Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- 48 (27.11.1914)
- Date
- 1914-11-27
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/6682508-6377558-6450279--0129-4849972- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Misch« volkrrtl»»-. Or. 48 bft der der der der Df« jüdisch« KIdsr«is«r,r 1« b«»<fch«, Herr«. Im L<P'r»drr b»>, wie damals milgeteilt wurde, das preußische Xri>x«m,nif»,ium sechs Rabbi» rr zur »utiibuog der Leelsurge im Aride oeischledenca Srmee» öberwiescu, Veithcr fiud da» baynsile «ud da» sLchfische tkriegsminifteriu« dem Prisp-ele de» preußische» gefolgt und auch da» Generalkommando dr« badischen Irmerkorp« hat einen Rabbiner zum Atldgrifllicheni jetzt sind inigesamt 10 Rabbiner ii?elde. Der verband der Deutschen Juden hat »on allen Feldgristlichen — mit Suenahmr deejeuigen. der erst nachträglich int Feld gesandt >r»rden ist. — auefühtliche Berichte erhalten, an« denen eihell«. wie überaus schwer ond ansreibend einerseits der Dienst ist. t>m die Rabbiner sich unterzöge, haben, aber auch, wie überaus dankbar die jüdischen Heeresangchärrgen die Gegenwart der Geistliche» ihrer Religion begrnße». und wie auch die Heerr»»erwallung offenbar ihr seelsorgeri>chrs Willen zu schätzei, weiß das - gleich demjenigen der chriftlichrii Acldg.iftlichei, — keineswegs nur den Sngehtrigen des eigenen Glauben» gewidmet bleibt. Die Rabbiner lind jetzt solgeadermaßc» «erteilt: Der I. Aiinee zag.willen ist vr. BaeckeBeilin der II. , , , I)r. Emil Leng EHartottenburg III. , , , Dr. Reiohold Lew!n-steipzig IV. , . , Dr. W i l d e-Vl»gdedurg V. , , , De.Lalzberger-Kranksuita.Bl. VI. , , . vr. L a e r « a I »-München VII. , , , Dr. Italiener -Tormstadt Uisd außci dem insbesondere dem badischen <nv.)>rmerkorp» Dr. E h o a e-stonstanz. der Vlll Armee vr. v o a d e r l i n g-Han>burg der IX. Armee vr. A rI h nr Le o y-Lchin.berg Die Mehrzahl der Henen ist beim Etade de» S.O.K. stutioiüerl, u»r Tr. Lewin-heipjig nach seinen letzt,» Rach,ich, bei der ötappeninspektion der UI. Armee. Dr. Italiener beim Stabe der 10. Ins.-Dioiston (8.A.X.) und Dr. Chone lui der 20. Dioiffon (XIV. A.X.). Insolge der Berteilnng der jüdischen Mannschasten in den Di oppenteile» kinnen die Rabbiner »ur durch »ikllachen Verkehr zwilchen den einzelien zum Armeeoerbanb gehürigr» Xorp», Dioifione» und Brigaden, sowie »on L»> zarrlt zu Lazarett Fühlung mit dem grüßten Test der jüdischen Soldaten erlangen. Einige der Herren haben daher oeranlaßt, daß alsbald »ach ihrer >»kn»ft i» chren Wirkungsbereich durch eine» Armeebezw. Xorpsbefehl aus ihre An- Wesenheit und die Mtglichkeit für die jüdischen Soldaten, sich au ste zu «enden, hingewiesen wurde. Jnsolgedrffen ko«ute rinrr der Herren am versthnungstage. a» de» am Standort seines A O X. ein Gottesdienst unmtglich war, »on eine» getrennt davon stehende» Generalko»»ando telegraphisch um Abhaltung eines solchen gebete» werbe». Bei der Ausdehnung de» Wlrksa»keittge. b i e t« haben fich die Wagen, die den Herren bei der Ausreise von der Heeresverwaltung zur Veisügu»g gestellt wurden, mehrfach als unzureichende« Vesirdei»ng«wittel erwiese»; — i, grei Füllen habe» ihre Besitzer sie auch erst nach langem arten erhalten kbnnen. verschiedentlich haben daher die zuständigen Äommankostellen im Feld« de» Rabbinern zur Bewältigung de« Dienste» au« eigene» Antiieb Xraftwogen zur Bersiigung gestellt, und bald hat da« Xriegsministerium in Würdigung der verhältniffe eine Verfügung betreffend die Benutzung der strastwagen durch die Raddiner zur «rleichternng ihrer Tätigkeit erloffen (und auch de» verbände amtlich zur Xenntnis gegeben). Rach allen Berichten gestalten di« verhältniffe trotz der Bereitwilligkrii der Xovimaudoftele» nur selten die Abhaltung von Gottesdiensten, zu denen auch den tchristlichen Feldgeistlichen nicht oft Gelegenheit gegeben werde» kan». Immerbin konnte an mehrere» Stellen zu» versthnungsfeft — sowohl am Vorabend wie a» vormittag nnd am Echlnßadend und ebenfalls zum^Laudhütteusest Gottesdienst gehaltr» weiden, sowie gelegentlich aa, Sabbath. Die »ns mitgeteillen Zahle» von Teilnehmein am Gottesdienst schwanken von 1ü—so. Die Gottesdienste find von de» Xommandoftellen vorher äugeordnet oder wenigstru« angekündigt worden; sie wurden verschiedentlich in katholischen Xirche», sonst in anderen Raumen, die auch sür die christlichen Gottesdienste benutzt werden, adgehalten. Rach dem Fall Antwerpen« hat in Biüffcl ein aut Anregurg dr« seinerzeit gerade anwesenden Rabbiner» »on der Xommanbanlui besohl,uer Gottesdienst in einem Raume des betgische» Xri«g«m>»ist,rium» stallgesunden. — Viels ach werde» die vom verbände hriausgrgebene» Feidgedclbücher hierbei belaßt, die »och de» Milleilungen der Raddiner von den Soldat,» al« eine wil-kommene Gabe begrüßt werden. Ta« Feldgedelduch. »on de» nach u»d nach bis jetzt 17000 Stück gedruckt find »nd. zum Teil durch vrr»ittlung der Gemeinde», verbreitet worden find, ist seit den ersten Woche» des Xrieges an alle einzelne» Lenke im Felde, deren genaue Truppencdr, ffe de» verband« bekannt wurde, sowie je 5—6 Ezemplar« an die Xommando» sämtlicher mobiler Tiipprnteile (Regimenter bezw. selbständiger Bataillone) mit der Bitte veisandl worden, aus »orgednrckter Xarte die Anzahl der Inden deim Truppe»leil anzngebe». Es bezeugt die Würdigung der Sendung seitens der militärische» Stellen, daß bisher von über 90 Kommando» Antwort«» cingelausen find, vieffach mit einer Da» känßer»ng sür die übersandten und in einigen 30 Fällen mit der ausdrückliche» Bitte u» llebersenduug weiterer Feidgebetdücher, ans welch« insgesamt gegen 800 weit»« Bücher haben versandt werden kinnen. (Trese Antworten der Kommandos der Truppenteile werden gleichzeitig ein« wenigstens teilweffe authentisch« Kontrolle »»serer Feldzugi>eilnehmerer»ittelu»gen ergeben). Außer dieser »»mittelbaren Versvrdnng find all« Rabbiner mit je mehrere» huuderl Feldgederbüchern ansgeftattet worbt» und haben schon verschiedenN ich weitere nachgesandt erhalle», di« sie ans ihre» Fährte» Boa Trippe zu Truppe, «o« Lazarctt |» Lazarett »» die jüdische» Soldaten «erteill habe». Feldseelsorge. vr««Ia», »«A 21. neotwbtr (9(4. Vir dürfe« die zuversichtlich« Hoffnung hegen, daß die anendlich mühe- »ad opfervolle Tätigkeit, d-r die Rabbiner fich i« Dienste des Vaterlandes vad unserer im Felde stehend» Glanbensgenoff» widmen, über den reichen Segen hiuau-, de» fie i« einzelnen stifttt, auch der Anerkennung de- Judentum- und der Achtung seiner Anhänger in unserem Vaterlande zugute komme» »ird. (Hierzu bittre »tr He BeriLte H Fewrabd. Dr. vaeck « vergleiche», «bgedntttr t> der veil. ,Z« Felde' t« ver. Rr. a. in dies. veil. Red). vrrlcht« b«r Z«l-grlsfllchta Habbiner vr. Batd. (Lchl-b). Bericht III. Audignicourt, 30. Oktober 1914. Ganz ergeben berichte ich über meine Tätigkeit in der Zeit vom 15. bis 80. d. Vif: Mein letzter Bericht hatte bereits darauf hingewieseu, daß. u« an die indische» Mannschaften näher heranzukommev. es erforderlich ist. die einzelne» Divisionen und Brigaden auf» zusuchen. Ich habe ia den beiden vergangenen Dachen diese Aufgabe fortgesetzt; ich bin in dieser Zeit i« acht verschiedenen Orten im Gebiete von drei Divifioveu gewesen, und es war mir möglich, fünf Feldgotlesdieaste in Noyon, Thiescourt, Chiry, Carlepont, Audiamcourt abzuhallen. Die Zahl der Soldaten. die an dem Gottesdienste teilnahmen, schwankte zwischen acht und vierundzwanzig. AIS Zeit mußte, mit Ausnahme des Gottesdienstein Royo«. eine frühe Morgenstunde oder eine ' späte Abendstunde angesetzt werde«, da es nur unter dem Schutze der Dunkel, heit möglich zu sein pflegt, die Mannschaften auden Schützengräben herauSzuzieh« und dorthin wieder;urückzuführen. Der Platz war durch die örtlichen Verhältniffe bestimmt. In Noyon hatte der Staatkommavdant die große Kathedrale in seine« Befehle angegeben; ich hatte aber gebeten, einen kleinen Saal tu de« Hause, ja de« ich einguarttert war, benützen zu dürfen; die geringe Zahl der Soldaten hätte zu dem gewaltigen Raume zu sehr im Mißverhältnis gestanden, und er hätte zudem dar Stimme ihren Ton genommen. An einem Orte stand mir ein Schulzimmer zur Verfügung, au de» drei anderen fand der Gottesdienst i» Freien statt. Die Ordnung desselben ist in der Regel die folgende: Verlesung eines Psalm und eines Bibelabschnittes aus der Thora, oder der Propheten« Vorlesung der Woche (hebräisch und deutsch), danach die Predigt, hierauf, in kürzerer Form uuter Zugrundelegung de- Felo» fjedetbuches. da- Morgen, bezw. Abendgebet, als Abschluß ein reies deutsches Gebet, endend mit dem Priestersetzen und dem Kaddischgebet. Rach dem Gottesdienste bleibe ich »1t den Mannschaften noch eine Zeit lang gesellig zusammen; ich lasse mir auch die Ädreffeu der Ellern augeben, um diesen über das Ergehen ihres Lohnes eine kurze Nachricht gebe« zu können. Den Ott des Gottesdienstes setze ich im Einvernehmen «tt den Division-, bezw. Brigadestäben mit Rücksicht darauf fest, daß die Soldaten keine zu weilen Wege — nicht über 50 Minuten — bizu diese« Platze zurückzulegen haben; um »ei. tere Wege zu erspar». zieh« ich evor, eine» doppelten Gottesdienst stattfinde» zu laffen. Uw ei, Bild von den äußeren velhällniffeu eines solchen Gottesdicl stcs zu geben, sei cs gestattet, des Beispielhalber einen solchen zu schildern: Am 15. d. Mts. fand Abends 8'/* Uhr Gottesdienst in Earlepont statt. Ich kam von dem Standpunkt der Division, wo ich tag» zuvor die erforderlichen Vereinbarungen getroffen hatte, am Vormittag bereits donhiv, um olle- Notwendig« vorzube» reite». Der Ott C. ist durch die Kämpfe der früheren Wochen fast ganz zerstört; ich wählte als Platz für den Goltesdienft daher einen kleinen, mit Bäumen umgrenzten Platz in dem Schloß. park, der sich, von der Hauptstraße des Ortes au-, eine niedrige Hügellehue hinaufzieht. Bon Pionieren, die i« Ort ihr Quartier haben, wurde dort eine Kanzel rasch errichtet »nd mit Tüchern und Zweigen ausgeschmückt. Als Treffpunkt war den Mannschäfte» der Platz vor der Dorfkirche angegeben; in der Nähe mar ein Posten aufgestellt um zurechtzuweifen. Ich erwartete dort die Mannschaften, und wir gingen gemeinsam zu dem Raume der Kanzel, der durch eiue Laterne erhellt war.; die Soldaten stellte» fich im Halbkreise um die Kanzel auf. Ringsumher war das mächtige Dunkel; nur für wenige Augenblicke brach die Mondfichel durch die Wolken hindurch und warf ihr Licht auf die uahen Baumgruppen. Schon das Schweigen der Natur, ia das von Zeit zu Zeit das Rollen eines fernen Schaffeherüberdrang. gab eine ernste Andacht. Der Gottesdienst war um S Uhr beendet — seine Dauer beträgt in der Regel etwa ’/< Stunde» —, und ich blieb in eine« Hause, in welche» ich eine« großen Tisch und Stühle vorgefnndea hatte, mitten in der Unordnung der Trümmer, mit meiner kleinen Gemeinde noch etwa eine Stunde zusammen, um die Fragen und Sorgen, welche alle bewegen, zu besprechen. Danach wurden die Mannschäften durch Vorgesetzte tn ihre verschiedenen Stellungen wieder znrückgeleitet. In ähnlicher Weise verliefen auch die andere« Gottesdienste. Für einen derfttben war eiue besondere Feierlichkeit geplant; der Bngadekommaadeur. der in de« Orte stand, hatte die Mit- Wirkung einer Regiweotskapelle angevrdnet. uud ich hatte mit dieser alS Linleituag »nd Schluß der Andacht einige neutrale Musikstücke verabredet. Wenige Minuten nach Beginn des Gottesdienstes begann jedoch eine Veschiehung eines in der Nähe befindlichen Turmes durch feindliche Geschütze, so daß auf den «nasch des anwes» d» Offiziers der Gottesdienst abgebrochen wurde; ich habe ihn dann an eine» anderen gesicherte« Platze wieder «»fgenommeu und in schlichterer »erse zu Ende geführt. Etwa zwei Drittel der Mannschaften, mit denen ich i» den beide» letzte» Wochen zusammen war, bestand aus Hamburgern; neben ihnen waren zu »einer Freude auch einige aus unserer Berliner Gemeinde. Bet den militärische« Behörden habe ich stets sehr großes »nd liebenswürdiges Entgegenkommen gesunde«. Di« Schwierigkeit besteht immer n»r dar», daß jedes Ziel de« weite» «eg und infvlgedeffe, die geraume Zelt erfordert. Ost vergehe« zwei Tage, bis die Zahl der jüdische« Maanschaftea in den einzelne« Truppenteilen festgestellt iß und auf Grund brff« ein zentral gelegener Ort für den Gottesdienst bestimmt werden kann. Ich benütze diese Zwischenzeit«» zu» Besuche der Feldlazarette und zur Erledigung der umfangreichen Korrespondenz im Interesse der jüdische» Soldaten. Bon den jüdischen Soldaten selbst habe ich in den sechs Wochen, die ich nun bereits hier weile, schon so viele aus den verschiedenen G.'gendea Deutschlands uud aas den verschiedene» Truppenteile« gesehen, daß es mir vielleicht gestattet ist, ei» Urteil auszufprechen. Ich stütze mich dabei nicht nur auf «eine Beobachtungen, sondern auf da- Urteil von einigen Offiziere«, die fich ganz unaufgefordert und u«a«geregt, mir gegenüber anssprachen. Sie rühmten, uneingeschränkt, an ihren jüdischen Mannschaften die Tüchtigkeitund Zuverlässigkeit, die Furchtlosigkeit und die stete freiwillige Bereitschaft, wie die Gnvandtheit und die soldatische Intelligenz. Das wrs ich selbst sah. und was ich aus sonstigen Gesprächen heraushörte, stimmt damit überein; eia gewisser stolz, mehr als die blvße Pflicht zu tun, Mut, Geschicklichkeit klarer, offener Blick find bei fast allen zu staden. Anh das konnte ich. immer wieder beobachte», daß fie fich als Kameraden ebenso wie alS Vorgesetzte bewähren. Bezeichnend ist. daß fie besonders zahlreich in Vertrauensposten zu stade« find, so alS Ordonnanzen, DefehlSempfünger, Schreiber ia den höheren Büros, Dolmetscher usw.. daneben auch als Burschen von Offizieren, andererseits aber auch, soweit fie Unteroffiziere und Bizefeldwebel find, als tatsächliche, fast selbständige Leiter einzelner Abteilung«,. Ich Hab« auch das beobachte» können, wie rasch Söhne wohlhabender Familie» fich in Entbehrungen und Mähen hinemfanden und »uch darin in Reih und Glied standen. Als charakteristisch möchte ich, ans Grund häufiger Beobachtungen, eines noch Hervorheden: cs ist daeigentümliche Zartgefühl, da» die jüdischen Saldate» der fremden Bevölkerung gegenüber beweisen; ich habe e-oft sehen köaen, wie fie beinahe zu Beschützer und Vermittlern fir dieselben werden. ES ist «in eigener vornehmer Zug, der ia das Gesamtbild hereinkommt. In den nächsten Tagen will ich wieder einige der große» KriegSlazarette aufsuchen und dann meine Wege zu de» einzelne« Truppenteile« fortfetzen. 9«l$. Am 6. d. Miß. wurde auf Beranlaffung deS ehrwürdigen hiesigen Oberrabbiners Eofer ein Bet- und Bußtag abgchalte«. Ia höchst eindrucksvoller Weise sprach der Rabbi»er über den Ernst d^r Zelt uud eifette die Gemeiade- Mitglieder zu opferbereiter Hingabe von Gut und Blut sür die Sache des Baterlaudes. - <£**» Tode dos Lberrabblners Bloch.) Der Tod dein der französischen Srmee als^Frttzrgbbiner gefallene» OberrabbinerS Bloch aus Lyon, den wir tu einer der letzten Nm gemeldet haben, erfolgte unter merkwürdigen Umständen. Der Obenabbiuer war gerade dabei, auf dem Schlachtfeld« verw«tze^» ^Üdifche» Soldaten Trost zuzusprechen, als er von etnea^vUWPkulhstischen schwerverletzten Soldaten angernfen wurde. Dieser hielt ihn anscheinend sür einen christlichen Priester uud bat, ih« seinen Segen zu gebeo. Während er den Wunsch des Sterbenden erfüllte, wurde der Oderrabdtner selbst von einer todbringenden Kugel gttroffen. Ketdeußntte» G»ttvertr«»e». Am 6. Oktober fiel in 'Frankreich A l e x I o s e f.-Gießeu. Reservist im Inf-Reg. 116. In dem Briese an die Familie heißt es darüber: ,Ein großer Trost wird «S Ihnen sein, wen« ich Ihnen «itteile, daß mir der Kompagnie-Feldwebel sagte, daß es keiuen zweiten Soldaten in seiner Kompagnie gäbe, welcher so tapfer und furchtlos gekämpft hätte, wie Ihr Herr Sohn. Hätte Ihr Sohn nur noch einige Tage länger gelebt, so wäre er mit Bestimmtheit R i t t e r deS Eisernen Kreuzegeworde»; vorgesehen hierfür war er schon. Ihr Herr Sohn ist aber nicht nur alein tapferer, sondern auch als ein gottesgläub iger Held gestorben. Durch sein feste- Gottvettraue« hat Ihr Herr Sahn mehr wie einmal seine Kompagnie vor Zurvckgehen bewahtt, so noch am Tage vor seinem Tode. A» fraglichen Tage lag die 7. Kompagnie unter eine« fürchterlichen Granatfeuer im Schützengraben, ä« Teil der Kompagnie hatte fich anzeschickt, zurückzulaufe», da ist I-r Herr Sohr aufgestanden und hat mit lauter Stimme sein< Kameraden darauf aufmerk sam ge «ach t, daß es noch einen Gott gebe, und daß ohne deffe« Wille niemand getroffen werde. Diese Worte haben bei den Leuten derartig gewirkt, daß fie alle liege» ge» blieben find und tatsächlich ist an diesem Tage niemand getroffen worden. Ihr Herr Sohn hat also die Ehre des ganze» Regiment» gerettet, den« wie Sie. geehtter Herr Joseph, selbst noch wiffen werden, ist es Tatsache, daß wenn erst einer zurückgeht, daß dann alles zurückgeht. * §rieß§ri»,e mit tzeüräifcher Anschrift- Setten» des Ung. Isr. Laudes-Kultnrvereins ist unter der Aegide des uugarischru HonvedministeriumS eine neue Hilfsaktion zu Gunste» der Witwen und Waisen der t« Kriege gefallawa Soldat» eiogeleitet worden. Es »»erden »ämlich silberne Ringe »tt der biblische« Inschttst: »Gott ist meine Feste^ und »Wohltat rettet' nebst der Jahreszahl 1914 in Verkehr gebracht, deren Ertrag zur Hälfte de« Kriegsfürsor-ea«t des Hvnvöbministeriums, zur Hälft« konfrsfionellen ftrieg»KSfc& stützungsaktiouea des genanten Bereins zugeführt «ird. Da eü' oua'erwüascht ist. baß das Eiträgniß dieser Hilf-aktio» fich ba edlen Zwecke und der Konfesfion, aus dem» Mttte ste hervorgegangen, würdig erweise, dürste di« Annahme berechtigjt fei», daß das stilvolle Emblem allgemet« Babrertuna stabet. Dar Preis eines Ringe» beträgt 2 Krön», Aufzahlu»g» «erd« dankend angenomm». Die Ringe find erhältlich bet« Rabbiner Dr. Simon Hevesi (VII., W«M4lioji-«ta» 10), der die patriotische Aufgabe der Abministratioa dieser, lobenswerten Hilfsaktien Überno««» hat.