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Jüdische Volkszeitung · 1914-12-11 · 50 (11.12.1914) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
20 (1914)
Issue
50 (11.12.1914)
Date
1914-12-11
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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ZIdifch« Oolhyitwifl. S«ft«rreich-ll»-ar>. 6ef«fe** Aekbe» Ueberautragisch ist da« Schicksal de« am 7. November im 58. Leben-jahre am südlichen Lriegsschanpsatze gefallenen Ptznsttenlnants Ztzstt Ktetfcher. Nommandanten eine« Land« trurmbaiaillon«. der sich noch Süjähriger Dienstzeit al« Ruheständler freiwillig zu» Krieg-dienst gemeldet hat, sich jedoch mit einer ibm verliehenen Lokalanstellung nicht zufriedenstellen wollte. — Nach mehrfachen Bitten wurde dem tapferen Offizier, der einer angesehenen jüdischen Familie in Prag entstammte und selbst treu zum Judentum hielt, ein selbständiges Kommando verliehen, Run hat er feine Vaterland-liebe mit dem Herz, blute besiegelt, sein Name wird in den Annalen der Arme« und in unserer Glaubensgemeinschaft ruhmvoll fonleben. Ehre seinem > Angedenken. Tire Verlustliste meldet den Tod de- K»»>1»a»»er Aerlstd Kcharf vom 10. Ärndvehr-Infaoterieregiment (Lemberg), eines U'ichiigen. von Vorgesetzten und Untergebenen gleich geschätzten Offiziers. ApSLrün« wird gemeldet: Dr Keinrtch iUf». Leutnant in etnck Landsturmregiment. ist am Montag, den 23. November, in einem großen Gefecht bei Mihalow in Rußland einer feiod» llche» Kugel, die ihm in- Herz drang, zum Opfer gefallen. Er war auf der Stelle tot und wurde an Ott und Stelle «eben feinem Oberst, der in demselben Gefecht gefalle«, begraben, freudig war Tr. Nohn, wohl der Heiterste i« Bataillon, ins Feld gezogen. Nach feiner Einberufung bot stch ihm Gelegen« he«, in eine Nanzlei zu kommen, doch er wollte, wie er sagte, sich nicht .druckend sondern «itkämpfe«. Do Huaderttaufende ms Feld müssen, erklärte er seinen Freunden, habe er die Pflicht, keine AuSnahm-ftellung zu beanspruchen. chef«Ce» find ferner: >. Vrüi fetd, Etnj. Fret». a. Graz. — i.O: I«f. Heirrmann,.Bruder d Redakteurs d. Züd Rnnbschau Le»H. — Alfr. S r t h l( Veuln . L. H. Verein- Zöd. Hochfchüler Var Nochda t. Prag — <8. l t, b. vncztc« t. Nutzt.: Sims« M»rtz«nftrr», vefr. t. »fterr. Vandft..J«f..Rgt. Sl, r«k»rateur; Wwe. Earola M. äeb Alexander. . Verltn, Hohenftaufenstr.-r. — Ott» Satz man n.vteütz. — 19. N. t. tzaz. i. Nr, uzburg O.S.: Dr. jnr. E l e « « r L i« a r, Nadett-Off- Steloertr. d »»gar. Iaf.-Rgt. ttS, 17 Z.: Vater: Ngl. Rat Dagobert t Vert.-Dilmer-d»«, Vrandendnrgische-Str. 88; beeid, i Dertzrvsee. — rsthar Z t! f. Leut«. Jikncht eine» 3kto«Mfau» ») »ob rnfssschen cfemlet« Jltbnpril, 20. Sooembtr. Du, rinn „rinnt etobt am Fuße b«r Karpathen ntitb geschrieben: Gestern abnib war ti. Der aüabendtiche torfo ging bereit« seinem Ende zu, al« man plötzlich non'bnt naben Bergen brri Schüsse Hörle. Sine Bierleistnnbe spiiler würben drei Männer non Soibalen mit anfgepflanztem Bajonett in ba« Städtchen gebracht. Hin stellte rt sich heran«, baß str Ungarn waren, ber eine ein Kelbinbbiner, bn zweit« rin Krtift nnb ber britte rin Klischeemacher, bie alle brri au» bem rusfischen Lemberg geflüchtet waren. Tn Felbrabbiner Anton K«rIesz erzählte: Bes Räumung von Lembng durch unsere Truppen lug ich krank in ber Stabt, al« ich fliehen wollte, war e« bereit» ,n spät; t* «tng kein Zug «ehr. Die Straßen waren ganz len, kein einziger Soldat zeigte sich ans den Straßen. Schon von fern bcmcrkte ich die rnlfischen Lorpostrn, bie auch oiobalb in bn Sinbt erschienen. Bi« zum 10. Ronembn blieb ich im russischen Lemberg. Abend« acht, nach rnlfischn Zeitrechnung nenn Uhr. mußte ftde» Geichäs! bnri!« geschlossen sein und Zioilpersonen bürsten sich nicht aus bn Straße aufhalten. Um '/, 11 Uhr DUtbcn auch bie Kaffeehäuser gesperrt, doch bie ganze Nacht hindurch börle man hinter den herabgetaffene» Nanleau« luftige« Lachen. :In te» Lembngn Kaffeehäusern erschien eine ganze Menge rüssischn Aitistenmäbchen. Die Theater blieben geschlossen, obwohl rt in Lembng brri Theater, ein polnische«, ein rnthe- Nische« nnb rin jüdische« gibt. Am Tage vor dem Einzug bn Ruffen fand bie letzte Borflelluug statt. Ein Teil ber polnische» Zeitungen eischien auch weiln. bie benlkchen und jüdischen Biältn stellten jedoch ihr Erscheinen ein. Der Lemdngei Stadtral. der on« dem Präfidenten Rutkowoki and zwei Bizepräfibenten besteht, behielt sein Amt auch weiter, doch wurde er zu einem ganz belanglosen Appaint. denn alle« macht der Gradonaclalnik, der Stadtkommandant. Der größte Teil dn Leoöskernog flüchtete an« Lemberg, alle Löhnungen find geschloffen. Am 10. November suud ich eubiich einen Man», ber sich pnpfllchiete, mich übn bie Berge »ach Ungar» z» sühre». Und so floh ich und kam nach rinn tagelangen Wanbe- >uug endlich hier an. Pie rnssisch jüdischen Insassen ZlngnrN». Die angeordueie Zusammenschreibung bn in Ungarn weilende» Angehörigen bn seinblichen Staaten hat bie llngarläabische Zionistisch« Organisation peronlaßl. an den Ministn de« Innern eine Eingabe zu richten, worin sic sür den Fall, baß Retorponsmaßiegeln gegen dies« Fremden ergriffen werden sollten, um die nn-nnhm«- weile Bchondlung ber in nnsnem Batnlanbe ansüsstgen Inden russischer Staalsbürgerschafl bittet. Zunächst weist bie Eingabe ans bie Tatsache hin, baß die Jude», bie sich'vor bn russischen Willkür nach Ungarn gefllüchtel und sich hin durch emsige Arbeit eine bescheidene Existenz geschaffen haben, ahne eigene» Bnschulben außerstande sind, die ungarische Slanläbürgerschaft zu erwerben; denn Iroßdem sie jede« Baud zwischen sich und der srühere» Heimat zcrriffen habe», in den Jahrzehnten ihre« Ausenthali« in Ungarn mit besser, übrigen Bürgern verschmolzen sin», war ihnen doch die Erlangung ber ungarische» Elaat«- birgerschast unmöglich, da ihnen in Nnßlnnb die ersorde,Ischen Dokumente nicht ausgesplgl wurde». Die Anwendung rinn Relorsion gegen diese russischen Untciinnen. bie Rußland selbst nicht al« vollberechtigt anerkennt, fonbnn durch Beisolgungen zrrr Finch« zwingt, wußte ihr Ziel verfehlen. Die Eingabe beruft stch auch auf bie Dienste, bie bie Juden in Russisch-Polen unseren und den deutschen Armeen geleistet haben, wofür stch bn Deutsche Kaisn durch Fieilaffuug eine« großen Testes bn gssangenen russischen Juden bavlbar erwre», sowie aus da» Borgehen unserer Armnirilung, die. von gleichen Beweggründe» geleitet, di« mit den Serben gefangen genommenen makedonische» Bulgaren in Freiheit setzte. Ebenso wurde auch mit den ge« sang,neu «ugiischeu Eolbate, mohammebunische» Glauben« »n. fahren. Schließlich betont bie Angabe, die in Ungarn ange» fiebeiten ntssischen Juden seien Opsn ihre« Glanbens nnb ihrn Vom Kriegsschauplatz. _gmhm, d« N «tywbet <»14 Raffe, bie schwärmerisch an ihrn neuen Heimat hängen nnb mit deren Behandlung al« Ruffen man bloß ber russischen Reginung Angenehmes enveife» würde. Zu MrL»» fanden Ausschreitungen gegen jüdische Flucht, linge an- Galizien statt, von denen einige mißhandelt wurden. Die Polizei und da-Militär zerstreuten die Menge und nahmen Verhaftungen vor. Eine Wiederholung de- Vorfalls ist nicht zu befürchten. Der Grund dieser Unruhen lag in der Ber« leumdong dortiger tschechischer Blätter, daß bas Militär in Galizien besuchen worden fei. Pn AnNn» $rcrf wurde drei JWal in brri drauffolgende« Tagen befördert. Gr. hatte ein Frei» williaev»NorpS gebildet, dam einem Gefecht -ei Lemberg eine russische Kolonne von 80 Mann vernichtet hatte und eine andere gefangen »ahm. Ewurden auch verschiedene Kanonen ge. nomme«. Zum Lohn für diese heldenhafte Leistung wurde Graef znm Feldwebel ernannt. Für eine zweite nicht mmder wertvolle Leistung wurde er tag-darauf zum Offizierstellvettreter ernannt; am dritte« Tage, nach einem besonders heftigen Gefechte, i» dem G. seine besonders wertvollen Führereigeaschaften. an den Tag legte, wurde er zum Leutnant befördert. SraRfrtity. Pi« franzisssch« Hlegternng hat allen in Pari« wchss-nde:, Türken nlaubt. don zu bleiben: von biesnErioubni«stnd jedoch bie türkischen Inden, bereu Zahl minbesteui 1600« beträgt, ansgeschloffen worben. Hsiart». Hin haben sich jüdische Legionen (bie sich ans von Rußland und Rumänien eiugewanderten Inden znsammensetzenj gebildet. Eie ktmpsen in ber Front; jede Legion hat außer der ftnnzifischen Nationalfohne rin jüdisch-nationale« blau -weiße« Bonner. Unter diesen Freiwilligen ans dem jüdischen Osten gibt e« eine ansehnliche Zahl von Studenten der fronzd fischen Unioerfitäten, die sich besandct« Heldenhast hetvarlan. 3Uim*. Wie der Pariser ,M»tin‘ schreibt, sind wäh. renb ber letzten Bombardierung non Reim» sechs Granaten auf bie Synagoge gefallen, die dieses schöne Gebäude total zerstörten, sodnß bie Lynagoge nicht mehr restaurielt wirdru kann. Nohlan». per?kntri«ti,mn» ber rnssischen Anden. Antserin Marie halte bie jüdisch« Ztzteiknng «e» Noten Krenze» »or ihrer Abfahrt aas den Kriegsschauplatz in desonberer seierlicher Audienz empfangen, und am scieelichen Gottesdienste, der bei dieser Gelegenheit abgehaite» wurde, nahmen oiele christliche hohe Persönlichkeiten der Politik und bei Mililär» teil, darunter General Kanimann. — ,E« ist kaum rin Fall eine« Nichlsoigen« dem Rufe de« Baterlnnd.« von jüdischer Leite zu verzeichnen' dir« ist bie Antwort bei M>- litürbehörben bezüglich ber Mobilisation. Manche jüdische Reservisten find sogar von Palästina -her unter großen Schwierigkeilen gekommm. — Manche Semeinden hoben da« Ministerium um die Erlanbni« ersucht, bie jüdischen Korobka-Fonbs (die Fleisch Toz-en) für BUbung non Korporationen zugunsten ber Bürger ohne Unterschieb der Nationalität und der Religion zu verwenben. und da« Ministerium hat sich dafür günstig au«gesprochen. — Die Inden von Odeffa haben nicht »nr den Unterhalt der jüdische» Familien der Reservisten ans ihre Kosten genommen. sie haben sich gleichzeitig verpstichiet. für bie Eiziehnng ber Kinder aller jüdischer Soldaten au« Odeffa z„ sorgen. — In Lodz zeichnet stch in diesem traurigen Moment besonderr der bekannt« jüdische Millionär Poznan Ski durch seine großzügige Wohltätigkeit anS, er hat den Unterhalt vieler jüdischer Familien übernommen und unterstützt in weitherziger Weise die Krankenhänsre und die Ehednrim. — Große Armut herrscht besonders unter den jüdischen Lehrern, von denen oiele rinsnch vor Hunger sterben. N«t«r»ssnr>. Di« russischen Zeitungen loben bie Rüikkehr de« Barons H. Ginzbnrg nn« Frankreich, um in bn rnssischen Armee als einfacher Soldat zu dienen. — Die Nertzjnbe» (Gortzii de« Knnkasn« haben ber Regierung eine gewiffe An. zahl von Freiwilliaeu znp Berfügung gestellt. Mi« N»hl»»b de» N»tri»tirm»o ber jüdischen Nntertanen öekotznt! Die Pariser .Hnmauitä' cuihält in ihrer Nummer vom 23. November 1914 <Nr. 3872z folgende Notiz: .Barme Unterkleider für jüdisch.polnische Soldaten ' In bn Kaserne von Tonrelles befinden sich!i>00 Freiwillige an*. ILnbiichn Nationalrtäiev. untn ihnen auch etwa 300 Raffen. Jede Gesnndtlchast Hai untn ihren Untertanen warme Unter- Neider ocrlrili. Auch ber russische Gesandte. Herr M. Zswossky und seine Gemahlin besuchte» am 17. November ihre Mitbürgn. Die Bertciluog ward« ohne Zweifel fteadig begrüßt. Allein sie war unoollstänbig. Ist ei nn Versehen? I«. borken wir. Da abn dir meisten Unglücklichen, die übergangen wurden. Jude» und einige Polen find, so sragen stch dielriben. od dari it »ichl eine Mißachtung gewiffer Versprechen liegt, die zu Beginn de« Krieges bezüglich ber Gleichheit aller Nationen und Konfessionen de« russischen Reiches gemacht wurden f Allein ob diese Bersprechungen ühnhoupt gemacht wurden!. iJm französischen Text: „A moins qae ces promessens n'aient jamais etv faites“.) Wie bem auch sei, in Tonrelles definden sich 30 Personen, die bald an die Front gehen und froh wären, von irgend einer Seite Unterlleiber zu bekommen, um sich gegen bie Kälte schützen zu können.' Der sarkastische Ton brS Pariser Lozinliftenblnlies in dieser kurzen Mitteilung läßt doch bie wahre Meinung dieses Blattes von ihrem gegenwärtigen Brrnbcsgenoffen dnrchbUcken. Und wer ist nicht cmpött über dieses gefühllose Benehmen eine« Gesandten gegennder seinen armen Mitbürgern, bie ihr Blut für bie Sach« de« .Vaterlanbes' vergießen wollen? U. Feldmann (Zürich:. »inen inieressnnlen A«I ber rnssischen pnnsisinrteit. weiß nnserjPetersdnrger Brnderblatl, der ,Raffwiel', zu berichten. Der Vorsteher einer ber größten Gemeinden von Rußland hatte sich nach Petersburg begeben, um bie Erlanbni« znr Errichtung eine« Lazarette« für verwundete Salbölen nachznsnchcn. Al« Antwort auf sein patriotische» Gesuch verständigte ihn bi« _ llr. 50 Polizei daß er alS Jude kein Wohnrecht in der Hauptstadt habe und daß er infolgedeffen die Stadt sofort ... verlaffc, «üffe! Einen zweiten nicht minder ialereffanteu Fall dringt der Raffwitt^ ber ein Beweis dafür ist, wie Rußland feine heldenhaften jüdi'chen Soldaten zu belohnen wisse: Ein jüdischer Soldat, der auf dem Schlachlfelde schwer verwundet wurde, ist nach Moskau befördert worden, wo «an ihm im Militärkrankeohaus ein Bein amputierte. Rach der Operation erhielt er von der Polizeibehörde den Bescheid. Moskau fofort zu verlassen, da er alS Jude kein Wohnrecht in Moskau habe... Auch als er vorbrachte, dafi feine Residenzstadt in Polen jetzt vom feindlichen Heer besetzt sei. und er nicht die materielle Möglich, keit habe, dorthin zu gelangen — half nicht»! Er mußte unbedingt die heüige Stadl Moskau verlassen, die er mit feiner Gegenwatt .. . verunreinigte- Da baden wir dm ersten Essekt der allerhöchstm Versprechungen an ,die lieben Juden", die sich für den Zar und für das Russenreich verstümmeln ließen!!! Was sagen dazu unsere englischen Brudcrblätter. die bereits Hymnen auf die neue Aera der Freiheit und Gleichheit unserer russischen Glaubensgmossen aogestiwmt hattm? Was sagtm dazu die Pariser Xrcdives Israelitea, die bereits einen Leitattikel Vire ls 6sar l ihren frommen Lesern zum Verdauen dargereicht hattmk! Ariel nns Mkna. .ES find hier eine Menge Flucht« linge, viele leiden Hunger, wer (von den Flüchtlingen) in Nowno Guter hatte, liegt hier auf der harten Bank. Zn Wilna find die meisten Fabriken und EoatorS gespent. Man hat alle zum Militär genommen, bis 44 Zähren, man hat die vornehmsten Bachurim genommen, geblieben'find nar Skrophnlöse, Nranke und Blinde. Man bringt bereits eine Menge verwundete Juden. Die Gymnasien sind zu Lazaretten verwandelt worden und 2000 Leute sind gemeldet, welche Verwundete transponieren. Madame Rennekampf, die Frau des Kommandanten und die Frau des Gouverneurhaben die Oberleitung.^ Zko-rome in Ht»tzka«d. Zn Holinkowttz (Bessarabien) hat ein Pogrom stattgefundea. ,Wir flohen, kaum danackte Leben rettend. Alles hat man in den (jüdischen) Häusern zer» trümmett, anderehat man mitgeschleppt. Nicht einmal Talli- und Tefillin ließ man uns. Dir befinden uns in Hofin und find weg für ein Stück Brot. Wir haben nichts, wohin den Kops zu legen. Hier find beiläufig 5000 Flüchtlinge, «an kann sich denken, in welchem Zustande.' Don Nvrostischew bet Sitomir schreibt man dem .Vorwärts' (Newqork): .Lei uns sennen durchgezogen 7 Parties Zapasne (Reservelruppen) und es i« bei ungewehn a starker Pogrom. Meo Hot gerädert de Nleiten un euch viele Haifa.' Hko-r»«e hnßeu 1, Hkvke» «ad Sndrntztnnd nach dem strategischen Rückzuge der österreich.-ungarischen Armeen aus Polen und Südrußland stattgefundea. besonders schwere in Podolsk. Radom, Grodiek und Cholm. yie Knechtnng der And«». Ai»»e» und ^»kr». A»pe»ßM§e», 30. November. Die Zeitung Socialdemokrateu veröffemlicht eine Kundgebung de- Allgemeinen jüdische» ArbeitewerbandeS in Rußland, die den letzten Versuch, die ftanzüfisch-brüifche Verbrüderung mir Rußland als Sache ber demokratischen Freiheit auszugeben, jämmerlich Lügen straft. Za de« Aufruf heißt e-: Zu einem Artikel der Pariser Humanite wird dem russischen Zarismus auf innerpolitischem Gebiet die Absicht zu^eschrieben. sich .auf den Boden der Ge« rechtigkcit und der Zivrlisatton'zu stellen. Diesen Behauptungen widersprechen in schärfster Weise die Tatsachen. Die russische Regierung führt auch jetzt ihre traditionelle Politik der Unter« brückungen und Verfolgungen durch. Mit gehässiger Kleiulichkeil wird die Erlaubnis zum vorläufigen Aufeulhalk außerhalb des festgesetzten jüdischen NufenthallSgebietes auch solchen Zuden verweigert, die gezwungen find, ihren Landstrich zu verlassen, weil er von feindlichen Truppen besetzt ist. Auch nicht die geringste Erleichterung wird den Familien der Juden zuteil, bie sich im aktiven Heeresdienst befinden. Die russische Regierung ist sich auch in ihrem DerhältniS zu den Finnen treu geblttben. Was die Polen betrifft, so werden ihnen vorläufig nur gewisse Versprechungen vom Oberst« kommandierenden der Truppen gemacht, die kaum mehr wert find als die vielen anderen weniger feierlichen zaristischen Derpfiichtungen. die bis heute noch auf dem Papier stehen. Die russische Regierung benutzt den Kriegszustand, die Arbeiterbe« wegung und jede oppositionelle Strömung noch grausamer zu unterdrücken als früher. Die politischen Gefangenen, die ln den Gesäuguiffen der westlichen Greuzgedicte saßen, wurden beim ersten Eindringen feindlicher Truppen schnellstens noch den fernen Gouvernements im Innern des Reiches gebracht, da man befürchte», das deul fch.österreichische Militär würde fie auf freien Fuß setzen. Die Behauptung, daß die russische Regierung den Weg der Reformen betreten habe, oder daß sie geneigt sei, damit zu beginnen, ist vollständig aus der Lust gegnffeo. (Ehina). Der europäische Krieg hat die jü difcheu Gemeinden rm fernen Osten hart getroffen. Die jüdi schen Emwohner von Hongkong. Schanghai. Tientsin, die fas alle aus den verschiedenen Ländern Europas stammen, habe, fast alle ihre Heime verlassen vlüffen, um dem Rufe de, Batettandes zu folgm. Es find unter ihnen, russische englische demsche und österreichische Znden. die hier in voller Ecntrachi zuiammenhietter, und nun die Waffen gegeneinander gebrauchen »eich tragisches Schicksal! llnd dennoch folgten alle manche unter großen Schwienzketten und Opfern, dem Ruse der Pflicht Zn Harb,n, emem russischen H.sten, versammelten sich die zurück «bstedcuen rusfischen Juden, um für den Sieg, der russische, Waffen zu beten. * " O ,^*ltzschllb hat seinen Vertretern in Jaffa und ir Jerusalem telegraphiert, daß alle Verhandlungen die im Gang find, um verschredene Ländereien m Palästina für ein weltertt 5n°ndre^°n fi7d °°'uwerben, bi« ans „ene Befehle fofort j«

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