Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 22 (1916)
- Issue
- 2 (14.1.1916)
- Date
- 1916-01-14
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/6682508-6377563-6450313--0400-4850212- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Misch« v-WMmg. PaMotismls' und Kriegsfürsorge. vrnla», tat janor |9|6. ■bcab batte dq Magistrat Z» L»d« drt Tnsrt ti> »ich ein Fliststcht» gutt» gqtrnküMMk»»!drr Dein, jkdrm Pakrü drinrnrbrn a n. i < a « rsarnilidn ftiftrir» S. P > a c z k k.H k p »< r Kik xs«r« Hfidsc» Zu rinrm grmüllichrn gtgtn 200 G, IdaIr» aelaco hielt jeder der »äste nützlich« G^chense Lngaiveiutz kannte Dank de«' ff tfirrna Leopold Go Id« n r! werden. — Kur Polen» st li tzoauchdar, Gegenstände die Kirmn »ud Ruddls P e I e > 1 d »r s s. Kan Pol» de». 'Woterkoudo! Der strei« Aroustodl ha, t>r Klima Lewy^nndL I o d s uerg e r birrjellft zuaLchst 200 Zentner stiele jun «erkauf in) Sinzeiwengen bi« zu 8 Zenlnau an Bietzdesttzer im hi-fige» streife freigegetzen. wea n dir Bezahlung in Gold etsolgt. «S«. Hfofe». Zu wiederhnlten Malst»fiud r ns si schej n di. jcheGelaageueuach) unlNer Lnnngog« grdrachl ward«,, dem Gotleedienfle drlzuwohnen. Sie find werft Soldaten, die in dir Mulurenschlachl zur Zeit in Gefaagenichast geralen stad und sich der »an nderau« wohl suhle». Sn fiuden Äh auch inlelllgenteLeute »uler ihnen. 8uf eiarmGuie dei stoftslh» waren di« vor knrzem 0 jüdsche Glfgpgene; die find di« aus t (1 Maler und 1 Schneiders dem Hautztlagcr zugefihrl worden. Ganz besonder« der Maler Hai sich die Gewogrilheit der Geäst» zu erwerben geweiht. »« not eiulpen Tagen der Ohemaan, Wucher im Felde al» Ossi, gier weilt, aus Urlaub »achhaus! law. stellte die Gräfin «ed rMaler mit Namen Gras ihrer i Gatte» mit den Sorten Mt: ,Nusfischet SoldalGrns—Shr« di» (Deutsch Gras) Leutnaui non Mwlzyaoki.' — Terselde Grs> »gr« law an einem Frei, tag adend I» die FomUle de« steulmawae« Paul Lewin l» st »ftsch in. RU er die h, nnendea Lichter ans dem Gaddartische stehen sah. «onule er sich der Tränen nicht enthalten, und man.lieh ihn de« stid «sch mit ruthtreu. Sn «er SdendMahlzeü konnle er »ichl lerlnehme», so gersthrl war er. wieder einmal die Seihe de« kchoftda« zu genieheu. — Mro«! Sozial« Melchendoch. '«. Zaaunr. Hulda lohnsche Fadrilstiflung nur de« 7V. Gedurloiage» de« Kadi Mitiohoder» und ithes« der Krrmai dach, non diesem uad seiner Gemahl scher Reich«auleihe gestiftet, deren »ürfiig« und verdiente Srdciter tut odengenaunter Kirm» zur Lerteibt^g dem wurden voa diesem dem Mr dach S0V Marl znm! Besten ftdätv zur Verfügung geftestl. 9*. (jSlistnug.) Sie Hermanotden am Moalag uulählich iildesltzer« Hermann lohn, Gebender Lohn in Reichen-. ilin 20 000 Marl in beut- Zinsen alljährlich an de- Srdeiterranen der Fabrik gelange» solle». Snßeri grftrnl der Stadt Reichensch» llulerftützunglbediirftiger «d^ierreilh. Wie». |k Jjft k| »er |f|flUHrti|n »st- Mtzische» Arcktze» ) All» 28.1«. 3 Uhr nachmittag«, verrammelte sich in vek Löhn«ng »s OderradbrnerS aus Hufi Herrn Jsak B. Thumim. Setz. Wifti. L Bez.. Skephanieftraße - 8. eine große Anzahl Ratzdtner Und geachteter Bürger aus Galizien und der Bukowina zweck» Grüudung ei^ Komitees zur Lösung »^gegenwärtigen ostjunfche» Kragen. Bei dieser Belsammluug präfisierte Herr Oderrabdiuer Thum«. Rach längerer Debatte wurde ein Kom tee, bestehend aus folgenden Herren bestimmt: Großradtziner llscher Horowitz, Krakau tPrsfibeut). Ode:rabbir-er PrrckasR wett. Zolkre» (Vrzepräfideoy, Oderrabbiner Jsak v- Thumim. Hast (2. Vizepräsident und Kassier), MarküS Halpern, Wien (Sekretär), Rabbiner Ehaim RuchimHstlderstam. MoSciSko/Samuel Eder,Tarnodrzeg, Rabbiner Kalman Zuckermann. }allonoD und Markus Schm arz.Krakau. Auf Bef -laß der verfammelteu »urde er» ^uldiguagstelegramm an den Kaiser gerichtet. Auf diese« Telegramm erhielt Oderratzhiner Thumim ein Danktelegramm aus der kaiserl. Kabinetskauzlei. Km 3Ullt»*t*ft«a»l»«t Mt de» MiNtärgericht i Der .Lnrjer'codzienuy* berichtet: Zs. Rak ... aus Viala, 28. Jahre alt, Later von acht Krädern, legte der Bezirtthauptmamrschaft in viala cm Zeugnis über die Ablegung der Radbiverprafaag tot, das von den Rabbinern in Tarno» und Brody ausgestellt »ar. Auf Grand des § 28 »es Wehrgesetzes wurde er »yn der aktiven Dienstpflicht befreit. Einige Zeit darnach d«. gab sich R. ... tn das okkupierte Gebiet des Kön,gleiches Bolen rmb trieb hier Wollhandel zwischen den Orten Mieibow und Biala. AlS das Kreiekommando erfuhr, daß R.'. . . angeblich Rabbinatekuodidat und aus iefem Titel vom Militärdienst befreit fei, ließ es denselben zur Dezirkohauptmaaaschast m Biala vbrrsühren. Letztere anaullie^te den »ilirärischen Ent- Hebvageakt und ließ R. . . . der Musterungskommisfioa vor» sthren. Obwohl nun dienstuntauglich erkaaat, wurde er der UebertretaaA des ß öö des. Militärgesetzes aageklagt uad hone sich lvesbezuglich vor einem Militärgerichte zu verantworten lDtllkbrliche Anmaßung des Titels „Rabdiaatskondidal^ zwecks Befteiung vom mttitärischen Dienste.) Der Miliräraatläger Rittamster Koscicki behauptete, daß pch der Begriff eines Ecelßörgers mir de« eines Händlers nicht vereine» laffe. Der jaie bochverständiger eiavemo«»lene Festuvgsrobbiaer Dr. «Linsderg vvn Krakau stellte zunächst fest, daß mangels eines Unterstützungsfovbs für Robbinalskau di baten' letzter« vielfach gezwungen seien, sich um ei»e» Erwerb umzusehen. — Zweck« Feststellung, ob der Angeklagte den Talmud beherrscht, fand in Gegeuwan des Gerichtehofes eine formelle Prüfung statt, wobei der sachverstäudige Rabbiner di« Kragen in hebräischer Sprach« richtete. Das Gutachten lautete dahin, daß der Aageklagt« ein gelehNer Talmudist und geeignet sei, ein rubbtnisches Amt zu bekleid«. Das Militärgericht unter Lorßtz des Hauplmavues Sa»url Stock» sprach de» An.- aektagtea »ou b^r Schilderet und wurde dieses Urteil v»N.»stä»dige« Komsusubame» bestätigt. (Blochs bst. Wschsche.) Kt» jüdisches WatH»ch. Zu diesen Tagen wurde dem tntematto»alen soz. Büro im Haag eine Schrift überreicht, die große Beachtung verdient. Das Bür» der Poale Zion hat eine Sammlung von Dokumente» über die Lage der Juden in den kriegführenden Länder» mit einer begleitenden Denkschrift überreicht. Es ist die erste Sammlung dieser An, wenn auch die Herausgeber i« Borwort bemerken, daß sie nicht lückenlos ist. Sie enthält wertvolle Dokumente und Kundgebungen die in dieser Bollstäudtgkeir und lleberfichtlichkeir noch nicht vor, liege». Der erste Äeil der Sammlung ist .Rußland und die Juden* be-nchuel. Er enthält eine Reihe vou Lerfügungen des g r o ß fü r.stä i ch e n Generalissimus uad seiner Unterführer, die den Zweck hatten, die Gesamtheit der Juden Rußlands und Galiziens (zur Zeit der Okkupationoffiziell des organisiertes Lerrats an der rusfi. scheu Armee zu beschuldigen. 'Die Legende sollte einerseits die jüdische Bevölkerung der Willkür der.Soldateska preisgeben und die buchstäbliche Ausrotiung der Juden im Gebiete der Operatiousarmee einleiteo und zugleich die fortgesetzten Rieberlagco der Heeres rechtfertigen. Es folgen die drei bedeutendsten Rede» über So- Martyrium der Juden Rußlands, die vou der Tribüne der Reichsduma^gehvlten wurden. Die groß angelegte Rede vo« Kriebmann und die bemerkenswerten Ansprachen von T s ch ch e i d s e und D s u l i n S k q enthalten einen Bruchteil der bekannt gewordenen Tatsachen von Grausamkeiten an den rosfischsu Juden. Der j 2. Teil der Sammlung ist den Beziehungen von Juden und Polen gewidmet, und der 3. Teil charakterisiert die Lage der Juden in der Türket bezw. i» Palästina. Die Poale-Ziou richten einen Appell an die iuternationale Arbeiterschaft, zur Judeufrage im Lmne des nationalen Seldstbeftimwuugsrechts Stellung zu nehme» und durch Schaffung einer jüdischen Sektion ihre Achtung vor der natiouoleu Judividualität der Juden zu bekunden. Unter dentscher verwaltnng W«r><«». Herr Ledln-Epstein, der SchntzMiifte, des awerckavifchen Hilfskomitees ftfr die jüdischen Opfer »es Krieges, ist. wie in vor. Nr. gemeldet, cingetroffea. Di^ ganze jüdische 'Preffe begrüßt ihu fteudig. Er hat den Auftrag, sich übe: dje Verteilung der vsn dem amenkanischtn-jüdischen Hilfskomitee kürzlich an ein Darsck auer Komitee nberwie'eucn 500.000 Mark zu orientieren und l ber die ökonomische Loge »it Juden in Polen eine» Bericht m bas jüdische Hilitkom"" iu den Vereinigten. Staaten zu erstatten. Er ist der erste amerikanische Jude. der. mit apsreyhenden Vollmachten ausgestattct, während des Krieges nach Polen gekommen ist. 3Pc*f4*«. Rsch der Gemeiude-Statistik fanden im Jahre'ldlb 8149 Beerdigungen statt, t» I. 1914 6118, im versioffe«eu Jahre affo etwa 2000 mehr ober 33'/,*/, mehr oder ea. 24 an eine«. Tage, wenn man Sabbate uud Festtage, au denen Leerdignugen nicht stattfinden. abrcchuet. ZAurscha». An der ncneröffneten polarfchen Universität dozieren zwei jüdische Profefforen: Samuel Dickstein für höhere Mathematck und Marreli Handel^maAn für neue Geschichte. ZAarscha». Die Aendetung politischen Lerhältaiffe m Pole» übt auch religiösen Einfluß aus. In Warschau find i» Jahre 1914 siebe» getaufte Juden zum Judentum zurückgekehrt, nämlich 4 Männer uob 3 Frauen; 2 waren katholisch, 2 evong^ifch uad 3 ruffisch-orthodox. I« Jahre 1915 find bisher 8>zurückgekehrt, 4 Männe^ und 4 Frauen: 5 waren katholisch und 3 rufftsch-onhodox; unter ihnen befindet sich , eia Militärarzt. Mendzi». Die Einwohnerzahl betrug vor dem Kriege -0,000 Personen, darunter 30.000 Jude». Gegenwärtig find nicht «ehr als 18,000 Personen zurückgeblieben. Der Krieg har besonders in der Lage der jüdischen Handwerker eine Verschlechterung herbeigeführt. Die Vohltätigkeitsgesellschaft unterstützt etwa 850 Familien, von denen die Mehrheit dem Handwerke»stand angehör:.., Der sanitäre Zustand der Stadt ist kein guter. Die Bohnimgsverhältniffe find jämmerlich. Infolgedeffeu herrschen verschiedene Krankheiten, besonders Tuberkulose uud die englische Krankheit unter den Kindern. In Bendzia gibt es ein besonderes jüdisches ,Speisekomitee*. Die gesamte Hilfsaktion wird von der Wohltäligkeirsgesellschaft geleitet. Gleich nach Kriegsausbruch wurde die Stad: in 30 Bezirke eingeteilt. Jedes Revier unterstfht einem besonderen Bertkauensmann. der für die Bedürftigen seines Reviers zu sorgen hat. Lvtzz. VotLrüüche» »ud KeeßuLe» find die social hervorragendste Einrichtung für die arme jüdische Bevölkerung i« Pole». Bei der Eröffnung der erstrn Därmeüube und Tee-Holle iPolnedwowa 36) wurden 1000 Glaö Tee ausgegebe». Die »ene Krdeiter-Küche im Arbeiterhei« verteilt täglich 800 Mittag-Portioneu. Dos Küchen-Komüee versieht alle Volks-Lüchen mit Petroleum. Im Monat Dezember find in allen Arbeiter-Küchen 310606 Mittagbrote für Geld uud 47464 umsonst verteilt worden. tügUch 12150. Nach dem Tätigkeits-Bericht der Hauptverwaltung der Volksküchen derHandwerker-Dereine find seil der Eröffnung dis zu» 1. 1. 16 2074143 Mittagbrote vertttlf worden, davo» 295000 urientgelttich. £•*}. Am 4. u. am 7. I. fuhren vom Kalischer Bahnhof hundert jüdisch« Arbeiter ab. welche dadeutsche Arbeitsamt für öffentliche Arbeiten in Polen gedungen hatte. Wiüttz. Gefreiter Vax Thiele schreibt von der Inbefitznahwe der Stadt Dilna durch unsere Truppen u. a. ,Rur die jüdisch« Bevölkerung, die tagelang ihre Behausung nicht »ehr hatte verlaffen dürfen, atmete «leichtert auf.* — ln einer andere» stelle spricht er von der Anpreisung der Lokale in der Stadt. Die schönste Reklame glaubt zweifellos ei» Händler i» de» Bnkaufsstänbe» bei« Hauptbahnhof zu »achen, der Wurst und Semmel» verkauft und deffeu Fftmeaschild iu blaue» uud rote» Leitet» folgenden BerS zeigt: * So öentsch die Flagge weht Da hat es keine Rot Hoch bleib« stets in Wilna Die Flagge Schworz-Veiß-R»t. Uud darunter nichl als der Ramen des rusfifch-jüdifchev Händlers. Jeder LArbeikommende betrachtet daS eigenartige ReklameschUd mit der tieffinmgca Aufschrift — uad der Manu macht sicher sein Geschäft. Ur. 2 De« Mer1a»b der Deutsche, Aude« ist die Erlaubnis erteilt worden, zum Vesteo der »Jüdischen Knegsiürsorge für Elsaß.Lolhringen' im GroßherzogUl« Sachsen Sammlungen von Geldspende» >urch Aufruf zu veranstalten. vir Zoftr» i» iturlaid. DaS kurländische Judentum ist ein in sich geschloffeuer und selbständig zu erachtender BolkSteil. man darf es aber doch in gewiffem Sinne als deutsch ansprechen. Solange die Juden das aktive und passive Wahlrecht zu den Kommunen halten, wählten und stimmten ste mit den Deutschen. ES war eines dcr Mittel der Rusfifizieluugepolitik. den Deutschen diese Stütze dadurch zu entziehen, daß man den Juden das Stimmrecht nahm und nur noch präsentierte und vom russischen Gouverneur zu bestätigende jüdische Benreter zuließ, deren deutsche Gesinnung und Abstammung, freilich die gleiche blieb. Die Jude« find an Zahl ungefähr den Deutschen gleich, ihre Sprache ist guch nicht das polnisch-russische .Jiddisch*, sondern ein reineres verständlicheres Demsch. Das kurische Judentum hat auch das Gefühl der kulturellen Ileberlegenhett über das russische uud blieb ja. da die Freizügigkeit nach Rußland oderauchuarnach Livland nicht bestand, ein in sich geschloffenes Volkstum, das! sich iu ähnlicher Lage wie das Deutschtum befand. Es henschte viel Zusammenhalt und starke Geschloffenh«k. Al6 z. v. die Russen vom Memeter Raubzug nach Libau zurückkehrtea, verbot der Oberrabbiner in der Synagoge seinen Juden, etwas von der durch Mord und Plünderung zusammengckommenen russischen Beute zu kaufen und^as wirkte so stark, daß die russischen Soldaten goldene Uhren für einen Rubel an die lettischen Lauern verkaufen mußte», um Gelb zu bekomme^. Und als in dcv Gegrud von Talsen dar Gut eiueS reichsdeutsch gewordenen Deutsch.Balten von den Raffen beschlagnahmt wurde, aiud wertlosere Gegenstände des voa den Umwohnern. Deutschen uud Juden, inzwischen großenteils weggebrachten und zur späteren Rückgabe an den Besitzer aufdewahrten Mobiliars' versteigert werden sollten, da waren zwar über 100 jüdische Kaufleutq und kleine Händler anwesend, aber keiner öffnete den Mund zu einem Gebot. .Wir hatten uns verschworen, nickt zu dielen", sag'en sie später. ,und wir hätten den verprügelt und geächtet, der es gewagt hatte, anders zu handeln.* Die Juden erfreuen sich in Kurland durchweg guter Achtung, sie gelten, von ganz genngen Ausnahmen abgesehen. als ehrlich, rell und anständig in Handel und Wandel Sie sind Groß- und Kleinhändler und spielen eine ausschlaggebende Rolle in manchen Gewerben uuo Handwerken, wie der Schneideret. Au' jedem Gute gibt es.Hof-Juden*, ohne daß man uurer dicfevr Worte etwa einen klcioen verächtlichen Nebeuklsug vermuten dürfte. Das Gut liegt etwus abseits vom Verkehr und bat Bedürfnisse, der Jude sorgt in feiner vom Gutsbesitzer ihm überlaffcnen .Bude* für den kleinen Bedarf an Kolonialand Lchrelvwie Schnittwaren, cr handelt auch mit Schmuckgegenstänoen und fährt mit seinem Wagen regelmäßig zur Stadt, um besondere Bestellungen auszusühren, Sie thm Gutsherrschast wie Bauern und Kneä^e auftragen, er vermittelt den Getreideverkauf usw. Ich sprach gar manchen Gukedefitztt und vor allem deren Frauen, die mit großer Änerkenuuug ihrer Hofjuden gedachten. Die Jude» waren politisch radikaler -als des konservative Deutschtum, dem trotz aller Ruffenpotirik der Gedanke der Loyalität uuo der Treue zum russischen Herrscherhaus tief im Innern wurzelte. Der Jude dachte zu sehr an die schändliche Bedruckung seiner Glauben-- biüder in Rußland, als daß solche Gefühle seinen Haß hätten beeinflussen können. Er war revoluttooär uad radikal. Er sah in der Revolution deS Jahres 1905 die Befreiung uad die Zukunft, vud er beteiligte sich daran ganz zweifellos auch mit hohem persönlichem Mule, mit Menschen wie mit Geld. Daß sich diese Revolution dann so stark gegen das Deutschtum ustd die Gutsbesitzer kchrtc. konnte er nicht ändern. Aber der dadurch geschaffene Gegensatz verschwand doch sehr rasch wieder in den folgenden Jahren des gemeinsamen Kampfes gegen das Russrntum, und wo Stachel zurückgeblieben waren, da find sie ganz allgemein durch den heroischen Auszug der Juden j dei der. Vertreibung im jetzigen Kriege beseitigt wordeni Die whhre Heldengröße dieses Auszuges hat einen tiefen unauslöschlichen Eindruck auf den deutschen Bürger und Edel-, man» gemacht, und wo man heute vom Juden spricht, geschieht es m khriicher Bctrüburs. daß dar tüchtige und solide Handelselemcry fehlt una dem Lande dadurch großer Schaden evtstanden »st. Dr F r i tz D e r t h e i m e r. Kriegsberichterstatter. Wissenschaft. 6»statt für sie Miffeuschaft de» Iade«1»«». Wie jnteo veranstaltet die Lchraustalt für die Wiffen- Zubentums auch in diesem Juhr« eine Reihe von r. Der Erttag ist für den Sripe»dieafoud bestimmt, ll für die vom Kriege vettoffeneu verwendet werde». Die jListe der Vortragenden weist wieder hervorragende Name» auf. Am 10. l. rezrtieri Prof. Emil Milan »aus der Bibel*, 24. I. lieft Privatdoz. Harry Torezyner (Wien) über den .Ideengehalt der hedrätfchen Sprache*. 7. 2. Bidllath. Heinr. Loewe über .Jüdische Sprachen und Mundarten*. 21. 2. Schriftft. Georg Henoavu .Aus eigenen Werken*. 6. 3. Radb. Pros. Dr. Siegm. Salfeld (Mainz) über .Welt und Hauder deutschen Juden im Mruelalter', 13. 3. Universität-Pros. Ernst Caffrer über .den deutschen Idealismus und das StaattprabltM*. Die Borlesungen staden in der Aula der Lehranstalt, Arlffleriestraße 14, Montags Abends 8 Uhr statt. Etntaßkarttu zu 5 M. für den ganze» Zyklus, zu 1 Mark filr I Porlesnna bei H»sj»welier Enge» Marcus, fl. d. Li»öen 31, Sett. der Lchumst. u. a. Ging. i. tz. Saal.