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Mitteilungen des Reichsausschusses der Jüdischen Jugendverbände · 1929-03-01 · 1 (3.1929) Sonderheft: Soziale Woche in Seesen · p. Seite 4

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Journal
Mitteilungen des Reichsausschusses der Jüdischen Jugendverbände
Volume
2 (1929). Bestand UB Ffm
Issue
1 (3.1929) Sonderheft: Soziale Woche in Seesen
Date
1929-03-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Erneuerungsbestrebungen in der allgemeinen und jüdischen Wohlfahrtspflege Referat Dr. Friedrich Oblendorff (gekürzte Wiedergabe). Dr. Ollendorff wies einleitend darauf hin, daß die Organisation nie Selb st zweck sein darf. Sic kann aber dennoch mehr als Mittel zum Zweck sein, nämlich Form der Gemeinschat der Arbeitenden; mit ihrem Aufbau wächst das Gefühl der Gemeinschaft, so daß schließlich auch Ke Organisation ein kostbares Besitztum dieser Gemeinschaft werden kann. — Sodann wurde ein ganz kurzer Überblick nicht über den einzelnen Inhalt, sondern über die Richtung wesentlicher sachlicher E r - neuerungsbestrebungen gegeben. In der Wtrtschaftsfürsorge ist — in der jüdischen wie in der allgemeinen — entscheidend die immer stärkere Hinwendung zur produktiven Fürsorge und zur „Hilfe zur Selbsthilfe". (Beispiele: die Bedeutung der Darlchnskassrnbewegung und die von Dr. Kreutzberger näher erwähnte Arbeiterkolonie.) In der Gesundheitsfürsorge tritt vor der heilenden in immer stärkerem Maße die vorbeugende Arbeit in den Vordergrund. (Beispiele: Ausbau des Beratungsstellenwesens und der ganzen offenen Fürsorge; Bedeutung der Gesundheitsbogen nach Thüringer Muster. Wünschenswert wäre auch eine Fortführung der Gesundheitsenquete des Reichsaus, schuffes.) In der E rz i e h un g s fürs o r g e werden als typische, die Fragestellungen und Lösungsversuche in sich konzentrierenden Beispiele nur die Reformarbeit der jüdischen Fürsorgeerziehung und die eben beginnende jüdische Landerzichungsheimbewcgung genannt. Scheinbar voneinander weitgetrennte Erziehungsarbeiten, berühren sie sich doch stark in der Herausarbeitung neuer, keine Unterschiede der Anstalten kennender Erziehungsmethoden und in der notwendigen, hoffentlich einmal möglichen, gegenseitigen Ergänzung bet der entscheidenden .Heranbildung des Erzieherxersonals. Bet Erörterung der Beziehungen z io i s ch c n jüdischer und allgemeiner Wohlfahrtspflege wurde auf die vielleicht überraschende Tatsache hingewiesen, daß mindestens feit dem Kriege sich sowohl die Verbundenheit der jüdischen mit der allgemeinen Wohlfahrtspflege, wie auch der äußere und innere Ausbau der jüdischen Wohlfahrtspflege selbst dauernd intensiviert haben. Mit dieser scheinbar widcrspruchsvol'en, in Wirtlichkeit aber notwendigen und zu bejahenden Entwicklung kämen sowohl die jubsidiäre (ergänzende) wie die autonome (eigengesetzliche) Raiur der jüdifchcn Wohlsahrtsarbeit zu ihrem Recht. Was die persönliche Stellung der Mitarbeiter aus der älteren und der jüngeren Generation zur Wohljahrtspflcge anbetrifft, so ergeben sich erhebliche Unterschiede, einmal zwischen den Generationen, und sodann (besonders bei der alteren Generation) je nach der j ü d i s ch - w e l t a n s ch a u i'-i ch e n Stellung. Für den Orthodoxen stellt die religiöse, aus den Begriffen der Mizwah und Zoda'ah sich herleitende Beziichung eine enge persönliche Verbundenheit mit sozialem Handeln dar, zugleich aber oft eine starte Hemmung gegenüber dem notwendigen 4

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