händen 'der Mi!g!jcder des judiieheu Mädchenvcreiiics ״Jehudilh", weiche mit rühre'ndrr '.'eächncutiebe und seltener ׳Be retiwilligkeii sich die'er ietnvrrc« 'Ausgabe »»verdrossen unterzogen, u Fan 2"". Pcrionen einv'ange»'. in der Lohnb.eebaUe geistige und kunilteriiche Genüsse, die den arbenendeii arincn Schichte» unterer Volkes sowohl, Frauen wie Männern, 21nreg»ng dielen, , Nachdem sich igi.nl zu Beginn der Toynbecabendr. und zwar u» Jauner 1001 das Vere:nslveale 7,>^> . liberilcigl, Ihre, ökonomische Lage in wenig beneidenswert, :'!ach dreijähriger Lehrte« beginnt der angehende jüdiichc Schuster im Al.er von 15 Jahren seine Lauibahn mit einem Wochenlohne von einem Rubel, um dieselbe mit eiuem Vexdienste von 0 bis 7 Rubel als Schuhmacher und von e: bis 12 Rubel als Ledcrznschneider zu schließen, Tabei in die 21rbeilszeit grenzenlos lang und erstreckt sich in der heißen Arbeitszeit aus >5 bi« 18 Ztunbcn täglich. Ebenso schlimm in eS mit den jüdischen Schneidern bestellt, welche zwiiä-eu 14 bis In Stunden täglieh arbeiten müssen und dabei mit Hilse einer Nähmaschine es doch »ur aus 7 Rubel wöchenilich bringen. Ferner gicbt cs in Warichau .2000 jüdiillh: Näherinnen, cbcnsovtele Tischler und Schlosser, 1200 Buchbinder, "''0 Schachtelmachcr, 700 Klempner und diverse Hunbene der ״Eniniiah" als ,״ klent erwiesen Hane, wurde Buchdruckern, Bäckern. Handschuhmachern :, ׳. a», 20. Februar 1901 ein eigene» Vcremrlocalr im diele Handwerker unterscheiden sich von 11" >V1uü’ '.Vr \\ ausgenommen und am ״jnulidjen ISollc^en dadurch, dass sie eine wen I.-.u׳ io. ׳März bezogen, da׳» sich nunmehr auch jchg״. gerc Arbcüszcii^als dicie haben,^ als räumlich unzureichend crweiil, , , In dieiem Llcreinsloealc ivurdl die?lutitellung: einer Bibliothek in Angrisi genommen, wozu das Malerial von der .Jcliudirh' u»L srciwrlligen Svendern geliefert ivnrbe, und ein Lesezimmer'ausgestattet, >itr das von besrcuiideter Seite nahezu Während sie bei den Christen• 10 bis 12 Stunden täglich da, rl, währt die Arbeitszeit der Juden durchweg» 13^1 i» 10 Stunden, Ter Grund für diese längere Ard׳»szeit der jüdischen Handwerker ist in den AuSnatuns gesehen zu,suchen,' welche auf den russischen Juden lasic» und sie zwingen, in den wenigen Stä::en iämmtliche jüdische Leitungen des In unS'Aus-?^ Ausicdliingsrayons zu leben, wo sie eina:1Cfr lande? in deutscher, hebräischer und anderen Sprachen d'- schwerste Evncurrenz machen. Dadurch dru k-n regelmäßig zur Veringuiig gestellt werde» , sic die Löhne herab und schrauben die Arbeitszeit Analog den Tvynbee-2leranstattnngen ivurden one niiglaubtsche Höhe hinaus, auch,• namentlich über Wunsch und Anregung der ״Jehudiih', zwei Kinderiesle arrangiert, und zwerr zu Simchas Thora und zu Ehanukah, und wurden jedesmal circa 100 K,»der beschenkt und bewirtet^ Tic Toynbghallc wurde jiir alle Juden, ob, Mitglieder des Lierciner oder nichl, sür zugänglich! erklärt, Ter Mittdeil'un<gerr de» öckerreichik'chen Kande»-C»mitss ,,vert>n»d Zion". Folgende Tage sind sür unsere Sitzungen de- Llercin zählt 102 ordentliche und 40 ׳ i jlimmt: Februar sörderndc Mitglieder,! März Gesinnungsgenossen!/Gedenket des Pressfondes! 4. und 18. .24 ״ .11