Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 34 (1912)
- Issue
- 1. Heft. (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 48 (sequence 48)
- Language
- German
- Belongs to
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48 rieht Über die Tätigkeit in Palästina, die Referate über die jüdische Wanderung und über die Frauenarbeit. Auch der Bericht über die hebräischen Sitzungen, der hier allerdings in deutscher Uebersetzung vorliegt, wird auf Viele Eindruck machen. Daris Trietsch: Palästina-Handbuch, Jüdischer Verlag, Berlin 1912. 3 Auflage, 340 Seiten, M. 3, — . Seit jeher hat das Interesse für Palästina eine ganz bestimmte Färbung gehabt. Die Reisenden suchen und sehen im Land vor allem das Historische und Religiöse. Dieses zeigt sich auch in der Literatur. Man braucht nur die bekannten Reiseführer zur Hand zu nehmen. Dass aber Palästina auch eine lebendige und praktische Gegenwart hat, scheiut den meisten unbekannt zu sein. Nun ist aber ein Werk erschienen, welches uns zeigt, dass das heilige Land vom Strudel des modernen Lebens ergriffen ist, das Buch von T r i e t 8 c h , von dem jetzt die dritte Auflage herauskommt, bildet eine Darstellung aller Tatsachen über die wirtschaftlichen, sozialen, politischen Verhältnisse des Landes. Aus verschiedenen klimatischen und wirtschaftlichen Gründen kann die Landwirtschaft im Heiligen Lande vorwiegend nur sehr intensiv betrieben werden. Diesen Dingen ist denn auch weitgehende Aufmerksamkeit gewidmet. Der Verfasser gibt Auskunft über: Oliven- und Maulbeerkultur, die Kultur des Orangenbaues, vor allem der Weinrebe. Auch der Handel hat gebührende Berücksichtigung erfahren, ebenso die Industrialisierung des Landes. Hierbei kommen solche Industrien in Betracht, die sich an die Landwirtschaft aulehnen. Die allgemeinen Lebens- und die sanitären Bedingungen in den Städten sind nicht vergessen. Wie aktuell das Buch ist beweist der kleine Abschnitt über Bauart der Häuser. Die alteingesessene Bevölkerung hat gar kein Verständnis für rationellen Städtebau, und die Behörden pflegen sich dort um dergleichen nicht zu kümmern. Infolgedessen musste die neu zugewanderte Bevölkerung, die doch mehr oder weniger an europäische Lebensbedingungen gewöhnt war, zur Selbsthilfe greifen. In Jaffa ist auf diese Weise durch genossenschaftlichen Zusammenschluss ein ganzes Stadtviertel entstanden, welches allen modernen Anforderungen entspricht. Auch in anderen Städten werden solche Genossenschaften geplant. — Man darf ruhig behaupten, dass das Buch als Ergänzung zu den üblichen Reiseführern, jedem Palästinafahrer, der das Land wirklich sehen will, unentbehrlich ist, aber auch der Forscher wird für das Zusammentragen des sonst schwer zugänglichen Materials dankbar sein. Draek roa H. Itikowiki, Bartta, ▲agutetr. 69