Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- 51 (18.12.1914)
- Date
- 1914-12-18
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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ZI»Hchr volUMmg. to. S) gdtyttltow i» zrmrvrich 3kr<4te M* JW>frian4<» l. 3rf>t«Mi«rt Kr JU«» Bericht IV. Z. 3t , Ch., 19 Ka»<m»<r 1914. Rm 15. k. Mt«, rinnt StriiM akpfnkta, mir iche« h«> adstchllgt hatte. wurde mtt tcibcr, infolge äußerer (taMniifTe, »ich! möglich. Ich gestatte >it dafür heute AMr Mt Zti! vorn I. bi4 ix. t. tttl. j« berichten: Ich habt in dirier Zeit bei vier »tiltrt» Divifioneu wtine Tätigkeit nusgeübt. ff» ist »ir «»glich gewestn, bti diesen Truppenttittn sieden Fe stgviietd teufte obzuhalleu „nd jwar: am 6. XI. in S., an 7. XI. in ff., a« 1». XI. in tt., am 14. XI. in s., a« 15. XI. in P-, am 18. XI ftüb in Ed nnd am glkichtn Tagt Nachmittag» in L. Jtdtr derselben erhttll dorch Ort and Stankt fttat ktfankm Art. Je.zwei sankt» in Kirchen und in Schulzirnrneru statt; st tintt tmftrtirn, in tintt Baracht nnk im Saale tint» Guishanse». Ich tflrge mthrtrt Standen oor Beginn kt» Goite»dienfte» rlnzalreffrv. am im ffinrtrnthmtn mit ktm Ortskommandanten ktn gttigntttn ßianm »uszusnche» unk btriichltn zulasten; als Trestpunft Iafft ia immer ttn Platz not btr Kircht. Ulk ktn am leichtesten auf« zafindenden, angtktn. Drei von ktn Goltesdttnften warnt auf | - ktn Rbtnk angrsetzl, kia auf kt» Nachmittag, tintt auf tint Morgen sin, de. Dir Mannschaften, «eiche hatten ttschtintn können, stammitn au« Hesten-Naffan, Thüringen unk Branden, karg, zu meiner tzrende in nicht gttingtt Zahl auch au» nnftttt Snlinct WrmrinM. Um tin Bilk »o n kitftn Galitskitnsttn zn i (■tbt", fei t« mir gtftatttl, wir btr zwei kttfriken, ktn rrftrn unk! ktn letzten, in B. unk in 8 ja schildern I Der flatlttkinfl mat in B. auf 8 Uhr Aktnk» augefetzt. Da dar Weller günstig zu fei» Versprach, hattt ich tintn Platz I rm Freier, nusgewahit, tint fltint, oaa tintt Heckt umgebene! Wiese, die auf eint« ftrinen Abhänge lag. Segen Aktnk ttat i jtkoch tin ft dichter Nebel ein, bah e» notwendig wurde, »an ■ birfem Platzt adzusehen, Sine Baracke, die im Bau mat, kannte nach talch sa weit hergerichtei werken, ka| fit einen geeigneten. . g> schützten Raum bat. Zur festgesetzten Zeit ttafen, durch die Pasten, die an den Eingängen zum Darf« stanken, zurechlgemlejen, die Mannschaften ein, atze, die an» ihren Stellungen hatten heraulgezogen werden können. Sit ntrsammelten stch auf dem Platzt uat bet Kirche, nnk e» bai ein eigene» Bild, wie nach unk nach die einzelnen kleinen Gruppen, zuerst nur mir ihren Lampen wie kleine leuchtenöe Punkte sichtbar, »an den nerfchitdenen Richtungen her, au»derugranenNebelkunkelemportauchten, ff» waren insgesamt 95 Mann, tzarnnter fech», hie bereit» da» Eiserne Kreuz besahen. Unter Führung de» Raug- Ltteften rückten sie bann nach der wenige Minuten entfernten Baracke, wohin ich aaran»gegangen war. Kur, Mt 8 Uhr traf 1 Feldseelsorge. Brettel, Mi <8. Dejmlxr i-i§. au» einem Nachbarorte kn erste Adjutant kt» Divifionslommanbenr» ein, um an de« Satte«dienste teilzunehmen. ff« war kn erste Fr ei t a g a ben » - S a 11 e» di en ft, den ich abhatten kannte, ffr begann «il dem deutschen Psalm 90 (.Gebet aon Raft, ktni Manne Satte»'), karan schloß sich bie Predigt stbn den Prapbetensatz Micha 8, 8 .(ff» ist dtt gesagt, a Mensch, wa» gut ist und wer» der Ewige ao» dir fordert, nicht« andere», a!» recht zu tun, Liebe zu üben und in Demut zu wandeiu mtt deinem Gatte'); hinauf folgte, hebräisch, da» Frettagabenbgebet, aon dem Sabbaipsalme an; den Schluß bildete dn Priestersegen. Die Baracke war durch zwei hohe Kerzen ein wenig beleuchtet und in dem Halbdunkel, in dem alle», wa» nicht gesehen werden sollte, oerfchwond, bot sie inmitten dn finsteren Nacht, einen fast stimmungsvollen Raum. Ader die stärkste Sttimmurig lug doch in den drei aufrechten Reihen dn Betenden, die, au« ihren Stellungen hnan», zu einer Stunde der Andacht zusammeugekommen waren, um dann bald an ihren Platz wieder znrückzukehren. ff» hatte etwa» ffr. greifende», alt am Schluß zwei aon ihnen, die oor einiger Zeit ihren Batn anlaren hatten, heroarirattii, um da« Kaddischgebet laut zu sprechen. Nach dem Gottesdienste blieb ich, wir stet«, mit dn kleinen Gemeinde noch zusammen, um mit allen über da», wa» sie bewegte, zu reden. Ich möchte bei dieser Gelegenheit auch darauf Hinweisen, daß die Mannschaften während der Stunden nach ihrer Rückkehr immer abllig dienstfrei find und daß, soweit e» nötig ist, auch für ihr« Beköstigung an dem Orte de» Gottesdienste» gesorgt wird. Auch in der folgenden Sache hatte ich Gelegenheit, einen Frritagabntd-Sotte«dienst abzuhalten, ffr fand in der Kirche zu M. statt und hatte den ähnlichen Charakter, so daß er in dem Bild« aon P. uagefähr mitgezeichnet ist. Dafür sei einer der Sotte»di.enste, die am Nachmittage begangen wurden, der in 8.. de» Beispiele» halber, kurz geschttdert, ff» war ein schöner jannigei Tag, der in der klaren durchsichtigen Lust de» Herbste» alle» bunt matte. Der Platz, auf dem wtt uu» zur Andacht aersammelten, lag zwischen alten, breitästiqen Bäumen, dir fast ein Dach bildeten; man hatte den Ausblick auf ein anmutige« Tal, da» in hellem Lichte lag und in der Ferne sich oerlor, Ter Friede der Natur lag über allem; man stand wie in einem Tempel über der Niederung; mehr oder minder deutllch machte ein jeder«» empfinden, ff» war zudem ein Tag der Ruh« auch in anderem Sinne. Die Mannschaften, die gekommen waren, waren solche, die man für einige Tage abgelbst hatte, um ihnen nach schwerer Zeit eine Rast zu gr. währen; und in diesen Togen ersaßt jede neue Stunde, die harte wie die leichte, für sich und läßt da» Lergangene rasch »ergessen. Da» alle» zusammen gibt aon vornherein ein andere« Gepräge, als die Andacht e» hat, die in der Abendstunde stattfindei und bi« die Mannschaften aereint, die unmittelbar aon dem Platze, auf den sie gestellt find, kommen. So gewinnt ganz oon selbst der Gottebkienft einen etwa« andere», minder ernsten Ton. ffr ist fast wie ein Dank, und Feftgottekdienst, »ährend jener mehr da» Eigentümlich« eine» Brttgotteskienstr» hol. Auch da» Zusammensein am Schlüsse erhätt so seine jedesmalige besondere Sttmmnng. Die Andachitftunk« begann mtt Psalm 121 unk 124 (deutsch), danach die Predigt über Psalm 37, 34 (.Vertraue auf den Ewigen unk hüte seinen Weg, so wirb er dich erheben, daß du da» Land besitzest')! hieraur^gstMinch«. gebet hebräisch mit dem Segen. (Schlug fo!»t). 2. Jlrfbrabbioer Kr Milbe An die Schristlettung der jüdischen Polfszeitung, Breslau. Sehr geehrter Herr Doktor! Th. d. 3. 12. 14. Für den oorigen Freitag Abend hatte ich in R. Gottesdienst ansetze,, lasten. Die Zahl der dort als Besatzung liegender Truppen ist zwar nur gering; da aber damals größere Truppenmasten durch R. marschietten, so Hostie ich, daß mancher den Anschlag aus dem Marktplatz lesen, und, fall» er zu dort übernachtenden Truppen gehört und Zeit hat, hinkommen würbe. Die Stadt war oor einigen Sochen stark beschoffen worden, btt meisten Bewohner geflohen. Da sich die Schlacht jetzt weiter südlich gezogen hat, sind wenigsten» die Arrmeren wohl zum frößten Teil zurnckgekehtt. Der Raum, den ich für den Gottesicnst fand, war fast leer. Tische und Stühle fand ich in anderen Zimmern, da» Ka« brannte auch, Lichter hatte ich mitgebracht, Leuchter waren da, Wein, ein Glas und Brot besorgten die Soldaten, so war alle» zu einer Freitag Abend-Andacht beisammen. Zur festgesetzten Zeit kamen Soldaten, schon freute ich mich, daß »ir wenigsten» .Minjan' waren, wir wuchsen aber dann noch aus über 20 Mann, alle Waffengattungen, alle Altersstufen oertteten: 3 oom Landsturm, 5 Landwehr, 2 Re> seroe, 3 ffriatzreserve, 8 Freiwillige. Der Arltefte, ein Frei, williger, Osstzier-Stelloertreter, der gerade an dem Tage lein« bevorstehend« Ernennung zum Leutnant erfahren hatte, 47 Jahre alt, der Jüngste 18 Jahre alt. Ich oetteilte bie Feidgeditt» bücher, nur Einer, ein Süddeutscher, hatte, soweit ich sehen konnte, sein eigene» Gebetbuch, Aber um dsese» ffinen Sillen betete ich die Psalmen nach süddeut'cher Art satzweise oor, so» daß er den folgenden Satz laut milbeten konnte. Ein Anderer itt mir in Erinnerung geblieben l ffr faß mit halbgeschloffenen Augen, al» wollte er alle» ringsum oergeffen und die Heimat sehen, ganz allein sang er laut den Refrain l'cho dundi, nicht sehr musikalisch, aber mit größerer Andacht und Ergriffenheit hat wohl selten jemand diese» Lied gesungen. Bor dem Kibdnsch sprach ich zu den Leuten. Dann oertcilte ich dtt mitgebrachlen Zeitungen, darunter auch ein Exemplar Ihre« Blatte«. */, Stunde blieben wir noch gemütlich zusammen, dann rief jeden wieder die Pflicht, Morgen halte ich Freitag-Abendandacht in I. ab. Vielleicht finde ich dort einen Breslauer, der bekommt dann da» zweite Exemplar. Neulich, al» ich Ihr Blatt leider noch nicht hatte, traf ich ebenfalls bei esaer Frettag-Abendaudacht einen Breslauer, der die R. 11. 9. 1/zu der Zeit besucht hatte al» ich noch während meine» Studiuottz dort Lehrer gewesen ome Lhamkichl (ffchtuzr. »tu Olga Bauer. Ergeben hotte er feine Anordnungen gettoffen, oor allem sein jnrge« Weib aus Softe» Suade hingewiesen, ihr an» Herz gelegt, sein nicht zu oergeffen, btt Kinder der heiligen Lehre mehr und mehr zuzulenken, sie ihnen immer klar vor Augen zn führen, daß sie dereinst der Väter Glauben al» treueste Stütze empfänden. So schieden sie; Me dreijährige Hanna begleitete den hinauszieheaden Vater mit der Mutter zur Bahn, wo die Kameraden schon seiner harrten; von seinem Knaben hatte er daheim gar zättlich Abschied genommen — der liebe, steine Kerl! Allerorten fand man gekrücktt« Gemüter, schwer beiokene Herzen; greif« Eltern beklagten die Söhne, dtt Stütze und den Trost ihre« Alter«; Frauen und Kinder weinten um den Ernährer; Kummer und Not, Sorge und Kummer httlten ihren Einzug. Aber deutscher Mut und deutsche« Sottverirauen wanket nicht! So verloren sie alle nicht den Glauben an den sieg; immer inbrünstiger stiegen die Gebete zum Himmelszelt; immer größer ward die Schar der Beter, und immer heißer wurde die Sehnsucht nach Frieden — der aber wohl noch in weiter Fern« lag! Selche Freude, wenn Kund« von den fernen Lttben kam, wenn dtt Feldpost eintraf - ein Aufatmen, eine Befreiung. Siegesnachrichten wechselten mit Trauerbotschaften, und in gar manche» Hau» war der Todes engei «ingekehrt. Aber fest vertraute Deutschland aus seine Führer, aus sein Recht und darum auch aus s-ine gerechte Sache; Sott würde sie zum Liege führen I Auch in de« jungen Lehrer» Haust war dtt Stimmung eine sehr gedrückte, und heiß« Tränen füllten der Mutter Augen, wenn sie ihre Lttdlinge sah, die sich so innig an sie schmiegten. Scho» stammelte der Klein« .Papa', nnd Hanna konnte de« Fragen« nicht müde werden; wie oft fragte sie, wann Pater wirderkehre — ja wann! Da» stand in eine» Höheren Hand, und die liebend« Matter wurde nicht müde, der Kleinen zner. zählen, wa« da» jung« Gemüt erfassen und begreifen konnte. 3a, sie sang dem Kinde Soldatenlieder, spielte mit dem Kleinen, rändelte mit ihnen wie sonst, obwohl ihre Gedanken weitab schweiften, hin zum Fernen eitten. Und wenn der Sabbath sich zur Erde senkte, wenn er sie verlieh, sie zündete dtt Lichter, sang den Kindern die alten stammen Weisen, daß ihr Ohr sich ihnen nicht entfremdete, und der Kleine sah mit großen Augen in den Stanz de» Sabdaihleuchter«, faßte jauchzend nach der Lichter Hellen Schein. Hanna verstand schon rnitznbeten, und manch fromme» Lied der Mutter begleitete ihr zarte» Etirnrnchen. So vergingen oie Sachen; Rächrichten kamen; Nachrichten fehlten. Ader bisher hatte der Lehrer noch immer regelmäßig i e» Seinen geschrieben, und besonder» fehlte nie ber gewohnte Sodbathgruß. So nahten dtt hohen Festtage, «mrsch-ha- Schanoh, Janm-Ha-Kippur und schließlich Sukkoih. btt sie in gemeinsamen Gebet unk ernster Feier, aber in froher Festesjlimmung begangen hatten — nnk nun — getrennt — wer weiß —! Auf einmal blttben auch im Lehrerhau» btt Nach, richten an», und ernste Sorge, düstere Gedanken zogen In der Gattin Herz. Inniger noch betete sie zu Sott — großer Sott — konnte es sein — sollten ihre Kinder — Waisen sein — nur da» nicht! Und immer inniger driete und Nagte sie zu . Sott, ihn wiederfinden zu losten. Berwundtte kamen, Regiment«, lameraden, Seite an Seite hatten sie gekämpft; viele waren gefallen — wer weiß — keiner konnte Nachricht geben — verschwunden — und dtt Freunde klagten und suchten mit ihr — j vermißt! So beging sie.in trüber Stimmung, aber doch nach seinem Wunsch die heilige Festelzeil und suchte, auch den Kindern, insbesondere Hanna, deren Sinn verständlich zu machen. Der 1 Knabe verstand natürlich nur wenig noch, machte aber zu ihrer j Freude seine ersten Sehoersuche und wehmüttg dachte sie de»; Geliebte», der sich deffen mit ihr hatte steuen wollen und — I — — Wieder gingen Wochen dahin — keine Nachricht. I Echan kündete der Prediger den neuen Monat Kislev, der Licht und Freude bringen sollte., Sollte auch ihr, den Kindern j wieder Licht und Freud« werden k Sollte ihnen da« Chavukahiichi erscheinen r Fa in de« Barer» Sinne war t» gelegen, den Kindern seinen Sla nz zuzeigen, ihnen den Channkahgedanken, die Gewißheit von Gotte» Schutz in allem Leid näher zu bringen — Sötte» Schutz in ollem Leid — ja — Gotte» Schutz! Da» war e», wa» sie, wo» die Kinder brauchten, und um der Kinder willen ging sie, den alten lieben Leuchter, der schon im Eltern- Haus« ihr und ber Geschwister Kiaderherzen erfreut hatte, herbei! zu holen. .Mütterchen, Schnee, Schnee, sieh koch!' jubelte Hanna andern Morgen». .Mutter, nun ist Channkah'. ,Fa, mein I Sink, noch zwei Tage, und Channkah pst da. Aber ach, die armen Soldaten, du guter Mann! wie werdet ihr alle leiden!' seufzte sie. Gar früh« war der Winter eingekehrt und die Nacht schon empfindlich kalt. Aller Hände regten sich, warme Kleidungsstücke zu fertigen, sie als treuen Gruß hinan» zu senden. .Papa' rief auf einmal der Kleine, und wie au» schwerem Traum fuhr die junge Frau auf; da tönte dtt Hausglocke; war er e» 7 die Feldpost? Nein — grausame Täuschung — großer ’ Sott hilf — verlaß uns nicht —! | Still und gedrückt ging sie ihrer häuslichen Tätigkett nach, , beschäftigte sich mit den Kindern, erzählte ihnen von dem seinen; Vater, von den Chonukahtagen, in denen sich Sötte» Güte so; herrlich gezeigt hatte. Ihre Gedanken eilten immer wttder in > weite Ferne, und jeder Laut, jede» Geräusch ließ sie ungeduldig > aufhvrchen; aber e» war vergeben». Die Freunde ihre» Manne«; kehrten mit herzlichen Trvftesworten ein; alle waren bemüht,! Nachricht zn erhalten, den Verlorenen zu finden, Sv vergingen di« letzten beiden Tage vor dem Licht- und Freudenfest — war e« ihnen auch zur Freude bestimmt? Horch — t» schellte — der Depeschenbote — kreidebleich — zitternd eilte sie ihm entgegen. Weinend sank sie aus den Stuhl: .Großer Sott, ich banke Dtt!' rief sie ein über da» andere Mal. ffr lebte, nur per-! sänket; aber er kehrte heim, wann 7 Eie drückte dtt Kinder au ihr fast berftende« Herz, und in lautem Glückesjudei der ge-; wordenen Kunde teilte fi« ihnen mtt: Vater kommt. Hanna I schrie laut auf »Vater, Pater kommt, wannt wannt' .Geduld'! sagte die Mutter .er sst krank; aber er koaunl, und wann er kommt, da« liegt in Sattes Hand', Stt setzte den Kleinen wieder aus den Boden, wo er unverdtoffen weiter spielte, während tannn da» Köpfchen fest an dtt Scheiben preßte; sie wallte am cnfter bleiben, warten, bis Bater kommt, und kaum war fi« zu den Mahlzeiten van ihrem Platz zu dring«, Dtt Mutter richttte mit der ttenen Magd das Zimmer für den ffrwatteten; sie schlugen rin Btt: im Wahnzimmer aus, branuteu in hem großen Kachelvsen ein helle« Feuer an, das den Raum dald behaglich durchwärmte. In emsigen Schaffen vergingen dtt Stunden, und der Abend brach herein in den Straßen glitzerte unk sänke tie der helle Schnee, und die ersten Lichte flammten auf, .Müller', srugdie Kleine, .kommt Later kalkt Zündest Du uns das Licht an? Wollen wir singen V Mutter hätte oder in ihrer Geschäsiigkeii Hanna aichi, und so stand diese aus, ging zu ihr und schmeichelte: .Mütterchen, mach Lichts' .Ja, Liebliaz, gleich,' Sie beendete rasch ihre Arbeit, und schmuck stank das Haus, den Hn usherrn zu erwarten und zu begrüßen. Sie nabm ihren Jnngen aus den Arm; Hanna stand ihr zur Seile, und sie Mannte nach alter Weise da« Channkahlichi au, sang mit der Kleinen da» alte, liebe Weihelttd. Wieder schweiften ihre Sedankeu weit ad — wann — wie würden sie sich Wiedersehen t Jauchzend griff der Kleine nach den Lichtchen. Hanna schmiegtihr LSptchen zärtlich an die Mutter, dtt nicht müde wurde zn fragen, die Mutter nicht oerdrvsten zu erzählen. Schwere Triite knirschten im Schnee, und sie näherten sich dem Hause — die Hausglocke lönte, und die Stiegen heraus kamen sie näher. Grspauui lauschten sie — sollte — kommt der Bater 1 Schon schellte es, und die Mutter eilte hinan»: .Laler!' .Vater!' ries die >unge Frau sofort, und Hanna eilte ihr, sa rasch sie die kleinen Füßchen trugen, nach. Da» Mädchen halle schau geöffnet, und dtt Matter sank nuffauchzeud in dtt Knie, ale die Samariter die Bahre nttdersetzleu und da» Tuch lüfteten. Sie trugen ihn oorsichttg in da» behaglich erleuchtete und durchwärmte Zimmer, haben ihn sorglich auf da» frische Lager, wa der B«rwu»dete — von der lange» Fahrt erschöpft — schnell wieder in Schlummer fiel; leise gingen lebte Atemzüge und ruhig schlief er. Nur die Binde um den Kops, der Arm in der Schlinge, die bleichen Bangen kündeten ott durchlebten, harten Tage, dtt üderftandenen Schmerzen. .Papa' rief der Kleine, und Hanna drängte sich an de» Kranken .Lager: .Papa' ries auch sie. ,St! Elill I gedat die Mutter,' stört den Guten nichi!'. Al» ob er aber der Seinen Ungeduld sühile, erwachte der Schläfer und faßte zuerst nach der fftattia Hand, dtt sich iieboall über ihn beugte und sauft dtt schrnottu Wangen streichelte, ffr versuchte, sich auszurichteu, aeabei ihn der eine gurückgedittbeue Samariter unterstützte, während der andere ihm den zappelnden Knaben reichte und sein Töchterehen zu ihm aushod. Slückstrahieud sah der Vater sich im Kreist um, und fast schien es, als müsse er stch erst wttder zurechtsiuMii, a>» seien ihm dtt ittden Räume ftern» geworden. Da fiel sei» Auge ans da« leise knisternd« Lichtchm, nud — .Daheim I Daheim > Channkah I' waeen sein« ersten Warle; .gfrauihy jubelten Stattet nnd Kind: Licht und Freude tour ge- »»de»! G»ga Aaubau Duesdeu.