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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1895-07-19 · 29 (19.7.1895) · p. Seite 463

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
4 (1895) Bestand UB Frankfurt
Issue
29 (19.7.1895)
Date
1895-07-19
Page
Seite 463 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 2!>. Allgemeine Israelitische Wochenschrift. Seite 408. Dir nicht erschlaffen, in Erfüllung meines Willens. Fürchte Dich nicht! -Ich will Dich hier beschilden und beschirmen vor jeden Schaden mit meinen Vaterhänden!" Zur Antwort gab Abraham seinem Herrn: „Was giebst Du mir zum Trost an Areimännern, da ich so freudlos bin? Den Erbstuhl darf ich keinem Abkömmlinge bauen, meiuer Söhue einem: es sollen nach mir einst der Wonnegüter walten meine Perwandten! Du hast mir keinen Sohn gegeben; drum drücken Sorgen mich, ich selbst kann Rat im Herzen nicht erdenkeil! Es geht mein Hausvogt, der Freigeborene, froh und rechnet fest im Gedanken, daß einst seine Söhne meine Erbwarte seien: sie sehen, daß keine Geborenen mir von meinem Weib erwachen!" Da gab ihm eiligst Gott zur Antwort: „Erhalten sollen nimmer Deine Hausverwalter der Abkömmlinge Erbe; es soll Dein eigen Kind die Freudenschätze halten, wenn Dein Fleisch einst liegt. Schau den Himmel an! Zähle die herrlichen Zierden, des Himmels Sterile, die da heil leuchten und über die breite Brandung blinkend scheinen, so wird Deiner Magschaft Menge werden an Volkskindern reich." 4. Die Beschneidung wird eingesetzt und die Verheißung erneuert. Daraus sprach der Herr nach dreizehn Jahren zu Abraham, der ewigliche König: „Lieber, wie ich Dich lehre, so leiste Du wohl unsern Treubund, Du sollst heiligen Deine Hausgenosse»; setze Du ein sicheres Siegeszeichen an jeden des bewaffneten Geschlechts, wenn Du willst an mir einen Herrn haben und holden Freund für die Abkömmlinge dereinst. Ich will immer Deines Volkes Hirt sein und Halter, wenn sie mir hörenwollen mit ihren Brustgedanken und vom bewaffneten Geschlecht an diese Welt geboren wird aus Deinem Volk, in seiner Kindheit mir nach sieben Nächten durch das Siegeszeichen (die Beschneidnng) geeignet werden. Thnt, wie ich Euch heiße! Ich will Euch Treue halten, so Ihr tragt das Zeichen. Glaube sicher, einen Sohn wirst Du haben, von Deinem Weib geboren, den die Burgbewohner sollen alle Isaak heißen. Nicht brauchst Du Dich des Abkömmlings zu schämen: Ich will dem Mannkinde geben meine Gnade, göttliche Gaben und will ihm schaffen an Freunden Fülle. Von dem Leutefürsten kommen breite Völker, und Gebieter sollen ihm entstammen, hochberühmte Reichshirten, Weltkönige weithin gepriesen." Da legte eiligst Abraham sein Antlitz ans die Erde, bewand die Offenbarung mit Hohn und Spott im Herzen, in seinen Gedanken, da das Ereignis er gar nicht hoffte, daß die griesgelockte Braut,die Sarah nun noch einen Sohn gebären sollte; denn er wußte, daß sie zählte 100 Winter. Zu Gott sprach da der gar Bejahrte; „O, möchte Jümael doch vor Dir leben, und zu Dank Dir tragen hartmutigen Sinn und Herzens Strenge, bei Tag und bei Nacht zu thun Deinen Willen." Freundlich gab der Fürst voll Allmacht ihm zur Antwort drauf: „Obgleich an Wintern alt, soll Sarah zur Welt Dir bringen einen Sohn; doch auch Jsmael, den Sohn der Hagar, will ich segnen mit Gnade." 5- Sarah verlacht die Verheißung. Das Weib lachte des Weltvölkerherrn, nicht hold und freundlich, sondern die Hochbetagte belegte mit Holm in ihrem Herzen die Verheißung Gottes gar sehr in ihrem Sinne, da ste nicht sicher glaubte, daß Erfüllung dem Versprechen folgen würde. Als das hörte da der Himmelsvater, daß in dem ') di'zM sowohl Verlobte, als Ehefrau uud Weib überhaupt. Haus erhnb das Weib des Abraham ein hoffnungslos Gelächter, da sprach der heilige Gott: „Sarah will nicht sicher glauben meinem Wort, es wird jedoch fürder sich erfüllen, wie ich es vormals Dir verhieß. Das sage ich Dir sicher, in dieser selben Zeit wird Dir von Deiner Ehefrau ein Abkömmling erwachsen. Wenn ich zum anderen Mal eben diese Wohnungen besuche, dann ist mein Wort erfüllt, das vielen Samen Dir verheißt, und sehen wirst Du, lieber Abraham, daun an Dein eigen Kind." 6. Jsaak's Opferung. Die Verheißung ward erfüllt, Isaak geboren; er wuchs heran dem Vater zu Lust. Da aber begann den Recken der reiche Gott zu prüfen, die Kraft versuchend, die dem Edelinge innewohnte. Er sprach zu ihm: „Geh' Du nun eiligst, Abraham, zu lenkeil Deine Schritte und geleite Du mit Dir Dein eigeil Kind! Du sollst Deinen Sohn mir weihen zum Opfer. Sobald Du erstiegen hast die steile Höhe, den Ring des Hochlandes, das ich von hier Dir zeige, dann sollst Du dort oben mir einen Scheiterhaufen setzen, sollst schlachten Deinen Sohn mit Schwertes Schärfe und dann mit schwarzer Lohe oes Lieben Leib verbrennen und mir verleihen zum Opfer." Nicht versaß Abraham da die Reise. Alls gab der selige Abraham seine Nachtruhe eiligst, seines Notretters Geheiß nicht widerstrebend. Der heilige Mann gürtete sich mit grauem Schillerte; er zeigte, daß des Geisterwortes Furcht ihm innewohnte. Sein Esel begann zu zäumen der greise Goldesspender, und zwei junge Männer ließ er mit sich wandern: sein eigen Mannkind war der Dritte lind er der Vierte selbst. Sie gingen durch die Wüste, bis daß wonnig glänzend an dem dritten Tage die Sonne ausstieg. Da sah der selige Man» die Höhe hoch cmporragen, wie ihm der Fürst des Himmels vorhersagte. Da sprach Abraham zu seinen Amtleuten: „Ihr, meine Recken, »löget rasten hier an diesem Ort; wir kommen beide wieder, sobald wir, was uns beiden geboten ist, Gott gegeben haben." Da ging der Edeling mit seinem eigenen Sohn hin zu jener Stätte, die ihm der Herr bezeichnet, wandernd über Wälder; Waldholz trug der Sohn, der Vater Feuer und Schivert. Zu fragen begann der minterjunge Mann: „Mein Fürst, wir führeil Feuer hier und Schivert: wo ist das Opfertier, das Du edelglänzend zum Brandopfer zu bringe» denkest t" Abraham war eins mit sich, daß er es vollführte ganz wie ihm der Fürst geboteil und sprach: „Das wird der sicherwahre König selbst schon finden, des Menschenvvlkes Wart wie ihm gemäß es dünket" Starkmutig stieg er darauf die steile Höhe hinan mit seinem Sohn. Er begann der Holzstoß zu schichten und Hellglut zu erwecken und band mit Fesseln dann die Füße und Hände seinem eigenen Sohn, und auf den Altar Hub er den Fsaak, den jungen, und eiligst ergriff er das Schwert bei der Hitze; er wollte schlachten seinen Sohn mit beiden Händen und die Brandglut dämpfen mit des Sobncs Blut. Angezündet war der Brand. Zum Tod mar nicht betrübter einst der Todschlüger erster! lleberantworten wollte seinen Erbivart in des Brandes Gluten der beste aller Helden, zu einem SiegeSopser seinen Sohn, den trauten, der sein einziger Erbwart ans Erden war, der Trost seines Lebens; doch trug er fürder deu Leuten zur Lehre lnngdanernde Hoffnung. Kund gab er das, als er den Knaben nahm und fest mit seinen Hände» das volkeskunde alte Erbschwert zog, so daß das Eisen klang, daß er nichts voll lieberen Lebens-

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