Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- II (1901-1902)
- Issue
- 16 (15.9.1901)
- Date
- 1901-09-15
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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9h. U> . >1״!ibrlg-n Zudenaemeinden »on ber jcmti» nSchstgelegeneu InifliiJini erganifation. i iVouatt Iänncr?haben sämmiliche zionistische Sneme Sxecutiv Comire« L-ott-versammlunaen ad,»»- bLlre» mü der Tagesordnung: ״Referat Uber den 5. Zivilisten tmareid in Basel-. 3. Co tft Pflicht aller Alonlflen. die Angelegenheiten und yolüikchen Iuden-Gemeinden;.u versvlgen, in -joiu'ükchem Zinne )u beeinflussen, vor Wahlen in dieselben «^'arnmlung-n zu besuchen - oder zu veranstalten und daselbst d--;ioni'ü'che iLultuSgem.'inte-Programm zu erörtern und zur Tr-cunion zu stellen, womöglich zionistische E.mdidalen zu nomlmeren nnd den Wahlkamvs mir aller Energie durchzufuhren. 4 Co ist Pflicht der Zionisten, daallgemeine Inter, rtsie dt: I!den'an Geschichte und Perwallnng demährisch n <«ibe-ma׳'׳'aio>ide» zu wecken, zu diesem Zw cke - vor. der -im strubladre üannndenden G«neral»V«rsammlunq der Sen einte- ■jftfgiMfn in zionistischem Sinne zu beeinflussen. 7ao T- Cwird den Llamusaiionen rechtzeitig die ^Len'ck'^stobkrichre und sonstige-^Material bereitstellen." II. Innere G^ganisatio«. I. Tie Vereine haben bis 18. Cctobft den auf ih7e' 1 . , Nilgtiederradl enI'aNendeu Lchetet fatnnu Parreifteuer ab;»-1 verweigern. Heiß ’tobte r.k.’,!1 m׳ neiialoeibindanaeu vo7 6rqi1׳n >(# SSJinte femefter?! f ' ' Seite 3 fl ף. ®emetnbe Prot^iitz abzuhalten, ben bor-1 unb wirtschaftlichen Gründen unbebingti Neutralitä h״™״ t,nn-n!l?9en® •" ׳ a"nt־ al* sie auch schon! zu beobachten haben. Als der Reserent-seine Rede die Imst,scheu Asiimilanstn aus ihrem - mit dem Satzei Unsere’ jüdischen Segne : mögen uns ^.unoenpsuhi Durch eine Monsireversammlung aus-- höhnen und deschimpseu, wir wissen be ite, das« sie zuschreckchi, ^.yerr Allbiirgermeister - Za i t jchek. der ’ " - ------ - ’ ־ - ־ T- - - - christlich- ».bmann de» »deutschen Hauses^, hatte denen Fcstjaal bedenftni»? zum löblichen Zwecke unt zu fürchten, beginnen, das« uns die Zukunft, gehört. Bange machen gilt nicht! £0 s hwer untere Arbeit, io groß nnd zahlreich die Linpernme' sind; zugeiagt^ und alsbaldkündeten von allen Straßen-1 die wir zu überwinden haben, wir werden nicht k--a'*a? Ricjenplaeate, eine'öffentliche jüruhen und rasten, bis auch im Westen zur WahröNcheTolksverjammlu.g.!Die Wirkung des Wortes | heit geworden ist bas stolze und erhebende, dar ,ludtfüt aus die Ghettoteutonen war eine furcht-: siegessichere und zukunstssrohe' Zioitisienworl: ,In <nyt, i ^etonders der Here Culturvorsleher und j unserem Lager’ist Israel, Ihr andern leid einzelne Millionär ,;01״ «i nster- ׳'chänmte, er werde seinen > Trümmer', schloss, brach minutenlangen stürmischer ganzen jt>;nsfnss ausdidjeti, die Bmammlung der! Beifall, los.! _^neat'tlckn«'ir,׳n - »1 0 -;־ה״>l u..' S» i an.:_v nx .v»> - < «־ .» ( < n" zu verfsleln. Tie Placale wurden Wajomed und es erhob sich Moscheh Rabbenu Aachllich^rwetle herahaxripen, unb sämmtliche deutsche -Herr Tr. Brüll Wajedaber— l-mo. und er sprach Ehawrußes drangen tnri But- und Trohepisteln aus wie folgt, ,Lurch meinen Mund verwirft--die den Verftn ,Teutiches nuus" ein, den-Fistsaal zu . Prvisnitzer Judenichast den gleißnerischen Zionismus, . ...... . Iciß ’tobte 1!n Ausichusse der Kamps,! eifftenS, weit er utopsich ist: -denn da Tttus seinerzeit ׳uirei־. M-re.'.iatof’.biniHinqfn rov «7g, m kk« »inte I-meSer-! bi« bie Meinung des bieder:n Denpchen Z a i t s ch tzk. mit dem Iudenttaat und der Indenspräche auch bas .,N.S-muwu".^'"r^Mer,en JeSntmng.gena'stn'über'den' bwE ManneswoN nichs zu deuteln, gegen. jüdische Bolkrthum vermchtet . hat und da .hegte Ai0i1rrmil0. b ) Jidjinn ren ' ״״ Manneswort stt ntch.s zu deuteln, gegen. jüdische Bolksthum vernichtet -hat und da cheq.e ßmtint bis Herandilbung van R,d»ern. sie Er.! ״Je ™1,״l der Leutomanetl durchdrang. Ta auch die selbtl die jihttsche Retiglvn zerbröckelt ist. fehlt uns tzrbkiistriiien krftr'ben. Au dieiem Zweck« iS - Drohung der Iingetn voll der hiesigen ,deutschen' Juden jedes einigende Band: zweitens, weit der ein interner Tiscustimi-abend 211 veranstalte״ : Aerisilnah-liinli,,״״ »«, x;. 1._׳ .V:_x:. .1t_:___... _?_L .ד. Wen» in einem Orte und vessen nächster Umgebung I ein ׳ herab, der wegen irgend eines Formfehlers fürder üolz׳ die Lasten des Deutzchthums tragen' aut nur 1־׳> zionistische, F EN uno Mädchen z»a Beirritt di^ osserlliche Bersantmlulg verbot. Wahrend die und uns darin auch von den Antisemiten sticht irre bt:klt mrd. rst eine eigene z-rt-grnvpe oder w mzstens ^ection Assimila Iten siegesfroh chuiheulten. beickilmS der 1n«4wn lniien nnd -nslten tia idran >tnn1rnd^״n. 1^׳«! r.. beschloss der machen lassen, und svllten sie ihren Zrammbdum 4 ^e,trieb »au s-iuniaidanI-Actiei, durch die Sereiue.' -:i'fln" i die Einberufung I einer s 2.Bersammlung. bittet von Teut herleiten!- Hutung von .Zbare-Elub-, selbzger Nach^ schrieb, die wackere zionistische ^>n scharfer Gegenrede maß Gg. H ick l die tLhar- HI. Wlwfiber ]Programm. ,augenb , (»01• Einlabnngciz, die mit der Frühpost akttrgröße der Prosrnitzcr Sihillegermanen und ihre« I Ldirrichafliiche Hebuuq. Tie Iwm Verbände der, der ProsSnttzer Iudentchast zugiengen. Trotzdent die jeibslbewüssten Heerwarts an den blutigen Wunden öaudeieangeSellien geleitete Eielleuverminlum, ’ und der ,u verbiitetrsten Zionstetnde.,ich die Bosheit nicht her- 00, Millionen jüdischer Stammesbrüder beleuchtete gut ne tu >-II Eondiiiansioienionds sind nach »räiten ,n nnier-, drießen - ließen, diese Einladungen zurückzuschicken, j>en Typus des auten ׳Juden' der alle Pflichten *י»*"»’״"" ״. Crgamtatia» ,e?er -tad, war bet Fesisaal. als um halb 9 Uhr abends gegen jeiu Bolk erfüllt wähnt.'wenn er sich mcht Gg. L ö w, t-bmann des ,Zion' lProsSnitzl, das noch heute schmarren läist, und ichiois mit. einem Meeting erösinele, von üdst/m Pertonen, darunter hinreißenden Appell an Bürget. Frauen und Handels-, erfreultch^melen Damen. ׳ dicht gefüllt, welche mit angeüellten. sich der zionistischen Organisation ein lebhasleni Interesie den Aussühningen des Gezurethen. Während dieser Reden hockten die Mannen Nnnungsgenossen Rudolf Rat tau aus Brunn;״|0ס Ferialelub in ihrem nahen »neiploch und folgten. Ter Reserent best rach in streng sachlicher,, juchten durch Abbrüllen btverjer Bismarcklieder zu sünsttiertelsiünbiger Rede!>«? Thema: .Der Zio-, ,,y״״. dann als dies von dem braven Allbürqer ntsmtts!und feine ©egnetP und ward wiederholt mch״,׳ abgestellt war. zogen sie johlend vor den durch jjibelnben Beifall unterbrochen. Ausgehend 2afl[ unj! teontmelttn׳ mit Stöcken,auz die^Fensier. von der: Entwicklung der politischen Zionismus seit, Da das Publicum, ergrisien von dem großenjIdeen dem Auftreten Dr. Herzt s, wies er-nach, dai« die sumpf, diese ohnmächtigen Laurbübereien sanarjsierler Antizionisten dem Zionismus gegenüber ihren «!and- Höhtköpse mit Eisiger Verachtung stiattc, drangen Punkt der absoluten Negation aller und auch der Helden schließlich herein lind begrüßten ihr selbstverständlichsten . Boranssetzungen seiner BegHstjger Haupt. tKrrn Dr Brüll, der sich noch strebungxn allmählich aufgeben und in den letzten einmal anfgerasst, ,als Jude ui’.ö^-Vbtscher' gegen Jahren in ihrem politischen unb nationalen Wirken streitgieriqen Zionismus zu protestieren, mit überall Schissbruch litten, während sich die zionistische völkischem ,Hetl, Sieg ünlr Rache'! .! Mit Müh’ Idee auch unter den Asiimilationrjudeu der Westen«! ayh Roth wurden die stindlichen Parteien von den Bahn bricht und unleugbare Ersolge aufzuwetsen Ordnern gelrennl. —" Herr Brauerei besitze! Fritz hat. Den, Hauptlhril de« Referates Mte die Er-^Winter suchte die versöhnende Wahrheit tu der örterung der zionistischen Gegcnwartsaufgabcn unb Mitte zu finden. Ein Volk seien die Juden wohl scharfe Kritik aller assimilatorischen ,-Bestrebungen. u,ch,. doch ein weltumspannendes Solidariläisgcsüht ^uch die Stellung der mährischen Juden im deutschgestehe und müsie durch reichlich^ Almosen genährt ezechischen Kampfe wurde^desproche« und der dewerden. Dieser jämmerlichen Weltanschauung gegenkannte jüdisch-nationale Standpunkt vertreten, dass erwies Gg. Löw den Bestand de« jüdischen die mäheischen Juden aus principiellen nationalen j Bolkskhnms und rühmte die große Ausgabe des Eii, von dtr zionistiichSn Organisation jeder binnen 14 Togen zu nom-merende- Au-schas-mitglied fuhrt die Lo.rc'ponden; mit ׳ der Centrale und mach! unter Cbet» nab Angestellten für die Zkellenvermittlung Propaganda. i. Gründung von L0-- und Sparvereinen. Geistig׳ Hebung: Tie .Bereme 'Hab n Vereins- -tlbliotbeken zu gründen und hiefür allezionistische und geebnere,nldische Schriftwerk anzu'chofsen. Ta- T.-C. stellt den Vereinen baldigst ein Masterverzeichnrzu. Die Berrin-bibliordeken n»d zu allgemeinen indischen Bolk»bi7liorheken on-zu׳ gestatten. . 4. Körperliche Hebung: Wo irgepd möglich, find unver züglkch Turnvereine oder doch Turnseclionen zu gründen. -'׳ Mehrfache Anr;gungdn zu Lindersesten an Zimichath- Tboia, Ermichiung von B:׳rein-localen. Austausch von Rednern, fanden beifällige Aufnahme. Ueber Antrag Tr. Zweig wurde nachstehende Siesv- Intioi: «embellig angenommen: l Tie DelegieN-'n-Versammlung erklärt einh.'llig. dalein Parlieren u^nd ein gemem'ame- Borgehen der Ziorzisten mit jutk'ch.politischen 'ieittntn. welche nicht auf dem Boden des Ba'eier.Programmedie't'ösung *hx Iudensrage tberhaup» ankredeu mrd ihre innerpolitische Thätigkeit nicht de.^ D-rau-- seyungeu und Grundsätzen de-Llmützrr Ge^enwäi isprogrammeanpaü'en. nicht zulässig und wünschenswert ist. -. Taösterreichische ^anbeS-Comite wirb ausgesorden. in gleichem Sinne Stellung zu nehmen. Um Uhrwurde der Telegiertentag geschlossen. Volksverfammlllng in Prossnitz. V Kaum war der Beschluss des mähr, schles. Tislrielscomitös, den Delegiertentag in der altehrerblickte er am Boden der Grube, von Erdschollen halb bedeckt, Red Mosche, der mit dem Gesichte nach unten regungslos dalag. '׳ Ter Todtengräber stieß -inen Schreckensschrei aus War der Mann todf? Das wäre eine schöne Geschichte.! Er ries Reb Mosche an, zuerst.leicht, dann lauter, er erhielt keine Antwort. ,Herr Rosenthal!" ncs er, ,Herr Rosenthal! Stehen Sie auf! Was iß Ihnen!" Eine Stimme, die in dem engen Loch dumps und sein klang, ließ sich schwach vernehmen nnd stehle mit einem Ausdruck der Angst, der durch Mark und Bein drang: ,Lass mich Hirsch, du hast doch jetzt das Deinige.' t »Heraus! heraus!' ries der Todlengräber ausflftegl, ,hier kommen wir beide um.' Er zündele die Laterne mit zitternder Hand an und wandte Reb Mosche um. Sein Gesicht war weiß Und schlaff wie da» eines Tobten. Die geöffneten Augen starrten «il unsagbarem Granen aus den Todtengräber. Dieser verlor keine Zeit mit Erkundigungen. Er letzte Reb Mosche auf, brachte ihn dann ans die Beine und hob ihn schließlich mit äußerster An- Mengung aus dem Grabe hinaus. Reb Mosche war leicht, aber der Todtengräber nicht besonders kräftig und von jenem wurde ihm nicht die geringste Hilfe, er ließ sich zerren und heben wie ein Bündel., Der Todtengräber schwang sich nun auch über den Rand de« Grabes, schleifte ihn ein wenig bei Seite nnd begann zunächst mit fliegender Hast, das Loch zuzuwersen. Sein Blick, der der ersten Schllusel voll Erde solgte, sah am Gründendes Grabes flüchtig.!Todtengräber mir seiner Arbeit am Grabe fertig dass eines der dünnen Taniienbretter des Sarge« > und,setzte sich erschöpft aps Bett, wo Rcb Mosche zerbrochen ,war, doch hielt er sich bei keiner Be- - nun auch wach war und still ächzend dalag. Als er trachlung von Einzelnheiten aus, sondern warf - ihn stagte, ob er sich kräftig genug suhle, um aus- Scholle um Scholle ,hinein; bis da« Grab noth-! zusteyen, da bekam er verworrene Antworten. ״Er dürftig gefüllt war. .!hat mich bei sich behalten' wollen,' murmelte Red Reb Mosche war in der ftischen Rnchtlust, - Moiche. »er hat nach seinem Papier gegripen und vom Petthauch der Verwesung befreit, ein wenig zu; einen Seufzer gethan, wie er es gehabt hat. . Und sich geksmmen unb hatte sich ans" ein Rachbargrab dann hat er mich umgerissen, und wie ich hingesallen gesetzt, wo er stumm und starr wartest, bi« der. bin. hat er mir ins Ohr geraunt, ’ was ier gelitten Todtengräber sich zu ihm »enden konnte. ,Können hat. Das Andere Hab ichvergessen. Der Malach Sie gehen?" sragte er mürrisch Er erhielt keine! hamowes's Hot mir mit dem Finger den Kops de- Antwort. Er leuchtete ihm mit der Laterne ins Ge-!rührt und das hat mir den Sekorün'j genommen.' sicht Tos wirre Haar war ihm durch Schweiß an .Schl!' herrschst^Ihn der Todtengräber an die Stirne geklebt. In den Bart hat sich Erde ans und gebot den Kindern, aufzustehen, sich »nzukleiden dem Gtivbe gemischt. Die Kleider waren besudelt, und in die Küche zugehen, die Augen blickten leer. Reb Mosche blieb im Belle,' bis seine, Frau. Dem Todtengräber war -ie Genugthuung über durch einen geheimnisvollen Brief des Todtengräber« seine zweihundert Mark vergällt und er verwünschte verständigt, kam und ihn heimholte, nachdem sie das seine Rvchgtebigkeit gegen den Versucher. Aber das Voigegangeneerfahren hatte. Er machte eine schwere half jetzt nichts Ls musste Rath geschanen werden. Krankheit durch, in der er schreckhafte Gesichte hatte. Er fasste Rcb Mosche am Arm. richtete ihn uns und blieb monatelang in einem Dämwerzustoud. und sühne ihn nach seiner Wohnung. Er -gieng «llmählig jedoch kehrte sein Bewusstsein wieder und schlolterbeiniq mit, wie ein Kind bei seinen ersten im Herbste konnte er von Neuem seinem Handel Gehversuchen. Die Nacht wurde von der Todteugräbenamilie in Austegung. und Angst verbracht. Reb Mosche schlief, fuhr aber r jeden Augenblick mit WNzglauten aus, vor denen sich die ans dem Schlase geweckten Kinder entsetzten, so dass sic stanz zu. weinen beg-nnen und die Mutter nicht wusste, wen sie zuerst beruhigen und pflegen sollte. Am Morgen war der nachgehen. Von, seinem Abenteuer behielt er eine gewisse Gedächtnisschwäche, außerordentliche Ber— schkiffenheil, übermäßige Frömmigkeit, häufiges Alpdrücken und die sonderbare Gewohnheit zurück, den Petsonen, mit denen er zu verkehren hatte, am Schluffe jedes Gespräches ins Ohr zu raunen: ,Geben sie nur auf Ihren Chelek leolam habo Acht!' י) Todt-e«g«I. *) OedüchtniS. fiftBinnnitgagflnossMi! Gedenket des Pressfondes!