Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- 41 (11.10.1918)
- Date
- 1918-10-11
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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i 3«W»t P+tNyttoN. THe Siötafragt hTpoIpr e«o z»»»ya»h •leitft titm '«INI %a»n durchzieht di' Inden frag sämtlichen, a» Kttege beteiligten Länder. Ob ei bii flanijten mainiffcn russische» nb polnischen Inden find, ganz gleitf Dir Jndenftage bleibt das Alpha «nb Dnegp i» BeUhiege. ist Bit eine bet wichtigste», nab läßt sich nicht umgehen odei bei «nie schieben. Line Regelung bn schwebe»den Frage!!' den obengenannten Ländern ist «gebahnt, dmchgeführt ist fe noch nirgends, (I ist die» nicht vernmnderlich, Liehen er r doch noch mitten dein in Kriegsbrodem; im Schwanken brr Wage — der Göttin, welche die Gerechtigkett zwischen b. Lbiknn adschätzen »nb jedem Volte sei» Maß {(teilen soll. — Unabsehbar ist bas Ende de« Ringen«, ebenso der gnstanb, welcher sich »nch rach dem Friede» sür eine Reihe von Jahre» als Niederschlag desselben ergeben wirb. Da stog mir vor einige» Wochen ei» Blatt au« äbnigtbeeg ans de» Schreibtisch, — da« bortige lomite setzt alle Kräfte daran, nm dem hilf- und trostlosen Zustande bn Juden in Polen die Spitze zu biete». In Latsch«, Lilna, Bialystock, Grob»«, Lodz u, a, Städten, überall da« gleiche grenzen, lose Elend! — — — In lvilna betragen die Sterbesäle hereil« jetzt SS von Tausend der Beudlkernng; ebenso jammervoll ist die Lage in den übrige» Städte», Trostlose vilber aller >rt bieten fich aus den Straften; billig apathisch baslhenbe, blutlose Llndergestallen, denen selbst die Least sehlt, bnrgereichle» «etb »och in den Händen sestznhatten, alle Leute, die fich nicht mehr twm Fleck zu bewegen oerrnägen, es ist ei» Elend, wie man e» seit dem 30j, Kriege in Europa nicht gesehen hat. Der Winter nah,! Dan» tritt womöglich noch eine Steigernng der gewiß jetzt ans dem Gipfel de« Elends fich b> findenden arme» Menschen ei». Da» aadanernde Steige» der Lebrnsmittelpreise steht im umgekehrten Verhältnis z» de» verdienfimöglichkeiten. >uf de« Laube steht es etwa« bester, »der die Jude» find säst durchweg Städtedewohner. Rach der in Rußland ausgehobenen, ln palen ab« foetbestehenben Znbeingesetzgnbung ist ihnen jeder SruuderMerd bäuerlichen Eigentums ebenso verboten, wie das Lohnen in Dörfern. Es ist nicht abzusehen, wie die anogehungerte »nb fällig entkräftete Bevölkerung »och einem Lriagnwinler wtberstanb leisten känmte. Eia Aushöre» der amerikauilchen Geldsendungen müftte «ine Katastrophe non unabsehbaren Folgen nach fich ziehe». Ader das deutsche Judentum solle, wie bas in Uebersee, alle erdenklichen Opler bringen, um einer maffenhasten Dezimierung der völlig hllslosen Bevölkerung vorznbeugeii. Der Sekretär des dänische» interkoasesfionelle» Komites, Tage Ellinger, berichtet, daß während eines Zeitraums von 6 lPtznatetz zmijchen seinem ersten »nb pneiteu Besuch im bee Mot in nngehenerrm Grad« an» « Ursache» gen ist, Ardeitslofigkett, Mangel an Nahrungsmitteln, lreunmalerial, Kleidern-Fabriken werde» mangels an Rohstoffen »nb Maschine» anher Betrieb gesetzt. Di« Rationen in den Bolksküchen bestehe» an« ca. 100 gr. Brot ub einer Suppe, die fast ungenießbar und als Nahrung non äufterst geringem Leit ist. lausende in langen Reihen »or den Volksküchen stehende Leute machen eine» grauenhaften Eindruck, Besonders elend ist die Kindirernährung. Die Kinder find in einem furchtbare» Zustande der Unterernährung. >ls Beispiel kann diefien, datz ein >1 ,j. Kind nur 7 */* Pfand gemogen hat, und daft beinahe alt'; Kinder im Alter von 1—7 Jahren sortschreitead an Gewicht abuehme», 6—7j, find nicht staube aus de» Beinen zu' stehe», «eil sie kau» Sem dick waren, der ganze Körper war eingefallen. Len» man eia Kind aus den Boden hiusetzie, saak es zusammen. Die hygienischen Verhältnisse in de» Srankeuhäusern find äußerst schlimm, übermäßig viele Kranke find in eicem Raum zusammengepsercht, Die Bette» find mit Stroh gefüllt, statt Beltzug ist nur eine Ichwarze Decke vorhanden, Mit welcher der Kranke, wie der Sterbende, »ad der Reconvaleszent zu- - gedeckt wird. Jnsoige des aadauernbe» Hungern« ist das Feit de« Knochenbau« angegriffen. Da alle« andere Körpcrsett verzehrt ist, bleibt >er Betreffende für s. ganze» leben Invalide-, eine spätere reichlichere Ernährung ist nicht mehr imstande dem Organismus da« verzehrte Fett im Knochenbau wieder zuzuführe». Der Bedarf an Kleider» ist fast unbegrenzt, insbesond. an Kinderzeug, Die Kleidersendungen müffe» so rasch als möglich abgeschickr «erde», um z» reiten, was noch gerettet werden kan», bevor die strenge Linterzeit kommt. Es ließe sich »och viele« sage» über den jeder Beschreibung spottende» Zustand der Aermften in Polen; unsere heiligsten Feste find »»rüder, wir allelerstehlen vom Allmächtigen ein bessere« Jahr; »ach den dieej, Ersahrunge» Hoden wir allen Grund uns »och keinen zu groften Illusionen hiuzugeben. Können wir beffere« tun, also unser Scherfiein denen beitrage», welche es »och zehntausendmal schlimmer haben, als wir in Deutschland! Das Berliner Tageblatt entsandte eine» seiner Redakteure Erich Dombroweki nach Marschau, um über die Lage der dortigen jüdischen Bevölkerung durch persöhnliche Btobachiung z» berichten. Er sagt ». a. Len» man in die jüdische» Stadtviertel kommt, glaubt tfgn plötzlich in eine ganz andere Seit »ersetzt zu sein. So «oft ist der Kntturnmerschied, In den breite» und modernen Straften ei» mondänes flutendes Leben, »nb hier, in den «inckiig en Gaffen und Sätzchen, aus den Tausende» van Höfen ei» Ge»i» met von Menschen, die in größter Bedürsnislofigkeit, stark degen irrt, in ärmliche» und schmutzige» Löhnungen förmlich zusa mmengeballt find, I» der Krachalma gibt es gerade- ♦* $Hlen de« Eiend«, Ich sah, über mehrere Höfe gehend, in! Kellerwohnungen, i» die kan« ei» Strahl de« Tageslicht« drang, ich blickte in Behausungen, die vrrrnßs und verrucht waren, die #o« unsäglichem Schmutz starrten, i» denen ei» Herd und ein Bettgestell mit einigen dünnen Tüchern darauf die einzige »usstattung da,stellte», »l« ich einttat, fing die Ausland. Brate«, 6er»(. »kt«b«r )9|8. Frau heftig zu schluchzen an, die Kinder stimmten ei», alles enffetziich rhach'tische Gestalten. Aus den Nachbarwohnuage» krochen immer neue Menschenleitee heran, im Nu sah ich mich von einer schier bundeitkdpsigea jammernden klagenden, flehentlich bittende» Menge umgeben. Ein unvergeßlicher Anblick menschi, Grauens, Der ferne Oste» hatte mich berührt. Die ganze Tragweite der Ostjndenftage war mir nach diesen Eindrücken unmittelbar vor die Sagen getreten. ISsö zählte Kongreßpolen eist 550 197 Juden, mit and, Lotte» 11,46*\, der Scsamtbevöikeruiig, ISIS waren es annährend 2 Millionen oder 159 der Bevölkerung. In Warschau aller» bezifferte fich ISIS die Zahl der Jude» auf 366000, d, h, »7,7» , der städtischen Bevölkerung in Pole», In 34 Städten stellte fich das Prozent Verhältnis 1710 (»ach den Berechnungen von Leo Bafilenski) auf 75», in S Städten sogar »ns S0» , der Bevölkerung, Die Juden haben fich also in Polen säst ausschließlich in de» Städten zusammengeballt. Deshalb ist auch die bernfllche Beschäftigung ganz eiaseitig geworden. Die Jaden machten au«: in Klerus und Dienstpersonal der Kirche (Synagogen) 44,1»x,, in der Haadeks- Vermittlung 77,8» Fabrikind tstrie 73,z» ,, Handel im Allgemeinen 83, l»^, viehhandel 83,9'^, G.-treidehandel 94,l“\,, im Handel mit Metallen, Maschinen und Waffe» 87,8'Z,, Geweben »nd Kleidern 87,6%, Leder und Pelzvaren 93,2%, in Hausierhandel 91,4%. Abgesehen von dem kulturellen Unterschied zwischen den Polen und der in mittelalterlichen Forme» lebende» Maffe der'Juden kommt als weiterer Unterschied auch die Sprachenfrage hinzu, lolS gaben von den 1,357000 polnischen Juden rund 1942000 die jiddische Sprache als ihre Mutter- und Familiensprache an, die auch in den jüdische» Schulen Lehr- und Uwganglprache war. Nach einer Berechnung der Jrwish Soloniiation Association von IS04 entsteht überall dort in Polen, wo 32 Kruder fich im Schulalter befinden, ein Cheder, Im Ganzen gab ei ISIS in Kongreßpole» 5624 Ehedarim, Dazu traten »och elwa 100 bi« 120 Talmud-Tora-Schulen. Als» im Beruf, in der Religio», in der Schule besteht eine völlige Absonderung der Joden in Pole» von der übrigen Bevölkerung, Das aber bediagt nun bas Problem innerhalb des poln, Judentum«, litttf. Kranz Kschander schreibt in der Schles, Zig, in einem Art, über .Die Völker in der Türkei»: Die Jaden find am zahlreichsten in Palästina angefiedelt. Seit der Zeit des Exils hohe» fie fich von ihrem mit winschastlichen Hilsequellen dürstig ausgestatlete» Stammlande über alle Prodinze» der heutigen Türkei ausgedreitet. Der Zustrom dahin dauerte auch unter der mohammedanische» Herrschaft fort, da die Juden im Mittelalter »st bei ihrer Aultreiduag aus westliche» Staate» in den Ländern de« Islams Zuflucht suchten und fanden. So wurde den Spaniolen, den 1482 au« Spanien «»«gewiesenen Jsraetitei, die Ansiedelung in den Handelsstädten der Neinastatffchen Westküste gestattet, wo ihre Nachkommen fich jetzt noch durch eine» spanischen Dialekt kennzeichnen, den sie im Verkehr untereinander gebrauchen. Die Juden haben sich für da« ihnen vom Halbmond gewährte Gastrecht dankbar erwiesen. Sie waren all>zeit ruhige Untertanen und willige Steuerzahler, Di« Polästftteitflschen Inkan u»ü»schon ein religiöse« Zentrm». Da« Jüdische Preßbüro Zürich berichtet; Da« Jerusalemer Rabbinat sandte ein Schreiben an die, am 7. Tammus in Jaffa stattgefundcne Srüridungskonferenz der jüdischen Organisationen im okkupierten Gebiete und stellte darin seine minimalen vorläufigen Bedingungen wie solgt sest; a) Tie Gründungsoersammlung hat die Gesetze der Thora als Grundlage für alle Gesetze^ die auf dem Gebiete der Landwirtschaft, Produktion, Erziehung etc, gesatzt werden, anzucrkennen, b) Der „Ehoschen Mischpat" muh auch für das jüdische Schiedsgericht in Palästina als Richtschnur gelten, c) Die Beamten der öffentlichen Anstalten, die Gewählten und Bertreter der allgemeinen Organisationen des Jischuw sind verpflichtet, die heiligen Gebote nicht öffentlich zu verletzen, ä> Die Talmud-Thoroth und Jeschiwoth, die die einzigen Stätten für die Ausbildung der Thoragröhen und religiösen Juden sind, sollen nicht in die Erziehungsarbeit der zu schaffenden Organisation eingegliedert werden. Diese Erziehungsanstalten müssen unter Aufsicht der Rabbiner ohne jede äuhere Beeinflussung stehen". Dieses Schreiben wurde bei der Bersammlung vorgelescn, und dann zur Tagesordnung llbergegangen, da die Zionisten, welche die Versammlung leiteten und jetzt dem Scheine nach Herren der Situation sind, selbstverständlich solche Forderungen nach einem religiösen Zentrum als für sie gegenstandslos betrachten. Dieser Schritt aber des Jerusalemer Rabbinats, welches trotz dem überwältigenden gegenwärtigen Einfluß des als britischen Regierungsvertrctcrs austretenden Dr, Weizmann dennoch den Mut gehabt, das wahre jüdische Berlangcn zu präzisieren und es öffentlik der gesamten jüdischen, zionistischen und nicht jüdischen Welt zu verkünden, findet begeisterte Zustimmung in allen echt-jüdischen Kreisen, I. P, Z, Me nmffenfihiflen Juden in den paläftlnensischen Kolonien im englischen Heer. Major Ormsbg Goer, off. polit. Bermjttler zwischen der engl, Regierung und den Zionisten, hat in einer in London äst, geh. Rede erklärt, daß alle wafsensähigen Juden in den palästinensischen Kolonien freiwillig in die englische Armee eingetreten sind. I, P, Z. e»r»gtat iZederäpfel) für Pas diesjährige Lanbhüttensest. Infolge de« Krieges war auch dieses Jahr ein starker Mangel an Esrogim, Die engl, Regierung hotte nur erlaubt, nach England 500 Stück aus Jaffa und 800 Stüch aus Korsika, zusammen 800 Stück m* 41 v> einzuführen, Deutschland, Oest.-Ungarn, Polen, Litauen haben in letzter Stunde aus Nordpalästina in « Balkanzügen Esrogim erholten, von welchen auch in höchst anerkennenswerter Weise noch ein Teil an die Schweiz und an Holland abgegeben wurde. Im neutralen Ausland weiß man diese Tat sehr zu schien, umso mehr, als diese Leistung in aller Stille, ohne jeden politischen Lärm, veranlaßt und durchgesührt wurde. Rohm» Soirvlow, »der Hoffude". So wird d, Jüd. Preßbllro Zürich aus Stockholm geschrieben: Lloyd George hat Deputationen der Völkerschaften Ostasten» empsangen, darunter jene der Armenier, der Syrer und der Zionisten, Diese Ehristen, Mohammedaner und Juden haben ihm aus Anlaß der englischen Erfolge Adressen überreicht und ihm ihre Wünsche daroelegt. Bei dieser Gelegenheit hat der Vertreter der Zionisten, Mitglied des engern Aktionskomitees, Rahum Sokolow die vom Standpunkt der Gesamtjudenheit unerhörte Taktlosigkeit begangen, Wunsch und Hoffnung auszusprechen, die Alliierten mögen in nächster Zeit die Niederlage der deutschen Macht sehen Herr Sokolow verfügt nicht über die Wunderkraft, seinen, im Style eines Wundrrrabbi vorgetragenen Segnungen und Wünschen sofortige Erfüllung zu verschaffen, um daraus das Recht abzu- Iciten, auch nur in seinem eigenen Namen so aufzutreten, Als Bertreter einer zionistischen Deputation durste er aber so nie und nimmer austretcn, Nathdem die Zionisten sich als eine das Gefamtjudcntum umlassende Organisation immer und überall geileren, durfte ihr Vertreter nicht eine Handlung begehen, die man nur als eine schwere Berleumdung der Millionen Juden bezeichnen kann, die Bürger von zur Zeit England feindlich gegenüberstehenden Ländern sind. Diese Juden werden aus'» Heftigste gegen Herrn Sokolow protestieren, und es wird sich Herausstellen, daß er nicht als Jude für die Juden gehandelt hat, Hot er aber selbst als Bertreter seiner Partei richtig und anständig gehandelt? Was werden die Zionisten in Deutschland dazu sagen? welche Stellung werden sie einnehmen gegen einen Führer, der ihr Wohl und Weh, ihre tatsächlichen Zeit- und Lebensumstände so leichtsinnig ignorierte, um — in der Weise eines alten Hofjuden, die man längst vorbei wähnte — seinen Herrn zu umschmeicheln und zu umwedeln, Sokolow sollte sich doch an seinem Kollegen, Prof, Marburg, ein Beispiel nehmen, der seit Kriegsausbruch nicht mehr im Namen der Zionisten gesprochen hat. Wenn er sich dazu nicht auffchwingen kann, so sollte er zumindest schweigen. Die Antwort des englischen Premiers war übrigen» sehr charakteristisch. Während er die Armeniner seiner Liebe vauficherte, während er die Liebe der valästinensischen Araber zuihremLande pries, hatte er für die Zionisten nur die Zusicherung, Saß Ihre Hoffnung mit derjenigen der englischen Regierung übereinstimme, wobei er cs unterließ zu sagen, ob er den Mißerfolg der deutschen Waffen oder die Uebergabe Palästinas an Sokolow meine, Iedettsalls war es eine wohlüberlegte, vornehm-abgestuste Reserve gegenüber dem abstoßenden liebereifer des „Hosjuden" Sokolow, Ukaille, gl» seltsame» tzratzdenümal befindet fich auf dem jüd, Friedhose in I e k a t e r i n ° « I a v. Es erhebt fich über dem Grebe, in welchem die Thorowllen bestattet liegen, welche die Hooligans in den blutigen Pogromtageu de« Oktober« 1905 verunreinigt und zerrisse» haben. Das Grabdenkmal ist ein Kunstwerk von großem Lette, Es hat die Form eines Zeltes, in deffea Innern da« »ewige Licht' brennt. Aus drei Seiten des Monuments ist mit großen hebräischen Goldbuchstaben alle« verewigt, was fich in jenen traurigen Tagen zugttragrn hat. Aus dem Dache des Zeltes steht weithin fichtbar ein großes Vavidschild, Das Grab der Eifre-Torah Ist in unmittelbarer Nähe des .Brudergrabes' errichtet, in welchem die Opfer jener blutigen Tage begraben liegen. Aus bei diesem Bnidergrabe zugewendeten Seite befinden fich die folgenden Inschriften in hebräischer Sprache: .Deinetwegen werden wir ständig gttdtet, wie Schafe, die aus die Schlachtbank gesuhlt werden,' Und weiter unien; »Kannst du dich hierbei noch zurückhallen, o Gott, schweigen, da man uns so peinigt?' Eine Platte, welche die ganze Geschichte jener Trauertage enthält, schließt mit folgenden interessanten Eätze»; .Wir, die wir Augenzeugen waren dieser schrecklichen Ereigniffe, haben die Thoraroll-n ausbewahrt und dieses Grabmal gestellt gegenüber dem Grabe, in welchem die Mittyrer liegen, die hingemordet wurden nur deshalb, weil fie dem Lotte entstammen, das die Thora am Sinai in Empfang genommen. Und wenn später Kinder fragen »erden; .Weshalb ist bas Blut dieser unschuldigm Geschöpse vergossen worden?', so wird diese» Grabmal antworten;' Weil fie treu blieben ihrem Volke und der Thora, weil fie die jüdische Fahne nicht ans ihren Händen ließen, deshalb haben die Hooligan« fie hingeschlachlet. Und unsere Kinder werden sagen : .Wir find Kinder von heiligen Märtyrern, die sich sür ihren Gott und sein Leben geopfett haben'. cttha«». vao Hieserai sür jüd, H»gelegentzeite». bas bisher heim Ob,-Ost bestand, ist jetzt »ach der Neuordnung der Verwaltung im Osten dem Lerwattuugschef beim tz Milüärgouverneur von Litauen überwiesen worden und von Kowno nach Wilna übergesiedelt, Es bearbeitet auch weiterhin die Angelegenheite» des jüdischen Unterftützuugskomite« sür den gesamte» Befehlsbereich des Oberbefehlshaber« Ost. Leiter des Referates ist der bekannte Radierer Leutnant Herma»» Struck. il