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Jüdische Volksstimme · 1901-06-15 · 10 (15.6.1901) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
II (1901-1902)
Issue
10 (15.6.1901)
Date
1901-06-15
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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XX. Icrvi'gcrng. Vrünrr. 15. Juni 1901: ITr. 10. i«r Cc׳V::oulQ»Hfian1 gSr.;^::i - K i-\ uul.!•rmiHMifmig: •: ־ ייו.רÄu^latrt■!!■׳- >1 ..-:׳ d׳>. gj!;:׳.:;m . K •יי—. ■.1;:unm.-r 11 h. fl * i Jüdische ♦ Äeöa iiou und Administration :גז:.!: n. -■-•ן!^יו ־#. 01•;;־;.:: ר•ך.ן. :;■ - ר vEcntraloraan der jüdiici^en 21rl\'iter und iiundel^unnestollten. jimiil!. Handrlsangrkrlltr vrünns'. Samstag, den t» Juni, findet im gabt Urdontenfaale eine vcrfammlun g dcr t>a»dlu»gsgrl,ilfr» ürünns Katt. Pro gilt die Bekämpfung der:kliutü« Ligen .trdeitsenkr einet ,aftirrich! Der .tnsfchnfa der >,P־mnnnk". 1 btrlktkvrrinitttuny. ■:-. fviuuft an! n. ,üfrbJM'f.tJi;(■ der gonlüi'cheii tz-a״de:s . .reu imd 0trl׳euer''^e'ler-.ei.tis von •i >,n [ CbVrinf 01t?lnbetracht dcr f11r׳,on;}dt, die 11115'-zur i;:”i,l1.׳nn ftdtt, will ich otjr.c längere Einleitung 111d r.11 Michail meines ckieserater cingehcn, indem -...׳. «tiv mbtlinltc mit die Bedeutung der Stellen ':::1d Arbeitsveriitiltlung speeicll für das jüdische '-!v.f um Schlune meines yeutigen Reseraics zurück-!״!c'IIINien. - ' chchr miisicn vor allem, die t'lrt und Weite der Stelluivermittlung, wie sie gepflogen wird,- in■״ ז,tiion. Und da finden wir folgende, Arien - -: Siellenvermittlern. '!. Staat und Cominnne, 2 die gcwerbsmäszigen Vorndiiler, '-. Vereine und Corporatio»en>- Tie Bersiaallichung der Stetlenvetmittliinq in Z'-nn grojzten Theil ein Werk dcr;}nkuiift. Es lässt 1!' ader ans den bisher gewonnene» Ersabrungen d. 1 211111״« zielten, dass die Staats- und' Gemeinde-, r.imiiilungen. bei denen dev Arbeiter ichablonenmasiig eingeschrieben und an die Unternekiner geschickt wird, schon im allgemeinen nicht viel leinen lonnen. Ten» dcr Arboitiuchende will, wia Prot Pi lat sehr richtig im S. f. Arbcitsratbe bemerkte, n!'.!'t eine Arbeitsgelegenheitüberhaupt, sondern eine roiiiiniiite. für ihn passende Arbeitsgelegenheit, eine . .!10 also, die ihm nicht nur dcr Gattung nach. iondern auch nach seinen ׳!:-nntnisien,!einer sach! gerade i»> Berufe der HHidelsangettellteii lichen Anlage zuiagt. leicht' in keinem zweiten die gewcrbsmäjzig Bei Beurthcilniig der staatlichen־ Siellenper.: vcrmittlung eine io bervorragende, j,r tan mittluttg' in hauptsächlich ,in Unterichied zwischen!;Wt>lle!vielt. Anher im Handel dedaupien Iwi, p itellen de ganze 'ich Ste>e aualisicierten >md » n e n a l iss ei er! e n Ar-, Bcrmittler noch im U el l nerg cw er b e nid «1 der beitem zu machen. Ta!s die staatliche Stellenver- Uiittlnng itir die ututualt!iei,rten Arbeiter ״Ni ugch Zur den von dcnielven stark veeinnittsten T t e'nst b 01 e n v e r m i 11 l u n g't Grunde wie bei unserem Berufe, >d. dem-! Grunde wie de! nntsteii '■! ch a! r l i ch e n ans im! emi'.lben dwirt Gewerbe ans einem Gri tide, den in ArbeitsMarkt von grvster 'Wichtigkeit in, kann nicht: »achichgedde ,}aklcn illunrifren ׳Nach A» geleugnet werden, ״xrade!ur die grosse Maiie der I a n r 0 w s wurden in Teuticknänd von nngualisieierten Arbeiter, di-׳ sich jeden Montag Z» besetzen angenteldeten .Stellen nur I,> vor den Fabj-ikstboren!taut, die die Laestrhänier und Batnralverptlegsnationen belagert, in das Eingreisen des Staates dringend geboten. Tagegen ist eine bnreankratirche ^-,Ztenna der Bermitilung für aiialineierte Arbeiter doch st nn geeignet. Während es' der naatlieoe:: Pornnttlung sogar ge lntgen wird, einen, a:i-:.:.sch1iebenen Tischler-, Schlosser-, Schmiede-, ״-:iiböchenr, Ciiclcurponen zu bei'evcii, in er dieiem' biireankratüchen onniint, Clane gemacht, deren Privilegium das unmöglich; oder Minden,'ns erschwert, einen Ponesi^die TtelloniuchenLen manlos ausziii.rngeni zu vetmiltcln, der die Kenntnis gewisier Zvceial-! seit« hgt wieder die. bevorzugte .Lage de! arbeiten voraus!,-in,' z. B. einen Poneit!ur eine» jiüchctieiiirichtnitgstiichler :0 Tieie geivtisen Zveeialkenntniil'e werden aber im ö-andel gewöhnlich verlangt, 1,nd lein noch!0 'genau ausgearbeitetes Berutsichema wird diese Tvedalkenntnine einthcilcn wui'sten sich Perionen mebre're Coneeisione t .zu.ver köniirn. Cinen Posten irr'einen Plapverireter der׳ ichaiien und vervachten - diese 0׳. dais di Pachter Caiseebranche. der Vn^stro-icr Plair-g-■!,»!. mitten geradezu gezwungen sind, bohe Permittlun, sgAmrer Posten für dtn-tr i/nioiir. -dir int Crvort nach dem zu verlangen. Ein Ilmnaild in noch chara terinüch. Balkan bewandert nt. einen /»osten iar einen Buch - Wübrend dar Gesetz den giantmanit.ziöiii'g , Bocher taoe Lr. 1i>2 als 1 bei,׳nt. und ea. >i>> in ZtcUen blieben-־unbeievs. Tie gewcrbs-iuahiqcn ׳ Ltellenverm-.Lljr mit!- in zwei -Ztategorien cinqetheilt werden, -.-ereeiiionierten, 2 in die LBnkelvermittler eas ^telleüvermittlungsgewerbe i'i eeinonieries. Ter Staat bat Ipedurch -gew!!1i> llttf-, vermeiden wolkn. aber gerade die Co! ideisior.en baden dieie stellenvermütker zu einer vrz> negierten liecht.in, andercrie. bevorzugte .Lage de! vermkttler Personen, die keine Coneeiisou .,rtangen konnten, ans die odcc gebracht, die mittlung eben obne Eoneeüioii zu betreit,n. 2,׳ sind - die 2L>nkelvermittler entstanden. llberdieS balter, der auch Et-porteon!i>knationen wobl vernebt-zit üthren. Aetienqeiellichaitcn zwingt, ot> wird die st aat liche stel l eIIv crIN II I- 0,1 lir shr oabr iliechnnng ZN legen, niid die lang nicht besetzen können. Tieie weitgeken-- inastigen Pernnttler zu kötner Buchsi den ganz minimal unlerichiedenen Bedürfnisse, die cherpiltchtet.. enorm hpch die' Bern die Handelswelt an -die Stellenvermittlung stellt, gebüreu.sind, die eingeboben werden, weist bat bisher keine Art-,der steUenvermiltler zu.be von uns, dcr je einen >P»nen gducht bat: iriehigen gewuist. auster den geipcrbsmästigen stellen-! z. B. betragen sie .־m0'״ des Monatsbetr, Vermittlern, und das ist auch die llriachc, -warum. die BerinitUuug eines öO il - Posten sii^i l 1 1״ gewerbsb r,» 11 g ittlnngs ei» .jeder in Prag ges.t iur ׳'l. Keirilleion. Etliiülier Umlüiwuna. Bon L'kax. Äram Ter Umschwung würde so ziemlich alle Bedes jetzigen oudenthuins erreichen und märc eliie wahrhaftige Nevolntion. Tenn, kaum könnte u:an sich einen gröberen Unterschied ausdenkendals denl zwischen dem jüdischen Bolle, das ohne Baden' sserstrenniig lebt, und einem gesammelten, s d.-.s ans seinem ftchcren Grund und Boden als ein!liivermischtes, ein sonderliches, nationales Leben! . >:-.!1rte. Und dass eines BolkeS politische schickt'ale auch ,'einen Charakter bis ins .Ulein,'tc und ׳Feinste - , und;}artcstc beeinflußen könne», mag so selbftver- , nandjich sein, dass es kaum eines Beweises bedürfte. -l.llan mag nur an die Umwandlung denken, welche die Bismarck-Erfolge, die schöpsnng deS Deutschen -lidches, an dem Charakter des deutschcn Volles vollzogen haben. -Der Deutsche, der bislang unter .den Nationen bei aller Tapferkeit gar keinen Erobcrungssinit und überhaupt nichts Aggressives gezeigt halte, dcr nur cifteu .srommcn" Urieg für seinen Herd oder für seinen König mit wdhrhastigem Herzcnsanthcil geführt hätte, ward nun so aggressiv wie die anderen Nationen. So könnte also eine wirkliche Aenderung in dem politischen Grtrk.d und' Baden der Juden in langsamen, 'Keimen und Wachsen ganz neue Charakterzüge dcr Juden hdr- Vorkommen lassen, die unS heute, so lange wir noch tmincr an den alten Grund und Boden denken Wunen, geradezu fremdartig und abenteuerlich a»- vmthen möchten. Gesh1mm£8g611088e11 verkehren 11ur in Tie Lebcnsbevingungcn des Juden in der spora sind mit denen keines anderen Volkes L,a verlahmer Chinese! AIS.,wenn cnoch nieot Pech genug wäre, Chinese zu ,'ein! muss er auch n.׳ch lalnn gleickibar: auch nicht einmal, wenn man die ganze! sein! 2lder der dies sprach, war ein 0 i^e und Geschichte dnrchi'töbern wollte,' iände man zu ibr: mochte die Lebensdedingnngen dncs Chi teien in ein Analogon. Allenfalls könnte man an die Neger dcr Fremde mit denen seines. Bolkes vern echielt in Nordamerika denken, üje nun wirklich keine sehr i haben. Ein Chinc׳'c wird von einem z nropäcr, bebagliche 'Nachbarschaft darnellen. Ja, die Nord-, darum, weil er Ebincie in. nicht bemitleide tperden: amerikanischen Neger mögen noch ttt üblerer Lage' denn er in ja doch nur durch einen ind oiduellcn sein als die Inden. Eine Ber-schwägcrung mit ibnen, ^itfnll in die Freutde gelangt und kamt , jederreit wird für so schimpflich gehalten, dass ein mit einem!'in ein ״Taheimznrückkehren, wo er, ot-nun in Neger auch nur-im enlierntcu Grade Verwandters eoneentrischer Verkleinerung ober Bergrönenina. den von jedem Weiszen .gemieden und geradezu boq!'4?odenft>r ein privates, allgemein menschlich eot.tiert wird: kein Weiszer würde mit etnrm Neger!Leben findet, in einem Gastzimmer zutaminsnsiven. und- Tbeater Hingegcn. das Schicksal des jüdiichet Volkes und' Conccrte sind ihnen völlig vcrspelrt. 2jber^ betrint eine ganze-Nasse, und wer ihr «ngehvrt. dieie Neger bilde»' doch nur eine» durch ein nnka'tzn sich ihm .bislang durch keine Heimn^tirt entseliges Schicksal abgeiplittcrten Tbeil-ihrer Nasse, ziehen. Dieses Volk lebt ans der Erde, otjiie auch die aus .ihrem Gr,ind und Boden, in einem 2lcthio-j nur־cin.cn Fleck i.in Eigen zu nennen:! cs lebt pien, sogar noch etwas wie ein wundersames,! gleichsam in den oin-'-inniidien der'Welt: ater wenn märchcnhai'tcS Land darstcllen mag mit' mächtigen! dort nach dem griechischen Pviloiovben dit Götter unnmjchräiikten Königen, märckienbasten Festen, i wohnten, io scheint dcr Aufenthalt -des zchitrenlen Elepbgntcn und nMkte» Sclavinnen. Und F-reili-j Judenvolkes einen weniger gött.tchen Eindruck zu grath hat deS Negers Parianellnng in der! machen. Wenn die schwebende Pein schon ü ,erbanpt Fremde immer wieder contraniert - mit diesem ans jede» Bolkscharakter ihre Wirkung übet müsste, . HeimatSglanzk^Ein unseliges Schicksal ruht nicht , so wirkt ne au! die Juden in ganz b! sonderen über einer ganzen Rasse. In-der groszen Widersprüchen- . ׳ Bölkersamilic ' mögen die Völker sich gegen-' Indem der oude in dcr Fernreuumt > nd Ver- ,'eilig verschieden ctnschätzen. .'und manche nicht nur cinzelung unter einer übergroszen fremden Nlajornät in Epochen nationaler Niederlagen ghring geachtet lebt, wird er ohnmächtig, und eine ganze Gemctn werden sondern überhaupt.' Ein Japaner schätzt schast wird zu einem Psycholog״chen Zuna!de htn-,.- den Chinesen so niedrig, dass er sich bereits gekränkt abgedrückt, dcr einem Individuum eignet.! as durch suhlt, wenn einer ihn in de« Bolkes Biiittdait einen. körperliche oder geistige Schwäche allen- < stärkeren Chinesen" nennt. Und als -ich cnimal aus der! preiSgcgebcn ist. Er kann eigentlich, nick IS thun, Tcrasfe eine« CaseS - saß und ein labmer Chinese ohne fremde Hilfe; ja, er braucht die sremdc , vorüberkam. lächelte mein Nachbar und meinte: Ein Hilfe auch, um ,ich nur gegen unmittelbare Angripe liO.c-ilen, ivo die ״Jüdisch? Volksstimnie” auflieart!

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