Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Literaturblatt · 1879-01-29 · No. 5. (29.1.1879) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
8 (1879)
Issue
No. 5. (29.1.1879)
Date
1879-01-29
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/5367336-6488236-8755736--1203-4854617
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

J ahrg. No. 5. Jüdische Literatürblatt. Znr Beleachtang aller Jaden• thnm and Jaden betreffenden literarisch. Erscheinungen aaf dem Qeblete der Philosophie. Geschichte, Ethnographie,The• ologie.Orientalla, Exegese, Ho• mlletlk, Lltarglk, Pädagogik. Heraasgegeben von Rabbiner Dr. Moritz Rnhiucr. Magdcbnr{;, SO. Januar 1870. ץ- - Bücher der einschlägigen LI• teratnr, welche der Rednetion zageundt werden, finden in diesem Blatte eingeh.Benpreehnng. Bel Einsendung ▼on zwei Beeenslonsexemplaren erfolgt nach Erwähn. L d.Wochenschr. V_ Das ״Jüdlnrhr Literat arblMtt“!erscheint wöchentlich io einem halben Bag•*; Preis bei allen Buchhandlangen (in'' Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrg ang: 6 Mk. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift* (die vierteljährlich bei alten Postanstalten und Buchhandlungen 3 11k. kostet) erhalten das ״Jüdische Literaturblatt“ gratis. — werden mit 20 PC für die dreigespaltene Petitzeile, buchhändlerische Beilagen mit 13 Mark berechnet. - Die Expedition der ,.Israelitische.! Wochenschrift“ Inhalt! Wissenschaftliche Aufsätze: Die Beherrscher Cyperns von ehemals und heule. — Abraham Geiger von; Karl Emil Frauzos. — Joseph in der Agada. Literat 11 rbericht: Recensionen: Koliut, Dr. 4L,השלם׳ Arurli completum . . auctore Nathane filio Jachieiis. — Bacher, Simonv!£מצל מא׳• Nachdruck nur mit voller Quellenangabe gestattet. Die Beherrscher Cypern’s von ehemals und heute. Bei dem jüngsten Wechsel der Herrschaft auf der Insel Cypern, welche von den Händen!der Türken in die Hände der Engländer übergegangeä ist, fällt die Eigentümlichkeit auf, dass in gleicher Weise, wie dieses Mal ein Staatsmann jüdischer Abkunft dabei die Vermittler-Rolle übernommen hat, oder gatj das eigentliche Triebrad der Verhandlungen darüber gewesen ist, dass die Türken den Engländern Besitz und Herrschaft von Cypern überliessen, 40־ auch damals, alsj die Türken die Insel von der Republik Venedig gewannen. Und mehr noch: Beide Männer, Lord Beaconsfield, jgebor. d’Israeli, von heute, wie Juan JVIiquez, genannt D!on Joseph Nassi oder Herzog von Naxos, von damals, entstammten den israelitischen Flüchtlingen, welche von| den politischen Regierungen und der kirchlichen Inquisition in Span׳en und Portugal gezwungen worden warep, das Christenthum anzunelimen, um dein loderden Feuer des Scheiterhaufens oder dem tödlichen Kusse d|es Muttergottesbildes oder der ewig marternden Kerkerhaft zu entgehen. Durch Flucht auf fremden sichern Boden gelangt, nahmen diese Scheinchristen, Mdrannen genannt, das nur gezwungen verleugnete Judenthum wieder an. Don Joseph bewahrte das aufs Neup angenommene jüdische Glaubensbekenntnis bis an sein Lebensende; d’Israeli indess ging zum Christenthum zurück, indem sein Vater, um dem Zwange, ein jüdisches Gemeindeamt in London zu bekleiden, 4u entgehen, sich mit seiner Familie taufen liess. Die angeborene ir nere Hinneigung zum Judenthum hat jedoch d’Israeli trokz des Religions- Wechsels immer noch gern gepflegt. |n seinen scliriftstellerischen Arbeiten sucht er mit Vorliebe jüdischhistorische und -religiöse Beziehungen auf. Vor der Türken-Herrschaft gehörte Cypern der Republik Venedig. Diese Insel des Mittelmeeres war immer ein viel begehrtes und viel umworbenes Kleinod. Sie verdankt dies theils ihrer geographischen Lage, als Schlüsselpunkt für; den orientalisch - Occidental!sehen Handel und Verkehr, theils ihrem natürlichen Reichthum an Erzen und Landesprodukten. Unter den ersteren ist besonders Kupfer (cupruaf zu nennen, wovon die Insel ihren Namen trägt, unter den letzteren die Cypresse, nach ihrem Ursprungsorte so benannt, und der berühmte und vorzügliche Cyper-Wein. Aus diesen Gründen erregte die Insel schon in den frühesten Zeiten die Aufmerksamkeit der seefahrenden und handelnden Phönizier. Die Engländer scheinen ebenfalls aus merkantil!- sehen Gründen, aber wohl eben so sehr auch, aus pjolitisohen Rücksichten den Erwerb der Insel erstrebt za haben. Es ist indess zu hoffen, dass diese auch wirtl*־' schaftlich unter der neuen Herrschaft und Verwaltung besser gedeihen wird, als unter derjenigen der Türken, welche den Reichthum und die Kräfte der 'Insel vollständig ausgesogen und die Pflege der Boden-Cultur gänzlich vernachlässigt haben.־ Im Alterthume gehörte Cypern auch lange -25eit dem Welt-erobernden und -umfassenden Römerreiche an; bei der Theilung wurde sie der oströmischen, byzantinischen Herrschaft zuerkannt. Kaiserliche' Statthalter regierten auf der Insel, welche sich später dort unabhängig machten, und von denen einer, Namens Isaac, mit Sultan Saladin verbündet, den 1191 hierher verschlagenen Richard Löwenherz bekriegte. Richard aber siegte und ward Herr der Insel, welche er Richard von Camville und Robert von Durham zur Verwaltung übergab. Wiederholte Aufstände aber veranlassten Richard, die Insel für 25,000 Mark Silber den Tempelherren zu verkaufen.־ Diese fanden den Besitz *und die Verwaltung der Insel alsbald zu lästig und gaben dieselbe wieder an England zurück. Nun belehnte Richtet! 1193 Guido von Lusignano, König von Jerusalem, mit der Insel. Als aber schon i267 mit Hugo II. das Haus Lusignano ausstarb, gelangte ein natürlicher Sprössling des Hauses als Hugo III auf den Thron. Im Jahre 1458 regierte der durch Heirath dem Hause verwandte Prinz Ludwig von; Savoyen in Cypern.׳ Das Haus Sa- ־ ׳ ־': /

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.