Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- 27 (5.7.1918)
- Date
- 1918-07-05
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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•«I ffa|tni: « Batten » tief. kalmud. Mab». Ehajftr Mordechai ltln>Znnr 55-I. ». Jak. Prager-Ara, C4ai<t«f*t» ». Zlüahn» Schick 77 I. vteiraüü Gtzaji» Maß»» i. JU1IU1<<MIW< «h. ». 4f}. ffalftr <«ri d. vroßst. b. Franz Zvs. vrd. p«f»»aUt». «ikkertr. z. JUL Saioae» ». Sotzeizoller» ». Sch» i. (J[l Fronen arzt Dr. ®oj Ctomael; W«d Sr f. Srftgotz. Kt Aorfettsadr. Stadt». Arnold vb««ky; Wieürlltz: Fr. Z»duh I» «I, AI. «oh», Dr. med. Jos. Bär; Gis» : Jtf». *rittr Dtttmar Heilbar»; §Hr«ltfiti 1. W.: Kaf Bachenhckm«, Zoh. t Rot. Är.TOrt. a. b. Oft. Ehren Med. f. verd.». d Rot. Kr.; Srssek» : Mor.Herzberger Leiter d. Lebensmittel-Amt«.; Wützktzeim-Wlltzr : Fron verthold Jtaufnann 1. verso» Levh; fti«. Srou Oberrobb. Dr. Baßsteuud; »ikmerodock: Herurann Lolper Mittnh. d. Fa. »ehr. g.; D 1Ut Sr. Me» 3. Sk An|n svberhsss«,): Hilstschw. Martha Vier». Znb. ». Hess. Mil.-San.-Kr.; JhiUlut|: Schweftn Jnlte Philipp« I. »- >ld. Ph.; SudmiM-Sreuz: WLrzüneg : Wckugroßh. S Buudeckhssm«. Eriainl Regftrungtrot a. Mitgl- ». Pote»to«t« Dr. Fritz Rathenau-Eharlvtlenburg z. Miigt. h. kais. Statist. >»t«. Gr». zGetz Weg-Wrtt Dr. Georg Minden, Dir. d. »erl. Psaoddrtcsaoil« ». Repr -Vorst. ». jä». veai. tr». z. S«l»«l»richtrr: Ist». I. Hirsch, veaiorches d. Verl. Le», vrotzh. Z. H., Rostockerstr. Er» z- SoiuMrzienräft» : 0. «fl. verah- Kaß-Eharfttteudm» ». Alb. Kirschfteft-Bnlin. G. Hraierseier f. Setz Hftgftr»i,»ral J>t. Znl Wie» faib a« 26. 6. in Verlm statt. Vorsteher ». Repräserrlanler: aah»e» teil. >» »er vabre sprach Jastizrat Mister al« Freu»» ». tote» herzl. Abschredaworte. P. sei ohne Leiftugnung s. Jndenftm« z. hohe» Aemt«, i. d. Gtaatteiseobahn Verwaltung gelangt. D. Heft« Zeugnis sie s. pstichttreue» Wirke» stad d. zahl. Anerkennungen n. Aulzefthnnngen sir s. Arbeit.- llngewdhnl. Ardeittstaft führte ihn z. Mttarb. i» »ich. Armier»; ». a. w. « i» Loistard« h. Reichtverfichckllng». a»tel als eisr. Mitarbeiter geschätzt, auch s. Vlaudenigemei»- schast stelle er all kleliester b. verlirer vemeftde s. reiche» Erfahrunge» z. Verfügung. Ltturg. vssaug, ». Oberkautor D a » t d s» h ». ei» veigensol» beendete» d. schlichte Feier. Werki». Pros. Dr. Hssnrich 8 l l t e r , l e i t, Direktor de« Statistisch«» Amtes d. Stadt, beging a» 2.7. s. 60. vebun». Ug.. Web. t vleiwitz, promoiftNe er i» Vietze», n. 1186 am Bali»« stidt. Statist. >»l wsssensch. Hilsgarbsster, I8S0 Vorsteher ». t. d. Rheft. Hypotheken bank in Mannheim begründ. »athe»tat.-st»list. »dt., dann Dstrttor b. stidt. statist. Amt« i» Magdeburg, 1. 1908 i» Schtneberg. dann in Berlin. S. ist Mitgl. de» Jnternatt. Statist. Institut». Aosepß Prokurist der Fa. Siegm. Strauß jr. ft Franks»» und Berlin, stüle und Spitze»), ist plitzlich gestorben. . Nahezu 56 Jahre war er verater ». Freund der Inhaber! 8 ' Venerationen widmete er s. traft rastlost dein weitverzweigte» Unternehme», ei» Vorbild der Pflichttreue. >l« ihm z. s. 50 j. Zubilium anheimgestellt murd«, s. Tätigkeit nach s. Belieben zu regeln, ließ er l» nie oersageuder Arbeit«sreude c« sich nicht nehmen, täglich »och einige Stunden d. mit ihm groß gewordene» und eng »erwachsenen Betrieb zu widmen. So starb er 71 I. alt gewissermaßen in de» Siele». Aranllsnrt «. JR. Der Ted bei i. »lter ». 713. »erst. Mark. Simon a. Gedern bringt de» Iomkippur-Goltesdienft a. b. Feldzug 1870X7 l wieder in Erinnerung, »o vor Metz damal» bei d. Belagerung aste jüd. Soldaten fich »ach «. Voile»- dienste sehnten, war er es, der in e. Scheune den Soldaten vorbetete. ' Irautkurk a. M. Herrn. Sronker, Inh. e. Wareith., rettete im Bodensee m. eigener Lebeudgesahr e. Frau vor d. Ertrinke». Werki» Bei der Stadlverordneten-Ersatzwahl am 25. 6. im 2. Vem -Lahibez., ll. >bt. für b. »erst. ReichitagSprisidenten Dr. Kaemps w. t. einstimmig ausgestellt« taudidal vroßiuiostriele Fabrikbes. Moritz Roseuthal gewählt. Stiktgark. Synagogcnverwalter S. Wolsenstein beging am 1. 7. sein 25j. Dienstjubilium. Treu in der Erfüllung aller ihm obliegenden Pflichten, gefällig gegen jedermann, bars »er Jubilar mithoher Befriedigung aus eine ersprießlich« Tätigkeitzurückdlicke» Gestört«»: Lizekons. Paul Lachmann, 73 Z„ Berlin, Meinekestratze 18 u. Rechtsanwalt Harrp Berendt i. Berlin. Gestörte»: in Wie» Max Zion, M.^.KultuSvorst., um d. Armenu. d. Jugeudsürs. lehr verdient. In Gmnnbe» starb Han» Eiaar, Dir. b. Linzer Stadt, theat., geschätzt auch in Wiener Künstlnktsssen. Senobnrg. 25 j. Orttjnb. I. 8. Kantor Taub. Der Banbmorft 0. Sutte«tag oor ö<» ltrlrgr-trschk. Gppek» Am 25. 6. 18. wurde zunächst der Raubmord an dem Kaufmann Läwenstamm am 1. Frb. 1918 zur Verhandlung gestellt. Der Hanptangeklagte Ehlebosch erklärte bei seiner veranlwortiiche» Vernehmung: Ai« ich am 8. 1. d. I. au« dem Zuchthause entiprunge» war, habe ich zauächft m. Bruder in Kais, daun m. Mutter in Ehobie ausgesucht. Diese habe» mir geraten, wieder in« Zuchihau« zurtlckzukehren u. m. Straft weiter zu oeidiß,». Ich habe die« auch tun wolle», aus bem Bahnhof in Mischlin« macht« ich die vekannlschaft de« Mitangeklagten Inliu« Smasok, der auch schon im Zuchth-u« gesefle» u. wir in seinem Hause Unterschlupf onbot. Er bemog mich zur Teilnahme an Entbrich«». Bei de» Diebstihlen, die wir bann gemeinsam auisührteu, lernte Ich die Kriegeaoitwe Hedwig Strenzioch in Beutheu OS. u. chre Schwester, die Mitangeklagte Schallast, kennen. Am 2. Feb bin ich mft da Sch. und e. desertierten Soldaten Pryfflok zu - Smasok gekommen, dort «. d. Plan gesaßt, Ldwenstam» zu cranben. Rach »ißlungenea versuchen, die Tat auizusihre», egab ich mich am 1. 2. Montag«, Ehlebosch, die Schallast u. Prgffiok früh um 5 nach vuttentag, w. aber b. versuche, b. Hauitür mittel» Dietrich« zu dflnen, acstdrt. Um 9 Uhr vorm, kamen Ehlebosch u. die Schallast wieder u. betraten den Lade» Ltwenstamm«. Die Schallast »erschloß sosott nach Anordnung von Ehl. d. Latentür, ging in da« Nebenzimmer, wo fich L. gerade s. Kost« bereitete, u. verlangte Hergab« ». Veld. Al« L. um Hilfe rufen wollte, packle ihn Ihl. am Halse, würgte ihn u. warf ihn zu Bode». Dar. band er ihm, unter Mithilfe der Schallast, d. Hände aus d. Rücken hielt Ihn mit s. Knie» am Boden »icd«gedrück>, während beide Titer die Behältniffe durchsuchte». RI« L. versuch machte, auszustehen, legten fle ihm e. Schlinge um de» Hol» ». warfen ,ha aus» Bett mit d. Mund ln die Kiffen gedrückt u, banden da« Ende ' der Schlinge am Btttpsoste» fest. AI« sie etwa 17000 Mark geraubt hatten, verließen sie den Laden wieder, nachdem fle noch d. Tür z. Hlulerzimmcr verschlossen u. b. Schlüffe! mitgenommen hatten, von d. geraubten Velde erhielt d. Schallast etwa 5500. Ehl. 5800, P. 1500, d. Eheleute Smasok 3000, die Sühne Paul u. Valentin einige 100 M. Shi u. Sch. bestreite» die kbbficht, L. zu «morde». Eie wollen die Schling« nur lose unf. Hai» gelegt haben, um ihn am Ausstehen zu hindern. L. uabe auch »och gelebt, al» sie d. Laden »erließen. Allein nach jb. Bekundungen d. Wachtmeister« Runge u. d. Lädier« Echltwa, d. mit zuerst am Tatvrt «schienen, w. d. Schlinge g«nz fest zugezoge» u. d. kachonstäudige, Kreisarzt Dr. Schröter, da d. Leiche seziett hat, gab s. Gutachten dahin ad, daß am Halse deutlich e. Ettangulatlonsmarie z. sehe» gewesen u. d. Tod durch Ersticken infolge Erdrosselung «»- getreten sei. Da« Urteil lautete: gegen Joh. Ehlebosch wegen Raubmorde« in den Fällen Ldwenftamm und Murck 2 mal ans Todesstrafe, wegen versuchten Raube« im Falle Rcspoudek ans 11 Jahre Zuchthau«, dauernden Verlust d« bürgerlichen Ehrenrechte und Zuläffigkeit von Polizelausticht. Die Mathilde Schallast w. de« Raubmorde» im Falle L. für schuldig erklärt u. zu 10 Jahren Besängni« DnurtcUt. Inliu« Smasok wurde wegen Anstiftung z. Raube an L. u. versuchten Raube« bei R-spoudek zu 15 Jahren Zachthau«, v«iust dn bürgniiche» Ehrenrechte aus 10 Jahre u. Zulässigkeit »ou Polizeüausficht, s. Ehefrau Eva Smasok wegen Beihilfe z. Raub hei L. uut« Zubilligung mildernd« Umstände z. 2'/, Jahren vesängui«. Stn bä y«i»at Man leben sft schm, so lange i» bem steine» vebergsort K.i» Rftftngedirg«, Mt .Jiddischen', die russischen Juten. Al« sie da Krieg überraschte, »achte kein« von chueu an die lang« Dan« de»selben. Jahre sindtzdahingegangeo, Jahre de« Hangen» »ud Bangen« »nd — de« Hoffen« ans «me baldige Rückkehr in die Heimat. Zn, ihre» Aenßaeu hatten sft sich »ach »ud »ach de» llUrhältuiffeU in Deutschland »»gepaßt. D« Kasta» »ab die Sette» ltckcheu waren Mt* schwand«»! der schmarz« Bart war zurecht gestutzt uut anstatt de« Käppchen« schmückte, je »ach d« Jahretzeit, ei» Filzhut ob« Strohhut da« Haupt. Ab« sonst waren sie ihrem kharakt« treu gebliedeu. Scho» ihr Idiom, da« .Irddische', ein alt« »bntentsch« Diaftkt, ist in sein« Att einzigbastehend. Man fühlt sich zu diese» origiuelle» Lente», btt au« Feindesland komme», in ihre« Sprachschatz ab« den deutschen Dialekt h«. narfthre», »uwtllktrlich hiugezvge». Zu meine» Ferienheim Mahnte auch edr .Jiddisch«'. Wir «urdrn bald bekannt. Ich besuchte ihn in sein« Wohnung. Wat »tt beim Eiuttttt zunst in die Augen fiel, war ei» groß« »i«eckig« Tilch, ans de» dft K«ze» in den filbertten Leucht«» brannte». Et war Schabbe«. Aus de« Tische «misch,» de» Leuchtn» lag ansgeschlageu ein alte« abgerissene« vebetduch, »nb an t« Türangel de« Zimmn« entdeckte ich ei» steinet vebettüllcheu. Au« de» Lehnstuhl »or de» IckseusteS erhob-sich eine etwa« gebückte Vestalt. Sie machte eine» ehrwürdigen Eindruck. Da« au»bruck»n«Ie Besicht, au« dem die, uni« grauduschigm Augenbrancu gelegenen, dunklen Auge» mich scharf, ab« unansdriuglich ansahen: dw kbhngeschwungene 2lbl«»ase und t« wohlgepslegte, lange, weiße Vollbart stempelten twseihe zu ein« Figur, wie man sie i» den, in Schwein«- leb« gebundene» alte» Bibeln so ftefilich abgebildet sieht. Würde- »all war da« Benehmen de« Jiddischen. Da a in Rußland Ui Kansmannsgilde angehtrft. in beffere» Kresse» verkehrte, auch vftt gneist war, hatte er sich gebildet, und « bediente sich bei russern llnterhallnng d« hochdeutsche» Sprach«. .Ru», H«r Waffilowitsch, ich stire Sie wohl in Ihrer Audacht V »Bttte, näher, mein Herr. Ich ssub«, um mit de» Araber» zu sprechen, soeben WNU« letzte Snre beendet. Ich kann wohl sage», daß ich mich wie neu gestickt fühle.' .Sie häoge» an dem Vlanbe» Ihr« Vorfahre» 1' .Weibalb sollt« ich euch nicht, mei» Henk Sie müsse» wiff», baß mir in Rußland, «ehr nvch mft rnandnen Ländern, ganz aus »us«e Familft augewisse» find. I» uns«« Familft gehe» wft aus. Dt»« Obahaupt der Kamille genieß, dft grüßte Hochachtnugl beffe» Anortnungeu wnde» unbedingt dssolgt. Dft Frau komutt so gut »>ie, garnichi >» dft Oefsnttlichkeit; ihr Hau« ist Ihr« West. Sehr viele Kroueu gehen sogar nur verschlciett »nßnhalb de» Häuft«, Oiienttlisch« Sitleugemohnheit! Die Frauen widmen fich vüllig dn Erziehung d« <ll»d« und besorgen den Hanlhall. Hochgehalte» wird nufer Glaub«. Hierin habe» ja die Juden in d« ganze» Welt von zehn zusammengehallt» und, ich bi» dessen gemiß, auch i» Zukunft werte» sie »ft« tu». Wir sind patriarchalisch.' .Dftseu schtnen Zug haben Sieja auch hftr i» d« Fremde nicht abgelegt. E« tnt einem wohl, wen» man sieht, daß in dfts« »»fregenden und anfteibeubeu Zeit d« Sin» für da» llüthergebrachft, sir da« Seeleuhssl nicht verlöre» ^gangen ist.' .Ja mein H«r, aur hfttt» kan» mau Trost finde». Wenn dft Stürme de« Leben« üb« da« ganze Weltall brause», men», wie jetzt. Zucht »ab Ordnung i» den Sumps der Leltenschaste» »»terzigehe» drohe», »nd mein, «llaort» L»g und Trug dft Ob«Hand zu «ringe» scheine»; wenn »ft Ankläger durch ge»«!»« Machenschaften zu Sngeklagte» gestrmpest werben, wen» hftrtnrch' dft Sinne verwirrt »«den, bann zieht et jede» mit einem vemüt behaftete» Mensche» »ach ssnem Orft zurück, «0 n da« find«, ma» de» >»d«e» verloren zu gehe» schssnt: dft Selbstachtung und damit den Friede» d« S«le. Und dissen Seelenfnede», d« ja alle« in sich schlicht, wa« gut und edel ist, finde ich an de» Altar mein« Lät«. Dissen Altar baue ich stet« dock aus, wo ich Mette; bau« ich aus, wen» d« still« Abeud hereiubricht und da« Lede» abzuhasten beginnt Daun brennen mit müdem Sch«»« die K«ze» in den alten silberne» Familieulenchtern, dann liegt auf te« Tische offen da« von dem vat« aus de» Sohn »«erbte, abgegnffen«, alle Testamat. Mssue Gedanken »ende ich vo» d« Welt ab und konzatck«« sic einzig und allein aus »ft gtttiicha Osscnbaruuge». Dann kommt n, still und dssänftigad: der Fried« der S«le!' ,U«d packt Sie nicht die Sehnsucht »ach d« fernen Heimat, »» Sft doch wahrscheinlich etwa« Eigene« defitza und wo Ih« Familft. ‘ Wie abwehuend streckte Waffilowttsch di« Hände au« und nn schmerzlich« Zug atstellft sei» sonst so wilde« Besicht. Ich begriff, daß ich eine» wunden Punkt in seinem Leben berühck hatte. Ich reichte ihm »ft Hand. .verzeihen Sie, Wan ich-' .Nicht« habe ich zu onzeihen, mein Heck. Die Wunde, die mft d« Krieg zugefügt hat, schmerzt zu sehr; ach, sie wird wohl aft »«narben.' .Ich wag« nicht, Herr Wassttowissch, Sft. . . . ' Er «widerte «ein« Händedruck. »Sehen Sie, wie die Rebel bock »nten im Tale zu stssgen beginnen 7 E« sind Abadnebel, Sie komma »ach und »ach zu un» hei aus. Roch kurze Zsst und vngcdlich sucht da« Auge diese« ssnsarbige Brau zu dnrchdringen. E» gelingt ihm nicht uad müde und abgsspaunt schließt e« fich, um im Iräumabm Wochen wird« lichter« Bilder zu erhaschen. — Ja, ich habe Kamille gehabt. Mein einzig« Sohn liegt ans dem Schlachtielbe i» Galizien, und mein Weib hada sie vor einem halta Iah« bock unta in >.auf dem evangelischen Kftchhos bograba. Ai» Brab iu ftemd« Erde! Fern «au b« Heimat, fern von dem Grab« ihre« gelftbta, einigen Sohne« hat sft ihr Schicksal ereüt. Sie war nicht aur ss» gute« Weib, sie war mir auch eine fteue Kam«adin. Ich bi» «lei» ge. bliebe», allein im stemden Laut« nnd — doch nicht wieder allein. Da unten ruht sie, ich kanu sie nicht alftiu lasse». Fast jeden Tag wandere ich hinab und verckchte mein Beb«. Komutt »an, d« Abend Haan, und die Schatten d« Rächt wolle» mein vemüt einhtlle», dann suche ich Trost in dem Blaube» mein« Vit«. .Liode omi beesri*. Da voll meine« Vater« ist mein Rttt«. Auch in bangen Stunde» svll mein Senfzer fich in ei» Hallelujah vermandeln. ,V«»1 knllom z.»boria!* Für Alle« werd« er gepnssen I Aach für da« Leit! De»» wft b« Pflug den Boden z«schueib«t, ttr de» dft Saat gelegt »ftb, ehe da« Korn d« Flur enssprftßeu kau», s» entkeimt »»>«« Seele dft echte vlinbigkckt «st bann, wen» sie de« Schmerze« Stachel empfunbe» hat. „Kol haaMcbomoh tehallel joh.* Jet« Atemzug meine« Leben« soll ei» Loblied sein zu Ehre» vaste«.-* Ich? brückte dem Alte» nochmal« dft Hand nnd empfahl mich still. Dftse Stund« bss dem allen Jiddischen kann ich als einen Sabbat mellte« Hnzeu« buchen. D« Apoftil Paul»« sagt: .Wen» ich »sst Mensche» mr» Engeltpenge» redete so wäre ich ss» tbnendeü Erz, wenn ich dft Bä« nicht hätte Pole». Sft »entraft Wrehe über,»«1 paknsschei Gtz«i»iii»«M. tz Die hersschsüchtige und unduldsame Haitung d« Pole» gegenüber den nolloaaftn Minderheiten, die aus polnische» T»ck> toten wohnen, findet in der neutraftn Presse wameade uad rmmer schiss« w«de»de Kritik. So schrssbi .Rieuwe Eoulaut't Dft Polen, die seidst solange Freihett für ihr eigene« Volk sordeckc». konnten H uiemai« über sich bringe», and«» dft Freiheit elnzuräumen, die ihnen gebührt. In ihrer Politik ist ssn'Mangci an »ssser Mäßigung nicht heule bloß, sondern schott 1» den Tagen ihre« Ruhme«, im 15. u. 16. Jahrhundert, eckeuubar. Sie Grind»»« ckne» jüdische» WatUaakraft« i» Wokei wird »on den durch da« ,Bolk«dlatt* vertretenen Kreise» gesordat. D« Raiionalrat soll da« gssamft poln. Judentum vertreftn, den Kamps für jüd.-nat. Rechte ttr Polen führen. Ein d«»ckiger Rationalrat sei in der Ukraine und in Rußland gsschaffen. In beide» Länder» hätten güustig«e Bedingungen Vorgelegen, da ei fich dock um veckssdigung «worben« Ratftualrechte handle, für dft Beckeidiguag sss dft Menge imm« leicht« za gewinne», al« für de» Kamps. Dennoch lei auch in Polen früh« »d« später d. Gründung eine« sidischeu Ra'ftoilrat« dnagend nolrvendiz. Me jüdisch« Stord»»»g tei» chrzdischos. Während eine« Auseuthalie« de» Wasschaun Erzbischof« in Vrojec uut«. breitete ihm ssn« jüd. Abordnung e. »«reffe, in da u. a. folg, stand: ,E« leben mied« aus »nd verwirklichen sich die h«r> lichen Bild« der früheren vcrgangenhett de« Lande«, voll Freude über die Wunder da Lossehung wende» wir Jude» »ns. sehnsücht. Blick zu uns. harlichen Lergangeuhett i» alte» pol». Reich« und hoffen, daß dftse Wietagebuck auch »u« jene Toleranz und jene Einnchtuagcn d« jüd. Gemeinden dringen w«d«, durch weiche Pole» fich imm« ausgezeichnet hat.' — Da Erzbischof sagft »nt« andnem, « fordere ans, t. vesschiedene» bilhaigen Reibungen zn »ageffen. .Eine neue Sonne geht gegenwärtig üb« Polen aus, und wenn wft Hand in Hand gehe» «., wild UN« die Gnade Botte« untnstützen.' <Mtge» den Wocken nur Taten folgen). In Marsch«» me» So», l»dt seit langem gerade auch zwischen Jude» und Polen ei» hsstig« Kampf um die Sprache. Dft Pole» »«langen, »aß alle Inden al« pilltisch sprechende Untatauen bestacht« werden, daß dah« auch da» Polnische Untarichtlsprache in jüdische» Schuft» fei» soll u.s. ». Die deussch« Verwaltung hat ab« in letzter«, da« Jiddisch »l« UntarichUsprache zugelaffen. Ru» hat fie auf »ustag ». Lodz« Magistrat« emgewilligt, daß ». jütische» Standesamt«- registo nur in polnischer Sprach« gssüh» »erden. — jüdisch« Gemckndematzft». Die Bearbeitung de« Wahlmatenal« und dft allgemeinen vorbnettungen find ft oallc» Sauge »ud aehmeu de» errvackcken v«ftus. E« ist ab« noch nicht müglich wegen bet Fülle ta »mH verbliebenen Borüereitung«- arbett, de» genauen Termft d« Wahle» zu bestimme». Dft Vermutungen, daß etwa beabsichtigt werde, dft Wahle» zu oaschleppen, sind grundlo«. »