Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- 15 (30.4.1920)
- Date
- 1920-04-30
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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I Die .Hsd^che 8ofl«tritug" tr^n* rtfrwM «n jedem 3cetaag RfMMtf boz4 Mc Past. Mi» «4 d«ch *ir «fMifiiftrSe ins tzrtfc m 1 »ferne! 1&&4 an. 3,00 kn*gn »er»«. W «bhalmm m 3er O«lchskwß-Le 1 . fia Ekqel« «-»»-- »>I. 90. Nrqel« 1 3R Bmln Kr. 17393 ■mb 5. OtafA * assss^s r^yuaissr^— * * Zuschriften lob Geldsendungen Schristleitu»», Berlag und Geschästtstelle in Bredla» l. Schw«id»itz«rstr»ste 37 ckdsendungen sind dorthin zu richten. — Di« Geschäfttstele ist Smnstbend». Feiertag» ' " und Sonntag triiliHn Hr. Ji Brtslira, den 30. fl»rtt 1910. A 3*l7t«l -> Jfi? tlt mit Tlcmca >e»«ichnerr» Üsssütze, »eiche j W* perftaltche »etnaa» bes Dcrfcfm na flu*»«* Velaren, fifccniiamt 3ic ScheiftreinodH nar Ik peetz rrsetztich« D«r*«tm«rt*n$. Lag beomer. Cfi »Er in der Zeit zwilchen Plffach wtb Schownos. Da kam der Tod i« das Lehrhaus des Tltbbi Akiba Unb viele seiner Schüler starben. Erst am #3. Tage der Omerzählung Hörle dagroße Eterden auf. Darum soll der Lag deomer heute noch für uni ein Tag der Freud« und des Danke« fein. — Wir gedenken an diesem Tag voll Stolze« de« wackeren Rabbi Akiba. Wie er so tapfer «lebt und Io groß gestorben ist. Wie der Wille, da« Judentum zu kennen und e« zu leben, fern ganze« Sein erfüllte. 8nd wte gerade er mit s» ungeheuren Lch»ierig> keilen bei der Durchführung diese« Zietes ptkümpfen hatte In seinem 40. Lebensjahre war e« ihm erst möglich mit de» Studium der Thora zu beginnen. Lud al« er dann einer der berühmtesten Lehrer in Asrnel geworden ^»ar. da kam die Pest, dir ihm den größte« Teil feiner Schüler raubte. Rabbi Akiba ließ stch aber nicht ab« schrecken. — auch dann nicht, al« die Römer jede« mit dem Tode bedrohten, der e« wagte, die Lehre Israels weiter zu lehren. Damals kam sein Frnmd vapyntz in Um unb bei Ern. mumr zu stku ' h»» Höchst, WO ref auf« Spiel zu sehen. Akiba aber erzählte ihm statt aller Antwort folgende Geschichte: Ein Fuchs ging einmal am User eine« Klußes spazieren. Da sah er d,e Kischc unruhig im Wasser «nherschwimmen. Gr erkannte auch bald den Grund dieser Unruhe. Menschen hatten Netze in den Fttiß gelegt, worin sie die Fische sangen wollten. Ta sprach der Fuchs zu den Fischen: Kommt doch an« Band, s» setv idr sicher a», den Netzfn. Die Fckche aber erwiderte»: Wie kannst du. den engn-ben Schlauesten nennt, zms einen solch schlechten Rai geben. Wenn wir un, irt unsere» eigentlichen Element, im Wrsser. nicht mehr sicher fühlen, wie sollten wir un« draußen schützen können? Unser Lebenselement, so schloß Rabbi Akida seine Errählung, ist die Thora, wie e« heißt: .denn sie ist unser Leben und die Dauer unserer Tage'. Geben vir sie aus. dann müssen wir untergehen. Und trotz der wiederholten Mahnungen de« Pappu« fuhr er b^halb fort, die Lehre Israel» unter seinen Jüngern zu leyr»i und zu vertiefen. Te^ Römern war e< aber ernst mit ihrer Drohung, unb sie N^hmfn den Akiba gefangen. Aber auch der Pappu« enl^^g trotz seiner großen Vorsicht nicht der Verfolgung. A»ch re »ntbe von den Römern gefangen gesetzt und in dasselbe GesängnjH J&zfö .wie **e Freunde dort wiebersanden. da d« au«: Heil dir Akiba. du leidest um £?* tT F Lehre willen ich aber werde »egen meiner JIW bestraft. - Wie die Geschichte berichtet, haben die Römer an den däden Freunden, die sich so im Unglück wiidergesunden batten, da« Todesurteil vollzogen. Und in der Tat. e« dürste nutzt zweifelhaft sein: Rabbi Akiba ist wirklich to^. Aber auch der Pappu« 1 Lebt er nicht vielmthr noch in unserer Mitte, der vorsichtige Mann, der i« Leben alle« vermeidet, um ja nicht aufzufallen, der immer Angst hat, man könnte ihm seine jüdische Herkunft vorwersen. und besten bewußt unjüdisch klingender Name schließlich fast allein noch — den Juden verrät. Und wer könnte nicht manche« nette Geschichtchen erzählen von der Frau des Pappu«. die alle«, wa« an Judentum erinnert, tu« ihrem Haushalt entfernt, um dadurch modern und gckellschasts' fähig zu werden; die alle« für schön und vormhm hüll, wenn und weil e« nichtjüdisch 'st; die übrigen« für das Wohl ihrer Kinder aufängstlichste besorgt ist; sie alles Mögliche und — Unmögliche lernen läßt und die — neben den üblichen Klagen über da« Dienstmädchen und da« Zimmer, da« immer noch in der Wohnung fehlt — vor allem immer auf den jüdischen Religionsunterricht schimpft, der den Kindern die beste Zeit vegr.immt und bei de« doch nicht« für« Leben herauskommt — als höchsten« Unannehmlichkeiten. Gewiß. Mama nnd Papa, die so sprechen, meinen e« gut mit ihren Kindern. Sie befürchte», daß da« Wissenvom Indentum ihre Söhn« »nd Töchter eine« Tages zn »nvorstchttgen Schritten bewegen könnte, die sich dann der Karriere ihrer Liebling, hemmend in den Wen stellen könnten. Sie aber vollen doch ihren Kindern di« Znknnft so sorgenlos als möglich gestalten »nd ste von all de» Gefahren, die tut bewußte« Judentn» nun einmal in sich birgt, bewahrt misten. Mama und Papa vergesse» aber dabei nur einü: die Römer haben auch den Pappu« gefangen genomme». Mit allem Vertuschen-Wolle», mit allem Vergesse«»Machen des Judentumes leiste» wir unseren Kindern in WirklichRil den schlechtesten Dienst. Kommt der Andenstur» — nnd er ist noch in keinem Zeitalter ausgeblieben — bann «acht «■hat*. . 1^.41— ' er auch vor denen, die aar keine Anden »ehr fei» wolle«, j . .*ly" innen Halt. Der llnttrschied ist n»r der: ein Akiba weiß. , warum er leidet und findet in de« Bewußtsein für fein Judentum zu streiten, i» solchen Stunden der Ros Trost und Erhebung Die Pappuff, in der Wett aber »ifse» gar nicht, varnm und wofür sie leide», u»d man kan» e« ihnen nicht verdenken, wen» sie dam a» allem zweifeln und schließltch verzweifeln. Darum gibt e« nur eine«, da« an« au« der Juden«» t unserer Tage heraußhelfen kann. Wir müsse« de» «RM Pappu« «wttch z« Grabe tragen, damtt der OM HO Rabbi Akiba j» «ram Lebe» ersteh« kan» Meinen wir es mit mchar» Kinder» wirklich urf, bau» müsst» wir fie wiederitnt Elnvent -»führen, m.de« ß» sich aillei» wohl'und sicher kühle» körnen; nsfeaa Jndmtt»». ba| bal Etkrdk» imta d» i» «, ist höchste Zeit, d-t alle Anis« dB AadeataM« ch« -s— . . Ainder wieder de» Quelle» iulddre», »UZ de»»» u»le« mm ■»*■ Zugnid allein Kraft u»d Inauirku»! ttil öede» schdpir» ldnnrn fl ist a» der Zeit, daß es Lag beomer wrrd. 0r. «. N. »nb «» ihre kftlle |» trete». Di st« I, fth, «s di« Darnahm, ( X” ÄnÄÖs. aaaati.feSlftjj Och., di. flWti^ i k tatl i sft» »M mck t vor den Wahle». 2» Wenigen Wochen stnde» die Wahle» j"" erste» »eichrtoge der neuen dnitlche» Aiepudlll statt. >» gilt da»», mit dem Etimvrg^trl i» der Hand de» junge» streistuui gegen di» Anlchidg« der Reaktumt». «rkappte» Dnnkelmänner und antisnnitische» sttadanhelde» zu oer leidige», um dem ftriede». dem Fartschrftt und der Kultur ei« bleibende Stttt» in Drutjchland ,» fichenr. Di« Gegner der »epudlil haben seft den Wahle» zur Rational, Berjammlung unglaubliche llnftrengungen gemacht uad ungtheure stieldmittel ausgelaendet, um di« Wühler in ihrem kinie zu deenifiuffe». Dnt geht schme an» der Latsach« hernir. daß jeitml der de»ftchnation»le» SchriftntvBtried»- ftelle di« znr Dagurg de» Hauptvorstande» der Partei am IS. ^ltolär 1019 derertg 18 StiOisiun flrlugtUttrt der» t»<bi willst«» (inb/ Unb dazu nehme »un die Alutmesten von aniiftlstWhin Flugdiatier». die sich gerade in der letzien Zeit gd«r die Wühlerjchafi ergofft» haben und str deren Lerlweitutlg die Mittel edenjäll« von reakkantrer Seit« zur Lerfttgung gestellt worden ft»d. Leider ist ei» Teil unlereg Volte« noch jo rückständig, daß er dal. mag ihm gedruckt oorgelrgt wird, ftir wahr hält. Solche Leute sind der onüsemitijche» Agitation, der Propaganda für den .Eozialismul Irr dummen Kerft'. besonderst zu, gänglich. und wenn sich ehre Zahl auch dant der sartschrriteuden politischen Aufklärung von Jahr zn Jahr de» deutend verrmgcr« hat. so muß man var aste» aber die Tatsache berücksichtigen, daß aus der andern Seit« durch dir Austdehnnug best Wahlrecht« aus di« Frauen die Zahl der palisisch Unausgeüärlen erheblich zugenomwm hat. t» liegt un» selbstverständlich fern, dies« Erweiterung der Wahlrecht» dekämpsrn zn «ollen, wir halten sie im fegenleil für tim stivtwendi^eft; den Darwins »der därsen wir den jetzige» Mebrheitstpattnen »icht ersparen, daß sie bisther den neuen Verhältnissen zu wenig Rücksicht getragen hasten und daß fie sich i» bezug auf btt Bearbeitung in ne» hinzugrtrckne» Wählermassen van den reaktionären Polteren hasten überilügel» lassen. Jetzt »ter gilt «1, bi« begangenen Unttdaffu«((fü»k(n, soweit t4 gcht. wilder gutzumache» und nnchznh»len. wer» nachjahalen ist. Die in der Deutschnatumale» Dolkstpartei oerrrnigte» Reaktionäre, Alldentsche». <gurd»mng»gen, Schmer» industriell«». Deutsch*»wschen mch Anftsemiiiu trugen sich ja mft der Mat Hofftomg. h»ß «st ihmm bei sta tkhle, zum Rerchstta, ftüatn wstrst» die jetzige Mehchett z» M* «»« .kM. Bei bn die bntMM««kt 4nW» «i^tMÜ* i hatte. m>s stF l trsol« hät» tue nicht i» uäen RU«! erwartet. Leider mam» >ooßa Schichte» her Bei n»ch nicht die h« Ikattn aaf« die peedmtlich« rstelstcheiftliche Sestniut, lecker »ar de» Krim, emser« Geschick« zu l unser VÄ«>la»d I» »»« krckstr-phai« U», Damal» hatte die Partei «ckhUcklich ta ihre» i erklärt, daß sie jegliche» Rasse». n»d Kmesessi, adichene. Wie «» ihr »ft düs» Basichm«, ersah man ja schm, ach» her Lckah»« drr i r» di« Partei. ll»d wie sehr ist ger^e va »ahlpastagand« mft de» ", senftti»,»»» geführt wurde»! Jetzt setzt ft ihr» i €»#«»»» aus di« atftrseusirisch« Hetzgeagägnndae m ] Amecke st« ja dB rill» DistckltzMs»» »» C ootiven tnont u»d MtflUtfL Scho» ul dicht» i ornß st« also ans da» efttschiedenst« »a chm» jch.^. kä»»st »erd«», der sich dam, stteqägl haß «imtz große Kulturgesahr der i:»trse«iti»or»» ftir icke» Stack wese, bedeutet. I» dem ansisemisisch n Arsenal »ick ja . wieder die aigeblich« Rolle spielen. Im putschen in der Wahle» »n JUtunuI' vermeintliche Bols' ~ Berlin» knstrmme» zum J»tel der Berliner vevRkrimg 'eftch» >«!»»» Versammln^, zu nn«must hMtä ja auch operiert, all der v«, kläglich »scheitert war. mu» find MLiane» sich auch »ahlhadende düse» Zmck Mttiigt; n innM» «ckschließckh i» ch—»hl^tz— . di« so zm l hasten, «i». _ Aach »ft de» i h» i ftai M>l t» (MU i ubt *W» 1 «aktimetr ft »Um inUtl jatifn, ü£r ffttitbt._ Rch »Ü-j««m» mch l «ft MMUI Müittr«,ischm»tm t» 1 Bekamtzsatsttz ste», cht morste», «ch' Inden »» dm < Weist MM, tat I tMtfl > |M «Kr ' : Mt MMtl