Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- 49 (4.12.1914)
- Date
- 1914-12-04
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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3flWdx Polhjelftmg Vr. 49 Vom Kriegsschauplatz. Bmhra, 4m 4. Dejewbtr |9(4 Schwur 3t«4 (lim LI»». )« 3«t»x I» Mrii>In»>»t»»p> |»jf» 91» niDIhlrii Werfstz»»««» i« Mrt|»a A»ßr,eß»i |»f««|»» |«lai ow 3 11 i it V « b Wir Utb<n ti< Hände zum heüige» Lande Und schwören der Z'vn» Fahne den Erd. Vir schwören bei jedevr heiligen Bande, Vir säwüren beim Jammer, wir schwören beim Leid. Beim Blut. das all unsre Geschichte geschrieben. Beim Cctrrcrt. das der Hand vnsrer Melden zerbrach. Vir schwören bei alle«, da» Volk heiß zu liebe»! Vir fiwpfoi, wir ftth'n und wir laffen nicht noch! Vir schwören in Liebe, wir schwöre» in Treue: Vir «uv vom G.nrdr nicht »ebr lebend die Hand. Bis daß wir i«n Kampf u»< errungen au's neue Ein freies ein iliedengesegnetc» Land. Und sollen w'5.sall'.n noch vor de« Gelingen — Vir schnörrn: a--ch tas soll nicht enden den Etrrit! Vir lassen « tun Andern, — Rf sollen'» vollbringen. 4''on unserem Geich ck zur Vergeltung geweiht! Stfttrteich-Ungora. Pen Heldentod für» Daterla»d ßar-eu: Atazimtlion Berger. Oberleutn., ihm wurde jj vor kurzem weg. s. Tapfrrk. e. belobend« Anerkenn, au»« S Sefproch. I Paul Bierdr. Fähnrich d. ft^ l. a. B. d. Rakkac däa-Wten. , b 30. 10. f. Galt-.: Ing. Ernst Tronbach. Leutn. - i. k k. Londft..Inf..»g1. 4, «we. «artha L..«ien. Luisen, gall« 6. t. Gotiz.: Dr. Sieg fr. S r 0 ß l t ch t.Iögerndorf. Otto Suttmonn, Fähnr., t. 0, B. d. .Emunahi. Blrlltz. Dr. D a 0 i d H a «. Leutn. d. S»- A. €>. d. Hefliana i. Mahr. cstrou. 1». II. Ookar Kohn. 24 I.. Dw«. Eugenie ft. geh. Joche l e». Ernst Lampt. Leutn. d. ft., Architekt. A. H. d. ^Makkodäa" Lgien. t. Polen: ft ob. Zweig, Leutn.. Adjutant d. Landnurmrat. 18 (Olmütz). Fabrikant, zion. Parteigänger l ftuO tuooorftand i Proßnitz. ■Srfiiuiraf: Art.-Leutn. Alfred Epstein. Verichter. Natter v. G Dun u. Co. wurde auf d. Friedh. Bertin-Deigen. se.e beerb. (Bergt. Ar. 43 d. Ztg.) unter Heldentod-Vsterreichj. ' ' 4*1 jus» Die jüdische Heldengalerie hat sich wieder »it einem Ei«, ‘en bereichen, tu» dem österreichisch ungarische» Kneg»pleffequartier werde» die erstaunlichen Heldentaten des Infanteristen der österreichischen Landwehr. Namen» Juli»» Reif, mit höchster Anerkennung gemeldet. Am 24. August feuerte er bei Sucho« bol in der siegreichen Gegend von ftrasnik die Mannschaft zum tapferen Bonückeu an. Er eilte zunächst allein gegen die feind» liche Etellunp. entfernte die vom Feinde eingeschlageneu D stanz, pflöcke und i.adm sodann an der Spitze seiner Kameraden die feindliche Position im Sturm. Er wurde für diese todesmutig« Hi-ldental sofort zum Korporal deförden. Am 27. und 28. August tat sich Reif, der ehemalige Handelsreisende und Schauspieler, oeueNings hervor. Trotz heftigen Gewehr- und Gelchütziemrs des Feindes hantr er mit »2 Mann in der erreichten Feuerstellung au», während die übrige Mannschaft, die für f Mal in die Feuerstellung vorgegongen war, zurückflurere. Am 28. An^-ust fübrie Reif — mit einem Zugkommando detraut —.feir.cn Zug tnktstch richtig mit unvergleichlichem Ela« vor und tr»'g auf diese Weise wesrutlich zum Rückzüge de» Feindes bei. Reif bemerkte sodann auf einer Dalvblöße etwa 30 Russen, denen bald Verstärkungen folgte» und dre anscheinend unserer vorrücken^en Abteilung in die Flanke und i» den Rücken fallen wollten. Re.f sammelte 70 Man», stürmte mit diesen auf den 300 Schritt entfernte» Gegner los. spießte de» auf ihn seuernten hm bluten Aommanbante» «it seine« Bajonett auf und forderte die Russen zur Riederlegung der Waffen auf. Al* öieie feuerten, ließ Reif das Feuer erwidern. Die Hälfte der feindlichen Abteilung blieb auf de« Platze, der Rest ergriff die Flucht. Al» Reif im weiteren Verlaufe de» Gefechtes auf eine naheliegende Höhe vorruckte, traf er auf vier feiudlrche Abteilungen, die mit Maschinengewehre» auf uns feuerten. Vahrend er die feindliche Bedeckung durch sieden Infanteristen in der Flanke beschießen ließ, ging er selbst mit seiuer Maria» id’O't zum Sturm vor. nahm die Bedeckung gefangen und er» tcr.tiie die Maschinengewehre. Für feinen Heldenmut wurde er tu «Feldwebel deförden und erhielt die höchste Auszeichnung der Ur terolsiziere. die .Goldene Tapferkeits-Medaille/ Tags daraus holte ich Gelegenheit, al» Feidpater Julius Reis zu sprechen. Ich begrüßte rhn al» ein jüdischen Heraklc» uad beglückwünschte ihn al» den Simson der Gegenwart. Seine Argen erglänzten i» Flammenglut und seine Wangen färbte« fich rosenrot, und mit schlicht jüdischer Bescheidenheit wies er da» Lob. welches ich ihm spendete, m t de» Worten zurück: .Ein jeder Jude wird, wie jeder Mensch, ta de« Maße größer, als er sich selbst und seine Kraft kenne» lernt. Man muß dem Juden «st da» V'wußtsein dessen geben, was er ist. so wird er bald auch lernen zu lein, wo» er soll. Ich habe uichr» «ehr fcKui als «eine Pflicht., gewissenhaft und mutig erfüllt, und reue mich nur. daß ich in meinem Regiment das Vorurteil, wir Judenseien feig, gebrochen habe/ Ich nah« mit dem erhebenden Bewußtsein Abschied von Juliu» Reis, daß ich nicht nur einen tapfereren jüdischen Helden in chm fniBiR lernte, sonder» auch einen jüdische» Geistesheroe». Oskar Srü», dipl. Rabbiner. JH* r« (fische Schrecke»» tzerrfch» fl ia $«{!)<*». (»«» de« Briefe einer -re, au» ftolbuft»»« (Galizte») an ihre, Aeh, in suxembur») »Erft heute kan« ich Dir «itteilen, daß die Kosaken 3 Wochen hier waren. Die ganze Stadt wurde beraubt, drei Juden am ersten jüdischen Reujahrstaae gemordet. Al» ich die» sah, bin ich mftkDeinen beiden Schwester» weggesahren. Wir wollten nach Wien fahre»; aber auf öerStarioa wurde nur Militär ausgenommen. Later blieb zu Hause und wurde von de» Ruffea geschlagen, daß er mehr tot als lebendig war. Dreimal stand er in Lebensgefahr. Die'Waren hatte« wir in de« Keller eingemauert, die Kosaken brachen den Kellerauf und stahlen alles. Dir leben fortwährend in großer Augst/ Pl«.A»de» t» /emßerg Ich bin genau informiert über alle», was in Lemberg bis zu« 7. Oktober vor Rch aegangenList. Da ging es den Juden roch leidlich gut. Bloß einmal fand im Ghetto eine Echüßerei statt.: als sich eine große Menschenmenge ansammelte, um^einen Lemberg übeistieg »de» Aeroplan anzusehen. Die Russen de. fuchtele» vff.ndar, daß r» sich um eine feindliche Kundgebung handeln könnte. Bei dieser Gelegenheit wurden 14 Juden (zumeist aus der Provinz) erschossen. 50 wurden verwundet. Al» der Lerjöhnungsiag heranaahre. da hieß es in Lemberg, daß das Beten in de» Sy agogen verboten werde. Hieraus begab fich Abgeordneter Breiter, fttts eia «armer Fürsprecher der Jude», mit dem argentinischen Konsul zum Gouverneur Bobr nsky. um eine diesbezügliche Erlaubnis zn erwirke». DerGouverueur verlangte. daß deeOber RnbdtnerBraude. dcrLe«. berg nicht ve,laffen halte, bei »hm erscheine. Ale derselbe aokam. hatte er eine lä gere Unterredung «it d<m Gouverneur, vordem Slatlhalker-Pulut« wartete auf ihn ein« große Menge, welche von ihm nähere Detail» wissen wr'llte. Oderrabbincr Braude weinte jedoch bitterlich und erklä'te bloß: »Fragt mich nicht und seid ruhig/ Am anderen Tage durste in den Cyaugogeit gebetet werden, c» erschienen aber sehr wcnig Leuts. dürfet. Kuiuahme »uslßutzifcher Aude» Auf G:nnd von Unter« reduugen. die der Großraddiucr der Türkei mir dem M-aister V.» Ineru gepflogen hat. hat fich die türkiiche Regierung b-' reit erNäkt. srcmbtävdi'chrn. iu der Türkei rroht.h,iflen Ji d.a. insbesondere ruifi'chrr Sreel-ar gcbörigkerl. tu zu Tavs.ndeu die Gewährung der osmanischen Ltaatsbürgerschaf« avsuchrea, den Wechsel der Ctaatebürgerschast unter, der Bedingung zu gfstatteu, >ah sie »ach d<» Kriege die osmanisLe Staatsdürger« statt nicht nieder aukgeb^n. Z<h,lausend dreier 'Juden fird i» Zerufalem seßhaft. Zerufute« t« WeNtriege. Man berichtet vo-r dort: Alles voa 20 dis 45 Jahren rückt ein. auch nicht Gediente. «■ I >r.in» .»2^., -ane cy.k— .. , de» europäischen Kriege» ev gist.llt hat, hat einen besonders starken Niederschlag in Koustantinopel gehabt. Die jükiich« Gemeinde, dre schon früher nicht auf Roicn gebettet war. hat darunter unsäglich viel zu leiden. Die Errruahmen. die Hauptsächlich von der Fleischgabelle herflicßen. find aus die Hälfte g«' tunken, und to werden bald die philantropitchei« und Erz ehungs- Anstalten der Gcmcinde geschlossen werden müssen, da mit den zur Verfügung stehenden Mitteln nicht einmal die Beamlen d<» G:oß-Radbina:s und die anderen Beamten bezahlt werden können. Nun habe» wir jetzt noch den türkischen Krieg und kle Lage wird immer trauriger. — Lin großes Feuer dar das ganze Viertel von Haskeni zerstött. E» ist fast aueichließlich von Juden bewohnt. 3500 'Juden find durch diesen großen Brand obdachlos gebliebe r. prtßen. 9,1 pttft(4tn D,r prr. fische Gesandte in Koustantinopel verhandelte mit dem Grast' rabbioer wegen Ueberfiedlnug der kürzlich aus salonikr nach Konstantinvpel überfiedelten jüdischen Kausteule nach Perfien, wo den Laufleuteu Lteuerfteiheit uud sonstige Vergünfftgungerl gewährt werden sollen. Schweiz. Naßßi»er Aull au» Jaffa, der bekannte tatkräftige Förderer der Kolonien befindet fich jetzt iu St. Gallen. Bonge Woche nabm er in einer Srtzuag des Baseler palästinefischen Hilfsoereines teil. In seiner Red« sagte er r Alle Länder haben Reiche, welche »it den Armen teUen können. Palästina hat nur Arme. RumSiiitn. Jur 9»ve»srage bat die Vereinigung rumänischer Juden die Herausgabe einer umfangreiche» Denkschrift deichloffen. die da» gesamt« Tatsachenmaterial zur jüdischen Frage in Ramänien enthalten und eine Art Bilanz der Judenfrage zur Zeit der Throubesteigung des König» Ferdinand I. darstellen soll. Diesem wird die Schrift auch zugeeiguel fein. Belgien Aei 9<t fxtmt,» fiel in die Hauptlyungoge eine Kranxle eindi« ziemliche Zerstörungen darin »eruriachie, s» daß der Sotiesdienst bis auf weilercS in der 2. Lquagoge stallfiudet. Der Ra' biner hal 2 Nichte im Seiler de« Galteshaufe« zugebracht. Nach dem Sialchlageu der Sranale fei c« ihm jedoch wie'er,Ieldfi sagte,' dort zu heiß geworden, -ine Kindenientragidie rnsfifcher finden len Beim Eiozug der deutschen Eoldarru iu Löwe» wurde an« de« Haute, wo fich derjid,.nnl!onale8ind«»lenocidand .CheriU'l.Kreiheii') betau d, ans die deAischen Truppen geschossen. Die Deutschen der. nichieten da« Hans, in welche» >0 jüdisch« Studenten, durch, »eg» an» Rußland, nmgelowmen sei» solle». Snnrtufd). -lldtf»« AvimUltg, Aus eine« Brief eine» in Pari» lebeodea russischen Judru: ,Ju Frankreich habe» sich 30.000 dis 40.000 Juden freiwillig gemeldet. Au» ihren Briefen geht hervor, daß ihnen mit Undank gelohnt wird. Man hält ihnen vor. daß sie fich nicht an» Patriotismus, sondern wegen Versorgung gemeldet hätten. In Paris ficht «an nichts, als Tran»- Porte von Verwundeten, und zwar sehr viele .'Zuden. Juden, gelobt sei Er. haben genug Kinder und genug Verwundete/ Wenn auch viel Uebertreibung auS diesen Zeilen spricht, so ist die reducierte Wahrheit noch immer interessant genug. England. , Jutze« tm Leere. Die Anzahl der Juden ia der ln Frankreich und Belgien stehenden englischen Armee beträgt etwg 19.000 Mann. Es wird »erfichert. daß 25 Prozent der eng, lisch jüdischen Soldaten auf den Schlachtfeldern von St. Quentin, an der Oise uud in Belgien gefallen find. Das englische stehende Heer zählt 2 jüdische Generale. 8 Oberste und 140 sonstige jüdische Offiziere. In der Territorialarmee befinden fich anulhernd 30.000 Juden. GngKscher Pptee». Sir Franc'S Montefiore. das langjährige Mitglied de» zionistisches kündigt feinen Austritt auS der Bewegung an. weil er nicht unter deutscher Leitung stehen will Dazu wird von zionistischer Seite ironisch bemerkt: .Dir wollen dem Erben und Neffen Sir Mose» Montefiore» keine Malicen zum Abschied geben. Er hit uns Zionisten, Delegierten, de» IV. Kongrs-ffe». in den königlichen, botanischen Gärten zu London eine großartige ganlen party gegeben und un» stet» durch seine, für alle G-leqenbeiten sorgfältig nuaneine Kleidung erftent Die Bewegung verliert ihren elegantest gekleideten Führer/ Nus,,an». A» der rufsi/cke« Armee herrschen gute Beziehungen zwischen Juden und Christen Die verwundeten Soldaten in den Krankevbäusern loben die Haltnnq ihrer jüdischen Kameraden ans den Schlachtfeldern. In Bialiftock stellten die Juden ihre Dienste dem Roten Kreuz zur Verfügung dieVole» unter derBedingung. daß die Hilfe der Juden zurückgewiesen werde. Die maßgebende Behörde aber zog die jüdische Hilfe vsr und schsnq die polnische an». In EkaterinoSlaw bat ein Jude Feinberq 12#/0 seine» Vermögenszn Gunsten de» KriegsiondS gezeichnet. Der O?. tobn'stenführer Gmichkoff sagte, daß' er von' den Loyalität»- beweisen der jüdischen Bevölkernnq tief erschüttert worden sei. Er hätte ule geglaubt, daß die Juden solch-r Opfer fähig wären, und er müffe nun zuaestehe». daß alle Beschuldigungen gegen die Inden nichtals falsche Jntriqnen feien. Z>ie russischen Inden uud der Krie« Der Z-wstörnngSschrecken, den Polen durch den fortwährendenDurchmarich deutscher emineutHtsch? ^evblrernng häöen. W3f$tW5aiJU von Polen und Litauer» bewohnt sind, wird man jetzt in ihr meilenweit kein bebaubare» Stück F'ld finden. Ueberall Spuren bc* Feuers und f'ft Granaten: kein Trum m?hr. keine unangetastete Hüne. Die B.wölkerung zerstreut, umherirrend, jeder Hrbe entblößt: Besitzer von großen Feldern strecken die Hände für ein Almolen aus. iür ein Stückch'N Brot. In Kovno. dos in normalen Zeiten eine Bevölkerung von 80 000 Seelen bat. hausen jetzt 60 000 Personen, von denen 70 Prozent Juden find und 30 Prozent Greise. Frauen und Kinder. Die Loge dieser Juden ist um so erbärmlicher, wenn man b-denkt. daß ihnen die Großstädte sowie die Gouvernements nördlich und östlich von Wilna und Warschau verichloffen find. Und die» ungeachtet deffen. daß jetzt 300000 Juden in den Reihen der ru'fischrn A-mee kämpfen und viele von ihnen Auszeichnungen erhielten, die nur für besondere wertvolle Leistungen auf de« Schlachtleldc verlieben werden. Fketer^knrg. (Jüdische Kiiegshilse in Rußland.) Der ^Rjetich* entnehmen wir die Mitteilung, daß «üch in Petersburg ein Komitee gebildet bat. um den jüdischen Opfern de» Kri-gcS eine westqebende Fürlorge angedeihen zu laffen. Ein warmer Aufruf fordert die jüdische Wcicfifliüft zur materiellen Unterstützung dicses notwendigen Liebeswerkes auf. An der Spitze des Komiteestehen geschätzte, sozial tätige Persönlichkeiten wie Dr. Bomasch. Mitglied der Reichsduma. Ribbin?r Eisen« stadt. Baron Alexander G nsbnrg. der Abgeordnete Friehmann, Rechtsanwalt Dawilberg u. a. Die gesamte Hilfsorganisation in Rußland bleibt hinter dcijenigen Drutschland» weit zurück, ab r viele Zeichen deuten daraus hin. daß die jüdischen Verwundeten keine vollkommen gleiche Behandlung mit den anoern zu erwarten baden und daher aut die Samariterdienste ihrer Glaubensgenoffett angewiesen find. Fakmndtehrer i» Zlettze. Dem .Newyorker Vorwärts* 'wird aus Warschau berichtet, daß man sämtliche Talmudlehrer (in Warschau gibt eS deren einige hundert) bis aui ganz alte Leute einbernfen har. Ille Aerstöru»» de» -Luötiuer u»d Htzesmer Po»»er><- meat». Das raifi'ch.' Miiifteriam des Innern teilte Mitte Oktober mit. daß die Kämpfe in diesen Gouv-'ruemeats 4250 Häuser eingeäschcrt haben und einen Schad'n von 3 Milliarden Rudel veroriacht haben. Diese Gouvernements find zumeist von Juden bewohnt.. Der Lsudflurm «acht .^»rüöuuge«/ A-s Rovogrudok schreibt man: .Die Stadt ist voll mit dem Landsturm. Sonntag hat man in alle« Geschäften schöne Losung gehabt von ihm. Montag zahlten sie nicht m,hr. sondern raubten und liefe» davo.t. Jetzt öffnet man die Geschälte nicht mehr. Ebenso berichtet man ouS Jhumen: .Vir haben einen Begriff von einem Pogrom erhalte.i. Die Landstürmler haben mehrere jüdische Gewölbe erb: och.-n und mehr als 20.000 Rubel Wertes geraubt. UcusLenopftr find nicht zu beklagen, uur man hat einige an den Bettelstab gebracht . . . Man hä» Leuten auf dem Markte die Stiefel von den Füßen geriffen^ Ser kein Geld geben wollte oder konnte, deffc» Eimichtumd Wurde -er. trümmett. sogar Bettfeder» wurden ans die Susi« .*