Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- II (1901-1902)
- Issue
- 24 (15.1.1902)
- Date
- 1902-01-15
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Ar --1 Ciüaiifiic r linrinr öif imiSriinnct Gült ,«Vorstand sitzen, sich im poli tifdKn S!1-bcn znm 4 rogrammc dieser Parteien de fcnttfi’■ lind sie v! rptlichtet, uitlcrer Forderung arrcclt, zu werden. Versäumen^ sie es, huldigen PifitrU'fU' Leute, di, Unseren fremden ,Gegnern Fortlelniit" predige!, der eigenen Gemeinde gegenjd,r e.-ni reaelionärf» Prineip der Erelustrmät, machen.sie sich einer ungeheuerlichen Lüge jchutdi, Wir aber ivcrden nicht vcrsehlen, diese ,u br!1!!bntärlen, unseren Ziamps rücksichtslos weiter- >' uiitidre» Vltt leeren tAusslüchlcn, wie Platzmangel norden wir »»h nicht abipciscn lassen und no!!!t!1!!!s,!lls auch nicht davor-zurückschiecken, die tz,u>!:7..» Behörden gus da« willkürliche Bargehen,, für :■־..־ -fiel» im Gehieindestatul keine Begründung jjndet: 1״t!im,rliam z» machen und ein Etnschreiten it מדך י.: ■' ‘ - Ta« Erccutiv-Comtle der Brünnef zionistischen Lrganisaiivn, Zwei volksbüchcr.!«edluie,. ' .'.! .jüdische Äolkskalender", der bereits den IttM׳... Iahtgang erreicht hat. erfüllt seine Am gäbe ,.״,.«weg«. Acht etwa, weil die in dem selb., 1,!!haltetn11׳ Artikel und Ausleihe wertlos w!>!1! '!!> Gegcnlheil, die Aufsätze Brainins und Bai! . sind von de )cutendcin literarischen Werte, die .in'tpd'ftt Art, et N o rd a »'s und Worts mattes ea» aelucller Bedeutung und schon deshalb Ie׳e!!s! tt. eialenüer konnte vielmehr sein;Jul ״ich! crr.t - weil er sich Nicht au diejenigen wandt , an : , sich wenden wollte und auch solltet An die dt .! tt'südlichen!! olksitiasseti in »ializten, v ׳ ■? südliche Volk in Galizien besitzt aber ,seine >pee»׳tiche1t Eigen! hümlichkciien. Biete htstbriiche und an piche Momc ttc haben dazu beigclragen, Mt*'י’::,:: .־;lu'tt Massen geistig und physisch zu deg־ »ert־!. t.nd deklassier nt. o .!et Parteien g!bt er da. welche sich unter w.av:5.׳ t.Iampsen,!>1 ׳ sich jedoch freilich die Hände mä־!!.::v es gilh der jüdische Ztamtnesbewnisi. seiet et drücke»! Tt starre, sortichrittsicinüliche frile...te und die ״tsullttsgeineindeparlet". die aus lau!.: etepotlonttitlintcn besteht, welche ctn un. {tlüdiiü >! Zusall an Ne LpitzenD^ser uns ctuzig erhktlieaeit Ittdiichcn Inst lution —wm Gultusgenteindc - aeu.lt! hat. . rt.ten beiden mächtigen Parteien siebt eine lltu.> Zchar zivnijttjchjcr Männer gegenüber, die den Irirti!״ :: Fortschritt in tnodcrii-nätionalei» Zinne au! : Banner geschrieben haben Tiefe begeisterte» Met!! arreii fettJalren bestrebt, moderne Bildung .um׳! .׳־- Volk zu trugen, cs von dem drückenden,!äittie.,: . .len Joche zu befreien, er »ittlhvvll, ehxlich und..״! als Juden iitslretcn zu lehren. u. leies zu erreichen, bedienten siet sich der Zeiischrtsten. Weder", ״ tcr Marmcf", .llaiuri־ und d!Z Leitung:״ geheissen haben, musstcit! kurzem Bestände eingchen. Tic Geschichte en Pubtlicislik wird davon ein trauriges!!gen Wissens der Botkskascndcr hat sich, obwohl mit tllcn. Er ist nun das einzige Sprachrohr,!!es »tan sich an die jüdischen Massen in .,!!den. durch wcjchses man sich mit der sandigen, sjt über seine Gegenwart, Per u!!d Zukuin't ausklärcn kann, der mcni früher in wöchentlich oder halb, nioita:.!. rieche,nciidensZcilschrifteii geschrieben hat, da« zwei Arlilcl, die zivittiitictic Fragen behandeln,! genügen tollten. ־ | o, , »511 »*״ orbenen. die Massen für solche! «rltkel^crii reis zu machen! . Nehmen wir den .tlalendcr. wie er ist, so ntuss' eonnaitert werden, dass die AussäNc Robert Brfti-! tt^tn« über Alfred Nosiig und Elcazar -L cy n l m a n n;11 den denen qehören. *; •־ . der qei'etnnackvollL Mritiffr hat cs verngnden. in das'knnnlcriiche Wesen Rosngs ein Mdrmqen und ein anu1)a1Uidu^ Bild diese- Künstler, lebend zu gcbcn. Bader zeichnet mir psychologischer ,vernheil ileinc Erzählungen für große Kinder. Rordau beschäftigt sich mir der s^rage,. ob und was die polnischen Zwniüen für die hungernden ^lrbcjur in Palästina Uiiiii können. ^oief '.Ulanener will das ״tHegenwansvrogramm" nicht im Programme des Zionismus baden, (5b. Worts mann ivncht über die jüdischen Urbeiter und den;{loutemu*. dieser Ärnkcl gipfelt jedoch nur in der krink der Brochure ^Zionismus und Sociälismus" von Pen Ebud, was ibm eben nicht;um Poitheil gereich:.. Perez da! nch 11!1t einer kleinen 3fiur nngei^eUi. ־, - fcfl* 3d10uu1ul von M W irtb ist wertlos ' P>enn wir diesen ^aut! des ״Iüdiichen Polkskalcnders" mit den ru:'׳׳.tcu vergleichen, mifiien mir Inder - zu un׳erem P., .׳.:l.rn einen bedeutenden Puck^rttl wadruebtuen. Hanncicher. 3liötfdicr Stuitcutfuta?[ in Krakau. LoUnlag, den!'.׳. . X l!>l»2 um '2 Uhr Aaetiiitlag. sinbet int Ltt.tttt.zsiaale dem Tempel-, porileher tPobrzeztegasie ^־־r 1 ein jüdischer ütndcnkrxtag in Hraka« mit s!lgender T^gesorbtitt!,,!,all! . Ittd>ia,c Bolkr1:!!:z.-.׳':tä«!Reserent GoU. l M a r ver!t! wie Ikbeä der si- Lee:, r Mure durai 8al!z! Map! gui!,,.! H)U!־-, ügleur. , u. iorD.tv. dir un... die tita: .dem!.:!־ ׳Wt-o;:: Lage ds;?at־n •; dhs Glo•■ lbtideu?!! 1 dem nur einmal de? Jahres erscheinenden!ti'amiueugcfassl werden, nun, was wir a» dem diesjährigen tiaa-fenst^tuSKisetzen haben! 3tatt der er ויד. pzeradPn nolhwendigcn Bicljciligktüi, .!1e!Gt»ieiligkcik. Statt der einigen Arlilcl, :et^-ijtoiiismus als solchen, sondern In ausgctaiichtejn Fragcn behandeln^ solltcn de in den (fultusgemeinden beleuchtet, die dtichcn Proletariat» aus Grund statinvcher יי ,!!ssern ngch allcn Tetails gejchitdelsl.!blwusslscinldes jüdischen Arbeiters geweekl »ich! mit rs belletristisch« Theil sollte mehr und Uel!-!,.. -t^aiall gep kegt werden, als es desondc! Vüer f־■. Fa» ist, uni auf diese Weise die schädliche. ü>!uitackiofe Ltctüre der jüdischen Leser z» Akm diesen, Gru tdsäyen müsste der ltiälender, tun er wirlljch Nutze! 1 bringen soll, redigiert werden. Tos jüdische Bolk in Galizien ist noch lange »t dem Maste zionistisch! als dass die g tt 1 i»1. Ter Liandpu!.!: ,üdl'chen Imzend im voliti'chen und it'fiaKn tleben tReicrcnl' Gollcgc ist la i s »er! . . : ׳. Iudtichei attrtivereu! tBejerenl^ Gollege E ch a l 11 >. ' Ter Zindküieniag ward aus Girund des >: 2 des Beriatninlttt.asgeictzes cinbcruse». Für das Gomiie: I. Zimmer mann. ׳ Horo w >h. : t;c: u!;. : ' rr!rfta־. , Udischrs Irlirlingstiknö. Bor »turzcin machte durch die Leitungen ein Alltkel die Putide. welcher die Misshandlung jüdi scher Lehrlityze durch christlichioriale Meister zuni Gegenstände hatte. 'Tiefer Artiket verdient isun unserer Eraetieur einen etwas grbstercn Gommentar als, de» ihm seitens der ״Bolksiitmme" gewidmeten. W:e der erwähnte Aritket mitlhctli, besinden üch unter dem Zchityc des ״Vereines zur Förderung der Handwerke inländischer Israeliten"' 900 jüdische Lehrtütge E,ne gewiss reipeetabte Ziffer. Tcm fernsichenden Ivird dies noch mehr imponieren, wenn er crtähn. dass der Verein' bereits seit Jahrzehnten diele Bermmlungslhäligkeit. ausüb!, wodurch atio bereit« eine dettächiliche Anzahl von Inden aualineierien Bernien zugesühn wurden. Wem jedoch die 'Wiener Berhätlmsic einigermasten bekannt sind, dem wird sich folgende Frage ausgedränqt haben. G',mT io grasten Zahl von Lehrlingen, hiost durch diejen! Beut», vermittelt, utüjsle die Erinenz von mindestens 4״«J0 bis '<000 jüdischen Arbeiter«! in Wien eniipreelnm. In Wirklichkeit beträgt die Zalil der. gualincienen judüchen Arbeiter in den Wiener Werkstätten kann! 1 <«DJ. Wo bleiben also die vielen jüdiieien Arbeiter., die blost in -Wien ihre Aurdil- Ltmq ' ethicltenLallten dieselben inzwischen zu scldnändigcn Meistern avaneicrt!eine" Wie kämmt es »uni, kai; der Verein' zur Fötdetung der Handwerke! intändiicher Israeliten seine Lchutzbesvhtcncn nach immer zu auli'emitischcn Meincrn in die Lehre geben muis? Taier Wideripruch birgt in sich die ganze^ Tragik der jüditchen Prolctarieruath, die nur von jüdiich-socialdcmvlrglischesi Heuchlern mit der allgemeinen ichlcchten Läge der Arbeiterclasic Identisicierl wird, Ter "anliscmili'chc Meiner . die Nichlanliiemiien lassen sich an den Fingern abzädlcn läist sich wohl herbei, einen jüdischen Lehrling zu aeteplicrcu, den er an Stelle eines «rndeimädche״» oder ZuqlhiercS brauchen oder besser missbrauchen kann, ftr dessen Bekleidung obendrein der genannte Verein sorgt. Ter ״ausgelcrnlc" judijchc Arbeiter aber, der nach lijahri^em Mariyrim» hä! 1 lichc Verlichtungen besser als sein Aach erlernt Hai, er hält infolge der Antisemitismus und der elenden assimilaionschcn Gesinnung her Wiener .israelitischeu" Fabrikanten weder bei Ghrii'icn noch bei Juden Arbeit. Ter arme Arbetusloie sindet nun entweder Len Weg, den ian qatizijcher Vater gegangen, er wird Lusimenich, Ratcnagent, Hauüerer, Lumpen- Proletarier oder meisieitlheilt wandert er übers Meer, um in den ״Lchwitzwctksiätten" in England und Amerika ein trauriges Dasein zu sritten, das er ohne . Üjährjge Lehrzeit hknc erlangen können. Tiesclde Ettche'tnung beobachten wir alljährlich nicht nur bei den Zöglingen jene; Vereines, sondern auch bei den Adiolvenlem der galizilchen Baron Hirsch. Zchiilen. die in Ermanglung einer Industrie in Galizien in Scharen nach Wien kommen, um nach vergeblichem Züchen um Arbeit die geichilderic Wandlung diirchzumachcn. Zo sehen wir aus dieien Beilpiclen, da!» selbst dort, wa die Abwehr.Wohlthäiigkesk.der ״Israeliten" Pt »!;!ich zu. sein veriuldt, i»t besten Falle nichts anderes erreicht^ als aus dem!östlichen Lustnicnschcn einen englischen oder anierikaiiilchcn Lohndrücker zu machen, der auch drüben den Äniisemiltsmus wider Willen züchte!.' ־ . ~ Angesichts dieser irgurigeln Tbaiiachen erscheint die Miishandlnng der jüditchen Lehrlinge noch als , das verhällnismästig lleincrc llebel. Allerdings kann in öieier Hinsicht dein ״Verein zur Forderzlüg der Handwerke inländtzelt.'r Ilrazlite»" der Vorwurf nicht ezipari werden, dass die amiicmitiichen Meister iimiobrutaler werden, als sie wisten. dais der mehrerwähnte Vcrctg sich u»! die ihnen ausgelieserien' Lehrlinge nicht kümmert. , Tjie>NachtL,'i,g!eit^ de« Vereines illustriert ein Fall, , den Zchretber dieser Zeilen aus eigener Eeiahrnnä kennt, weil er einen Verwandten dcsielbcn bctriiit.?Tewbeirest'cnde Junge wurde nämlich unter Vermittlung des Vereine als Lehrling UI ein.r Zchuh'abrtk angcstellt. Nachdem die dreijährige Lehrzeit vorüber war. erktärte der Inhaber, ihn nicht iret>prcchcn lassen zu!onneh, da ihm!dein Fahrilstnhadcr, die anverirauien Taeu mente adbandcn gekommen seien. Ze׳ wurde der Junge das ganze vierte Jahr hinge,zogen, um dann als Hilfsarbeiter, d, h. als ״Rtchläusgelcrnier" die Fabrik zu verlassen. Ter Verein aber war nichtEzu bewegen, in einem io erasien Fall'iür ierncn ״Zchutz-! ling" zu inlervcniercn. ' Wir erinnern uns. dals'ein Vgritandsmitglied de» genannten Vereines pars ein. paar ,v\-en in einer Rede die Thäligkcil ieitsts Vereines - .,G!1 den ״utopischen" Ztvnlsmus auszullpjclcn permchic. Nun. wenn irgend etwas, io ist es gerade die unzuläng , liche Thätigkeil jenes Vereine«, welche beweist, dass ' die Cnaliiication -*)es Arbeiters nutzlos ist, wenn IHM keine Gelegenheit geboten 1t,nrd, diestlbc ' zu - betljätiflen. A rdc 1 ksge l e g en b e i 1 für das gehetzte umherirrelides südiiIhe Prole tariat kann eben n.urider Zionismus schaffen, ebenso wie' ihm schpn jchl die Lluigabe zusällt. durch Zlellenvermittlimgen nach Möglichkeit dir Arbeitsgelegenheit zu vermehren und alle jene .Israeliten" an dem Pranger zu stellen, die;tidilchc Ardciiskrast boyeonieren. ' ' ss. HrganifcrLione > Am 6. Iännrr hiet! dcr Berenr Zion" feine;wette ordeitti-iche Geuttalversam-n'ung ab, ui welcher Eg. 3igmunv^P e r^a m e »n er er»en au-e fuhrlicken Nechenfchaflsderich! über -VaS abaelawcne PerelnSjatir erüattete. Redner bod;um 3chlune feiner Äu-. fudiungea be'vnbers hervor, unter welch fchwrcr^en PerbäHnisien uufcr Pcrein hfcr tz;u arbeiten hIde.^weil man über das eigentliche W^'en^ und die lertte» >^ete des einen großen Tdert des tief be wegenden' uud neubel-denden ^rprusmns -uwedcr unge nügend oder falfch ^uformirn uei Er.könne ferner feiner Perwunderung nichtgenug Ausdruck verleihen. da׳'s man nüferer Bewegung, deren bä«st.׳S >>)eal die Berbesferung der ^age des so Han de-fäugtey judirchen ist. gerade in Eger i? wenig Interesse eutgeg^rdringe. rn einer 3tadt. wo wegen deS herrfchenden R^emntti» semttiSmns Nickt nur. das gefetlfchattlicke Veden gLn;Irch untergrabeu wunde, sondern.auch, eure votläandige ^׳olierung von Semiten und Ariers eintrar. Rach, einem wannen Appell an die Bereinsntitgliedrr, überall, fef es in Berfammlungen, sei iü privaten E^'präch.n. un•■ emwegt für mnfere hehren-Ziele'einzutreten. wurden dre Wahlen in hie Perein-leitung rorgxnommen. die folgende- Resultat ergaben: Obmann Sigmund Pe rgame a r e r.' -L?dmann׳S!ellveNreler Joses ^ür!h. Sch insuhrer Ro-' Herr Kohn. CasiicrMax Steiniger,; in den weiteren ÄuSschuis: Dr. Eknauuel Schwarz, sämmrliche in Eger und Direcior IulruS Weiß. Bleiüadr. Ueber An» trag des Gg. ^ur. Hugo Zuikermann wurden unsere