Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- I (1905)
- Issue
- 2 (19.4.1905)
- Date
- 1905-04-19
- Page
- Seite 13 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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L I T E R A T U R B L A T T 13 Krieg und dessen 'schwere Folgen, die er nach sich zog, durften wohl den Lehrer zur Vorsticht gemahnt haben, den gefürchteten Namen nicht in dieser Verbindung auszusprechen. Erscheint ja auch Rom in der ganzen spätem Literatur bald unter diesem, bald unter jenem Decknamen. Andererseits treten immer in den rahbnischen Schriften Babylouien und das Reich Edom gleichfalls eine Bezeichnung für Rom nebeneinander auf. Sollte aber nach dem alkin nocfl immer ein Zweifel zurückgeblieben sein, db diese Auffassung auch die richtige sei. so wird uns vollends durch folgende Stellen jeder Zweifel benommen"): Ohadia 20, übersetzen die Peschito 7) und das Targmn, erstere aus dem 2.. dieses au» dem 4'. oder 5. Jahrhundert stammend, übereinstimmend: „Die Weggeführten Jeruschalajims In Spanien." Oraetz a. a. O. iührt auch noch das Seder "oliim zuta an, welches berichtet, dass Vespasian viele Tausende von Israeliten nach Spanien verbannt hat. Diese Chronik ist allerdings nicht älter, als das 8. Jahrhundert. Bedenkt mau indes, dass dem Verfasser ältere Quellen vorgelegen haben müssen; so kann man von der Hand weg jede Beweiskraft auch dieser Chronik nicht absprechen"). Demnach ist ihre frühe Einwanderung mehrfach bezeugt. In den ersten Jahrhunderten scheinen die spanischen Juden in Frieden gelebt zu haben. Die (ieschichte zumindest weiss über Verfolgungen aus jener Zeit nichts zu melden. Aber schon vom Anfange des 7. Jahrhunderts an beginnt ihre Leklenszeit, die erst mit ihrer völligen Austreibung aus Spanien endet. 612. während die Westgotheu Herren im Lande waren, trat" sie der erste herbe Schlag. Auf Grund eines Edikts' des damals regierenden Königs Sisdbut mussten sämtliche Juden des Landes, die stark genug waren, eine Auswanderung einer schmählichen Schein-Taufe vorzuziehe, i. das *) lieber das folgende vgl. Oraeitz a. a. 0. 7) Merkwürdigerweise erwähnt sie Oraetz (a. a. O.) gar nicht. Sicherlich laf, ihm im Moment diese wichtige Quelle entgangen. Ihr Text lautet: »S'Jfirjon ÜWH"1 ttrjSBl. Sie bezeugt also deutlich das Vorhandensein von »panischen Juden im 2. Jahrhundert. Wie die Peschito best auch .lelanidenu in der oben zitierten Stelle:.OJ£rN (Oben Anm. 2). Die targumische Paraphrase unserer Prophetenstelk■: < BB£Cn l^BTV m?r. erinnert an die La. des Leviticus r. (oben ebenda). Somit ist die Lesart lles Jefamdeiui die ursprünglichere. Warum Oraetz aber einmal Apamea. un« ein zweites Mal in demselben tf'öBOK Spanien erblickt, ist mir ""erklärlich. Vgl. Harkavy, :W5 1902 S. .18 und weiter unten;) für die Zeit, wann Juden in Spanien ein« Milderten, gibt es sonst Kein sicheres Zeugis. Doch muss aie Einwanderung jedenfalls früh stattgefunden haben, indem schon im 2. Jahrhundert von sesshaften Juden auf der pyrenäischen Halbinsel die Rede tst. Somit kommt auch schon infolge dessen der Bericht unserer Chronik, betreffs der Zeitangabe a quo. der Wahrheit sehr nahe. Au den Familien, die ihre Einwanderung aus der Zeit der zweiten Tempelzerstöruug datieren, (bei Oraetz ebenda V. S. 56), ist auch die Familie Ihn Jahja zu zählen. Vgl.;-.hzpn n.'t5\ Vorwort und den ungenannten Kommentar über Hagiographen (gedruckt Bologna 1M8). verfasst von dessen Vater Don Joseph Ihn Jahjä an mehreren Stellen. ) Oraetz a. a. O. S. 63.