Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 21 (1892)
- Issue
- N° 11. (11.3.1892)
- Date
- 1892-03-11
- Page
- Seite 44 (sequence 4)
- Language
- German
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ז— 44 Formationen zn betrachten. Und 80 ist S^amael jüngeren Alter»׳, sowie die betrtfferde Stelle im ״Debarim rabba“ jüngeren Datums ist. Zwar wird der Kampf des Moses gegen Semaäl, wenn mein Oedäohtniss mich. nicht, trügt, bereits in älteren Schriften erwähnt; allein die breite Darstellung im Midrasch verräth eine spätere Zeit. In der mystischen Litteratar werden nach ]Belieben zahlreiche Engelnamen durch ״el“ ge• bildet. Herr Dr. Gold fab n eröffnet eine neae Forsohang über Acher. Tor ungefähr 50 Jahren habe ich aaf Veranlassung des Drama’s ״Uriel Acosta“ von Gutz• kow eine kleine Schrift über ״Elischa bea Abaja, gerannt Acher1‘ in Leipzig veröffentlicht. Seit damals haben mehrere Forscher ihre Aufmerksamkeit dieser interessanten Persönlichkeit gewidmet. Ausser den Männern, die Herr Goldfahn zitirt, haben noch der sei. Rabbiner Hofmann in Ung.-Brood und Dr. Back in Prag darüber geschrieben. Merkwürdiger Weise gehen die Ansichten über die Bedeutung des Namens ״Acher“ weit auseinander. Und doch hat dieser Name die gewöhnliche Bedeutung dieses Wortes: ,Ein Anderer“. Wenn man nämlich einen Namen aas gewissen Rücksichten nicht nennen wollte, so sagte man: ״Acher, ein Anderer“. Höchst interessant uni wichtig wird dieser Umstand in Beziehung auf die Römer, und das Verhältniss der Jaden za den römischen Bedrückern. Im Siira za Leviticas, 19, 18: ״Da sollst dich nicht rächen an den Söhnen deines Volkes und keinen Groll gegen sie bewahren“, bemerkt der Sifra: •,?Zit נוקם ונוטר אתה לאחרים Wer sind die Aoherim? — Die Börner, die man nicht nennen durfte. Hier wird die lür das Völkerleben entscheidende Lehre proklamirt, da«8 das Gebot der Nächstenliebe nicht verlange, dass eine Nation ihre Freiheit und ihren Besitz sich rauben lässt, ohne einen Kampf für die Wilderer• langung dieser hohen Güter za unternehmen. Die Juden dürfen daher daran gehen, das römisohe Joch abzuschütteln, ihre Freiheit and ihre Unabhängigkeit wieder zn gewinnen. Denn anders ist das Vernäitnise des Individuums zum Individuum als da* einer Nation zu einer anderen. Zum Schlosse wollen Sie mir die Bemerkung gestatten, dass ich hier keine Bücher habe and blos auf mein Gedäehtniss rechnen muss. - Görz, 28, Februar 1892. Dr. Ad. Jellinek. Ütteratur bericht. Zu Seite 169 wäre u. A. nachzutragen Midr. Lekach tob zu Esther (ed. Buber, p. 51); im Talmud aatörlos (Vtegill. 16b), im Jalkut z. 8t aber im Namen von ר' ידלשל;• desgl. Midr Tebilt (ed. Buber) 9a Ante. Zu S. 177 Anm 4. Die Frage de! Verl.: ,was soll (Grittin 57b) שניתנה כשפיני besagen?‘ lässt sich einfach dahin beantwor ea, dass'hier (bez des ד1רנני) von derjenigen Beschneiduüg die Rede ist, die zur rechten Zeit aasgeführt wird, wo das Kind noch zart und einer Lebensgefahr aasgesetzt ist. Der Ausdruck 'שניתנה ב bezeichnet dabei aber eher das ,Geben“ bezw. Festsetzoa des Gebotes, als die ev. Ausführung desselben zur tes'gesetzten Zeit. (Vgl. bes. Edels, auoh R. Meir Schit't' z. St.) Zu S. 186 £ Anm 6. Aut' Ez. 13 weist auch eine GI030 1 in Toseph. z. St. (Stichw. וצלמות) hin. Vgl auoh Edels z. St und M. Straschun (in d. VVUua’er Talmadausg) hierzu, sowie dessen vorhergehende Notiz. (Vgl. noch Jebamotb I Ende, 17 a.) 8 187 Anm. 5 ist für ״Entrüoktheit“ besser ,Verzückung■־ zn lesen. Nachträglich sei noch bemerkt, dass sich )er. Berach. 1!1 ein Ausspruch Levi’s (nicht Rabbi L) findet R. Alexander (S. 195—204). Wss die Endung י“ anlangt, tür dio der Verl. (S. 195, 1) eiutritt, 80 lässt sie sich vielleicht daraus erklären, dass 'אלכ0נדרא ein gentilicum ist (,AXdjavSptlO{). (Vgl. S. 196 Anm. 4 1 Vielleicht ist dieser Umstand dazu angelhan, den Begriff □אנשי לדו aufzaklären. E 8 liegt nahe, an alexandnnische Gelehrte zu denken. — Was nun die gewaltige Persönlichkeit R Jochanan's (S 205—333) betrifft, so hat der Vert in sorgrai'iger, fiBissiger Arbeit das Material zusaminengetragen, das uns Uber das Verhältniss R. J.’s zn seinen Lehrern, Sonülern und Collagen, so• wie den Tradenten seiner Aussprüche umtas*enden Aufschluss giebt D>ch betrifltdies eben zumeist dieAgadah. Hinsichtlich der Thätigkeit R Joch.’s auf halach. Gebiete vgl. den 1. Th eil meiner ,Quellen“ an versch. St Auch lür die Redaction von Mischnah und bes. Tosephtha ist er von Bedeutung; man vgl. z. B. Tos. Sabb. 8, 3 mit ר י Sabb 69 a), wo also R. •T. die Mischnah durch eine Halaehah ans der Tos. erklärt. Man ist versucht, diese Kenntniss R Joch’s darauf zurürkzaführeu, dass er nnd R. Simon b Lakisch jer. Bezah 63a (S 206 u 340) die Finger des Patriarchen (durch den Aermel; so Le vy, neuhebr. Wtb I, 311a nnt) gesehen. Allerdings müsste man diese Mittheilung bildlich nehmen and vielleicht dahin anslegen, dass R Jocbanan eine Halachahsammlung bezw. Notizen Rabbi’s erhalten hätte; dann müsste jedoch aach der vorhergehende Anssprach RaDbi’s in diesem Sinne antgefasst werden. — Za den Schülern R. J.’s gehörte aach der damals lebende R. Ohijs b. Josef (Sabb. 45a, Bez. 30b and Raschi das.; vgl Tos ״ט' 3, 9), der jedoch bald in eia mehr collegiales Verhältniss zn ihm trat. (Vgl. Frankel, Mebo 83a) Za S 222f Anm. 8. Bez. der Legende, dass R. Joch, zehn Söhne habe in’s Grab sinken sahen, vgl. meine Austüürangen (Zar Erklärung einer Talmadstelle) in der , Iirael. Mteechr.“, Beilage zar ״Jüd. Pr “ 1890. Nr 2. Dort glanbe ich nach dem Midr. bagg and anderen alten Quellen zar Evidenz aastührlich nachgewiesen zu haben, dass in Berach 5 b and B bathra 116a nicht von לשירא" כר (dem zehnten Sohne), sondern von עשיי*אה כיד (dem 10. Finger an der Hand seines Sohne•) die Rede ist Ib Zur Deutung von Jos. 10, 16 ist auch Sabb. 113 b za vergleichen — Die Beziehung des ככלך aaf Kleidung lässt •ich sehr gut durch Ps. 45, 14 rechtfertigen. (Forts, f.) L,itterarisohe Notiz. Reoensionen• Di« Agad* der puUbtlneE stachen Amorier. Erster Baud. Von Br. Wilhelm Bacher. (Forts.) Besprochen von Bernhard Königaberger. Zn 8. 149 Anm. 3. Die bez Deutung in Erdbin 22a beruht keineswegs, wie der Verfasser annimmt, daran!, das« פניך (8ing.) et. פניהם steht; ja, das 8 weite לשנאו ist nach der Üb- Ischen Vocaiiaation — ich lese es, wie vorher, als PlnraL der def. geschrieben werden kann, nachdem einmal die deutliche Phinufann gestanden — Singular and verlangt ndoh sich •inen ding- Vielmehr muss man aanehmen, da (vgl Pinsker, Ein, leitnng in das babyl Pan ktatsoaesyetem, bea S. 129) im babyl. Pmi rtsfinneeyitsrri des Pathaob .aach das Segol vertrat« dass wen« man hier (auswendig) אל tfts, man ee ]eicht mit לל identifteirai konnte, was die Deru nag m Erab. verständlich maobt. B. Jos. b. L. besieht dann ViC לל za יאחר• Vgl nooh Graets,Mtescbr. U1L 8 219 1») 239 S. Bez. der Ausfahrongen des Herrn Goldfahn in vor. Nr. desLit-Bl bemerke ich, dass ia dem vonS. Bamberger 1887 Tif.h Handschfitten her&usgegehenen Midrasch Lekach Tob zn Meg. Rath auf 8. 49 ein Sc.ck ans einem Petersburger Mac abgedrackt ist, wo sich die g.nze Erzählung von dem noch nicht ״amaestirten * Kitschs findet Dort steht (!tatsächlich, wie Graetz richtig vermnthet hat, סגרולי ישראל, B K. (Sin intelligenter, fc$r fn> liker, ftrekfaaer gorjt» nnk gnnömlrtl), 38 Jabre, u>ünfd)t ftdj (wofaii(ti)gn oer|eiratl)ea. öfter* erfaljren Siäljerrt oou »oftotf in Wefflkg Jacob«. Ottoftrafee Xr. 2>. Vielfachen an mich gertoh taten Aufforderungen zatolgi mich in einer eingehenden Abhandlang aber den kritischen Werth der 7 הקריA-3teUen aas - zasprechen, bemerke ich. dass ich eine solche für das 2. Heft meiner bei Meyer & Müller in Berlin erscheinenden Schrift .Aas Masorah and Talmudiritik“ bereits begonnen habt. Bretlaa, Sonnen• tr. 13, -B. «•eigeberfsr. *^Terantwortl. Redactear Dr. Rahm er, Magdeburg Druck: Bendix *Kahn (fr. D.L. Wolft) Magdeburg. Vertag: Kob. Friese, Leipzig.