Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 21 (1915)
- Issue
- 26 (25.6.1915)
- Date
- 1915-06-25
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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. 3tttfdK Poltsyttm- Hr. 26 $nmtrcid). Tie fnatMf4< Regier»»« »erbot bi- Haauttzabe de« .Sctatre', der i» Rizz» aschie». »eit tan» kürzlich ein- Reih« anlisemtstschn Artikel veröffentlicht wnrde. PrtßrUi Hb •Ibak.) I» Ostend London« wird jetzt besonder« durch die Herstellung von Uniformen viel Geld gemacht, »der di« zumeist au« Rußland riagewanda. ten. vom I»gc»an»le» .Schwitzigste»' «»»gedeuteten jüdische» Arbeiter haben trotz da heutige» Allianz Grohdritaanient mit dem Reiche da Pogrome ihr« Leide» im La»de de« Zare» noch'nicht vageffen Die Juden dürfe» ihre» tiefe» Adfche» vor dem Bündnis Themsebadei« mit da Rewaftadt nicht offen ünheni; «a jedoch näheren Einblick in die Pahiiltnisse de« Eastend gewinnt, der makt tald, wie tief die Erdittanng gegen Ruhtand geht. Den ruffiichen Lerfprechen wird nicht im enlsn»testen getraut. Daher geht e* mit dem Rekruten- »ab«» im Osten London« sehr flau. Da .Kchmekztiegel' »ertöte». ,Az Eft' meldet, daß die Aufführung diese» bekainle» Schauspiele« non Za»,will, wegen da darin enthaltene» Darstellung von rusfischen Inden, veisoigungen. in London verboten wurde. SMofrtto. jteotschar-zstogr«»« Da« Suttti de« jüdischen «arou« George »du in Joha»ui«burg wurde bei de, Aueschreilunge» gegen die Deutschen gestürmt und zastbrt. A»rrUa. Zmeriü»»lfch-r»fstfcha La»d«l»»ertr»g Da amerika- »tsch-iusfisch« Handelsvertrag ist bekanntlich seinerzeit von de» Vereinigten Staaten gekündigt »nd nicht wieda anenat worden, »eil die r»sstsche Regiaung sich »eigate, jüdischen Birgn da Laeinigten Staaten anddrückllch i» eiae» neue» Handelsverträge die gleiche Behaudlung io Rußland zuzufichau, wie Andeaglüudigen, indem sie darauf vazichten sollte, eiae Angab« über du» Gianden«deke»»lni< eine« amerckauischen Paßiuhader« in de» vo» de» rujfische» Konsuln zu »ifiere»d«» »u«. - lanbepüffen »ach Ruhland zu verlangen. Da neue Handel», entwarf, aber den man jetzt zwischen Washington »nd Peter«. bürg »ahandelt, dehandeft aba diese Pahftreilstaae garuichl, so daß die Behandlung amerikanischer Jude, in Rußland die Sleiche entwürdigende wie bi«ha bladen würde. Prüfident Zrlloa und sein Kabinett find also von da zarischen Judeupolttik m»tia zurückgewichen. Ob da« amerikanische Parlament auf seinem früheren Standpunkt in dieser Frag« verharrt, muh man adwarten. _ Schr«te»»tzerrschaft btt Baffe« i* Mijiei. Hlmfstsche AudenvafvägUMgae i» Ost^rlizie». .Raprzod' entnimmt, de» i» Lemdag erscheinenden ofstzielle» russtsche» Platte .Lwowvkis Bicnftnik', daß rn Lemberg »nd i» Ost- Mllizien gegenwärtig die Juden »on de, Russe» arg verfolgt werden. tagtäglich, nomeuMch in Lemdag. Waden viele 2»»«» ve, haftet. E« trifft die« »eist Arte», die z» Handels- Zwecken au« Ruhland »ach Galizien gekommen waren. So wurden in Lemdag a» einem einzigen Loge 21 Juden va» verhaftet. Alle Verhafteten wurden zu ll Monate» Arrest and z» 3000 Rudel Geldstrafe verurteilt. Rach verbühta Strafe wnden die Zudar wieda nach Ruhlaud verschickt. Die Jute» werden da Spionage deschultigl, doch wird desürchtet, dah diese Judenverfolgungen »m den Zweck haben, um für Juden» pogrom« I» Ruhland Stimmung zu machen. PU russische» Martare». Ein au« Ezanowitz »ach Vien gereister Har erhielt von seina dort verblieb«,«» Lochta zwei Postkarten vom 23. und 24. Mai, in welchen die Fra» in einer Reihe von privaten Ritteilnngen die Tatsache bestätigt, dah die Rüsten durch Portreibe» wehrloser Krauen u nd Linder smoie alta und hilfloser Männer vor die Front ihren Angriff zu maikiaeu suchte, uud die Zioilbevtlkcrung als Deckung für ihr Vorrücken benutzte». In da einen Karte wird Mitteilung gemacht, daß ei» in Walawa, Bezirk Kotzma», ansäsfiga Echwaga mit einem sechsjährigen Kind« gesund in Ezanowitz eingettoffen ist. Dann heißt e»; .Sie e< gekommen ist? Durch ei» Suuda »ud infolge da russtsche» Barbarei. Sr und viele ander« Jude», Frauen und Kinder, wurde» vo» den russtsche» Barbaren in die Front gestellt und vor de» Truppen unsere» Soldaten entaegengetrieben. Darunter Ware» Kinda, «on zwei Jahren augefangen, die zu Fuß lausen muhte». Sinn Mutta, die ihr llkiud singen wollte, wurde die« unta Peitschenhiebe» verböte» »nd ste wurde mft den andaen zusammen in de» Kugelregen getrieben, wobei sie von den Rüsten beschimpft wurde. Laut betend, die Sterbegesänge schreiend und mit dem Gebete ,Hö» Israel!' zogen die Unglücklichen dem Vaderben entgegen, da« Ihnen durch da Fand« teuflischen Plan von den eigenen Freunden bereitet «ade» sollte. Aba Gott erhörte ihre Gebete und ihre, Hilferuf. Aus dem einen Flügel wurde unsere» Truppe» durch eine» Aliega Kenutni« »on dem Wesen da haannahende» Gruppe gegeben »nd diese wurde nicht beschaffen, sondau in den Schützengräben freundlich aufgeuomme» uud i» Sicherheit gebracht, aus dem andere, Flügel wurden zwar die hilflosen Opftr einer verruchten Kriegführung »uta Feuer genommen, dvch erkannte man auch hia, um wa« e« sich handle, bevor e« rin Opfer »uta den «ehrlose» gegeben hatte. So konnte» dank da Hilfe Gotte« di« Unfrigen au« da Gewalt da Barbareubefrrit wade,.' Ans da zweite, Karte teilt die Schreiberta mit, ,dah ste au« Walawa schlimme Rachrichteu habe. Di« EI« Zivilbevdlkaung, ohm lluterschied de« Alter«, de« Wechte« uud da Re>igi»u«zugehörigkeit sei in da gleichen ie, wie e« oben geschildert wurde, Mn bei Rüsten vor dt« Front gestellt worbe», damit sich die russtsche» Truppe» unta da Deckung diesa Wehrlose, de» »eg freimache» könne, »nd i» unsere Linien riudriuge».' .Die Uasrigen', heiht e« bau», »stnd aha auf diese« Mauöva »oebaeitet uud schiehen sehr Mrfichtig, s» dah de» »»«gesuchten Opfern »nta da zivile» Bevölkerung nicht gefchieht.' Vom Kriegsschauplatz. 8raka, Id 26. 3ni Mö Aus Alzeoza» Während da Besetzuug durch di« Russen wurde Kaufmann Schiff vo» betrunkene» Kosaken durch Beilhieb« und Plstoleufchöffe ermordet. Da Ermordete ist da Hauöbesttza und Inhaber eine» Weinausschanke« in da Lembagerstrah«, Wols Schiff. Zu» Knialp». I« Tage nach Besetzung der Stadt führten die Raffen sämtliche «000 jidssche» Einwohner Snialtzn« ohne sehen Srnnd nach Rorde». Seihst Greise, Frauen. Wöchnerinnen uad Stagliuge wurden mitgeschleppl. Auf dem Wege find 7 Person«» de» furchtbaren Mißhandlungen durch die Losaken uud den Strapazen erlege». Hia haben die Raffen 50 Häuser ringeäschert A» LorodarÜa haben die Rnffeu di» znr Befteinng der Stadt noch »lrl schlimm« gewütet, als in andan Ortschaften Malicen«. Sämtliche Häuser und Läden da Juden wurden schon nm ersten Tage de« Ruffenrinbruche« »»»geplündert. Bald daraus gingen di« »risten Häusa der Jude» in Flamme» auf, woraus da Kommandaat da rusfischen Truppen in zyni» scha Weise dea Besehl ateille, ihm diejenigen Inden, die fich da Brandstiftung schuldig gemach! hätten, vorzusühren. 8« wurden mehra« Juden vargesnhrt, zur Todeäftrase »aurlrilt, uud gleich daraus im Kasein eine« rusfischen General« und unler MufiMäuge» aus da Straße hingerichtel. Küole »uta da Bon geldrnbbtaa ve Kofenak. Skale liegt an da Estenbabnlinle Lavoeae—Llrhj—Lem. dag; et hol hat 7000 Einwohner und war srüha rin ganz nette« Städtchen. Die Rüsten hielleu sich 7 Monate dort aus. E« war da Sitz eine« russischen Divifiontkommando«, da Chef de« Kvmwando« hirh Baron Brinckea. Diesa entstammt einer deutscheu Familie. Jnfolgedeffe» fürchtete» die Rüsten, a könne ste au die Deutsche« verratrn uud ließen ihn ständig oon einem ganzen Stab Geheimpolizisten bewachen. Wer durch Skale spannen will, muh starke Rervea haben. Bo» Ungar» kommend ist der erste Anblick die vollständig nieder. gebrannte riefeagroße Sägemühle de« Baron Groedel »nd da« schon bei da ersten Invasion da Rüsten zerstörte and nieda. gebrannte Kastell M Baron«. Sämtlich« Röbel an« dem herrliche» Kastell haben ste mitgenommen, sogar die Bänke im Garten herantgeriffen. Außerdem suchten ste auch nach Geld, and »ach einer Basto» sollen ste in der Wandverschalung 30 000 Kronen 'gefunden haben. In da Stadt selbst ist. abgesehen von Schmutz uud Misthaufen, kein gkaha Schnden angerichtet. Unmittelbar vor dem Autzaae zündeten ste die Stadl an 4 Stellen an, aber die we- »ige» Bewvhna waren vorbaeiiet and wendeten rechtzeitig die Gefahr ab. Die Stadt ist übrigen« so, al» wäre st« äns höheren Befehl plötzlich »uägestortea. Freilich find seit dem Adzag« da Rüsten erst 4 Tage verflossen. In da Hauptstraße befindet stch ei» sogenannta Markt, platz, auf dem früher ein r«er Marktvakehr gewesen sein mag, jetzt stehen häa nur 2 al« Baracken, in denen Schnap», Zucker und fchueewrihel schmackhafte« Brot »akanft «ird, ähnlich dem In Tornow. In da Straße keine Brieuchtnng, die Raffe» haben alle Azethienlampe» zaschstigeu. Zu da ganzen Stadt kein einzige» Hotel, kein Gasthau«, keine Uutakuuft. Kaffeehau« ist ei» umuöglicha, unerreichbarer Wunsch, Man firht keine Bürg» i» de» Straße». Biele find geflüchtet; die Juden haben die Raffen allesamt «itgefchleppt. Manche haben stch indeffen in den Keller, und «aldunge» »erborgen »nd sind so da rufstfchea Gefangenschaft entronnen. Dies« berichten, daß di« Raffe» ste ständig gepeinigt, zur Straßenrestrignng uad Schützengräben. Arbeiten gezwungen haben. Da Etadtkommandnnt, Leutnant Konna», hat ste selbst mit dem Knüttel aagetrieben. Eia an> baa Kommandant, namen« Kulickq, »asetzle ans offena Straße eine» Juden Glnttstein 50 Stockhieb«, weil a ihm für eine» Radel nicht 3 Kr 33 Heller gebe» wollte, nackdem da« Kommando sridst nur 2 Kr. 55 Hella festgesetzt hatte. Die sämtlichen Geschäfte haben ste geplündert, die Wohnnngen dagegen nicht arg zerfttrt. Da« einzige Geschäft, w«lche« unberührt blieb und durch die ganz« Zeit da Ruffeaherrschaft geöffnet biied, ist eine Apotheke, die ste merkwürdiger Weise i» Ruhe ließe». Da Apotheka, Joses Hafner. dient zurzeit im österreichisch-ungarischen Harr iu Piotrokow. Die Raffen wußten davon und ließen den Leita M Geschäftes, einen jüdischen jnugen Mann, »amen« Joses Ehrlich, dennoch in Rahe, ja ste erlaubte» ihm sogar, au« Moskau und Kiew Medikamente haheiznschaffen. Diesa junge Mann »erstand es geschickt, fich bei den Ruffen beliebt zu mache». Die Ruffen lebten ziemltch gut und sröhlich in Skole. Alkohol war streng »aboten, aber da« Labot wurde nicht streng befolgt. Die Soldaten bezahlten >5 Rudel für einen Lira Spiritn«. Die Offiziere vaanstaitelen öfter« wild« Zechgelage. ste bezahlten für eine '/« Liietflosch« Eoguak bei der Firma Bacst,«k? In Lemdag >8-20 R. Biele Halbweltdamen halsen den rnsstschen Offiziaen die Langeweile vertteiden. Die asten Auzeichen ha Flucht zeigte» stch schau am l I. Mat. Am 12. uud 13. htett da A»«zug au. Am 14. morgen« 3*/, Uhr kamen die asten beiden deutschen Radsahra in da Stadt an. Gleich htntaha drei di« via bniltene. Um 5‘/, Uhr kamen schon sechzig Berittene durch die Stadt. Am >3. nachmittag« halten die Russe» a» 4 Stellen Feuer angelegt (wie »de» erwähnt.) Die Strrichholzsnbrik brana« ganz nieder, 25 Ladungen Echweseiftreichhilza explodierten Außerdem verbrannte, ste lü0 Eiseudahniaduugen Heu, sehr viel Haser and Petroleum. Bar dem Auszage richteten ste folgende Auffor- »aung an da« Bott: .Kommt mit un«, denn dl« Ungarn und Deutschen werde» euch alle töte».' Rach diesa stnnreichen Aufforderung zogen ste ad. Die Juden hatte» ste Ich», an de» vorhergehende» Tagen fortgeschicki. Da während de« Kriege« gewählte Bürgamelfta verbarg fich 2 Tage, da »an ihn auch suchte, nm ihn mitzunehmen. Bürgameifta De. Vladimir Zuzeckh hat treu in da Stadt ansgehalten. darum zürnten ihm hie Russen. Da kaum 2Kjäh< rige Bürgermrista Irgerie beständig dir russtsche» Osfiziae. indem a ihuen da« bekam»« Witzblatt zeigte, in welche« di« Photographien sämtiicha Regenten z» sehen find mi> da Ans. steift: ,Wa wird sieget, Wen, da« Blatt nach testtmmla Angabe zusammengesegt wird, erhält man die Antwort. Denn an« den Photographien »geben fich »nr zwei Bilder: Franz Joseph und Kaisa Wilhelm II. . . . Skole ist keine tote Stadt mehr. Die Geschäfte werden allmählich gebffnet und alle« wird bald beim alten sein. Jetzt steht man deutsche und tsterrrichisch-uogarische Soldaten durch die Straßen promeniaen, mit denen die Bevölkerung stch haziich freut, den, ste miffe, alle, daß die vndüadeten Truppen ihnen die Sichahet, und die Ruhe wieder zurücknoberien uud doh dies« ihnen die Wohlfahrt für die Zukunft sichastellen. Suhland. Pa Ausammeutzruch im Juua». Hketervlnrz. 18. Juni. In Erkruntni» der Unfähigkeit ihra Organe und unter dem Eindruck der unaufhaltsamen Rtedeilagen der letzten Woche» fügt stch die russtsche Regierung den Beschlüsten de« kürzlich hier abgehaltenen Kongresse» der Vertreter oon Handel und Industrie. Wenn ci auch den russtsche, Zeitungen verboten ist, über die Bahaadlungen diese« Kongreffe«, die eine 0 r r n i ch t e n d e Kritik da Regierung bedeuten, Einzelheiten zu berichten, so steht fich die Regiaung selbst jetzt doch genötigt, mindesten« die Resolution de« Koagreffe« durch die amtliche PetaSburga Tclegraphen-Agentur zu veröffentlichen. Ausdrücklich wird aus die bisherige schlechte Organisation im Rücken da rusfischen Arm« hingcwiesen. Dah die Regiaung solchen Borwnrs etnsteckt und sogar selbst verbreitet, beweist ihre Riedergeschlagenheil »ad azwungene Rücksichtnahme aus die eidittate un» verzweifelte Stimmung im Volke. Daran« aflärt fich auch ihre Zustimmung zur vorzeitigen Einbausung da Duma und zur Zulaffuug Set vom Kongreß gewählten Komitee« zur Mit- Häutung uad Konttolle da Regternagltätigkett. Charasterifttsch ist sana, dah die rujfische Regierung auch in den recht«, stehenden Parteien uad Kreisen keine Vaieidiga findet, und daß alle Parteien ausnahmlo« fich sür Beteiligung der Lolk«- verireter an da RegierungStäligkeit ausgesprochen haben. Sogar dir .Rowoje Bremja', da« eigentlichste RrgiaungSorga», zeigte, zum astenmate seit Kriegsausbruch, weih« Flächen im Lritarittei über innere Aagelegenheite», woraus havorgeht, daß die Badammung der Regiaung seitens der gesamten öffentlichen Meinung vollständig ist. Wie an« rusfischen Zeitungen hnvorgeht, weinten die anwesenden Kongreßmitglieder bei Schildauug de« entsetzlichen Elend« der rusfischen Armee, die da von der Front zurückgekehrle Moskauer Grohinduftrielle Rjabuschiatki mit furchtbaren Einzelheiten stab. In diesen Kongrehverhandlunge» war auch charakteristisch, dah der Regierung und den Mitilärdehäröen offen der Vorwurf gem acht wurde, sie hätien zur Entschuldigung ihrer Uasihigkcit und der Mihersolgeder Armee i» den Juden de» Sündenb 0 ck g e s u ch I und seien daha zu der unnhdrie» finaiose» Plötzlichen Aviwrisuug von hnndattauftaden »on Inden au« da Gegend de« Krieg«schaupiatze« geschritten, wvdurch die vawoaenhrit da iansren Lage noch gestrigen wurde. Der Kongreß protestiate gegen diese Ausweisungen und vnlangte ihren sosoriizcn Widamf. Hlusstsch« Evrrupti«». Rusfischer Tee und rusfisch« Korruption haden ein uvareichbare« Aroma; die beste» Qualitäten beider gede.hen — trotz allen Rachahmungen — doch nur im Reiche de« weihe» Czaren. Da hat man Brüder Arinberg, die jüdischen Grohexpvrteure »ahaftet unter der »nflage. dah sie an Deutschland geliefert hätten. Die Huliganpreffe ging darob gegen die Juden, allein e« stellte fich heran«, daß da General Miasojedow an diesen Geschästen mit hohen Be- Irägeu beteiligt war. Er muhte fich barits vor Jahren mit dem Oftobriste, Gutschkow dnelliaen, weil ihn dieser eine» Baräter nannte. Rach dem Duell reichte er Gutschkow die Hand, welch« dieser mit den Worten zurückstieh: ,Gnem 8er. räta reiche Ich keine Hand.' Trotzdem wurde a bei Beginn de« Kriegeszum Ehes da Aeld-Gendarmerie ernannt. Seiueverhastung erregt natürlich in Petersburg groß« Sensation. Man erzählt dort, daß auch Geoaal Sievai mit Rennenlamps zugleich in Untnsnchung steh«. Man schreibt ihm nämlich eine» Verrat an die Deutschen bei de» masurischen Seen zu. Jn Odeffa erzählte man fich offen, daß die Ackermnnn'schea Truppen nicht an die Front gehen werden, da man zu diesem Zwecke die ganze Leitung bestochen hätte. Zufolge on enormen Balufte an da Arvnt wurden aber die Kommandanten .konttaftbrüchig,' uad die Ackerwänuer muhten an dir Front. Die Ackamänner »da wußte» wa« zu tun. Eie ergphen fich ohne jeden Widastand. So erzählt ganz Odeffa. Di« in Pan« erscheinende rusfisch-sozialistische Z-ituug ,Myt>', welche solche Vorgänge zu enthüllen bestrebt war, wurde von da sranzöfischen Regierung fisttett, Drvtzende Hfvgrvme. Ein in Sofia weilender angeseheua Raffe ahielt von leinen Bawnndlcn in Rnhland rinn, Briri »il dem dringenden Rot, »ich! nach Rußland zurüHnkehrea, weil dort große innere Unruhen erwartet wade». Rach der Räumnng Lembag« durch die Ruffen, so heißt e< in dem Schreiben, und besonder« nach dem Rückzuge der Ruffen au« ganz Galizien seien ffcha Judenpogrome ln»u»ftcht. Die Friedens. Partei gewinne täglich an Anhang. Selbst Hoikreise hätte» fich baeil« mii dem Gedanken nbgesnndru, daß der Feldzng sür Rußland verloren sei und nur ein baldiga Friedensschlnh das Reich nor einer großen Revolatton retten könne. I» ganz Fiutzlm,» finde» Hkvgrvmv von noch nie dagewesener Grausanrkrit ftalt. Die von den Raffen »ndrellele Mitteilung über die Enlfernuag »on Juden aus Kiew, Odeffa, Warschau und Moskau find nichts andere« al« Berschlti' nungen von unter den Augen da ruifischen Behörden stottgefundenen furchtbaren Pogrom« in den genannten Städten. PoUJtftt- , S>« «u» Herufaka» gemeldet wird, ist dort rine Fink. ipphus-spidemie au»gedr°ch«n. E« fehlt an JsoliaEtnrich- Inagen in de» vorhandenen Spitälan und leistet., namentlich da« zudtsche «rankenhau« .Schaare Zedek'ä anhetordenlUche» tu da Bekämpfung diesa heimtückisch«, Krankheit.