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Jüdische Volkszeitung · 1919-12-19 · 48 (19.12.1919) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
25 (1919)
Issue
48 (19.12.1919)
Date
1919-12-19
Page
Seite 3 (sequence 2)
Language
German
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fc. U. Mi >. tat r m». Mt BriressenMa Mott übaiMuat, Mi « Mt Dffeallichm ln«e»»fleff «ba ba fctiW»(t«fM»ty «ich» ptc Last fast. 0ot jeba und « fcufvjt •nuaaciHt iS bet jüMW« fHiforje- Ctvaifeua 0i(iy«MH M »Mn. Mt Jeelaris« bt» 8tbt#ntg ■«teinaetaen. Cal bit Kilatifinu mpn •rktüMititit ernten. s» ist sie erst dann statthaft, »am Mt jüdisch« Fürsorge-Org-ursati«» ei« angemeffe« Frist zur Beschossung tm Stint für bt» Beteiligte» gefe» •nbe» iß. nab Mtft Frist fnubtto« »teßtiche» ifL All Perioan. Mt i» gibefonut j» Mtft« Vorschrift« stfi- (exsaaie» Mtbt» ftub. finb i» Freiheft zu setzt»; »ng- Weifintgt». Mt berntl »ersttgt fi»b, Mttse» »»t onügesührt «erben, «er« Mt ■■Mxiftnig nab M* arstehenMn Gen»Mütze» petüstig iß. Die im allgemeine» Interesse w» »sch« »werte schnellt Unterbringung Mschüftignugsloser fsbischa Arbefta i» geeignete Irbeitsßelle» ist dobnrch erschwert D»tbe», baß es erach de» bestehend« allgemeinen vetnedannge» za ihrer Beschäftigung bet jedesmalige» Grahmignng de» ReaiannggprüfiMnt«, bei landwrrt- Ichaflvche» Arbeitern des Latchtat» bedarf . . . Zar Betmeidang btt «bt» eemshnt« Schwierigkeit« »ich deshalb bestimmt, baß bei solche» aßjidischt» Arbeitern, bete» Ljnßtsnng bärch BetneÜtlung einer bet genannte» Hilf»- erganisatione» gesolgt. btt besondere Genehmigungstzflicht soetsüllt. sostt» i» de» betreffende» Betrieben im gange» nicht mttzt als 10 anslbMdische Arbeitet beschäftigt eterde». Jedoch iß Mt Wnsteklweg von der »ermittelnd« Hilfsotganisation alsoalb dem Kegietnngsptüfidenten. bezw. dem öaudral »nznzeivn.* Pi» (»|i te fatal ia fktanu. Einem »ns ans ikamna zugegangen« sehr ausfühtlicht» Bericht entnehmt» mit folgende ElNpelheft« »bet Mt Sagt der bärtigen Jnbtni Bat dem Kriege lebte» in Kemna *6000 Acht», ma» 42*/. bet Cesamtbevdllernng ansmachte. 3e*t befinden sich dort lS OOO Inden, die tnnb IS*/, btt Ctsamtbenblketn», bilde». Grand f»t den Rgckaan, der Btbblketnng überhaupt iß in dem Umstand j» /neben, baß Kemna eint der wichtigsten rassische» Festung« mar. Bei Krtegsansbrnch hat btt gchßle Dell btt «nmehnnschaft die Stadt eerlafse». Biele find in- Psischtn zarückmkehrf Wenn auch die Rückwanderung »ach nicht ansgchbtt hat, werde» dach «tele dauernd zurückblecht», so namentlich ein (tobet Teil de» Beamten- »ad Mrvtürpasonal», das stghtt in Katana seht zahlreich mar. Der noch »eit ßbtktm Rückgang der jsdische» Bevdlletnn, erklürt sich daran», baß dntch den belannte» Befehl »an Achelai RLMsewrisch im MM 1016 sämtftche Inden.-»« Mm CTm WvoCu |D0, Wenn mach Me Ernähennqsoerhiltnrffe m Kamna im Betgleich a bene» anderer Ctsdte bedeutend besser wate», haben fit doch abselnt eia mesentfiche Berschlechternng ersahten. I» Jahre t»lg >. B. mußte» im Winter, bei einer Gesamtzahl non 700» Juden, rund 1000 Personen tsglich zu Mittag In der Balkslsche gespeist metde». Eine stäke llnterernährnng iß naoetlennbat. »n Epidemie» herrschte tilg die idehr. in den beiden Wintern 1018 nnb 1010 bet ktzphee» Materiell hat Kemna, und insbesonbete Me dortige jüdische Beoslkernng, Vielleicht mehr als jede andere Ctadt in Üitane» aelitten. K. trieb narbe« Krieg einen lebbasten Handel mit Deutschland, an dem besonder» Me Inda harten Anteil hatten. Der Krieg brach gerade M Mt Mitte bet .Saismr* au», alt Viele Egporiwar« (Holz. Mach, asm.» Mrert» nach Dentschland »Macht morden »aren. dag Geschsft aber nach nicht »kgemiDckt mar. Plbndernn»n bei bet Eroberung bet Festung nnb .rechlmsßt»' RegnEftran» spbter hallen weiter per Be» armnng dar BeaslMiuna Migeriaan. Eine omt dm Kegiernng eingesetz«, .«emmissmn ftt Feststellung bet Ktiegsschiden* dürfte mit ihren Ibesn-hmen bald fertig sein, so daß wir dann genaue Unterlagen über die Höhe der Verluste haben meiden. Ban einet Wiederkehr normaler Verhältnisse kann einstweilen noch gar nicht die Kede sem. Die enge» Grenz« Litauen» und die Kamuptian. die in der gange» Bermaltung, insbesondere an der Grentzt herrscht, lassen eia baldige Cefnudnug de» ökonomisch« Leb«» als Wenig mahrscheinlech erscheian Wo» blüht, ist Schmuggel nab Schleichhandel, «ozu sich Kam»« als .RefiMnz' besonder» eigat.' 3» Pogrom« iß e» bi» jetzt in K. nicht gekommen, sma» 0« der Proainj nicht gesagt werden kann). Auswanderungblust, spegiell nach Amerika, ist Oothande». doch dürfte sie durch die Armut der Leute und Me hohen Reisespesen zunächst gedämpft merdem Rundschau. Sraaratzast» f a»ea-MIßtzaa»laat*a ßarch di» U»l»a. So» zußündiger Seite erfahr« wir folgende»: Breslau, 18. Dezember. Der an» polnischer Gefangenschaft zurückgekehrte Ofsizierftelloertrrter Leche von der 1. Kamp, stieichswehr- Schdtz«regi«e»t stk. 0 berichtet geradezu grauenhaste Einzelheiten über dir Behandlung der Juden durch die Polen. Er murde in da» Gesaogenlager Dembie hei Krakan gebracht, wo er mit etma 80 polnisch« Deserteur« zusamm« hanße. In dem Kaum stand« etwa 20 vettftell«. mit blank« Brette«, aus den« sich die Deserteure, meist Schweroerbrecher, Dag und Kocht herumrükelten. In der ein« Ecke stand rin grnßer Kübel, in d« hie 80 Mann ihre stiatdurst »errichtet«, daher war in diesem stianme anch ein ekelerregender Geruch. 3»m Reinig« dies« Kübel» wurde» nur Juden, an den« 6 dort war«, nenoenbet. Sie wurden geschlagen, getreten und mit dem Bes« zum Reinig« de» Kübel» •e8*..bbt»«fcb*e*--^Jfatabe!*Jgsbe ihr religiöse» Gefühl in folgender Weise auf» Schwerste bettelt: Bier Mann mußt« ei« schmutzige, zersetzte Decke an Mn oi« Enden ansassm, diese über Me Schulter lege», der fünfte mußte ei« markierte jüMsche Beerdigung als Rabbiner leid», wobei sämtliche Leute die hebräisch« 3eremoni« uachohmm und mit Gesang begleite» mußten. Bei Richtbesolguug wurden sie geschlagen und mit Fußtritt« bearbeilet. Da mich die Jud« baten, Meses ihr« Glaubensgenoss« in Dentschland bekannt zu geben, will ich sie namentlich aufführ«: Drüber Mose», Fock Israel, Richter Simon, Saatberg, Schklasch Lhiel. — klußerdr» erzählt« diese Leute, die sämwch -u» Przemtzsl find, daß dort etwa SSO Juden von den Polen in ihre« Dempel eiugeschlossen. dieser angezllecket nutz sämtüche Insasse» lebendig oerbrannt wurden. Die Anssogen de» vspzieistelloertreter» Leche beweis« eruent, wie berechtigt da» Mißtrau« der Entente Pol« gegenüber »«. als sie sich Veranlaßt sah. in ihrem Vertrag mit Pol«, jen« Paragraph« auszuaehm«, der dm Schutz der Minderheiten im polnisch« Staate Verbürg« sollte. Die bisherig« Erfahrung« beweisen aller- Mag», daß die Polen sich durch dies« Paragraphen nicht gebund« s»hl«. _ _ Gaglisch» Ki»ltr»galtra fit silbisch» gtiata. Berlin, 9. Dc|em6ct. Vom indischen Frauenbund wird un» grschrieven: Mil dm Liebesgaben, welche seit mehr als Jahres» frist für dir armen deutschen Kinder und Mütter von der .Gesellschaft der Freunde' und deren H*lfem aus England hierhergefandt werden, hat die Derteilungsfteüe. die Dentsche Lohlfahrtsstelle. auch uns bedacht: Unser Müdchenerziehungshei« in Neu-Isenburg bei Fraukfnrt a. M hat vor kurzer Zeit eine Sendung erhallen, welche für die unter dm Aeitverhültnifsea schwer kümpfende Ln» statt eine grobe Unterstützung bedeutet. Auch einigen der uns angeschloffenen. oder durch ihre Tendenz n«s nahe stehenden Vereine und Institute konnten Lebensmittel. Seife. Medikammte und Stoffe zugewiefea werde». So konnte die furchtbar« -tot. unter der unsere bedürftigen Slanbensgenoffen leide», etwas gelindert werden. Diese Beihilfe ist uns umso bedeutungsvoller, als durch die Flüchtti»ge aus de« Osten, jene Zahl beständig im Dachsen begriffe« ist._ )« de» Wichle» i» Fr»»kreich. Haag. 10. Dezember. Ruö Paris wirb gemeldet, bab unter dm 881 neu» kvähltm Abgeordnete» sich 100 Juden, und unter diesen ch 8 Mitglieder der Famllie Rothschild befinden. Giar ittisch« U»Ui»aaiarrßtrt ia Ka«ikat»a Bukarest, S. Dezember. i Auf der letzt« Josammmlnnsl rumänischer Jioniß« in Bukarest ist der Beschluß gesaßt wnrd«, eia jübqche Bolkswetoerfität p, eräffa». auch Me .Liga der «mä» Sehmnstolt m Kuolnun fern wirb. bolbmbPichß M tu bffan. Ci« große 8ahl jübischee Stub«l« Hot sich bereit» z»m Eintritt eingeschrieben. , I»« Wi«a»t Ztatisemiti««,». * Wien. 1. Dezember- In einer der letzt« Sitzung« der Wiener Raiionaloersammlung wurde da» Agrargesetz berat«. Bon deutschnationaler Seite war im Laadwirtschastsausschuß Borgeschlagen worden, daß der Leriaus «cm Grundstücke» im deutsch« Sprachgebiet na von Persgzrm Mntsch-ogrnriscker Bolkszngehbrigkeit statthaft sein saMe. Der christlüh^oziale Berichterftatter führte an», daß dieser Lorschlag nicht an- Di« Meavrah ,« 8. Mm» Eu»«ß»»f ul «ftrv Zeit. (Gchvch.) Mit gespannter Aufmerksamkeit salgt« die Anwesend« »er einsach« Handlun,. Da» war eia »nnderople Stimme I llngöschminkt und inustlo» und dach sa herrlich, wie sie selbst in dies« ßotz« Rüum« nie gehäel worben, «d» Knabeasti erme nnb dach so «ob und ooB^Cet Fstrst. ein Kenwee nnb Beweabeeee bet Künste nnb insbesaeebere ba Gesamtzestnaß. lanjchte eotztzckt ans diese BolksmelaMe, , Me der Knabe s« begaubernb und dach mit Ia starker ' Skmme omtrwg. daß man e» ip d» west« Rüum« ' anb i» Schiaßhas arnahm. Die Prinzeffin Anna salate bem Hiebe mit »erhalleam Atem — ihr Auge füllte sich mit Drän«, als sie Mn schban, so armselig dekleibetm Knab« betrachiete. best« Stimme sich aha Lehrer sa herrlich eecksaltete. »ährend alle Mühe and Unterricht e» acht bah« Irina« kannten, baß fie ein «inehermaße». schwierim« Lieb nchri, tmjntnt« imstanM war »Diese Stdnme ist ein Schatz, eia Perle, ein Diamant. Und Me arme Inn»e weiß es nicht einmal*, murmelte M» Fürst. Ct griff « (eia Aasche — Mch ein Marie las ih», •t hielt «dri. .Kennst Dn Mn Inhalt Mt Liebe»!' fragte et. Reim , ’ JM Mm Mwbri Ihr Mese Lichter eef ,Wril — «hmmka ist.' ^a. ab« was ist ba» — Thanukal Und «arnm srieri che Jab« die, Fe,'' Daran! eqsthlke der Knabe Mm Fürst« Me llhaaeka- «WchM wie er fie »» RabM Rach«, Mm tlhasan nnb Da Astiß «G in Me Lasche nnb gab de» Kaab« ei» pnchri «eLßück. de« Metz. Oe^gt annahm-tz- ^Dz»M WjfP HßM WtzjM IiImMi HdM bWMM jMNtt Kmf tri Der Knabe fang nach Herzenslust, Alle», was ihm ein» fiel; hebräisch und deutsch; Gesänge der Stznagoge und Skaßenlieder. E» mar sehr spät, ol» er, von eiam fßrstüch« Lakai« geleitet, nach Haus« zu seiner Mutter eilte mit dieser 0« Mn wunderbar« Geschichte» Mitteilung machte, welche chm heute begegnet waren. E» war in Mm Fürst« ein Entschluß gereist. Er »alt» diese wunderbare Stimme de» Knab« ausbild« last«. E» reizte chn gradezn als Kunstkeuner hier ei« Art Patronat «sstMn zu Banen. So ließ er Mm ander« Lag» Me Mutter mit de» Jung« zu sich Mit« und machte chr Mn Baeschlag. Ratürlich willigte Me arme Frau sofort ein. Man et bedeutete für fU doch ein großes Glüll Jsgai kam ans da» Gtzmnastnm und wurde zugleich in Gesang und MusK ansgebeldet. 0«n er in deq Ferien einige Wach« M seiner Mutter nach v. kam. Mußte er fast stet» im Schliffe, bei Mn Prinzestnmm sein. Prinzeffin Anna insbesondere zsßlte bi» Stunden bi» zu seiner Wiederkunft. Wunder»»» entfaltete sich sei« Stimme und er wnrM der Lehre. M. Pringeffinan in der Musik, die in Mn wenig« lag« sriwe. Frei« mehr lernt«, als non Mn »schicktest« Lehrern, die i» ganz« Jahre sich im Schlöffe abmühzen. Sechs Jahm war« seit jea» Erechniffe am Ehameka- «beoM »erslaffea. als Iss« wieder einmal nach Hanse kam. Doch diesmal war sein klnfinchaU ai«t so ungetrübt. denn die Prinzaffin Anna hatte sich verlobt mit dem Fürst« R. nvll stmm tm Bepiff. vom chpme Eltemehanse Abschied « nchmen. Iso« tue first nicht mehr in» Schloß Kxt ritnari noch, am leßkaMoeaa M sriar Abreise, an SchstGe jeeea Ferientn», Ü «Me Prinzessin Vom — oaesteae; eg Maria Wo. lAe. WUMbügn«. In Mn höher«, gesellschaftlich« Kreis« der Hauptstadt Oesterreich» herrschte eine» Lage» eia große Bewegung. Ein längst berühmter, aber hier »och fremder Säuger sollte heute ei« Gastrolle geben. Der Ruf ei«» große» Künstler» wie eine» ganz absondertichm Mensch« ging ihm ooron». — Der erste Akt in der groß« Oper sollte edm deasnn»- al» die Fürstin R. in ihre Loge trat, die ganz Mchi Mim Pr»s«nium war. Gedankmvall stützte fie sich ans die Brüstung ihrer Lage. Sie achtete nicht, was ringsumher im Hause oorgftig. Der Borhang war ansgezog« worden. Me Ehdre Haft« brillant aesnng« — fie wallt« dem Gaste Ehre mach«. — nnd Word« mit Beifall Überschüttet. Jetzt war alle» stM, and eine Stimme erhob sich, so voll und rund, so «eich und teef I — Wie »on einen elektrisch« Schlage berührt, zuckte die Fürstin sch« bei Mn erst« Laut« ans. .Jsaar!* ertönte e» newrillkürlich leise, dock, so vernehmbar von ihrrn^Siptzen, baß mon e» ans ber Bühne hör« bmate. Und e* war gehört worden l Der Sastsünger schonte rin« Angendlri ans, ei» Helles Leucht« glitt über seme ernst« Füge, als er in der Loge vor sich die Fürstin sah Mid erlannte.- »der der Geist Her Mnfik -siegt«; er Rieb sest: — nur seit« schonte er dies« Abend noch in di» Loge, 0« welche, ein leuchtende« Augenpaar ihm, feinen Gesäuge und «pick« unoermandt folgte, »er doch fühlte fie. daß di» tiefsten» best« und herzßzfi« Saul, nur ihr galten. Jh» ward »och Nie -ns seraem stolz« Rundgin» Aba die Büh«n Europa» so wenma. »ugeieiSa nem »eevchter Beisall zu teil. Kunst nutz Aeb, «everserien. sckeie» Spille und tkesan» die höehste Werh. zu geben, «hm Mn Siegel cha Vollendung -nszubrückeu. El hitte sich heute selbst Üdatraffeu. — Rach rima« Lovmmch« Mr Gänar Mm Fürsten «. aeUMn. .MedwMutCaglatttaJhcka eta»Lopba- Man» n^ m.a»»,o»W a. *\*i*ir l,1ir ' **

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