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Jüdische Volkszeitung · 1921-11-11 · 42 (11.11.1921) · p. Seite 4

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
27 (1921)
Issue
42 (11.11.1921)
Date
1921-11-11
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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' Sz. 42. Heile 4 Jüdische Dolkszeitung. 11. November 1921 M wr fich ntn e 9 iif ib t * n l itä tot h» rtk Dem Ifal ttet bd Ci« l L ksm I »er, >er Bib »bi ■ k< n * al- V b-ifc >9 t t ei reif S, d)ii "9* cm Dir* ie« it z« Graphikers fehlt de« Jude«. Bei ihm ist i» demgegen. iBft «tat Stigung jur Abkürzung eine rasche Alt, sich üb« Omdrück« klar zu werden Eine solche Raschheit der Lmieuführung sehen wir befonders glücklich in den Porträts »o« Lifchler und Aschheim. Häufig sehen wir eine ganz leichte Neigung, ein wenig zu karrikieren. wenigsten- Züge hernorruheven. die da< tun. Die kleine Ausstellung präsentiert eine Fülle von Talente». was ««so auffallender ist, als doch die Juden lange aus religidsen Gründen sich von der Kunst fern» hielten. erst kurze Zeit sich in ihr betätigen. Ern Reichtum von Talenten scheint noch im Ostjudentum zu schlurymern. Nicht alles find Meisterwerke, aber durchweg steht man ehrliches Streben. Charakteristisch ist. daß jeder Kitsch absolut fehlt. Lei allen ist das Streben, ehrlich zu bleiben. Es ist Pflicht der Juden, ihre Künstler zu stützen, nicht bloß materiell, sondern durch innere Anteilnahme, für die brr Künstler so empfänglich und dankbar ist. Diele von ihnen find Expreffionisten. Sie wollen die Dinge nicht bloß so wiedergeben. wie fie find, sondern ihren seelischen Klang zum Ausdruck bringen. Das seelische Erlebnis des Künstler», das die Dinge sür ihn haben, soll im Bilde wiedergegeben werden. Daher gestalten fie zuweilen die Natur um Ter seelische Klang, der aus oiefen Bildern sprrcht, ist ein jüdischer. I« Anschluß un diese mit großem Beifall aus» aenommenen Worte Pros. Landsberger» gab noch afr. Kurt Wiener einigen ähnlichen Gedanken Ausdruck: Schicksalsgenossen haben da gemeinsam ausgestellt. Wir wollen sehen, ob und wt« sich dieses gemeinsame Schicksal i» den Farben au-prägt. Ihm erscheine als Zweck dieser Kunstbetrachtung wie aller Mischen Betätigung: zu einer i«»er genaueren, engeren Beschreibung de« Begriffe» .Judentum' zu gelangen. Auch ihm erscheine es schwer, das herauszuschülen, was in k«n Werken der Künstler jüdisch sei. was nicht von Umwelt. Lehrer. Schule bedingt sei. Aber immer sei darin etwa- Jüdisches zu finden. Dr. Wiener erllärte die Ausstellung sür eröffnet und die große Zahl der Anwesenden begab fich in die Ausstellungsräume, die eine Fülle von Bildern bergen, von denen noch zu sprechen sein wird. Hoffentlich wird die Dauer der zunächst nur sür 8 Tage berechneten Ausstellung verlängert. _ H. Sch. Eingksandt. Erwiderung Das Sie, geehrter Herr K. Pl. veranlaßt-, gegen die Drinzipien des Mischen Tum- und Sportverein Bar- Kochba Stellung zu nehmen, weiß ich nicht. Ebenso unbekannt. wie Sie mir find, ist die Quelle, aus der Sie schöpfen. Wäre Ihr Auffotz nicht geeignet, der jüdischen Oeffeutlichkrit ein falsches Bild zu gebm. verlohnte es fich nicht, auf diesen zu erwidem. Sie irren, wenn Sie glauben, daß unsere Turndem der Sie fich der das Sie das R Gosch Methoden dem Turnunterricht der höheren Lchraustalten entspricht. Ich kann es Ihnen verraten, daß Methodik und Theorie des bei uns gepflegten Turnens Deutschen Turnerschost entspricht, lind wollen Über deutsches Tumen informieren, ^ann lesen in Leipzig erscheinenden Tum» und Sportswart. Neueste der Leipziger Mustnschule bringt, lesen Handbuch des gesamten Tumwesens von Dr. und schließlich auch die vom Abteilunge-Turnwart der Deutschen Tumerschoft. Kuneth. herausgegebenen Lehrbücher über Freiübungen aller Alters- und Geschlechtsklaffen. Ein bei uns im Juli bis September abgehaltener Vorturner-Lehrgang führte uns zuerst in das Gebiet der Ordnung-- und Freiübungen, für Geräte wurde erst eine Stunde verwandt. Dar preußische Ministerium Landestumanstalt Spandau obanstaltete für den deutschen Kreis des Makkabi-WeltverbandeS einen Lehrgang in Spandau. Der Bar-Kochba Breslau war vertreten uvd hatte Gelegenheit, da- Neueste vom Neuesten auf dem Giblkte der Leibesübungen mit nach Breslau zu bringen. Und seien Sie versichert. daß man in der Landesturnänftalt weiß, wo« dem kindlichm Organismus nützlich ist. Mensendieck oder Dallrosce wurde jedenfalls nicht gelehrt.— Oder sollte gar sür die jüdische Tumerschaft eine Sonder- Methode ausgearbeitet worden sein?? Bei den von Ihnen genannten Methoden wird ein Körperteil bewegt, um nur bestimmte Muskeln besonder« anzuspannen. Bei uns ist es verschiedenartig. Freiübungen, ganz gleich ob rythmisch oder nicht, bewegen meistens auch nur bestimmte Muskeln, während der größere Teil der Geräte- und sportlichen Uebungen gesundheitlich günstig aus den gesamten Körper einwirken. Für Kinder find nur einige Geräte geeignet, für Frauen und Mädchen nicht olle Uebungen. Gymnastik ist nichts weiter wie eine Spezialgruppe von Freiübungen, der wir das Schwedische Turnen anschließen. BerdeS hat mit Mensendieck nicht« zu tun. Schreiber dieser Zeilen ist erner der .größeren Jungen" des Vereins, der mit der Beschäftigung der .Gliederverrlnkerei" beauftragt ist. Könnten Sie nicht an Stelle des Mmsendieck Unterrichts ein ortopädisches Institut setzen? Glauben Sie. daß e4 Jungen oder Mädels geben wird, die ein Jahrzehnt und mehr diese Methoden auSüben werden? Sprechen die Tatsachen nicht sür sich, daß bei un« Turner und Tumerinnen jahrzehntelang das von mir genannte System turnen und fich außerordentlich bei Kräften befinden? Unsere Uebungen erfordern ein .ostenes" Auge und geben uns Kraft, dieseüberall offen zu Hallen. Wir jungen Juden verschließen uns durchaus nicht dem Neuen (Leipziger Muflerschule, Hochschule für Leibesübungen). Mensendieck ist nicht neu. sondern Mode. Inwieweit die Ihnen von wahrscheinlich unmaßgeblicher Seite vorgeworsene Jntereffenlosigkett zutrrfft, vermag ich nicht zu beurteilen. Ein gewiffe« Jntereffe muß ich Ihnen zusprechen, denn sonst hätten Sie ihren Artikel nicht verfaßt. Ich bin Ihnen sogar dankbar, kenn ich hoffe, daß dadurch die Mische Oeffentlichkeit ein wenig mehr interesfiert wird. Zu ihrer und aller Kenntnis sei gesagt, daß wir «n Verein vcn zumeist Jugendlichen find, in dem alle Obliegenheiten von Mitgliederu ohne jegliche Vergütung ausgeführt werden. Es vertrügt fich nicht, daß in einem .Verein' Mitglieder kommandiert werden, wie etwa im ehemaligen preuß.schen Heere die Kapitulanten zum Unterricht. Da» unfehlt, wissen wir selber. Sie sollen a aber auch davon erfahren — Geld — dann tönnen wir P uns vielleicht staatlich geprüfte Lehrkräfte engagieren. Lesen Sie den Artikel ..Das Schauturnen der jüdischen 1 Weltturnerschast in Karlsbad" der in.Jüd. Dolkszeitung' 1 vom 23. 9. d. I. ‘ Geräteturnen gibt den der jüdischen Jugend so notwendigen Mut. Kraft und Gewandheit. Leichtathletik und g Freiübungen die dazu erforderliche Geschmeidigkeit. Ihnen und allen Mitbürgern ist Gelegenheit gegeben, uns zu beobachten und Ihr Urteil zu fällen. Am Lonntag. den 13. November. 4 Uhr nachmittags, findet ein Schauturnen des Bar Kochba in der unteren Halle der Augustaschule. Schwerivstroße 13. statt. Zur Deckung der Unksten wird Mk. 1.— erhoben. Kinder frei. Erwiderungen werden von unserer Seite nicht mehr erscheinen, denn wir leben dem Grundsatz: die Jugend braucht Männer der Tat und nicht des Wortes. R. L o e w y . Vorturner im Bar Kochba. 1921 Kaleader &682 Sschemsq Saddatd- \ rhora« Nov. An*., lttfqan^ rd'chmti») 301., 30 Z-, 51 | Prapdeleitadtchmb L SakbatH 1 1 1 11 10 I L L '’0Wn nD<? 12 1 11 BreSlauf V S 2pV' I.M. 12* — I7**ljes.40n-41,f 1 ^Ktanlgrbft: 6erlag her ILd. Bolfijfitung 9. m. d. H.. Cr.llau, Kailrr-Dil-rlulftr. 5 7. ^euRtwgrtlicbtr Cdjnftlritrr: Roden Spiyer. ©rrllau. 2)tud. Inseratrnannohme und Ltenechmmg: 8. Vilirafclb •. m. d. tz.. Breslau Schrverdnitzerstr. 3«. Braaoht Ihr Licht MimiinMMiMMnumiimii so ruft mioh! .t riiohard < »eilen Uckrhd)« Uehbao4 KrirtulAgcn Orftbccf»eaer*tr. 39, Freibnrgeratr. 17 Telefon kling 7903; Ü M bl 9 StttMllMSt ll dtl 6eB«ll(lt-8; AltcSyn. ijufogm: yn. NeueSyn. j.Beginn SW. |li/ll! -- tbeods 4 30 U. 4 30 LJ. morgs. *6 30U. - U. .. 8.45 U. 9.00 U. ViniillitluikiTkiri „ „ hMM« vonn. -, U » „ Predigt ' .. 10.04U- „ jMMpänlnichni 1J. Schluß itbeods 4.55 U. Aa den: 13.11.- Beginn 'morgs. 6.45 U. VcbtgJl8.il. . abends 4 15U. - U. 9.45 U., 3.00 U. 4.56 U. 7.15U. 4.16U. *1 io der Wochenlagmynagoge. Oeffentllche Sitzung der Repräsentanten .Versammlung Maatag, 4mm 21. November, nachm. 5 Uhr Rrpriaentinten-SitzungisKil Willstraße 9 II. DwTertitimde iresrUtiUiteirersammliii; Dr. Wohlaoer. Ackui Bim diI lirrio iisickt mit Hagerer Praxis in größeren Betrieben e | flatt i« Stenographie a. Maschineschreiben aOClkbat Kenntnis in fremden Sprachen gij und doppelter Buchführung. Ausführliche; Beoerbangmchreiben mit Zeugnisabschriften an i"i Im lind I Sikn, flilkmtilt Ehemalig-« Frontsoldaten! Meldet Euch beim Breslauer Bund JftdlscherTrontaoldsten Anschrift: InUas Loeb, Breslau IS, Viktorisstr. 104b. Sonnabend, d. 12 11. pflnktlich 11'/, Uhr Herr Rabbiner Dr. Blnetter: Pentateuch. Um pünktlich, und zahl reiches Erscheinen bittet Der Vorstand Freitagabend,d 11.11. im Anschluß an den Oottesdienst Herr Oetneinderabbino’ Dr. Hoffmanm Mikwaua Haschern. Iickkilli - üitirrickt für 7 jIhrigen Knaben gesucht. Meldungen von Prim nem o. Sekundan. erbeten unter A. Z. 150 a. d. Oeschiftsit d. Ztg. Liier in Sekukwino! S. Schiftan Itn Cmpnli. 7. Soonibend und Feiertags streng geschlossen Al pacoa - Bosteoke Alpacca . 811b er - Be stecke Carl Weits, Junke^n »traBe 27/29 Eisenwaren Haasll. 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