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Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege · 1929-03-01 · 2 (März-April 1929) · p. Seite 107

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Journal
Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
Volume
1 (1929)
Issue
2 (März-April 1929)
Date
1929-03-01
Page
Seite 107 (sequence 41)
Language
German
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dei n, von denen etwa 15 000 aktiv an der Wolilfalirlsarbeit beteiligt sind. Die Ausstellung, aul die wir uns vorbehalten, noch eingehend zurückzukommen, gibt jedem in der Wohlfahrtspflege Tätigen eine Fülle von Anregung. Sie ist werktätig von 10—3 Uhr, am Sonnabend von 10 1 Uhr geöffnet. In «lieser Zeit linden auch Führungen statt. Gruppenführungen können nach vorheriger Vereinbarung auch zu anderer Zeit stattfinden. Auskunft erteilt das Hauptbüro des R. A. M. \ Dr. Schlesinger.' Zur Frage der Prügelstrafe. Die in der Deutschen Zentrale für freie Jugendwohll'ahrt zusammengeschlossenen Verbände der freien Wohlfahrtspflege wenden sich mit folgender Entschließung an alle maßgebenden amtlichen und privaten Steilen des Erzichungswesens und der Wohlfahrtspflege, sowie vor allen Dingen an die gesamte Elternschaft, um den noch immer herrschenden Mißstand der K i n d e r m i ß h a n d - lungcn wirksam zu bekämpfen: „Die Deutsche Zentrale für freie Jugendwohll'ahrt muß leider immer wieder feststellen, daß die Zahl der Kindcrmißhandlungen noch immer sehr groß ist, trotz der ernsthaften pädagogischen Bemühungen, in welchen alle weltanschaulichen Richtungen und die Vertreter der pädagogischen Wissenschaft, besonders auch der Lehrerschaft, einig sind. Die Deutsche Zentrale für freie Jugendwohlfalirt sieht als eine bedeutsame Ursache dieser Kindermißhandlungen die noch immer verbreitete gedankenlose und oft ausartende Unsitte der körperlichen Züchtigung an, die von allen pädagogisch interessierten Kreisen als unterwertiges Erziehungsmittel abgelehnt wird. Die UcLerwindung dieser allgemein verbreiteten Unsitte erwartet die Zentrale am ehesten und sichersten von einer Hebung des erzieherischen Verantwortungsbewußtseins in allen Volkskreisen. Das allmähliche völlige Verschwinden der körperlichen Züchtigung würde die natürliche Folge sein. Die Deutsche Zentrale für freie Jugendwohlfalirt wendet sich daher an alle maßgebenden amtlichen und privaten Stellen des Erziehungswesens und der Wohlfahrtspflege, sowie vor allen Dingen an die gesamte Elternschaft mit der dringenden Bitte, ihre Bemühungen zu vereinigen, damit überall die Achtung vor der Persönlichkeit des werdenden Menschen und ein wahrhaft erzieherischer Geist sich auswirken." Internationale und außertlcutsche Sozialarbeit Jüdische Aufbauarbeit im Osten (21,4 Jahre „Ort"-Tätigkcit von 1926 bis Juli 1928.) Die Aufgaben der sozial-wirtschaftlichen Umschichtung stehen gegenwärtig besonders in den östlichen 1,ändern im Mittelpunkt des jüdischen Interesses. Das Gesamtergebnis der wirtschaftlichen Aufbauarbeit während der letzten 2yo Jahre liefert einen deutlichen Beweis für die erstaunliche Aufbaukraft der jüdischen Massen im östlichen Europa, die sich unter den schwierigsten Verhältnissen mit elementarer Gewalt durchsetzt. Jedoch vergleicht man das Vollbrachte mit der Größe der Zerstörung und der Not, so sieht man, wie gering die erzielten Resultate angesichts der katastrophalen Dcklassicrung der jüdischen Bevölkerung im europäischen Osten sind. Das Ausgabenbudget des „Ort" für die letzten 21/2 Jahre betrug rd. 8 740 000. Die Mittel kommen vom amerikanischen Joint (S 245 000), davon sind durch sonstige „Ort"-Organisationen 6O0/0 in Osteuropa selbst aufgebracht worden. Die Ausgaben verteilen sich ungefähr in folgender Weise: Fachbil- 107

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