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Jüdische Volkszeitung · 1918-05-24 · 21 (24.5.1918) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
24 (1918)
Issue
21 (24.5.1918)
Date
1918-05-24
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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3WK» VMqei«,. w. 2t Gemeinde-Anzeiger. Btttta, taa 24. IM t«8- Jtafti«. Wae tmm«g«jnlagra für Me •meinMf <rnft» hat der > rfbta» der MM Oe»etirte amfc de» Beispiel de« Strafet u»d der Jtauanra kmtligt. Die On»dbrtrlge der Xaeiuaglplages, Me Msher 600 btj. 780 900 1000 M. i» de» einjelaca «tzrarnkragrnpprn tatregra, a. fte jede Stufe um 300 9. jährlich erhöht. Cie Zulage» fte Stader rnnröra ran 10 auf Id'/» dieser Eötze; die rararhelratele», »eiche M«her »»»lag de» staatliche» Eötze» i» ale» Staftn 420 SR. jährlich erhielte», erhalte» künftig 70“/, der Sitze für Berheiiateie »h»e Kräder. R»hegeha>t«e»pstager erhalle, wie hi»her JO*/», vit»eant vaise»geI».E»psi>»ger 40*/, der für die sestaagestellie» Sramtm geilende» Eitze. Für die ehe»alige» A-geftellte», die lei» «»hegehalt, »der laoseade Uaterstlltzaage» erhalle», »ird Me di«herige mrautliche te»er»»g«tz»l»ge ran 10 aus lö SK. erhöht. Auch Me Besti»»»,ge» über, die Krtegtder helfe» und Kriegst euer» ng«- zulagrn für die hei der Gramindr i» «eöe»der»s deschüstigren »»gestellte» wurde, ,dgell»dert. I» gifmft detrögt das »»rar der Hilstfthrkrüsl« sör Ai nzrl standen 2,30 SR. (2 SR.), der 8aMr«ft»»de»satz wurde »0» 100 W. aus 123 M. als Krieg«teuei»»g<ju>age erhöht. Der durch Erhitzung der Traernirazulugrn für Me Ee«»ie» euifteheude Mrtzrmismaud delöust fich aus ruu« 132000 SK., die Mehrkosten sör die Zahluage» a» die Ruhegehalt« — Mitweltuud SaifeagelM Empsöuarr uud ,a die Uaterstötzngea ehewalige» Stagaftrüftu aus r»»i 16000 SK., »ehe» Heu Museale» Teuerungszulagen werde» die Krieh«deihilse» »»»eriludert weitergemätzrtl^x Die All»'sche charteustadtchesellschail »erauftalleliXam 13. 3. e. tfteutl. kartraa«ade»d über.- .Baderrresari» u»d Badeuspekuitui»».' Die »esereale», Schriftleiter Pani Schirr- »eister u. Maritz st. Ldeh, gehöre» z» d. ölteste» Mitglieder» der Badeureferwdeweguua in Deulschlaud u verstauben e« i» a»herorde«tl. seffeluder Kur» ihre» SstedlNu» d. schwierige The»» «uudgerechl 1» «che», »ugeregie Dehatle schioh fich de» Siortröge» an. SRfetgUetoe ». ll. C. 0. B spräche» Wunsch au«, daß sör d. ll»ter»eh»e» io Lageukrelse» »ehr als diöher Stirnmung gemach! werde. Hkufe». Die »rage der ches»»dorgo»is»lion dehandelte i» Berei» s. posttwe« Indent. Moritz ».Lue H-Berli». Die Einführung eiuer Orgauisatia» }. Pruviug-Geweruben u L«»de«ge»ei»de hat de» »uhestreitdare» Bartest, daß dadurch der Rat d. KIeruge»ande» «hgehalse» w. und die Nurichiungeit taffer «»terhalte» w. könnte», die de». Jnftrrffrn e. größere» Gesawlheit ai« e. eiuz. Ge» ei» de gstdie»e» ha de». Eine Gesawtoersaffuug Wörde auch sstr die Stellung der Geweiude deawleu ». Lerteil sei», den» »ur durch sie töuutr a»ge»esseie Peuffanöuud -iuterhliete»e»»erseeg»»g gesehaffe» w. Trutz aller dieser »aeerkeuubare» Bereeik ist t. Bestrebe» aus Schassuug einer Gfsamtarganisaiian aus lethaste» Widerspruch gestehe», tuest »a» »it Statt desörchtei, daß d. Gesaurtnersassuug z» e. Sh»ede führe» würde, durch die d. Freiheit ». eiazelae» Geweinte» t» religiöser Bepiehuug etagmgt »her gar ausgrhedrn w.^ktauir. Jwwerhi» steht »lese lethaft »»strittet» Frage i» Bardergruu» ». Interesse« sie ». hewtsche Jwdeutu». — Die Versammlung, ». Stiften stark hesncht, trachte >»reg»»g »ad llusklötaug. weftir de» Redner dankdnrer Geisel gqastt wurde. — Nürnberg Der kiderstand »er ivrlhatexe» »ege» Re»i. sta» de« JudeneMkl« Hai zur Begrüeetewg einer „Seedaigiutg zu» Schutz gegen die Gefahre» der Re»ist»»«hestrrh»age»- geftihn, die a» 28. «. eine Tagnug a»hielt u»d entschiede» gegen die 5le»iß»u«deftreh,»geu Stellung nah». Cie Entschließnag wurde »il folgende» Leitsätze» begründet: .1. Ei» neue« Gesetz würde die Straftat de« rezipierte» Indent»»« in »er üderlieftne. Form durchtreche», einen bedenkliche» Eingriff in die »nerkirehliche» Berhöltaiffe einer tta»ed,»nte» Seitgiontgesellschaft tekenten uud zugleich de» Bestand zahlreicher - Knlluögemeinde, aus da« schwerste erschüttern. 2. Eine Finnuzarganisation iAeatralkaffe) setzt Me Einheit de« Audenta»« »oraiit n»d steht dann» tat Widersprach »il der andererseil« »erlangte» Treuau»g«»dglichkeit. Etat Finanz, »rganisation birgt ferner ersahrungögernth de» Kei» einer rrllgitlen Oderdehtrde i» sich, »eiche die ran «len Seiten gewünschte Selbständigkeit »er Knltasgeweinde» nnd die Be. wegung«fteiheit der winurttöte» »edräht. 3. Der Rot »er Landgemeinde» und der Kult»«de»mte» «hguhchsen, fall »ad kan» et» Weg gesunde» werde», ohne dnrch eine Finanzarga- »isati»» (Zentralkassa) die religiöse, Interesse» »uö die Säbstindigkeit der Knltaögrawintan z» gefährde». Diese Entschließung soll der Königliche» Staalönegiernug unterbreitet werde».' In d. Berhandlnnge» wutde dehanpeet, daß Me Renistu» nicht »0» de» Waffe» »er daherstche» Jude», sander» »ur »0» einzelne» Personen dhue Mandat gchardert »erde. Die Lehrerschaft verlange Seoisten. um ihre materielle Lage zn »etdeffern, »och könne diese »nch ahne lllenifin» de« Statut« erreicht werden. Die Orthadapie ist »ach wie var der Eastcht, daß da« aste Gesetz für Erhaltnng de« kansernatine» Inden tum« eine deffere Stütze Metel »1« ei» nene«, welche« der Sachlage »ach alle» söarleie» Rech»»»» trage» und zur Differenzierung »er religiöse» Bekenntnisse führe» müßte. Sie ist als, znm Kämpft entschlpffe», »m ihren Besitz zu wahnen. BtkMKt. P*t Ftahöinerseminar in Werkln zählte »ach dem siebe, auögeg. Bericht in », letzten 2 Jahre» «3 Hörer, I. denen 22 im Heereid leaste standen. Der Lehrbriefe» «raute trotz der Krftg» »erhältnl sle »»stecht erhalte» werde», rach die SemesMrprüsmtge» wurde» regelmäßig ohgehalte», »engleich «hschtaßpeüsnnge» »nd damit die Erteilung »an Radhinalö-lltarisatione» rar in geringen Umfange stattfaadea. Da« Letaerkollagium »efteht an« Rektor Cr. Hoffmar, u. ». Dornte» Cr. Eppenstein, Sperber, »ohlgemnih. Dr. H. »ehradelle in seine» Bortrigen Talmn», Wtaol-lladiee«. stzentotench. Exegese, Cr. W.: Talmud. Homiletik Reiigiwwtzhstos^hie, Dr. G.: Bibel. Etzrgeft, jüdische Beschichte und «ferntar, Midrasch, epeg. Literatur. Die Btdliothek heute dnrch Znwenhnng der Büchewi d. oerstordeoen Kurawr», Stab». De. Sal. Loh» erheb!. Zuwach«, auch die Zahl der Stiftungen hal bedeutende Zunahme erfahren. Famstie H i r s ch-Halderftadt hot e. Stiftung von 100000 M. errichtet, die füllig w.. sobald dem Grundkapital der lllnftast weitere 200 000 M. zufiieheu, bi« dahia zahlen die Spender einen I»hrr«beitrag »0» 3000 M.; Max Jaffa stiftete je 10000 M. »l« Familiea-Stistung u. Dr. Hoffmann- Stiftung, beide für Stipeudienzwecke. Außerdem fiele» der Anstall mehrere Geschenke non 3000 M. und darüber zu. Cie Zahl derjenigen Gemeinden,die regelmäßige Beiträge leisten, h»l fich wieder oermehrl. Die Iahreöeinahmen betrugen 1911 147221 SR.: 26000 Jahresbeiträge, 23*00 Spenden. 38000 M all neue Stiftungen. Die Ausgaben w.: 27300 Gehälter, Lrhrzwerkr und Brr Wallung. 3600 Stipendien, 3600 M. SRiete und H»u«k»sten. Da» Bermdgeu beziffert fich auf J> Flöte Zrenz-Medaille III. JM«fe erh Dr. SReier Hllde«heimer. Rabb d. J»r. Syn.-Gem. Adaß-Jriroel-Verlin. Dr. H. hat fich um »ft Organisation der jüdischen Volksküchen und hei Krieg«a»«bruch rar da« Hrlsswerk für die in Deutschland mitftllo« zurückgetliebeue raff. Eivilbeotlkerung besonder« »erdient gemacht. Gegenwärtig ist er Zensor für Hebräisch bei der Berliner Kommandantur. Wappstädke». Rabb. Dr. Jul. Eohn w. z. Landrabb. d. Fürstentum« Birkenftld ernannt. ^tapentzage». Oberrabd. Dr. Schornstein h. d. Gern, s. Entlassung a. Gesundheitarürkficht überreicht. Aowno. Die Rückkehr M Oberrabbiner» 0. Kowno ist mit Genehmigung der zuständigen militärischen Behörden nach lljlhr. Abwesenheit erfolgt. Vertreter und zahlreiche Sstitglftder der Gemeinde hatten fich zur Begrüßung de« Oberrabbiner« Schapiro um Bahnhof eingefnnden. von wo »uS fie ihn in seine Wohaung begleiteten. D. Oderrobb, wirb in de» nächsten Tagen seine Amttpflichten wieder ausnehmen. (U wird in der jüd. Bevölkerung mit besonderem Danke empsnstden, daß Me militärische» Behörden dem Gesuche um Ge- «hmignug zur Rückkehr in entgegenkommendster Weise entsprachen hoben. Lehr« UAd lkinttor«». Esse». Da« üO jähr. LehrerjubtlLum beging am 1. 4. d. Rektor der öff. isr. Volksschule. Siegfried Gros. G.' nimmt auch iauerh. s. Kollegeuschaft e. bei. ehrenvolle Stellung ein, weil er al» längs. Vors. d. jüd. Lehrerverein« u. Leiter« d. Penfiousu. llnftrstützungtk. s. Rheinland u. Westfalen Herrartagende Erfolge erzirUe. Seit. d. ftidt. u. kbnigl. Behörden fand e. Begrüßung statt, d. Oberbürgermeister lieh durch Geigeordn. Kunz e. Ehrengeschenk der Stabt, d. Regierung, durch Schuftat Ttatm d. Rroneaorden 4. Kl. überreichen. Ein Sr« Geschick wollte e», daß anstatt d. im Gtadtgarten rn Jubilünmöftste« d. zu Feiernde ». Leiche f. ältesten 1. letzten Ruhestätte folgen mußte. Versagten somit Me Umstünde e. iffentt. Fest, so ließ e« fich doch d. Gemeinde nicht »chmen, dem dnrch seine Lehrtätigkeit und Rektorrat«, führuug nicht weniger wft durch Aulübrag s. Kantornt« gleich »»«gezeichoeteu Jubilar e. stille Feier zu bereift,, die unter BeteUiguag de« Gemeiodevorstande« und zahlreicher Vereine nach ». Feftgottetdftufte am 11. 3. stattsand. Robb. Dr. Samuel würdigte dft Tätigkeit de« Zubllar», dessen wohllautender Stimme heute noch die Gemeinde trotz seine« Alter« mit Wohlgefallen lauscht. Um 12 Uhr versammelten fich Borstau» u. Repräsentanten, Adorbnuugea zahlreicher Vereine im Hanse de« Jubilar«. Namen» de» Vorstandes sprach Hermann Herz, d. Vorfitzeube, Gufta» Herzberg Namens d. Repr. Der Borst, überroichie eine »amhaste Ehrengabe. D. Ausschuß d. ehemaligen Schüler swarku« E a r s ch) erfreute ebenfalls durch e. Ehrengabe. Rektor Sch matter überdrachie nebst e. Geschenk die Glückwünsche des Rektorenverein», Lehrer Abraham iberroichft »am. d. Verb. d. jüd. Lehrervereine i. D. R. u. ». B. isr. Lehrer d. ßkheinp. u. Westfalen» Biumenspenden. Weitere Beglückwünschungen schloffen fich an. Zlranstjtant «. M. Oberkautor Julius Friesläader s. >. Im patriarchalischen Alter vo» 83 Jahren verschied der langjährige Oberkautor Julius Friesländer, der über 60 Jahre tm Amte war. Sein kantorale« Wirken begann in der Jsraelitisehen Religionögesellschaft 1821. Bei Begründung »er Gemeinde war er dem damaligea Rabbiner Samson Raphael Hirsch, einem der Führer de« deutschen kouservatiereu Zudeutam«, ei» getreuer Mitarbeiter, indem er den Svnagogengesang in neuzeitlicher Weise umzugestalten verstand. Er war e. echter Scheiftnh Zibbur, der sein Amt al« Mizwah ansah und mit religiöser Inbrunst erfüllte. In Hamburg geb., besaß er eia viffen, da» west über dft Ansprüche, Me man an ih» und sein Amt stellen durfte, hi»»»«ragte. Ein bekannter Altsrnnksuner ist dahingegange», der auch außerhalb der jüd. Gemeinde sich großer Beliebtheit erfteute. Seinen gliluzenden Bariton haste er gern und häufig in de» Dienst der Geselligkeit und Wohltätigkest gestellt. -rawllftirk ». M. Lehrer I. Scheerer feiette ,. 7. 3. d. 86. Gedtötg. Wafek. - 23. j. Amtöjnd. Reiigloasirhr. u. Sekst. Leop. Hanömann. MHeAsthaft. Ar»»ks»rt «- M. 9iwe einjigcrtife Sa»«Iu»g »on Xtiwb'^mdm a. hk nur nsch b. d. British Mufeu« nnb ta 9*^l«ian« ia Oxford ühertrsffen »Ird, frt* fftzl die grtoffirrtet HiadtdibliBlhek in der >dr«ha» Merz, dscher^chen VLcherf««»lu,g, die vor lö Jahren »»v jadische« Bürßer« t» Kraskfarl -efch«ki »urde. Die et»a S000 Vä»de zähle,de Sck»«l,»H ist seltner vollständig, feil; Talmud »ird SUtoeifnUleratur find fast erschöpfend der* trete». Later de» Zmmnb^n&tn defiad«, fich einig« sonst nicht dek«v,tr Lusoaden. Ein heroorragender Platz gedßhrt de« lös haidßcheisteti. ova de»«, et»a 20 oof P«go»e,t gefchriede» fi»d. WM de» wkt oerseheaen fRaa* skripten sei hier der Mai»onidss-K))v aus drar l3. Ithr» hundert genannt, der zu den befterhaltenen illuminierten Handschriften gezählt w. Eine vlbelhansschrist aus dem Anfang d«S 13. Jahrhundert», die schon einen verkaukso-rmerk aus dem Zahre 1365 trägt, enthält eine Reihe vorzüglich gelungener Vollbilder. Von großem historisch.'M Werte fino »,e in 5nem Manuskripte auZ dem Jahre 1460 eathr'tcae-r M tteilnngen Sder die Hussitenkriege. Gar mrnche Handichr.it »urde von der Fachwelt schon verwertet so die kirltrrgeich.chll bedeutsamen Memoiren der G l ü <f c 1 oanH meln. heraaL. gegebe» v. Prof. David K a u f m a n N'Badapcst. 3 t Druckwerke find Inkunabeln «Druckwerke vor 1500sodaß die Zahl der Inkunabeln in der Frankfurter Stadtbidliolhek jit»i 53 stieg. Da nur 100 hebräische Inkunabeln bekannt sind, »ird man den hohen Wert derselben nicht hoch genaz anschlagen. Bon den meisten Werken ist die 1. AaSgabe vor- Händen; so die I. Gesamtausgabe dei dabylonisch.'n und fernsalemischen Talmuds, die der Patrizier Bömberg in Venedig Herstellen ließ, von hohem Werte si.id S:e fast vollständig vertretenen Werke der Karäer. Wie Orkar L e h in a n in einer Arbeit über die Kcankiurtec Hebraica uns Z idaica schreibt, besitzt die Fr. Stadtdibliothek mit 15 000 Bdn.. 57 Inkunabeln und 4300 Benizafrazmenten dle oollständizite« Sammlung von Iudaica und Hebraica auf dem Kontinent. Der 99t eisiger Aeit ßegründete HArrAeansfchatz der GefeUfchaft znr K-rder»»§ der ZAissenschait »es Ande»- t»»s hat bisher recht erfreuliche Resultate zu verzeichnen gehabt. Seine Arbeiten wurden ihm wesentlich erleichtert durch die Tatsache, daß daS Verständnis für die Wiffenschaft des Judentums und das Interesse an den geistigen Bestrebungen unserer Glaubensgemeinschaft gerade während der Kriegszeit im großen Maße gestiegen find. Es find seit Begründung des WerbeausschuffeS der Gesellschaft 6 Stifter mit Beträgen von 1000 M. und mehr. 25 immerwährende Mttglreder mit Beträgen von 300 M- und mehr Mark sowie eine beträchtliche Anzahl von Mitgliedern mit Jahresbeiträgen beigetreten. Dabei steht der Werbeau»schuß erst im Beginne seiner Arbeiten, von deren Fortgang noch günstige Erfolge erwartet werden. «VN». Ar»sk» A»ei§s „Httt«at»«r» i» Anßar«". eine jüdische Tragüdie, die dem Dichter den skleistpreis gebracht hat. ist »o, der Zensur zur öffentlichen Aufführung und Vorlesung nicht zugelaffen. Das Stück »ird von der Gesellschaft .Das junge Deutschland' im Deutschen Theater m der nächsten Spielzeit einmal zur Aufführung gelangen. Am 13. 5. ließ die Lecliner Zionistische Bereinigung im Klindworth-Schrrweaka-Saal eine Vorlesung »es Stückedurch Hofschauspieler Arnold Marlö veranstalten. A«»Bt >. JUftlt«, dessen geschmackvolle Bearbeitungen jüdischer Volks-Lieder und eigene Vertonungen jüdischer Stoffe in weiten »reffe« gebShrrnde Beachtung fanden, veivnstaltete in der Berliner Singakademie eine» ost-jüdischen Aunstabend. Dreichhaltige Programm brachte in der Hauptsache eigene Komp»« fitionen. die dnrch stimmungsvolle Eigenart feffelten. Abraham Reisen, Dembitzer. Prnski, andere Dichter der Seele der Ostjuden finden in ih« den seelenverwandten Musiker, der ihren wetzmulsvolle« Versen gleichempfundenen Ausdruck gibt. Eine inte« reffante .Psalmodische Melodie" für Violine, Harfe, Orgel von Bogumil Zepler. die de» beliebten Komponisten flüssiger Opereltenmusik von seiner ernsten Seite zeigte, erw.'ckte nameat« ltch durch die hübschen Klaogeffekte viel Freude und Beifall. Die musikalische» Darbietungen wurden durch Rezitationen jiddischer Sedicht« unterbrochen, die S. Schidlow wirkungsvoll vortrug. Den gesanglichen Teil bestritten Ianot und Adt Roskin mit feine« Empfinden und sicherer Technck. »»bei fich att Begleiter Ludwig Mendelssohn durch vornehme Zurückhaltung »nd seelenvolles Spiel aulzeichnele. Ji der psalmod. Melodie Zepler« erfreute das Zusammenspiel ». Carola Zellenka (Violine). Elisabeth Püller (Harfe). Richard Altmann (Orgel). Das Publikum, das den Darbietungen mit große« Iutereffe folgte, dankte durch leb« haften Beifall. , Meller dt« Ande« t» der jnngdentsche» Ttteratnr gab in der zionistische, Ortsgruppe Mannheim Frl. Luise Treu tnhaltreiche Ausführungen. Die drin>e»dste Sorge der jüdischen Dichterjugend ist bto Flucht aus der Enge des Ghettos in die fteie Menschlichkeit. In Zecobowskys »Werther dem Inden* hat diese Idee ihreb ergeirenden Ausdruck gefunden. Mit Schnitzler trat die schöpferische Kraft des Judentum« zuerst in engsten Zusammeahana mit der modernsten zeitgeschicht« lichen ve»eaung. Die mit ih« beginnende Entwicklung setzt fich in einigen zukouft-reichrn Begabungen fort. Alse Lasker-Schüler, die .jüdische Sappho^ schuf bedeutsawe lyrische Wette, die nur unter ihrem Uebermaß de« Symboli«. mu« leide». Die jüdische Welt aber, „in deren Orient die Sonne der Utstafe phantastische und tiefteiche Gedankendllltr» emporwachsen läßt, mit einem gemäßigte» Klima einfach bürgerltcher Gedanken und einem fchaeeglitzernde, Rorde, der abs». lntesten Spekulation', haben die Allerjüngsten wiedergefund.n. Martin B u b e r gab der jüdischen Mystik in seinen Legenden »om Val Schem eine erschütternde dichterische Sestalrung. Max vro d prägte und verkörperte ia seinem .Tycho Brahe' da« »ott vo» .jüdische» Dichter deutscher Zunge'. Arnold Zweig, eine stark formalistische Begabung, traf in seine, .Rovelleo um Claudia' den -ebenßton eine« e'ngea Knltnrkreise« nnd führte in seine« .Rttualmord in Ungarn' den jüdischen Mystizismus in« deutsche Drama ein. Seine Tragödie .Rabal und Abigarl' wächst in langsamer Eteigeruag au« einer vibel- «piiode zu einer menschliche» Tragödie mit ergreifendem seeltschen Konflikt empor. Auch Franz Werfel, der Christ füdischen Blutes, nach eigenem Bekenntnis .Christ au« U-ber- -engung und Rativnaljnde'. gehört nach Abstammung und SetHesrichtuna in diese, Kreis. — Unter den Rezitationen, die in der Veranstaltung geboten wurden, wirkte eine Szene an« Zweig« »Rabal nnd Abigail', durch Gründer-« tiefschürfende A»«beut»g wirksam gestützt, besonder« tief nnd eindringlich. . <

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