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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1904-01-01 · No. 4. (1904) · p. Seite 16

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
28 (1904)
Issue
No. 4. (1904)
Date
1904-01-01
Page
Seite 16 (sequence 2)
Language
German
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14 des Rittes als Reitkisaen, bei ungünstiger Witterang als Sehuts für den Körper und wo es not tat, auch als Behältnis für die verschiedensten Dinge1). Erst mit dem Eindringen' fremder Kulturelemente und mit zunehmendem Reichtum trat eine merkliche Sonderung zwischen Männer- und Frauenkleidung, namentlich durch die prunkvollere Ausstattung der letzteren hervor — die Gewänder wurden reicher, länger und breiter, mit Säumen und Schleifen geputzt und mit langen Schleppen versehen3). Die Obergewänder waren in den ältesten Zeiten einfache Hüllen ף, die um die Schulter gelegt, von einer einfachen, später aus Edelmetallen ver ertigten Spange zusammengehalten, oder über der Schulter zusammengeheftet oder genäht waren. _ (Fortsetzung folgt.) Einiges über Heine. Heine und Deutschland. «Das ist der Teutoburger Wald, Den Tacitus beschrieben, Das ist der klassische Morast, Wo Varus stecken geblieben. Hier schlug ihn der Cheruskerfürst, Der Hermann, der edle Recke, Die deutsche Nationalität usw. usw. ~Aber warum gerade diese Verse anführen? Weil wir mit dem Schlimmsten zu beginnen haben. Gewiß, Heine hat Deutschland nicht nur einen Vers dieser Art gewidmet — er hat viel in dieser Beziehung in Prosa und Versen geleistet Wenn der Fortschritt nicht kommen will, «stecken seine Füße in engen deutschen Schuhen'* *; als sich Barbarossa über die Hinrichtung des französischen Königpaars aufregt, Herr Rothbart — rief ich laut — du bist Ein altes Fabelwesen, Geh’, leg’ dich schlafen, wir werden uns Auch ohne dich erlösen! . . . Das Beste wäre, du bliebest zu Haus, Hier in dem alten Kyffhäuser — Bedenk ich die Sache ganz genau, So brauchen wir keinen Kaiser." ') Vgl. שסלה Ob.; vgl. 2. K. 2,18; 4,39; Jos. 7,20; vgl. Gon. r. 9, סריגים •ach als Kleidungsstück für Männer; vgl. J. Sabb. 8b; Men. 40b;. תכ0ח, Hülle für den Unterkörper, Kob. r. Anf. •שלח י) Vgl. ob. dazu Pa. 78,6; vgL Sabb. 128a. *) 1. Mak. 10,8, 9; r©BVC, Hülle, Tos. B. b. 6,5, auch סעטפח; für'yo, Je*. 8,22 wird j.8abb. 8 b;^ס^קולקומעפק מעפרן;•° •י קולב. •ach ימעפורח »!•ab. Goffaria, chuL 128 b: Hülle, deren Oberteil den Kopf bedeckte, der untere Teil diente als Hülle für den Leib, vgL Kel. 29,1; Ez. 27,17 als יפאר Targ. •1 ,אסן K. 38,4; vgL יסעפו־א *am Aufbewahren des Oeldes, j. Ber. 5a - חלפות שט׳;מחלצות •- o. - מטפחת, breite, weite Hüllen der Frauen, Prachtkleider wie מעטפות, ▼gl• Roth 8,16; KiL 9,8; für dieses (Jee. 8,22) hat das Jer. Targ. לביועקא, Ar. יכודנקא liburuik*, Name eines aus Liburnien stammenden Qewandee — יסדין ■- ob., J. Sabb. 8 b wird 'יהסד Jee• *,28, mit סדיניא O. םטפ־ aiit םבנין רברבן> große Umschlagetücher wiedergegeben — נילפקא, «io® Decke wärmer als 'יסד Sabb. 51 a. | Auf ״Preußisch“ reimt er ״Beichais’“; bei Erwähnung der neu eingeführten Pickelhauben reimt er ״Romantik“ auf ״Uhland-Tieck“. Und dagegen das Emporheben Napoleons, das Lob Frankreichs, die freundliche und freudige Empfipdung bei allem, was Paris betrifft, die bösen Witze über deutsche Behaglichkeit und Harmlosigkeit! Darf man hier etwas bemänteln? Ja, darf man auch nur solche Züge zu begreifen wagen? Ja, begreifen muß der Mensch alles, was in einem Menschen, auch was in einem Heine vorgeht. Bemänteln läßt sich das nicht, was besser von uns in den Vordergrund gerückt wird, als von denen, die stets bereit sind, hämische Seitenblicke von da aus auf das Judentum zu werfen. Das Judentum als solches hat mit all* diesen Zügen nicht das Geringste zu schaffen. Vergessen wir nicht, daß Moses Mendelssohn, der Jude, als einer der Ersten und Frühesten die Deutschen daran mahnte, sich ihr eigenes Gold nicht durch fremdländischen Flitter nehmen zu lassen; daß er Lessing dazu bewog, den Laokoon in deutscher Sprache und nicht in französischer abzufassen. Vergessen wir nicht, daß in den Tagen der Emiedrigung Preußens im Tugendbunde so und so viele Juden und Jüdinnen (allerdings getauft, wie Heine) mit an der Wiederherstellung der vaterländischen Größe arbeiteten; daß in den Freiheitskriegen die jüdische Jugend, die kaum Deutsch gelernt hatte, mit in den Kampf zog, um für das Vaterland gegen denselben Napoleon zu kämpfen, der den Juden, eine bessere Stellung in Deutschland verschafft hatte. Also mit dem Judentum an sich hat diese Heine’sche Art nichts zu tun. Will man ihn deswegen zum Vaterlandsfeinde und Verräter machen, so geht uns das nur insofern etwas an, als wir uns bemühen müssen, einen deutschen Dichter von großer Bedeutung zu verstehen, ehe wir unser vaterländisches Schrifttum seiner Leistungen berauben und ihn preisgeben. Heine hat böse gesprochen. Andere haben durch ihre Stellungnahme der deutschen Sache geschadet. Wenn man Heine gern als durch Frankreich bestochenen Feind seines Vaterlandes darstellt, 80 hat man nicht bedacht, daß z. B. Goethe in der Zeit Napoleonischer Oberhoheit ein Anbeter des Korsen war, daß er bei Beginn der Freiheitskriege den Streitern zurief; ״Der Mann ist Euch zu groß!“ Denke man an Johannes von Müller, der westfalischer Staatsbeamter zur Zeit Jeromes wurde. Gewiß wird sich eine ganze Anzahl ähnlicher Männer herausfinden lassen, wenn man die Geschichte genau prüfen würde. Jene haben nicht böse gesprochen, sondern sind anständig geblieben in ihren Dichter- und Gelehrtenstuben — Heine dagegen hat mit der rücksichtslosen Wucht seines Spottes das verfolgt, was er als verderblich angesehen hat. Dachten denn in den traurigen Jahrzehnten nach den Freiheitskriegen nicht Unzählige so wie Heine? Wenn ihm ,das halbe Bückeburg an den Sohlen kleben bleibt“, wenn die ״Hildburghausische

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