Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- 26 (28.6.1918)
- Date
- 1918-06-28
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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3WHK vollqewWH W. 26 AaslanL. Bmtaa, dt» 28. 3uri (9|8. (MVmddhURgan. Znoschretinngen in Goktzie» .häufen sich in dtt letzten Zeit. S« liegt ihnen s-ft immer der gleich« Clan in Grand», sodntz sie »an e. ei»hei»lichen Zottrnm ««• leitet jn sein scheinen. Zuerst rottet sich in den frühen Morgenftnnden vor den JtaufUten eine große Anzahl Fronen jnfaaacn. Danach liehen haldwnchsige Barschen nnd Legionäre voran. Dann werden die Ledensmittelläden ndrochen »»dz. geplündert. Der Schaden der jüd. Kaufmannschaft ist sehr groß. Es -sanden in den letzten lagen große Exzesse in Lewderg. Etrij, Siellcka n. einigen Neinrn Stadien Oftgalizieal statt, besonders großer Schaden wurde in Lemberg aagerichitt. «o di« jüdischen . Geschaftsläden d. » wichiigften Handelsstraßen geplündert ». Ans den Kanstnannslüden morden nicht nur Kleidungsstücke, auch Lvxnsgegenstüud« gerandt. Nach energischem Einschreiten der Polizei ist verhältnismäßig «nhe eingetreien. 23 Personen morden »erhastet. Die Lemberg« Zeitungen, di« sonst derartiges in verschtoeigen pflegten, bringen anssührlich« Berichte und erklär«,. daß dies« Akzesse mit d. SrnShrungssrage nicht» gu tun Hütten. Zur Verhinderung weiterer Ansschreitüngen wurde die Organisation einer jüdischen Selbftmehr in Angriff genommen. Viele Umstünde laffen darauf schließen, daß die Urheber al-er Pogrome in der ollpolntschen Parteizu suchen stnd, die aus diese Weise ihren Unmut über di« unbefriedigend« Gestaltung der polnischen Verhültniffe zum Ausdruck bringen ML Andererseits stnd die polnischen Rationalageuten über die Inden ansaebrachl. weil sie sich gegen die alllpoln. Ideale in bar letzten Zeit kühl verhieiten und gegenüber der ukrainisch«, Idee ein« abwartend«, nicht direkt feindlich« Haltung bewahren. Dieser allpoln. »gilalion ist es zuzuschreiben, daß die zzalizische» Flüchtlinge, die jetzt aus Sefl-Oefterreich nach ihrer Heimat zurückkehrrä. in vielen Orten feindselig ausgenommen ». n. d Rückkehr in die veriaffene Heimat von den anfgehetzten Bannnmenaen direkt neiwehrt wird. Dem poln.» nat. Klerus ist e. gewisses Verschulden an dieser judeufeiudl. Bewegung zniuschreideu. »ogromrnie ans de» benischen Wolüotag Am IS. S. sand un Wiener tziathause der deutsche Lolkotag statt, bei welchem di« führenden Männer der Wiener Ehriftl.-Sozialen u. der Deuischnationalen das Wort ergriffen. Mehrere Redner wie «er christl. foz. Landesavsschuß Kunschak und der de rüchtigt« Abg. Wolf hielten antlsem. Brandreden übelster Art, die von der Versammlung mit johlende» Beifall ausgenommen wurden. K sortzerrr zum Kamps mit allen Mitteln gegen di« jüdische Habsucht ans. Der jüdisch« Spekulationsgnst entwerte t. Geld n. führe znr Ansammlung aller Mittel in den Händen »er Hoden, di« mit »er Pose der Retter de» Staates de» Volke durch die Kriegsanleihe die schwersten Lasten anseriegten. Ks Red«, wiederholt von Zurusen unterbrochen. . »eich«.JudenPogrome forderten, schloß mit be» Appel einig m sein im Kampfe gegen t. »rzseind »er Arier, »ie Juden. In Ihnlichem Toue sprach Abg Wolf. Beide Roden, ganz im Stile Ihren-»HIwarbts gehalten, wurden von den Teilnehmer» dt» deutschen Volkslage» andauernd bejubelt. Anr Aprachenfrog«. Ein« Abordnung ». jüd. Rativnalv. n. b. zionistischen Organisation di« gegen Me neue Volkszählung in Galizien protestierte, »erdoten worden sei. in »er die Angabe von jiddisch als Umgangssprach« w. ». ist. Ministerdeg Innern empfangen. Der Minister führte au», baß me Volkszühlnug nur drtlich« Bedeutung Hab« und kein politischer Akt sei, und daß niemand bestraft werde, wenn er jiddisch als Umgangssprach« angtbe. Der Wunsch der parlamentarischen Parteien sei es, daß bei der Volkszählung außer der Rubftk .Umgangssprache' noch «ine Rubik .Raiionaiitil' hinzngesügt würbe, um Unklarheiten zu deseiligen. Wmdapest. Die Schlußprüfuugen in der ifr. Taubstummerwnstalt fanden Sonntag S.». M. statt. DerFeier «ahnten »ei: »er Prüstdent der Anstalt Hvftat Alatür Kaßad, der Borsteher Kommerzienrat Marzell Ragrl. dir Ehrenpräsident« Frau Di. Rudolf Ehrenhaft, in Vertrttung der Hefter israelftischeu Religionsgemeind« Robb. Dr. Julius Fischer, Schuliuspektor Tr. Berntt Munkacsi, Fachinspeklor Dr. Moritz Füaye« und zahlmche Büste, vrrckto, Btla I. Toluai begrüßte die Säfte mit einer kurzen Ansprache, in der er aus di« materielle. Lage »er Anstalt verwies and um deren intensiv« UutnftStznog dal. Hierauf ersoigte die Prüfung der Ztgliuae der einzelnen Klaffen. Am Schlaffe taufte ein absolvinter Ztgliug der Lorstehung und de» Lehrktrper für sorgfältige Leitung. Her chkantenowechsel Am 21. S. fand die I. General- Versammlung de» »«rein» uugarischcr Juden statt, in der Reichstagsabg. Dr. Paul Farkas e. bemertenswerteu Vottrag über die Frage des Blaubenswechsel hielt: Die Mauern des Ghettos find wohl gefallen, oder d. Ghetto der Seelen besteht noch weit«, namentlich bei jenen. Re von dem einzigen Wunsch beseelt sind, ihr« ehe». Zugehtrigieit z. Ghetto zu verleugnen. Die ung. nat. Entwickelung erfordett es keineswegs, daß die Inden zu einem andern Glauben übersteten. Jen« Staatsbürger, die von heute auf mmgen au» veguemlichkeitsgründen ihre Religion ändern, ktnnen nn» »glich sichere Stützen der nationalen Entwickelung sein. Diese kdnuen am andern lag« mit derseiben Leichtigkeit die Ration «erleugneu, d« sie angchirrn. In Ungarn hat die Religion noch keinen Menschen daran verhindett, Karriere zu nrachen. Dagegen sehen wir aber Menschen, die deshalb in tK Hdh« gestiegen sind, »eil der liberale nugarilche Staat ein Beispiel dafür bitten wolle, daß auch Inden hohe Stellen befteiden ktnnen. Diese verlaffen erst später ihren Glauben, &«> Glauben, der sie in die Höhe gehoben hak. Die wahre Nelklaffe ist bei uns erst jetzr im Entstehe» begriffen und da» ungarisch« Judrntum kann zu eine» wichtigen und sehr wrrivolen Faktor der Entwicklung der Biraeftlaffe werden. Wenn der ungarisch« jüdische Kaufmann oder Gewerbetreibende sich in nationaler Beziehung undebingt für «inen Ungar, in religitser Beziehung aber unbedingt für einen Inden hält, bann wftb sein« Zugehtrigkeü zur Mittelklaffe diese Klaffe krtftigen. Wenn er aber den Versuch unternimmt, sich einer anderen Gesellschastsklaffe anzubiedern, wenn er sttnen Kamen «ft eine» Kpfilon am Ende schreiben will, aeeun er Güter kauft, wenn feine Sdhne aU Juden hoch zu Roß in den Stüdten zu .sehen sin», dehasttt mit allen den historischen Klaffen abgeguckien schlechten Eigenschaften — von dieser Art der nationalen Entwicklung will »er Vortragende nicht» wiffen. Gerade jetzt ist in Arad ein Beispiel dieser Entwicklung veruttei» worden, der Rttchstasgadg. Ladislaus Homori, Prüf. ». katholischen LvUsuerbandes, der fttt» betonte, daß er mtt dem Judentum nicht» zuschaffeu habe, und Redner glaubt, daß Hamori jeden iusultitti Hütte, der ihn daran erinnert Hütte, «aß sein vttft. Vater nach Präsident »er Araber isr. Gemeinde gewesen. Pflicht ». ungarischen Judentum» ist es, gegen di« Einwanderung der aus Galizien stammenden Juden, die weder in moralischer Beziehung, noch, was ihre Weltanschauung anbelangt, zu uns gehören, mit den strengsten Maßnahmen Stellung zu nehmen (!!) Denn es ist Aufgabe de» Judentum», d. nag. Ration vor solchen Dingen zu bewahren, an die zu rühren andere nicht imstande find oder nicht den Mut besitzen. Der Vortrag wurde mir lebhaftem Beifall ausgenommen. Dann sprach Prüf. Illds Pollük. Generalsekretär Wilhelm Kecskemiti ttftaUete d. Jahresbericht, der nach Ausführungen des Direftor« Wilhelm Braun einstimmig z. Kenntnis genommen ward. D- Versammlung w. von Dr. Alexander Lederer geschloffen. holliMd. ' Hrokest gegen Indenövirome In Kcheveningen sand eine große Pioiestversammlung gegen die Judenpogrome in Galizien statt. Der sozialistische Senator »an Lol. Mitglied b. Internat. Sozialistischen Büro» kritisierte als Hauptsprechei mft scharfen Watten die ifterr. Regierung wegen Duldung d. fortwährenden Exzesse iw Galizien; auch d. Haltung der polnischen Sozialisten fordere schürfst« Kritik her«,«, sooaß, fall» sie ihre Stellung zu den Juden nicht Ludern und fortsahreu. b. Juden die eiemeutarfien nationalen Rechte zu verweigern und den amisemittschen ihauvinismus zu ermuntern, für sie kein Platz mehr in d. Internationale sei. Er lehnte auch die im Bukarester Vntrage enthaltenen Bestimmungen hinfichtl. d, Juden mit scharfen »orten ad. «rischeilland. Die griechische Regierung beschloß, die Bestimmungen gegen di« feindliche» »Mertanen nicht auf die türkischen Inden in Katonitl anzuwenden. Die Pttsüherungsgesellstdasten werden ihnen d. Bettige aussolgen. die sie mft Rücksicht auf den großen Grand fordern, und die Beschlagnahme ihrer Immobilie» wird aufgehoben. Ztalie». Der Worfln»» »es ioraekftitch«, GemeiUdedond«» von Italien hat her Regierung Dank für. ihre Erklürrrng zugunsten de« Zionismus »Sund«,. Auch die Prrffe gibt aus dem gleich«» Anlaß ihren Sympathien für den Zionismus Ausdruck. Die katholische Preff« betont nachdrücklich, daß der Zionismus die katholischen Intereffnr in Palästina keineswegs bedrohe- Oi» jüdische» chpmnaünm Bei» Inftitutv radbinico in Livorno besteht ein Gymnasium, an dem Hedrüisch und jüd. Geschichte unterrichtet w. D. Anstalt war bisher nur für künftige Raddinaiskandidaten zugänglich; d. Beschränkung ist fallen gelasten worden, sodaß in Italien jetzt ein jüd. Gymnafium besteht. HntSiiet. Die holländische Pieffeagentur meldtt aus Zürich: In der .Reuen Züricher Zeitung' richltt der rumünstch« Mitarbeiter Dr- A. Brannstein-Mtbaschan ttnrn offenen Brief an die rumtnisch« Regierung, indem er sie dringend anffordett, die Annahme des Gesetzes über die Gleichberechtigung der Juden tffeullich bekanntzugeben. Bon Watfonr erhielt das Londoner Büro der Zionistischen Bereinigung folgende Srftärung: .Die englische Regierung ist der vollständigen Emanzipation der rumänischen Juden günstig gestimmt. Sie stellt fest, daß die Gleichdertthftgung. die der Bukarester Bertrag verspricht, weniger enthält, alt das, »»zu die frühere rumänische Regierung sich schon Irüher vttpslichtet hatte. Die englische Regierung versichett der zionistischen Organisation,, daß sie alles luv wttde, was in ihrer Macht steht, um eine ehrliche und dauerhafte Regelung der rumtnisch« n Judeuftage zu sichern'. In Milsslon. Lmer Reutzrmeldung zufolge haben sich die rvmtnischen Inden telegraphisch an die zionistffch« Organisation in den Bereinigten Staaieu mit der Bitte gnvendtt, Wilson zu veranloffeu, seinen Einfluß auszubieten, daß tat rumänische Parlarncpl nicht die auf Grund de» Bukarester Frieden» Vertrag et »orgeschlageneu Gesetz« annehmen, da diese die rumänischen Juden von den wenigen Rechten berauben würden, .die ihnen noch geblieben waren. Auf Grund der Bestimmungen des Bukarester Friedens würden zwei Dfttiel dtt Inden von der Raturalisation ausgeschloffen werden. _ LA-IilAd. JHe russischen Anden in England 'Ans eine Jnterpellatton des Abgeordneten King gab Machherson, Staatsfeftttür i» Kriegsministerium, folgend« Erklärung ab: Die Regierung beschloß, russisch« Untertanen. die jetzt rekruftert werden, nicht an der Front zu oerweuden, nur zn^ilfsdiensten heranzuziehen. King intnpellieNe daun den Minister für innere Angelegenheiten, ob ihm bekannt ftt, daß die russische Regierung die militärische Konvention geftintig» Hab« und di« russischen Untertanen nicht mehr verpsiichltt wären in England zu dieutn. Minister Georg Gaue antworttte. daß die englische «eginnna vom russischen Botschafter Litwinow besragt wurde, welche Maßnahmen sie in Hinblick ans di« Konvenfton zu ergrttfen gedenke. Weber die Telegramm« der rüsststhen Regierung noch die Anftage Litwinow» enthielten eine Ungiltigkniserftärnng der Kovention. Pie jüdisch« Zrme« für »aküsiinn. Do« Jüdische Kvrrespvnbenzbnreau in Haag berichtet: Ein« jüdisch« Del«. gation unter Führung de» jüdffchen Abgeordneten Jacob» richttte an die kanadische Regierung das Ersuchen, den jüd. Dienstpflichtigen sreizustellen. sich dem jüdischen Regiment anzuschließen. Die Regierung gab ihr« Einwilligung. Die Rachttcht rief großen Enthusiasmus in der jüoischen Bevdlkerung hervor. Etwa 3000 jüdische Soldaten werden sich der jüd. Legion anschli.ßen. Das zweite Sontigent der jüdischen Legion ist von England nach Palästina abgegangen Au« Amerüa lrcffen immer wieder neue Kontingent« ein. Der .Jewish Chronicle' gibt sttnem Bedauern Ausdruck; baß die neuauigehobenen russischen Inden nur im Hllsidienst verwendet «erden und nicht die Rsglichkeft erhalten, sich dem jüdischen Regiment anzuschließen. Der narianale jüdische Arbeikerrat in England protestiert in ttner Resolution gegen die Pogrome in Polen u. Galizien. Er appelliert an die Arbttterparleien in den Zentralländern, diesen Exzeffen entgegenzutreten. Das Komitee erftärt, daß Beweise vorhanden find, daß auch tu den von den Deutschen und pestcrrncheru besetzten Gebieten Pogrome stattgefunden haben. (Ueb. von Polen). 8»Flauv. In der jüdischen tzidteilnng des Kommiffariati sür nationale Angelegenheiten beim Moskauer Kommiffariat des Aeußeru arbeiten bereits einige jüdische Kommiffioncn, u. a. beatbeitet eine die Vorschriften für da« jüd.-nat. Leben und die Bez ehungeu zwischen den jüd.-nat. Organisationen und den Volkirüten aus, eine andere deschistigt sich mit den Fragen sozialer Hilssieistung, «ne dritte ist bestimmt, den Kamps gegen den AntisemlttSmu« und die Judenpogrome zu führen. Kirlart. Sr. Kiga. ©eit 4 Jahren besteht der Armeudefteidungsverein .Maldlsch-Arumim', der in kurzer Zeft viel leistet. Für da« laufend« Jahr soll er >2000 Paar Schuhwerk verteilen. Der Andrang der Armen wird immer grdßer. Leider find die zu Gebote stehenden Mittel nicht hinreichend, um allem Genüge zu leisten. — Am iS. i>. fand im Saale des lettischen Vereins <Paulucci-Sftaße 13) ein oftjüd. musik. Abend de» weltberühmten Bolkslittlersängtt» R. Kipnii unter Mitwirkung der popultren Sängerin Frl. Seligseld und des Prof. Korobkow statt. Diese Abend« erfreuen sich in den größten Stä dien Europa« bei ausverkansteu Häusern besten Erfolge». Pattfttaa. Hirte englische Archäokogenschnle in Iemsske». Di« bntische Akademie der Wlffeuschasten hat uulüugft ttu Projeft in Angriff genommen, bas von wefttrugeuder Bebentuug werten kann. Mit Hilfe nnb ans Anregung der PaftlstineGosellschaft lknlootinv-P^lornftou-rounS), die seinerzeü auch Lord Kftcheuer auf seine bekannten Vermeffungsarbttten nach dem Westen Palüftinas schickte, will mau in Jerusalem eine Schule sür bttttsch« Archäologie gründen. Gisher besaßen zwar Frankreich, Deutschland uud Amerika dort ähnliche Jnstftut«, England a>ar dagegen nicht vertreten. Die Schule soll in großem Maßstabe zu Autgrabungszwecken und zur Heranbildung junger Archäologen gegründtt werten. Im Hinblick hieraus ist jetzt in London (in Organisationsausschuß gebildet worden, der bneft» di« ersten Gelder zusammengebracht hat und später auch die Aufsicht über da» Institut führen wftd. Reden den hebräischen und jüdischen Allertümern wftd man sich auch mit der Erforschung kananischer, groeco-rtmischer, byzanttnischn, arabischer und mittelalierlicher Werke besaffen. Feiner ist die Gründung einerZwttgniedttlaffung in Mesopotamien in Aussicht genommen. A»ertta. w. Sie die .Köln. Zig.' erfährt, haben >00000 in den Btteinigten Staaten von Amerika lebende Raffen eine Eingäbe au die amerikanische Regierung gerichtet, ft, der sie um die Erlaubnis zur ssiückkehr nach Siußland bitten, um dort beim Wiederaufbau des Laude» milwirken zu kinnen. Diese Bitte ist von der amenkauischen Regierung abgeschlagen worden mit der Begründung, daß die Gesuchssteller erst ihren militärischen Verpflichtungen Nachkommen müßten. Es wird berichtet, »aß eine zwangsweise Einziehung in die amerftanische Arme« in allernächster Zeit in Frage komme. Eine große Anzahl ruffischer Juden P nach Kanada geflohen, um so einer zwangsweisen Einziehung in die ammlauische Arme« zu entgehen. sitakfvnr und »ie jüdische Hlniversitäk in Isialäsiina. SuS ßlle»-Horll wftd dem Jüdischen Korrespondenzdureau i» Haag bettchtet: Der amerftanische Zionisteuführer Pros. Franffutter, dtt heute das Amt eine« Staatssekretär« in amerikaniichen Kriegsmiuisterium bekleidet, richtete au den Misrachiekongreß, dtt vom 3. — 7. Mai in Philadelphia abgehalten wurde, folgende Ansprache: .Ich war vor kurzem in England und Frankreich. Der Zionismus ist ein« aktuelle^ politische Frage geworden. Prof. Chaim Wettzmann hat den Zionismui, der nur in den Ktpsen und Herzen dtt Juden lag. aus die politisch« Tagesordnung Europas gebracht. W, hat die Juden Englands geeinigt. Dann trat er mit unstten Forderangen vor die Welt. Er gehttt zu jenen Großen, dft zu ttrttcheu vermtgen, daß ihre Träume »erwirklicht wttdeu. Die Annkennuug Palästina« als des Landes des jüdischen Volkes ist einet M wichtigsten Prinzip«» des Kriegesfgeworden. Wenn Belgien und die andnen Nttnen untttdrückten Rationalittten ihr Recht tthalten, dann muß e« auch Palästina erhalten vnd e« wird e» tthalten. Richt» wirkte >'o sehr aus Deutschland, was seine Auffaffuug dtt Iudenftage detnfft. «ie da» Bewußtseia. daß die Entente die Juden als ein Voll anerkcmtt. Da« jüdisch« 3iegi»ea> hat zar Uedttzeugu», England» wehr gttau als unsere ganze andtt« Propaganda. Ich hatte eine Untarednng mit Lord Balsonr. Gr sagte mft: .Ein Voll, da» mitten im Kriege an eine Uotoersilti denken kann, muß '.«in« nhadene Ratio» sein. Da« jüdisch« Volk, das jetzt ansbanen kann, ist seftwr Bttgangenheit würdig nnd wird seine Zukunft gut zu schmier«, misten. Eine glar,eiche Zukunft »arttt seiner.' /