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Jüdische Volksstimme · 1901-03-15 · 4 (15.3.1901) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
II (1901-1902)
Issue
4 (15.3.1901)
Date
1901-03-15
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Oir. 4 Jüdisch« Bolksstiuiuie äritc auI- 20 npoitu'phicrt ein dcufsches, gemäßigt aifli : iimili'chcs Blatt die hiesige Judenschast. die vor: Monatsfrist mit Hintansetznng ihre« wirtjchasltichen Vortheiles für den deutschen Reichrraihscandi tüten mit geradezu wüthender Begeisterung einge!rei.u ist. t'ir.eller kann der jammervolle Mrad) der DiscufluHriUirr dir 3ui1cnfrngr. dirirr efiib.it wird teieri *itjutt -tta-.ini aff!\rt1״. —» und die Zahl derer ist eine' unendlich große das« der Religionsunterricht bei ihnen keine äpi reu zurüdge lassen bat. Hätten wir vom Judenthum per Ivirltnnyskrei» der jüdische» lüullu« das vernommen, was in der Religionsstunde qel ehrt gemeiuden. letzten Monaten wurde, so müssten wir erfolgten Reu-! überhaupt Juden sind. ob daran zweifeln. . .... ... . . . , Tie in den judt'cheu Assimilalionspolittk unsere selbstverschuldete, wählen in die Cultusgcmcinden vegjdsiedcncr ätädte, \ Aber diese ächam tsEctus unterer Seite, taztz Hclotenstellung, nicht beleuchtet werden. r.er ver-. &,<• z>l״sftc-llung zionistischer Kandidaten und die unbegründet. Nicht die Jugend hat die Religipnskotumenste Jude, dem vor lauter r.eutichthnn1 das dadurch angeregten Artikel in .vielen jüdischen stünde zum Tummelplatz schlechter äpässe!und E!-,g>füVl i» ifi>' kleinste Zehe gerutscht ist, muss Blätteen werden die Erwägung nicht als unzeit derber Witze 'gemacht: dass es soweit gekommen sieb bei solcher! Behandlung III J^olz und straft gemäß erscheinen lasie». welche .Grenzen der,ist. daran sind nicht die ächüler schuld, sondern ,!!t'bäitmen. Doch wenden wir uns lieber an bic ’ 23jrfu»11s:frf1se der jüdischen Cultusgemeinden hat )nur die, welche sich berufen fühlen, den Religion»- ,T.utsche Warte" und die Hinter ihr stehen. Tie ״nd namentlich, ob sie ihrem Wirkungskreis ge- ^unterricht zn ordnen und zu regeln, von der wirkleinen Bosheiten gegen meine Wenigkeit schüttle ich wachsen sind. ' 'lenden Straft der jüdischen Religion aber nichts ruhig ab, obgleich an der geistigen Rüstung jenes , Das vorzüglichste Recht einer freien Gemeinde wissen wollen. Wir werden daher die Regelung ungenannten Schreibers mir Blöße au Blöße entjst jhr,- vermögensrechtliche Selbüändigkeit, welche , .des jüdjschen ReligionstWI^ichtes nicht leichtfertigen :egettklatst. Wir Zionisten wollen kein Gezanke mit! auch vom Ztaaisgrundges.he den Religivnsgenoffen, Männern überlassen dürfen, denen die-Schaltung cn Teutschnationalen. sondern eine fruchtbringende l schäften und der Cultusgenicindcn zuerkannt wird des jüdisä>en Volkes gleichgiltig ist. Ist der Cu tus :::s-ptache. Dem Volksverräther allein gebürt die Die aus das: Vermögen sich beziehende Verwaltnngs-. ousschuss nur ein <. aut in elolatz des Capitgls, das - P-itiche. dem Bolksgeguer die ehrliche Masse; jedes ,hätigkeii der Hemcinden, wird an die leitenden Per-! jüdische«׳ Interessen nicht zugänglich ist, Uo wird- -^.bmähwort gegen den .l^enegaten in Verdienst, tonen sicherlich gewisse Anforderungen stellen: da unsere jüdische ,-trgi nd jedxs jüdischen Gefühles bar ' aber eine Cultusgemeinde ' beitimntte Einnahmen sein. Wollen tpir. uns Unsere Jugend' nicht re ub^u Jahren i hat und mit ihrer Steuer nurc eine Person'und lassen, so müssen wir kämpsen und Ben Mampf ui^t die'. den lltenegaten tit ,1. n Pen Frkmdnationalenl Selbstbefledung Tie zionistische Bewegung, die vor 4>1 und schon alle jüdischen Bolkssiedelungen! ״jg,!- verschiedene andere Berhältnisse treisen - darf, jüdisdten Cultusgemeinden aus unsere ,rahne schrckden. ......I,|?»ו.א arAvitt'.in (t.lt •«« »un ל‘.,!•■«« . ■ .. ... . » — L.ri. ׳..?:;׳ r .: . > ... .11J.»l r.. bewohnten Erde ergriffen hat. ist eine ,sorm- : j0 ^,ss das Auffinden neuer und anderer Steuer- -.-einung jener allgewaltigen Nationalidee. welilic ,;!!.ד,■!]׳! als der zulässigen Personalsteuern sür die ::. der sranzöstichen Revolution geboren wurde.. Cultusgemeinden-irreseväyt in. so wird er jedenfalls , ztouinische Bewegung ist demnach wesensgleichgenüge», dass bei dem. uothwendigen Fehlen jeder : o au idealem Gehalt zumindest gleichwertig jenen 2teuer^olikik ein nicht gering zu schadender Ter beste Prüfstein sür dH- Tauglichkeit eines Cvltus äusschusses wird das jüdische Kind sein. . Aber gerade die Forderung nach einem geregelten Unterricht zeigt,' wie herzlich schlecht es mit der! Zusammenfetzung des Cultusausichusjer bestell! ist :tonalen Bewegungen, die ein neues -Hellas und Vorthetl - die Berinogensocrwaiter nur irgend Das Schidjal des siindes wird.wohl dllen Eltern tloiü. die freien Christenstaaten des Baleans und ,helche Sachkenntnis besitzen und einer Vermögens, am .Herzen liegen. In es da nicht oerhhrt. wenn :׳!<״: zuletzt das geeinte Deutsd)e Reich hervorge .Verwaltung gewachsen sind, da ihnen außerordentliche eine famose Walzlordnung wohl, ein-ln Capital. . :,-::!׳rrt haben, wesensgleich der heute noch kämpsetiden Ausgaben nicht zuneden. Wenn man dann auch nicht aber den Juden das Wahlrecht gibt V׳ Soll :ttielien Bewegung, wenn auch in Form und erwägt, dais auch die laufenden Ausgaben einer das Interesse an der Erhaltung׳ des jüdischen .'.1;,: te1,1 von dieser letzteren verfch i ede u. Wir Juden. Cultusgemeinde eng begrenzt find und eine gewisse Volkes-nach dem Gewicht der Tusche und nach dem :.;-.׳di die bittere Erfahrung von Jahrhunderten und Gleichförmigkeit ausweiien. so dürste die Behauptung. Leibesumfang dem.ssen werden׳: Soll der reiche X., altübernviuinine Sittenlehre gewitztgr. sind dass im allgemeinen die Vermöge,isverwallung keine der den ganzen Wahlkörper beherricht, mehr finter- ־ ' ׳ ׳ ׳ wird, keinem esse sür. das Iüdenthum haben als der arme . Vater, dessen einzige Sorge ,ein slin.d d liet-r*־'') Zum 'Wirkungskreis der Cullusgemelnden Gerade der jüdische Religionsunterricht sorden die nt ,der Urheimat Palästina sowohl, als in gehör! auch ferner die Lrduuug und Regelung der Leitung jüdischer Männer-und eine Verallgemcin erungc';: teil gegenwärtigen Vaterländern. Darum'- tit es inneren Angelegenheiten. al׳'o liebst der bereits er. .de» 'Wahlrechtes. " " -:t'-iuditch. wenn unsere ctammesgenosseu sich im wähnten Vermögtusverivaltung die ^׳nztellung der nationalen skantpfe, ltierznlaudc׳ der Deutid,en gegen ׳ teinde V.tsafstmg und die Bestellung ihrer Sr» -':■- C zechen, in das Vordertressen stellen und au ga»e. - Wenn man erwägt, von weidier Bedeutung!׳--.islichen Thaten verbitternder Bosheiten theilnehmen. gerade diefe ^Verhältnisse sind, so wird-man es An uns Juden darf der Makel nicht haste», dais; billigen, dais die Auswahl der Männer sür die u->r diesen unseligen Zwist geschürt habe» — aus;)!ege!״»., dieser Competenz.-!׳- keine leichtfertige sein C'.geninitz natürlich, wieheute schon beide Streitoarr. Da eine untsasiende und erschöpfende Er- :bkile schreien- .Wir Zionisten sind, i», Geiste der orterung dieser Ausgaben zu weit führen dürste. »' ,vri luruuirnumimnt s^iuuiiunt iiiw un allqcmcluen die ^׳rlttoflcnsvcrn G.waltthat abhold und die Zionisten erstreben besonderen Schwierigkeiten verursachen ':׳: l-: Macht und .Herrschaft sich ihr Volk, geschweige Widerspruche begegnen. >tiieditung aller Arier, ivnhern Iriedcn und״,״!, ׳ Wirkunqrkreir der Cul l! ״Zmpondrraliilirn". Als,der deuksche Reichskanzler Gras Eiil ow im deutschen Üieichstage interpelliert wurde, waruui Deutidiland nicht die Vermittlung zwische.1 den Burentiaaten und England ndernehme- und dabZ auf die mächtige burensreundliche Bewegui g im deutidten Volke und der deutsdten Presse hinge viesen schichte schassend, die politisch reifsten, die ausgeandererseits eine blvh oberflächliche Behandlung der wurde. d.?nahm die Welt wahr, da׳» es Pflicht einer ..-.:eften, und. da tvjr bloß dem Leitstern' der Widttigkeit und denk großen Umfange dieser Frage sorgenden RegieHtng in. nicht das Volksgesuhl zum ä-lk-ctire folgen, die sittlich höchftftehenden Elemente, ״ich, e. tipridit. so dürste der aUgemeinc Beweis Motive ihrer.-Handlungen zu mache», 'sonderst über Wir emptiude» es tief und geniigeu. dass die Verwaltung dieser Llngelegenheiten den. fluetuierenden Meinungen der Be'tzolkei moderne» Iudeuheit. danlbar, weldt kostbares Gut tvir an der deutschen Svrache und Eultur besitzen, dvd) tverdeu tvir -elbn die Mittel zur Währung dieses Gutes wählen nd uns sie nicht von Indeiihassern aneommandieren ..,ite». Unser Gewissen sitzt in der eigenen Bsün. .׳־.eilt hinter dem Redaetionstisch der - ״Deutsdten ׳Warte". Für die gegenwärtigen Machthaber oudenthum mit ihrer seilen Canratenpvlitik Tit tg ZU ■ite• d>s nicht geringe Z'ltOorderungen stellt. Aus diesem Ausgabenkreis verdient insbesondere eine Competenz hervorgelsoben zu werden, und zwar diejenige'Bestiiiiniiing, tveldze den Religipnsgenossenschajlett die Regelung, Srdnung und Ueberwadmng des Religiourunterrichtes tiberträgt. Es ist dies im die erste tind dankbarste Aufgabe der Cultusgemeinden.'Impondsrabilien gibt, die kein Staatsmann unb i" sichert sie doch ihnen einen nidit gering zu veran-' achtet. laßen bars. Daratts gelte ltfrvor. d, .fs es iaj - «• < _ ...S, ...T v:. <^m1t1snNd1-.>ktttt't1 stehen, und-nur das zu tltttn. was Staates geleg»! ist. Diese Ansicht wurde von dem Collegeit .d genannten Staatsmannes dem Iufiizn ininer ׳ Schönstedt gritndlich widerlegt, denn da hieß ausdrüdlich. dass es-tm öffentlichen Leben ,:ewiifa bioszetf lugt. das Richtbeil schon geschlissen. Dais meist Junge schlagenden Einfluss aus die nationale Erziehung Imponderabilien gibt., die ein Staatsmann b achten d:e Vorkämpfer der jüdischen Renaissaneebewegung per Jugend. Allerdings die. weldze in der jüdisdten! muss, und solche, die für ihn wirklich ohne ח .wicht and. darf am wenigsten Dentsdinationalen Vorwand Religion nur eine ■ leere Schablone selten, denen j sind wo es also das Iuteresie des Liaate!. das u Spott geben, da ja deren eigene Idee durch wird 'die Besorgung dieser Aufgaben nicht viel - heißt, feiner GroszmachtfkTllung berührt, w t der lange, entbehrungsreiche Jahre säst nur von Studenten siopfzerbrechen verursachen. Sieht man aber die Staat riskieren müsste etwas zu verliere t, diegetragen war. jüdische Religion al-g nationales Product an und Freundschaft mit einem Staat, irgend metae Be Dar Zeichen eines wahrhaft 'Nationalen ist es.. ■JJiittcl zur Ersafsung des Wesens des jüdischen günstigungen in der .Handelspolitik, oder dotft. wo da׳s er nicht BÜe,» für sein eigen Vplk fühlt, sondern! Volkes, jo wird jeder,'und mag es der irreligixseste, fein diplomatisch verknüpfte' Feiteln -d> da׳s er auch ■Jett nationalen Leiden und Wtinschen ׳,t,t,ent sein, der jüdische» Religion seine Reverenz binden, dort ignoriert der-Mini'ter eine Edle anderer Völker, und stüiiden sie selbst dem )'einigen ״jch: versagen. Von der Art und Weiseder Be wollende Bewegung, obgleich man dem kleinen, gegenüber, ein tiefes .Verständnis entgegenbringt, sorgung des Religionsunterrichtes hängt es nicht tapferen Volke der Buren durch ■ eine״ Ter Deutsche und Tscheche, der Bur und der ^j״ setzter Linie ab, ob wir einen jüdischen Nachwuchs diplomaliidten Üset zu Hilfe kommen könnte. Chinese sind gllesammt im Recht. Der Afterpatriot erlangen können oder nicht. Niemand wird es Wo aber Pas. Gesetz, bloß das Gefet! v-rräih sich durch chauvinistische Selbstberäucherttng leugnen, dass in der südische» Geidtichte die Macht ^werden muss, wo es sich darum handelt, eine •rfmle und rohe Beschimpfung, hämische Verkleinerung zsegt, aus geknechteten Siriechern. die sich ihrer der Lersaisung timzustür.zen. durch eine gefetzt oidrige alles Fremdnationalen. Doch dadurd) wächst nicht srnechtuuq nid/ bewusst sind, selbstbewusste Juden Praxis einen Verfassungsbruch zu begehen und über des eignen Volkes Wert. zu machen wie iedermanns Achtung verdienen., das Gesetz — das ist, den Willen der Majorität Trotz L.r ״materialistischen Lebensanichauung Darm» 1 des Juden" achten wir Zionisten die nationalen Religionsunterrichtes Bestrebungen der Deutschen, ja bringen ihnen die aufzunehmen. In das Parteiengetriebe dürfen die läe^erht: Für den Ltaatsmann vielleictit: Zdbcrtur uneigennützigste Sympathie-entgegen, aber Achtung siinder. die dkreinst unsere Mitkämpfer und )dann ■ den Minister, als s^nter der -Vertasfnncz^ lind doch verlangen wir huch sür die jüdische Nationalidee., »niere Nachfolger sein sollen, nicht gezogen werden, ist es so! Und doch werden die vcmpotiderabi'lic'n Die größten deukjchcn Männer von Herder bis aber niemand wird es uns ■nehmen dürfen, dass-dort njcht beachtet, wo man dem bloizen seskellosen Rosegger und Felix Dahn haben sie. ihr nicht Hstjüdifche Religion und Geschichte׳ in einer Weise: Impulse geh^chen darf, und werden dqn beachict. versagt; da können wir schließlich trotz unseres ״unqclehrt ivird, wie es ihrem ureigenen Wesen entspricht^ wo )te zum Pertanungsbruche ^führen. I stillbaren Durstes nad) Besitz" auf da» Bclobigungs Zunächst muss die Frage aufgeworfen werden! Hat, . .A-i>er^e^ gibt cauch nt r.enc׳rrctdz, ^mpotid, beeret der ״Deutschen Warte" verzichten. Sie mag ycutc der Religions- Und geschichtliche Unterricht die ^rabtlien. L.teje Nnd — wie man will io stark, nur. wenn sie es sür gemätz hält, ihre schärferen -jn ihm liegenden Erfolge -aufzuweisen oder wicht'?> dass sie schon die Liberalen fühlen,^ oder der Eide- Geschütze, ihren ganzen Artilleriepark gegen den Beschämend muss man darauf antworten, dass der rältsmus zo sdm Zionismus aufsahren. Ideen ließen sich bis dato Religionsunterricht in den'seltensten Fällen die ihm beachten muss

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