Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 11 (1882)
- Issue
- No. 40 u. 41. (4.10.1882)
- Date
- 1882-10-04
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jwetet). arbeiten da* iJtkdieche LiteraturbteA1י gre lle -;laaemte werden ttr die dretg«- •paltene FetiUelle berechnet and euasehUeeslieh entgegengenommen dardh die Central• Annonceu-Expedition von Gl• I*. paiibtf v AcCo), Frankfurt «, M_, Magdeburg, Berlin, Hamburg, C*in, liünchen, Zdrieh, Wien, P4rl«. .. — ... . ■■1. 1*1 . I- . -.. I I. II. 1.-1 ■*- .■>■. I .. .1.1 llll'n.li* ■" iabalti Wieieniehaftliehe AefdUu: Zar Oeecbichte der Jaden in SUilien. ■ ,Von Dr. M. G&demann. — Wer klar der Vierte der von der bsbyL Hpcbscknle nach dem A^endlande abge• sandten Gelehrten? I \ I Li teratnrberic ht: Recensionea; Bloch, Or. J. Der Arbeiter• stand bei den PsdlaBneaMHi, Griechen and Römern. — XT0osehe, Ang. Dr. Uta BibHotheea rmbbiniea. 1Eine Sammlung alter Midraschim. —Mtos,lgnax. Mammirs Leben and Wirken. Kotisea. —-׳ Anaeigtn. 1__^_N*sMri10fcj111r^s1it_1^lyr ttitplleaangabe igestnttet. Zur Gescluchfce der Jadea in Stcilien. Von Dr. M, Gd'deaann.*! ,Weaa es ejne Geschichte giebt, die alles mögliehe Studium verdieut, ■die aher ^eoch picht in w(1rdiger Weise ־geschrieben,^(, apr ist es <£ie der Juden in Sicilien.“ So urtheilt ein namhafter *— christlicher — Historiker, Stefano Vittorio Bozzo, in einer jüngst zu Palermo erschienenen Schrift. Unsere Kenntniss dieses Geschichtsabschnittes beruhte bisher last allein auf der 17£8 in Palermo herausgegebenen Arbeit Giovauni di Giovannis: ״L’EbraismO della SjcUia.• Allein Giovanui war ,Inquisitor und hat seine Schrift dem Grossiaquisitiur gewidmet. £r war daher gewiss nicht unbefangen; er hat wichtige Documea^e unterdrückt und andere missverstanden. Dagegen ,haben neuere siciljanische und, wohlverstanden, christliche Hislori• ker, wie der schon erwähnte Bpzzo und ▼or ihm Isi* drro la Lnmia und der Arcbiv-Direcipr Baron Baffaele Starrabba das Studium der Geschichte der Ju* den in Sicilien wieder aufgenomuien, und zwar eben 60 gründlich wie unbefangen. Auf ihreh Forschungen beruht die nun folgende Darstellung. Ueber die Stellung der Juden in Sicilien zu Anfang des 14. Jahrhunderts schreibt Bozzjo: ״Die zahlreichen Juden Siciliena erfreuten sich aller Freiheiten und Rechte, indem ,sie den Angehörigen der anderen Bekenntnisse vollständig gleichgestellt, waren. Man cmpland im Allgemeinen die Wohlthat, der Anwesenbeit der industriellen und ruhigen Bürger, welche die Zuneigung der Sied inner und zumal dgr Palermilauer besessen. Während , der1׳ mohammedanischen Herrschuft waren auch die Sarazenen tolerant gegen die Juden gewesen; die normannisches Könige hatten die bürgerliche Duldung a,ulrechterhalten. Die Juden wurden den übrigen.Insulanern gleich geachtet und ahen für die freie ReligiousUbuog nur eine unbedeu- *) Episode na• dem binnen Kursen ersi&einenden *wellen Bande der ״üescbleble der Caltar tmd de■ Ersieh an aswesen* der •bcadltndisehen Juden.*1 . . י ק ’ ן . י' tende Taxe zu zahlen, die übrigens unter den Mohammedanern auch die Christen zu f erlegen batten-und die ,von den normannischen Herrsebern gleictimässig den Sarazenen uadJudpn äuferlegt worden war. Kaiser^ Friedrich II. von Hohenstaufen, der ״Freidenker* des 13. Jahrhunderts, sollte der Erste sein, der daa^Löu» der Juden erschwerte und die erwähnten Traditionen verletzte.“ Indessen wurde auch unter des Letzteren Regierung die Lage der Juden in Sicilien nicht drückend^ wenngleich er anderwärts, wie z. B. in Wien, keineswe^s glimpflich ,mit den Juden verfuhr. ‘ _ : In der Hauptsache bestanden bia zum 14. Jahrhundert die Lasten, der Juden in einigen unerheblichen Abgaben und Leistungen. Erst der aragpnesisohe Friedrich II, (mit Unrecht als Friedrich III» von Sioilien bezeichnet) verschlimmerte die Lage der Juden in verhängniss▼oller Weise, dadurch, dass er .,das Ghetto in f 8ioiliea eiuführte (1312). Er that dies auf Veranlassuag eines catalonischen Arztes und Aichyinistea, Axualdo’s da Vilanova, der auch seine theologischen Schrullen hatte und gegen das. — nach seiner Aasiplu — gottlose Leben der Geistlichen .und Mönche, scharf zu: Felde zog. ״ WtU ihn aber au den Geistlichen sin meisten ärgerte* — bemerkt der neueste Biograph ,י' Amaldo’s, Professor Men&ndez in'Madrid — ״das war . der Umstand, dass sie gegen, die" canonischen Vqr- Schriften sich arabischer und jüdischer Aerzte bedien* ten. . Dieser komische Umstand benimmt den In- ■ veftiven ArnaldoV jeden Ernst.“ Jedoch für die Ju; den der damaligen Zeit war der Brodneid des bigotten Arztes durohaus nicht komisch. Die Päpste Bonifacius _j> VIH. und Benedict XL schenkten seinen Ein'flüsiernngen kein Gehör, wotil aher bannte Friedrich IL von Sicilien in Folge, derselben die Juden in das Ghetto. Bozzo bemerkt hierüber: ״König Friedrich trieb durch die neue Verordnung, mittelst deren er die Juden in das Ghetto verwies, die Dinge bis zur ätisseraton Intoleranz, welche die Ünterthsmen in hobem Grade 81gerte; er zog dadurch eine Scheidewsuid zwischen Ein* geborenen desselben ,Landes, indem er' den einen Theil״ j derselben zwang, den anderen von^ sichzu ־ealferaän, und zwar denjenigen, welcher dem Gemeinwesen JÖr* derheh war durch Liebe zur Arbeit' ühd den Gewer• ben. König Friedrich bahnte durch die Einführung des Ghettos in Sicilien den Weg zur unsittlichem nnd unmenschlichen Unduldsamkeit, welche zwei Jahrhanderte später die verrufene Austreibung seitens Ferdi* nand’s ״des Ketholist&eh״ ‘ermöglichte — hässliche, .vou, fremden Königen veranstaltete Ausschreitimgen, J;"gOgen weiche sich das Gefühl der Stdbandr stränbte. Das Ghetto blieb, wie bekännt, im Verlaute difcM» >•