Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- 47 (20.11.1914)
- Date
- 1914-11-20
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Unabhängiges Organ für die Jnfrirssrn uSXSf’f^eS^'i*^ *" »** D»i> 1.25 X,Mlnti f(täfl«|tc8e « M.. n«ub bem Aalland 8,— für Br»«.u b« i Abholung <tit «mSl Hi frt<er ^«llunq in, Lau, 1,25 M. viertel ichrltch. durch dt« P-ft. jede Duch-a.dluru, und die SeschSstsstrlle in ÄreSlau I, Schweidnitzerstr. 27 zv beziehen. Fernsprech-Anschluh Rr. 7SOS. «M, mb TYftnin flmirto# u~ A— Der ^rzvg kann bei der «JeschLfr,stelle »tt >edee N»»«er degta»«« 3>s,rale werde« mit Zü Pf. f»r die einfpalrige Klei«M« »d«, der« Aauch berechnet. Bei Diedertzobmg »der grbheren A»fk,ii,»» Neida«. Amahwe durch die GeschSft»stell« i» Bee,lau l. 2ch»»td»itztrstr. V Sprechstunden in der GefchKstssteü« 10—12 und 3—4 Utzr. Schriftleitung, Verlag un Fernsprech.Anschluß 7505 und 7507. — Zuschriften und Sonntag (von l Ühr) «jb Geschäft«steIIe in Breilau I, Schmeldaitzerstraß« 27 (gegmüda dem Stadttheaters. und Geldsendungen find dorthin ,u eicht». — Di« Geschäftsstelle ist mittag« von l— 3, Sonnabend und Feiettag« (ganz), geschloffen. — Wohnung de« Leranlgeber«: Moritzstr. 45, hpt., Fansprech-Anschluß 7507. _ Nr- 41 gtregfou. 6tn 20. AsvarrrSar |9|4 XX. »I< tn JMh«ra: .»»» ^rte,»t4»»,l»tz. .»» Art»«' .Motere -et»,»' 20. 1850 1892 1806 1906 22. 1849 1696 1857 1906 23. 1844 1871 1911 24. 1632 1908 25. 1829 1830 1906 26. 1857 1897 27. 1887 1837 1. 1848 1888 2. >1838 8. 1867 4. 1834 5. 1631 6. 1860 1910 7. 79 v. 8. 1180 1897 10. 1900 StteRttage. ßloormter. «b. i. DuNa d. ft. Abg. Dr. I. 6. Bloch ft.!. Araliiu Rabb.-Aff. Lhaim Rath. Demblher ft.!. Wien der Dichter Jalod Zuliu« David st. i. Stockholm Maler u. Dichter Ernst Jos phsohn fielen Märtyrer i. »ugedurg st i. Lemberg R. David Lida. «ers. v. 10 talm. Werk, ft. I. Prag Buchhändler Wall Baschele«, , Sippjriur ft. i- @trtt«u Jos. Iaff... Oberleuln. d. L. st. i. Wien Her«. Todesco, Philanthrop acb. i. Kdnigtderg Komponist Jame» Rothstciu st. i. Wien yberkantor Singer, k. Bat geb. i. Amsterdam d. Philos. Benedikt Spinoza st. i. Wien Lektor M. Friedmann geb. i. Zerdst Zenit, Hirsch, Mitbegr. d. Lelte.P. (ft. 1902) ged. I. Bretlau Lina Morgenstern. Begr. d. Ha»«sr..B. ft. i. Berlin Pros. Jabludowsti, Med. u. Hedr. st. L. Selig»»»», d. l. Radb. von Stockholm ft. Hamburg Hoftat Beruh. Polin! (Bar. Pohl) gib. i. Hannover Konjui Mor. «. Amon, Stift, d. Srz.-Anstalt i. »hlem ged. i. Heiltgenstadt »cichtlagiabg. Lud». Ldw« f. Aiolenr geb. i. Berlin Seminar-Rektor Dr. David Hoffman n st. i. Brigthon Dr. Lad». Lime, Sekr. v. Montefiore geb. i. Dresden >. Levy, Gea.-Sekr. d. Eentroio. ft. i. Budapest Dr. SB. «. Nestel. Pred., Homilien ft. i. Amsterdam Adv. Jon. D. Meyer. M. d. pro». Reg. u. Präs. d. Konfiftor. ft. >. Ostrog der der. Taimudift S. Edel» (Mehaischa) st. i. Franljurt a. M. d. Hist. Dr. I. M. Jost ft. i. Berlin Dr. Husch Hildeoheiner st. Kdnig Alexander Jannai verbrannte Kdnig Jojakimd schr.d. Proph. Jeremiai vollendete Maimontdco lcine Mtschneh Torah st. I. »aagnrustadtl Radd. Jos. Weiße «omm. z Thill.) st. König Herode« st. i. Berlin d. Dichler Dr. Ludwig Jacobowöki. Wache»-»»!»,»«» tkochrn feg L»>««»eeteH Tti »3i3 xar 4«. mTin *» w un «»leach! A»ßakl »r* H,nße»ablch,Utze», lva» »ich Zakob. Der kerka»i der Erstgeburt J>zchak t« kande der Vhilister: er jegoet Zatod und E>a»; tieier -atzt seinen Sender. Zakab, sts«cht nach E-ara». mUUlnx £tMt4brtrl 4«. mSn I. M. »»»-tt». du.» AdlchMN nrvvn *) Die Audgai'gHjeilen find für f»lge«d« Orte r l 3 i * L "rsr Rafi"|5»|5’ | 6« Mj! i’piTFTir1 TS* II ii it*iTsr Plalm %. rirOe Ilebnsehmrg > 1. Singt tan ewigen »oll, fiugl ihm eia neue« L ed. Preiset Lande sein Heil, landet e« jeden Tag; Rühmet unter den Bilkcrn unsere« Ewigen H>rrlich!eit 2. Tenn cihaden ist Sott, strahlend in Majeftät. Fremde Silin find Trug, eitle« Sebilde nur! Durch de« Ewigen Mochtspiuch standen Himmel u. Eide da 3. Spende Pilkergrschlecht. spende dem großen Sott Ehr' und Eie, ihm allein — beide« nur ihm gebührt. Liehet ein iu den Tempel. Bilker! Bringet ihm vps'r dar 4. Bückt Euch, beuget da» Knie; Ehrfurcht erfüllt da« Herz «S durch,ielell Such heilige Schauer nun. Jetzt o seid ihr ttschicnen vor de« Ewigen Angeficht. 5. Merket Bilker wohl auf. »S.iig ist unser Sott. Ihm gehöret die »eit. so er geschaffen einst; Deren waltet er weise, lehret die Bilker Gerechtigkeit 6. Frrudeujubel erschallt, Himmel und Erde jonchzt Freudig rauschet da» Meer, spiele, die Fischiciu all' Hüpsen Gräser im Feld«, tanzen Bäume im grünen «ai 7. Denn es kommet der Herr, nahet de« Erdeuball, Ihn zu richten uach Recht, wägeud der Völker Lo«. Freut Euch. Erdeubewohncr, ob de« Ew'gen Gerechtigkest Herliu. Geheimrat W. Lewin. Der Antsskmittrmll» d« polr» i» kitzlaftd. Georg »raube» mrdftrntlicht in der dänische» T, zeiiung .Politiken' eiae »rtikrlserle .Znfttnbe in P'len', «e desondet« intereffai.I durch ihre Tendenz ist. Brande« hat saht zehntelavg zu deu Boikämpfnn der polnische» Freiheit gehüi wie er den» überhaupt «ährend seine« ganzen Leben» ein »> »alt der »nteidinckteu Völker gkwesk» tft. Er hat ein Buch über die Polen geschrtebe», da» von Begeisterung für da« Land üderquov. und da« zu einer Zeit, »1« die Polenftagt nicht aus der Tag,«Ordnung stand und onr ganz weuig« Pttsouen seine Sesühle tellteu. Un d er hat vor einem Neuschenatler geschriebei: »Mao liebt Pole» nicht, «le man Deutschland »der Frankreich »der England lirtt. sauber» atr «an dir Freiheit ltebi. Denn, wa« heißt da«, Polen zu liebe», andere«, al» die Freiheit ,» lieben, eine tiefe StMWIHi« sür da» Uagiück u e». hstnden. »*>** Beeister»», » h« einzige« Bolk hat -- — und da» war da« Bol», dem er selbst «»tst-m-Ie. deff«, eigenartige Begabnngbmerkmale sei» ganze« Isterarische« Schaffen kennzeichnen, »ämilch da« jüdische Bolr. Wen» er fetzt glaubt, sür diese »ntndrückleftrn Paria« Rußland« iw» die Pole, ei»- tteicn und ihnen warnind« Worte zurusen z» müffea, I» kann mau ermrffen, zu «elchem Grade de« Bend« und der Be» zwtislung die rusfischen Jude» getrieben fein müffen. Brand,« gibt zuuächft eine geschichtlich« Uederficht der 8tziehungen zwischen Jude» nnd Polen. Er erinuett daran, daß seit allen Zeile» gerade in Pole» znnsche» de» vetschirdeue» Levilknungtklaff'N und Stämmen ei, lußeiordenliich herzliche« I Berhältni« bestand, und baß die Juden i» der polnische» Ge-! schichte, »lein der poluische» Literatur etue ganz hervorragend«.! Rolle gespielt haben. Bereit« im Jahre 1794 kämpfte »nter! Kosciuozko ei» Regime»! jüdischer Fttiwilliger, deffe» oberst i im Jahre 1809 fiel. «I» im Jahre 1881 von de» «uffen >, ' Warschau aus die knieendeu Boikimeuge» geschoffe» wurde, welch« da» Batnlandslied ,Z dymen poiirdw", sangen, folgten die Jude» ihnn Rabdlner, in großen Menge» in di« katholische» Kirchen, ebeuso wie die Ehrifte, In großen «engen in die Synagogen zogen, um daäselde Lird anznftimmen. Dieser letzte Zag. die Prozesfionen der »lanben«beke»ntniffe in die Kirchen der anderen Konsesfioneu, machte auf den großen »orbtscheu Dichter Henrik Ibsen «inen I» tiesen Eindruck, daß ti in Unterredungen immer davon sprach, al« von dem Größten nub Schönste», da« «t je erfahre». Und Adam Wckiewicj hat IN seine« berühmten Ratioralepo» ,k»n Dadoun' eine, jüdische» Safiwiit zu einer der sympatischften Hauptpersonen de« Gedichte« gemacht. So haben di« »erhältniff« ftüher gelegen. Heute spricht man in Polen von den Juden al« von Todfeinden. Und der »bgeordutte Kuch»rew«ky hat »ffentlich erklärt, daß er in die Duma gewählt zu werden »ünsch«, .um für »I« »u«r»tt»ng der Juden an« Polen zu wirke»', »er denkt nicht unwill»! kürlich dabei an da«Z»re»»ort: ,J\ kaut iaraoor l»Pologiwl* Und all dieser Haß ist an« dem sehlgegangeneu poiuischea Rationalgesühl entstände», da« ei» Polen nur für die siamifche» Pole, wünscht, alle» anderen Stämme», die da» Land demohnen, in e»,herziger Befch'änkthest gegenübertritt und, während e« selbst einen Freihestikampf kämpft, die Freiheit der -öderen Stämme beschneide» mtchte. Best deu Wahlen de« .Jahre« 1912. al« man jene» selben Kucharew«ky. der die Inden a»«> rotte» wollt«, zum Kandidat«» für die Dum, »usftellte »»> verlangte, »aß die Jude» ihm ihre Stimm« gebe, sollt«, ist der g-schasiliche und g-felschaftliche Boykott gegen di« Jnd» erklärt. De», die Jnd«, di« seidstverständiich »tcht chr« «!«»« Henker zu ihrem «ertteter wähl« könnt«, bewirkt« dm Wahl de« Sozialdemokrat« Ja^ell» »»» zog« dadurch »«Haß der fanatisch« Rationalpoien in Oerftärkte« Maße a»s fich. Dieltt Boykott ist i» Form« d»rchgesührt worden, wie sie di»her in dtt Geschichte der Wirifchastddrweg»»«« nnerhtrt find, «de» auch an Gewalttätigkeit« bar 1 nicht gefehlt. «-, h-t «rmtose alte Mäuuer ^mordet, in der Stadt »«lun Hüuser mV Petroleum degoff« n»t tmgeftrckt, die »»gebildet» Dotsbrvdlke» rung durch die Beschuldig,« ansgehetzt. Die. polnfithe» Jnd« hätt« .unlängft' d« Heiland ermordet. I» ganz Raßiand «Kl tt fast nur die polnikch« Blätter, die »ach de» ÜMK«. Prozeß die Exist«z de« Ritualmord«« al« fomo» für erwies« erklärt«, vergeben« hat Ladielaa» Micklewtcz Trän« seine Landsleute, die doch schon Feind« g«»g hvve», beschworen, nicht noch otendreiu ,1« Feind« der Jnd« »nszntrttu, ti« stet« lhee Freund« gewesen sei«. Sein« Worte ßdt« so weuig genutzt, daß zu Beginn de« Kriege« greße-polnisch« Lvätttt. z. B. ,Gla« Lubelsky' in fett« Leitern die K»»b« mrdreitti«: .In Englon» groß« B»«'»»e gegen di« Jnd«, Mt englisch» Regierung hindert sie nicht.' Dic T«denz mt klar. M ■■r*t ei» Beispiel znr Rachfei,« »usgefiellt. Bolnisch« Blttter hat« die IR« deschuidigt. nach Kriqtdegi»,. a> da« Meialgeid in Polen knapp wnrde, in eine» Snr, Milliom» Gal». Rodel »och Deuischiand geschmi^geit zu had«. Sie hnt« ytddisch adgesaßie ProNamaiion« drncke» iaff«, woria ti» Jnd« zum «uftnhr geg« Rußland nnfgesordett ward«. Bie habe, die nnschnldigft« Leule de» Rnff« mir »« vefterrricheru al« Spion« der Feind« denunziert nnd so ihn Erschieß»« verschulde!. s, i, d« Städt« «echamt, Inno«, Kratnik und Samosch. In einer «,z« »»zahl »»» »uderr, Slädt« Hab« die Post, schwer an d« Jnd« gestndtA. fie «rfolal, Pogrome de« Militär« geg« st« »erschnldei. Au^nzeug« Wh« Bennde« derichiel von ftdisch», Soldat«, di« wahastmüg in d« Laz». retten darniederklest«. «der nicht infolge dar Schttckuiffe d« Kriegt, finde« der Pozeame, der« Z«a« ff« mar«, der Er- »nßPgÄgtt U> IchEch» WMuMMf« _ Un litfH daür.' t*f dirfe ~ «gSttnh« ».bemnkt t» R«LtIch« nichU^mndnZnd« gestrckl wurde, worauf R« betreff«de» Schuik« ReJnd« pott^iltch meldete». Jeder J»dr, dm,rine sto» in der Tasche hatte, wnrde erschoss«,. SchUeßUchwu'b« die Jnd«. ganz «I« >» Mittelalter, der »r>m»«lw«ist»», defchuldsgi. ««»einige Kosak« oder «sfisch« Soldat« starb«, beschuldigt« die Pol» die Jud«, den Tod ön^ B«u»»Rr> gift«, herdci,esühtt ,, h>Len> Die Haupbauttoae ma ata diese»!,e der Spionage, bU d«n auch »llgemei» «and« s«d. In der Stadt vesyaoa. die von d« Oesterreichern aetnt wurde, «a°di« stch die poluisW» SK«. bekannter «nitdefiher. 0» d« dsterreichilche, Befehl»hadrr UN» deschuidigt« di« Jnd« der gehet»« BerbÄdnng m« de» rosfisch« Heere. «« di« Oesterrttch« kur» d,ra^«rdrtw,i morde», deschuldmt« deiseid. «uwdefi»« »tt Sud« der Ber- . diud«, mV de» vestrrreiche« — fie sollten tw» Oesterrttcher» Leb«»mittel »»«gehäudigt hat«, «> fie den Ruff« ,° « zi'h». Der russische VF-V«»-btt ließ nnf «r»»d dttstr Beschuldig«, viele Jud« erfchlrß« uud ihr« Hänftt Ueibreun«. Iu »« Städt« Jnnnw »>d ftoßuik wurd« dl« Jud«^ beschuldigt. Mm» zu« Verderb »er Ruff« »»«gelegt zu b»d«. Di« Sud« daruuter Rrlr Kinder, murd« -u Ru Triegrvh«- f>.»^ ousgehängtl »1« die dfittreschilch« SKIirupben R« klavt Samasch »eriaff« hatt«, defchuldigi« die dari «oWende» Bol« die Juden der Ber diu düng mit Rn vefienriche«. Zwüls Juden wurd« oerhafttt. Trotz ihn« L«,»«« murd« ff, «« Tode wrartfilt. FSus wurde, gehängt. Wthnud^ der daraus srriofipruch« - Je M b« «tabt Anlfto» »urtftt Wt Jkbn» brr 8nm«e»Vergtf1»»- dlschM. hunbM Mate, foW« baburch ba. MtnrinybW Hude», 78 Juden wurde» gttttei, viele Frau« wurde» »tt,«. «alttgt, eine M«ge Läd« »»«gepiüuderl. Rchnisth« Sr^ Nisse komm« »och täglich za Huudett« »or. Eofiud in de» G°uvtt»em«i» «arscha». «-»»». Prttcka» und KieiR »««»"- holt Pagrame adgehalt» Word«. Wen, »i, Paia fich uicht »IU ftbcTM wall«, s, ist e« Whe Z«v zur Seldsteiukchr. Sind Ä^drütsch« «aff» i» »lese» Kriege (U^rtdl.tj ■U»«* Kartt Europa« eme weitg^eud« «tttndauug erleide», »da nur ei» «alt, da« Garauti« dasür dieirt, d» westeuropäisch« Kultur Mi, i» ffch -rardeüet P> hade», »ichi Bock R» Barbar«» sondern nur «in Boik von Wenftda», »eiche der Freiheit wirtlich »ai stud. -tt» aus stt «uspr,^ erhedeu^ k«»»«. Soll ist mich schäm« , ftagi Brandes. .Wort« da Lieb« für -oft» geschried« zu hat«, jetzt, >» die Zukunft Patt»« bestimmt wir»,'