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Jüdische Volkszeitung · 1918-09-13 · 37 (13.9.1918) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
24 (1918)
Issue
37 (13.9.1918)
Date
1918-09-13
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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fl* Sr jn Unton tonfitt ist. I, toi •ntecadntot, welche wt> nehmllch toi flrinra •mcfmtoi ko* Marl aal bat jtaortoi ziehen «ab aaffaagnb airfn, |akn sich schön ftü aidcn Jahrictmtm bi« ehemaligen Kttgtteto («l^aiCcaKiabta, Mich« tn größerer Anzahl Matrrial Wach to OeoEßadt odgegetor habta, znsammeageschlasteN za laad<»aaiischaf»hen Vereinen, bi« sich zar »ufood« »och«W, ihr« Mfttliign BanMnt« ja nntnftlt«n. landsmannschaftliche Gesinnung za pstegeii. %» ibl «I in 9«rlia, Srrtlaa, Paftn Vereine to SumhUber, rffarr, Cftimm. Kempen«!, Schrimmer, Mlirt Aetedläuto, Ostpreußen usw. Neben btrirr vereintaung ietgl abrr auch nach ria anderer Hufiaab baja toi, bi« Sieb« zur allra H«lmo<- gemelnd« za stärken. Dir verzogenen habra dort bi« irdischen Neste ihrer ttnren »ngehtrigen aas ton atten Friedhöfe roh«a. Lik defnchen bi« Gemeinde alljährlich, »» 0» Grabe ihrer Ettern aa deren Jahrzeirea ihr Eerlengeto za oerrichtea, sie folgendato ihrem Herzrnsdrange, wenn sie to alten H«imataemeinbe arch deren Beomien mitanter recht reichlich s»«nto>. El gibt Leule, welche, nach ben fernsten Weltteilen »erschlagen, zu den Zahrzeilen au di« Gräber ihrer Ellern eilen nnb hohe > Lummen stiften, um bol luleuken Ihres Lenren au bem Orte ihrel Wirleul zu oerewigen, Di« Acht der Gemeiubeu, die aal biefeu Ouellen riuen recht erheblichen Teil chre^Eemeiube- Lasten bestreileu, ist nicht gering zu veranschlagen. Eber freilich Hai auch diele schloe Medaille ihre Kehrseite, Je stärker die kleinen Gemeinden au Mitglieder-Zatzl adnehmen, je länger, dieser Rückgang anhält, desto grbher wird wohl zunächst die Zahl terer, welche aus alte» Hermatlgefühl sich oou Zeit zu Zeit zur Gemeind« der Gäter hingqogen fühlen, Eber bi« nach,to Erostgenxtube verzogenen gehen auch allmählich den Weg alles Irdischen, die Kinder, die am groheu Orte aufg,wachsen sind, haben nicht «ehr das Interesse an der Heimoisgrmeinde ler Väter, Lo erstirbt die Zahl derer, aon deren Anhänglichkeit die kleinen Gemeinden ihr Dasein fristen. Da ist tl denn sehr zu begrüßen, renn durch einen neueren Vorgang clu Weg gezeigt wird, auf dem sich die Eulsichl erbssurt, kleine Gemeinden mit ihren ollehr würdigen Elniich- Inngen für die Dauer zu erhalten. Die Grooinz Posen hatte schon srther einzeln» Männer hernoigedrachi, Heren jüdisches Herz so eng »erwachsen war mit dem heimatlichen Boden, daß st« in großzügiger Wels« einen erheblichen Dell ihres vermdgenl opferten, um in aulrrlchento Weife für die bauernd« Erhallun, ihrer Heimataemeinbe zu sorgen. Bekannt sind bi« Namen von Bohr in Bojanawa und Hepner in Jaratschew«, welche ln großzügiger Weise durch hochherzig« Stiftungen die bauernd« örhalt»g ihrer Heimatgemetnben gesichert haben. 9nn wird nnl ein Gorgaug berichtet, der all Muster zur Nachahmung bienen kann, wie es mdgttch ist, auch wenn sich nicht gerade immer einzeln« heroorragenb« Philanthropen staben, durch »erelnle HilsstLtigkeÜ den Bestand der Kleinge. meinden zn feftPen, Der Vorgang betrifft die alt ehrwürdig« Gemeinde Pieschen, in to hochberühmt« Männer gewirkt haben — wir neunen nur den späteren »Grätzer Nom', Ei. Elia Gut» ach er Unsere Breslauer Gemeind« bars den Ruhm ln Anspruch Ahm», baß tu ihr stch bla «änam aatq^p Fällen, welche mit einem »eiten Blich hochherzige Sqimnng bereich hoben und bomft andern Gemeinde» »e» weile», ach dto st» stch uub khrr Gstüichtunaeu sEr Ile Zeiten sichern linnen, Pieschen hott« to alten Zeiten noch eine Zahl »an WO Mitgliedern. 191» waren noch 80, jetzt Ist bi« Zahl auf HO gesunken. Die Gefahr wirb immer drohender, baß die Gemeind« durch Rückgang Ihrer Mttalieder-Zahl nicht mehr imstande fein wird, stch zn »halten. Da stad di« alten .Plefcher' znsammengerreleu,, um ihre Gemeinde zn bereinigen. Ein äußerer Unlaß bai die Gelegenheit, Ein frommer und gelehrter Bleicher, Herr Jakob v p p l e r, der erst kürzlich bas Glück hatte, seinen »0, Gebunilag zu feiern, war non schwerer Krankheit genesen und spendet« 15000 M. für btt Gemeind« Pieschen, chm schloß stch Herr i. Lewin mit 20000 MI,.au, Hnr Moritz Bager »it 10000 M,, andere werden folgen Es lügt in der ftommen Edstcht dieser edlen Männer, zunächst einen Grundstock oou 200 000 M. znsammenznbringrn, und ihn chier Heimat,emetnde zur Bersügung zu stellen. Mige dieser »ühmenlwerle Vorgang auch für andere Gemeinden Nachahmung staden. L. N. vo, fer poitttt Werkln. Eine vertronensmänner-versammlung der volkspartet lm I. Berliner Neichstagswahlkreis nahm am 5. 9. erneut zu der Kandidat,uftage Stellung, Gch. Bat Kassel entwickelte die Gründe, die ihn neranlaßten, di« sihm angebotene Kandidatur, um die er stch nie beworben habe, abznlehnen. >nf seinen Vorschlag »nrd« nach eingehender Beratung Geh. Jnplzrat Maximilian Kempner ln der schließl. Eudabftim mung mit allen 2 klimmen all alleiniger Kandidat der vähleroerfammlnng »orgeschlagen, di« den Vorschlag bestl.igte. stin bentschnalionale, HirteU nser bi« »otlo« a> b«nl>ch«r Fnlifrmlt«». Der bekannte Herausgeber des .volklerzlehers', Wilhelm Schwaner, hat Wirke und Persönlichkeit Walter Raihenou's in seiner Zeitschrift eingeh«nd gewürdigt und dabei dem Organisator nnb dem Philosophen »olle Gerechtigkeit widerfahren lassen. Dieser Artikel hat die unentwegten a. blindwütigen Anhänger d, lliassegedankeus in Lchwanerl eigene» Lager nicht schlafen lasten und eine Unzahl Angriff« und Schmähniigen im bek, Däne dies. Prrste pgen ihn herdorgerusen. Im letzt. Heft d. .«ollseqiehers» todstor,licht €. e ,Osten» Gries in Lachen Juda', ln dem Ernst Hanck die Motive der Raffenhalden enthüllt, lstalheuan sieht d. kam- »enden Ding« im Zeichen d. Lozlalllmns stehen. Er »erlangt d. Krage d. stnlgleichl z«. Arm n. Reich (dal .Problem der Kluft') in d. Vordergrund aller Geiftarbeit gerückt. Er ziell und plant, wie uns. Golk z. lohnen n. z. danken sei für s. ungeheuren Opfer, di« z. begreifen uns jedes Maß und Gleichnis fthlt. Er sordert z. .oberhalb einer mäßigen vermtgen lein heit gehört jeder Nachlaß ton Staat"; »an der Höchstgrenze e. bürgerl. Einkommens ab ist der Erwerbend« nur bedingter Mitbesttzer d. Erworbenen, n. dem Staat steht es frei, ihm von diese« Ueberfchnß soviel »der so wenig zu belassen, wie er will"; „der Ertrag d. veimögenssteneru mnß jeden Untertan vor Not schützen n. ihm d Möglichkeit einer höh. Bildnug gewähren". In die Gefahr, stch an Scheibe. mann zu vrrlirreu, gerät R, nicht, weil er d, Folgerungen aus „Deutschlands oeslhrdeter geograph. Lag," zieht. Und da haben wir den Bock an beiden Hgrnern: Sozialismus — dal wirkt ans d. Psasten d. Bintheiligkeit wie d, bekannte rote Doch ans d, Etier, obwohl fie stch'fönst als Hüter », Dhron n. Altar not «eben. Denn st, verehren neben d. eignen Blnt auch d, »lg, Geldbeutel « verpesten dabei olle Belchrung und vestwbrnng uns. letzten grofuü volkswiilschastlcrl, d, adligen Schmaler, der um b. lnaerpolit Entwicklung halber d, ver» adfchiednng Bismarcks gutg-helßen Hot, ohne dies Elneu und Einzigen d, leisten Stein a. d. Klon, z brechen: verg'ffen vor allen Dingen — Mattd. 11,3 und Marc, 10,95. Natürlich können fie nicht ansftehu n, zetern: trr Grift Rath,na ns must mit Schwele! n. Pech ausger riebe» r well er d. Ersüllnng b. Ehristintums will! Da rrffrrr fie ja ihre ssohnen selber in Fetzen, Eber fie dringen in a»l: helft Rothen an an« den Reichlämt-ru jagen, deen — e e i st I » d e! . . ." Mot«r n. Pochter: Houptlehrrr Jacob Wolfsdruck in Emmendingen, der vor i Jahrr^ttnen einzlaeu Lohn David lm Feld« verlor, ha« für s, r«WKt als «iltttr^eelsarger u. s, Tochter Kreha sür ihre Pftege verwuudrter Soldaten seit Krieglanlbrnch d, Verdi,uftkr. s. Srieglh. erh, WerUn: Prof, Ernst «asfieier, Priv,-D»z, d, Pbilos,; d, langj, Ltadtvertr, d, Fa, Lüßmann u, Wlesenthal. Lewh, Gezirksvorft, Le» Hirschberg, Bürodlr. l. Hanlabundr Tbeod, verirdeim, Riller d, Rot, Edl.-O, I; Worten: Gemeindeältester Jt*ni. Liebwann, vertrau,ulw, d, viehhaneelSorrb, s. d Er, Homberg; tastet, »lm. Siegst, Engelbert: Pouzlg: Landgrrichtkräl, Geh, Justiziäle Hirschfeld u, Peiler; Preobev: Die Bankieil Rich, Moiler«to>st u. De, jur, Heine, Nrnhold erh. d. pr. verdienststeuz, ln Anerk. hervorrag^d. Bemühungen b. b. vorarb, f. b. 8. Kriegianleihe: seiner s, s, verbieuste um b, Ostpreußenhilse Fabrikdir, Eith, Glouber: Hutoüadk: Bankier Max Kotz; JbaBbnta: Gest, Mox JübeI,^L, », Jul, I,, N, Kanlmann, Led.-Grosthdl,; N Lammfromm, Willy Jacodsohn; Dobian: Karl Rosenthal, vorarb, d. Ostb. Eiscnb.-Ges,, Leipzig : Di, med, Jül. Meyer : Manen : Rtttertulldes, »lsred Frank u. gleichz, Ern, z, Kommerzleurpl: Konortck: S, Sertheim, S, vittgeusteiner; Ahorn: kanstätlrat De, Gimkstwicz. Plate -rengmedoi»,: »leolaben: Lewin, M, d, frei», San.-K»l.t Seifenfabrikant M, Woist, Schlüchtern, dlronenorden: Jul, Rosen zweig, Frankfurt a, M,, Schäfergast« II. In Plostoch starb Louis Tobias, Veteran ». 1570/71. Möntgollerg Nach kurzem Leiden starb tu Bad Wildlingen, wo er zur Kur weilte, im 71. Lebensjahre der Scnlorches der Letogroßh. Leopold Lohn, Michewlsons Nachfolger, Kfm. Leopold Pohn. Er hat s. Firma, die er lm I. 1178 übernahm, »lt große« Erfolg geleitet und zu «iner führenden Ledersirma in unserer Provinz gemacht. Sein bescheidenes Wesen nnd seine Schasten Ist ende haben ihm einen geachteten Mamon^u der llönigisderger Kaufmannschaft erworben. Auch tu der Armen- und Waisenjsstege hat er stch jah-chom tätigt. 1915 zag er sich vom Geschäft zurück, bas sein Artur übernahm, nnd siedelte nachrBernn Ed», m auch bk Beerdigung stattfand. zlskn In Godesberg starb b. z Erholg, weilend« Eally Banmann, Dir, a.- Vorst, d. Leonh. Tietz >,-G,, 84 I,, Schwiegersohn », L, T, via», chochgett. 24. 8, Nath. Solsermaun-Barchseld. Kikllern« Machzeit, 20. 8. Mitinh, d. bek. D.-Koufh. Kahn n. Samuel, Nürnberg, Fürth, Kisfingeu, Daniel Kahn. Hrnanntr b. Landgeeicht Berlin I zu« Handellrichäer Kfm. Karl Fncha-Eharloliendnrg, ,. stell». He. Kfm. Len wieschner. Pkrof- Hr. Martin Mratoozpn«, in San Franzisko ist, wie -den Geschwistern in Denlschland erst jetzt bekannt wird, seiner desand. Vateilandtlstde und Letannng s. Deutschtums z. Opfer gefallen. Di« denlfch« Sistrnschaft im fernen Lande erlcito einen herben Verlust. Sozial« Nirfor-r. Me Aenteokstele für die Matzktätlgstelioanstakten to Werktner jüdische» Gemeinde, welche die, erst« planmäßige Organisation jüd. Wahisahrksmirichinngen in Denlschland bae< stellt, hat ihren Abschluß für 1917 fefigestelll. Ans diese« Bericht ist crftenlicher Weije zu ersehen, daß die durch dm strteg hernargernfme Naitnge erheblich« Stelgernng nicht mehr erfahr» hat. Die in der jüd. Gemeinde, sowie durch die Knmmnnaldehärdm Großtollns gerrastenm Maßnahmen habm also ein desriedigenbes Ergebnis gehabt. Die Zahl der Lerciae und Anstalten, die sich z. Zenlralftelle znsammmgeschlostm habm, ist durch d. veittitl bei verelns b. Pommern ans >00 gestiegm. von diesm babm im abgelanfmm Jahre 78 Vereine und Anstalten 24 778 Auftagm an b. Zenlralftelle gerichtet und über 25 381 um« Gesuche d. Zmtrale Bericht rrstailrl. D. Htchftznhl d. Ansragm beachte Miez 1918 mit 2692« Auftagm gegm 8220 i, Vorjahre, währmd d. meistm Auftagm im Januar mit 2884 gegen 2528 im Borj. etngingm. Etwa >000 Persanalkarim ». um angelegt, jodaß gcgmmteiig 38 835 Personm in b. Karialhek d, Zentralstelle tozelchnet stad. In e. Sontoadieilung w. d. »ngelegmheitm d. Llnbieemdm, Knnstschüler n. Seminaristm erledigt. Hier glngm 98 Auftagm nab, 48 Berichte ein; darunter 20 nme Fälle, v. geringe Inanspruchnahme dies. AbleUung ist «hmsall» durch dm Krim z. atUtra, da d. meistm jüd. Eindentm setzt unter d. Faynm stehm. Außer d. >00 Bereinm, die d. Zeniralstcle als Mitglieder angehdren, habm edmsa wie mie in d. frühem Jähem zahlreiche Ltistnngm n. Verein«, »elche nach ihem Latznngm d, verband« für jüd. Wnhlsahrtstzsteg« nicht nngehdem kdnnm, die gmttalstelle mit Anskünstm » Anspruch gmomnrm u, ihr Berichte zugestellt. llnier dies. Anstalten destntor stch die Berliner sttdt. Lliftnngddepntatian, d. Aeltestm d. Knnsmannfchast, die Zmtrale >. pnn. Fürsorge, Vereinigungen der Wahllät>gkell«destiebnngxn in Lharlollrndueg. Lchdnctog n. Wilmersdorf, d, Nar, Franmdlenft und die Oep. llng. Keatoihllft. Alle zieh« ans der Ai toi d. v. verband s. süd, Wohlfahrtspflege begrün beim Zmtralftrli« Nutzen für ihre sozial« Arbeit n. erkennen d Wert d. Jhnm z. Verfügung stchmden Ausknnslsmalerlals dankbar an. llatznpsscge an Im Gemelndefchnlen Leit 1910 Hai die Schnloeewaliunng der verliner Gemeinde der Zahnpflege der Zöglinge der Gemein beschulen ihre Aufmerksamkeit zugewmto. Die crstk zahnäeziltche Uniersuchuua ersalgle durch dm Lhulzahuaezt, mthrmd diejmlgm Schüler, di« einer ^rhnärztlichen Behandlung bedurften, an elnm Zahnarzt üderwiesm wnrdm, deffm Tätigkeit to «emei.devorstand ßonarierte. Dies, Ein. richlnng to Behandlung aus »cmembekoften war für nabemiltelte Schüler geschaffen «ordm, währmd diesmigm Ettern, di« dazu in der Sage warm, nur ausaesordert wurdm, ihre «into einem Zahnarztzuznsnhren. Di« nnmtgelllich« Be- Handlung to nndemtttettm Kinder wftd gegmmLrtrg durch zwei Schul,ahnärzle aulgeübt, >911 wurde für freie zahnärztliche Behandlung undemittelter Schüler der Knabenschule und der Mädchenschule der «emetnde erstmalig 800 M anlgeseßl. Mit Rückficht auf dt« allgemeine Teuerung Hoden die Semelndebehdedm sür die Behandlung van Zäglivgm der Knodm- und Mädchmschnle in diesem Jahre ei»m Betrag von 500 Mark dceeiigestellt, _ Pit fttllvkktttttndt« «Edblll«. Wreokon Die Aeage'.dcr Pkeichllellnn, »er Matzlliner ist aolthllch der Besetzung der Slelle de» stell«. Robb, a, d. Neuen Synagoge wieder einmal akul geworden. Die Frage bedarf sicher der Lösung, und s« eher sie crsolgi, desto deffee und schuellcr »erden die Jniereffm der Gemeinde und ihrer Mitglieder gewahrt werden. Sine prinzipielle und durchgreifende Änderung der destehmden Bestimmungm ist vorderhand freilich nicht angängig, weil die gellenden verliäge und die Satzungen der Gemeinde enigegmstehen. Ein» Bestimmung ist aber ficher der Abänderuna fähig und auch geboten. Danach ist in Behiadeenng des Siabdinerl der ciam Synagoge nicht, «le man annehmm sollte, der stell«, Rabbiner der detr. Syaagvg, zur Stcllvertretnng berechtig!, sondern der Rabbiner der anderen Synagoge, Sine derarlige Bestimmung widerspricht aber den Satzungen der Gemeinde, Nach denselben ist der Knttnl jeder der beiden Richtungen dem anderen gleichgestellt, »I deftehm deshalb 2 Knttnslammisfionm, 2 Synagogen, 2 Religivnlschulen, 2 Rabbiner, Diese Einrichtungen stnd s, Z, gettaffen worden, all während der Geigee-kiklin'ichcn Wirren der Gemeinde-Feiede gefährdet war. Darum sollte jeder religissen Richtung die Gewlffeussreiheit gewahrt dleiden. Die Eineichlnn, der beiden Knliukkommisstonen, Religianlschnlen und die Anstellung je l Rabdinees sür jede der beiden Rlchiungm sollte dezwrckm, daß jedes Gemetnde-Miiglied sich die seinem Gewi st,n enispreckenden Einrichlungen wählen, den Rabbiner 'ef'tr R'ch'nag zu Amtshandlungen in seiner Familie bestellen kann. Darum ordnen die Eatzungm der Gemeinde die Gleichstellnng beider Raddlnee in Gehalt und Einkomme» an. Die ftellverteetmden Raddlnee, sollte man solgcrichli, annehmm, sind zur Elelloertrelnng des Rabdinees da, an deffm Synagoge fie wirken. Wenn nun bestimmt wird, daß in vehtntonna eivel Rabbiners nicht sein Stellverlreler, sanderu de« stlabdürer to andern Richtung die Amishandlung zu vollziehen ^HnsMMtzdmlExschi ein« derarljg^»estt,ninng.^em Geist der _ itznngm End 19 geetgget das Scidmrn to Mzn«lnd«-M>toglteder zn bedrücken und dm Gemcinde-Friedm zu> gofäheden. Fälle an» der amestm Zeit deweism dies. Ein Bckncher der allen Synagoge starb, der Sohn »ünschle di« Grabrede de» Rabbiner zu übertragen, der Rabbiner ist krank Im Bad«, er bestellt sernm Slellverlreiee, to ist behindert durch di« Bestimmung, welche anordnet, datz in »dwesenheit des einen Raddinert der Rabbiner der anderen Synagoge die Amts- Handlungen zu vollziehm hat. Der Sohn aber will der eeltgissen Richtung des Varels Rechnung tragen. Alle Bewühnngen nach dieser Richlnng scheitern. Will er üdnhanpt eine Grabrede haben, ist er gezwungen, dem Rabbiner der andern Richlnng die Amtshondlung zn üterteagen gegen seinen Willen und gegen die Gesinnung »es Bntee«, Das ist eine Gerletzuna der Gcwrffmsfteiheit, die ficher nicht in der Adficht unserer Vemeiade-Brrwattung liegt. Und schließlich Hoden wie doch auch den ftelo, Rabbinern dos geringe Maß von Amtshandlung zu gewähren, das ihnen »och übrig bleibt. Worin besteht denn z. Z. ihre Stelnertretnng, vielleicht noch in der Sehnle, ln der fie ohnedies zu unterrichten haben kraft ihres Amtes. Rach langen Verhandlungen find ihnen endlich 8 Peedigim im Zahle eiagceänml worden, gerade noch ansreiiyend, damit fie nicht ganz ihr Predigen berlernen! Aber eine eigmtliche Slellocilretnng bei Amtshandlungen desttzm fie nichl, das »erbietet ihnen diese ganz widerflnniae Bestimmung, Es dürfte höchste Zeit sein, mit derselben aufzuränmm und den stellv, Rabbinern und den Gemeinde-Mitgliedern die Rechte zu geb.n, die ibncu gebühren. Die Bestimmung begegnet selbst in den Kreisen des Larstands, wie wir höre», ernste, Bedenken, Sie ist in elnee Zeit entstanden, als nach dem Amlsantntt des jetzige, Rabbiners der neum Eynag»g« besten Slellbeitrettr, bei I Jahr lang nach dem Heimgang Joeld die Geschäfte des Rabdlners gesühli und stch große Eympalhrcn veeschaffr hatte, »ielsach Weiler zu Smishaadlungen von Gem.-Mrlgliedern gcrnlen wurde, wodurch dem nmm Rabbiner zweifellos Abbruch geschah. Der Borstaud sah sich daher u, zw, ohne Zulun des Rabbiuers veranlaßt, die Bestimmung zu irrsten, daß der stell», Rabbiner SmtShandluugea nur mit Genehmigung und noch erngeholter Erlaubnis des Gemeinde-Vaistaudes vollziehen dürfe: und diese Eelaudnii veesagie er regelmäßig. Der stell,. Rabbiner sah sich deshaid gezwungen, seine Elellnag auszugebm und ein anderes Amt zu übernehmen. Diese Bestimmung war also «ine Ausnahme- Maßregel und trug, wie jedes Snsnahme-Gesetz, einen nnangenehmen Lharakier. Immerhin aber ist fie verständlich, da ste dem Rabbiner seine verttagimäßizen Rebrnedmahmeu sichern sollte. Unverständlich ist nis oder, wie sich ans dieser Notmaßnahme eine Bestimmung cnttvickeln kannte, di« dem stell», Rabbiner die Stellvertretung, für die er doch bestell ist, entziehen kannte, Loeftehendes schreiben wir nieder angesichts nnftres Bersdhnnngslage« zur versähnung der aufgeregten Gemüter. Wir haben da« verlronen zu dem dewäbeten Serechtigkcttsfin« unseres Grmeind«.Vorstands, daß er seinerscrts dazu beitragen und eicht bald Wanto schasten wird. L. N.

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