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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1907-01-01 · No. 12. (1907) · p. Seite 156

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
30 (1906-1907)
Issue
No. 12. (1907)
Date
1907-01-01
Page
Seite 156 (sequence 4)
Language
German
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i — 156 — ו sed meliore tempore dicam; hodic tricesima sabbata: vis tu curtis Judaeis oppedere?“ (״Wohl erinnere ich mich dessen, doch ich werde zu gelegenerer Zeit über unser Geschäft sprechen. Heute ist der dreissigste sS>bat, und du wirst doch nicht den beschnittenen Juden so ins Gesicht schlagen!“) Die ganze Szene spielt sich im Vicus Tuscus ab, dem Ghetto des alten Rom; und der vorsichtige Aristius, der ״male salsus“ sieht sich bei Horaz’ Worten von geschäftlichen Dingen scheinbar ängstlich um, er fürchtet, von den in Menge umhergehenden Juden etwas unsanft behandelt zu werden, da ja ״tricesima sabbata“ ist. wie gesagt, ist dieser tricesima sabbata viel gedeutet worden. Beim ersten Lesen der Stelle taucht wohl zuerst der Gedanke auf, dass Aristius mit seinen Worten den Versöhnungstag, das höchste jüdische Fest meint, oder einen der hohen jüdischen Herbstfeiertage, wie das Laubhüttenfest. Denn die Römer begannen ihr Jahr im März. Vom März bis zum Versöhnungsfest oder zum Sukkaus, die in den Oktober fallen sind 7—8 Monate, also ungefähr 30 Sabbate, pars pro toto gerechnet. Der Uebersetzer der alten poetischen Klassiker, J. H, Voss, übersetzt die fragliche Stelle: ״Ein Neumondssabbat ist lieut!“ Diese Annahme, der auch viele Erklärer beitreten, lässt sich leicht anfechten. Erstens müsste dann im Text hinter ״tricesima“ ein Komma stehen und dann ״sabbata“, als Apposition hervorgehoben, folgen. Das wäre aber unelegantes und schlechtes Latein; denn das Femininum ״tricesima“ ist schwer erklärlich. Steht ein Komma im Text, so muss es wenigstens ״tricesimus“ heissen, ״der dreissigste, ein Sabbat, ist heute . . . Die Worte des Arist lassen sich auch dadurch erklären, dass die Römer der Kaiserzeit, novis rebus studentes, ebenso wie sie der aegyptischen Isis, der Mode gehorchend, huldigten, den mystischen Gott der Hebräer und seinen Kult verehrten, und seinen Sabbat, wie die hohen jüdischen Festtage hielten. Davon berichten uns schon die Chronisten der Kaiserzeit. Nach einer anderen Annahme kommt für ״tricesima sabbata“ der erste Tag des Laubhüttenfestes, ca. der 15. Oktober in Betracht, der den Römern sehr gut bekannt war. Das lässt sich auch leicht berechnen: Das jüdische Jahr beginnt entweder im Oktober am Rauschhaschouo, oder im April am Pessach. Hier würden also von April an gerechnet, bis Mitte Oktober, die fraglichen 30 Wochen oder Sabbate herauskommen. Da nun aber das Versohnungsfest von Sukkaus nur durch einige Tage getrennt ist, kann man wohl mit Bestimmtheit annehmen, dass Aristius Fuskus in Satire IX 69 ff. mit ״tricesima sabbata“ den höchsten jüdischen Feiertag meint, der auch von den vornehmen Römern begangen wurde, den Schabbos Schabbossaun, das hohe Versöhnungsfest. flax RosenthaL Bericbifliiige« und nacMräge zu A. Dietz, Stammbuch der Frankfurter Juden. Von N. M. Nathan. Zu S. 258 u. 259, Nr. 497 Schiff. Der bekannte Meir Schiff hinterliess zwei Töchter, die eine ist bekannt durch die Erzählung, die sich an seinen Nachlaß knüpft, s. Jew. Enc.. die an-

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